Perry Rhodan: Meister der Insel - Zyklus - Band 8: Die 73. Eiszeit
Perry Rhodan: Meister der Insel - Zyklus
Band 8: Die 73. Eiszeit
Die CREST dringt in die erste Ebene der Hohlwelt Horror vor. Ihnen offenbart sich eine Urwaldwelt, die von den Terranern Green getauft wird.
Sie entdecken eine Stadt, die auf einem Felsen erbaut ist, der bis an den Kunsthimmel heranreicht. Darüber beginnt die nächste Ebene, auf die die Terraner gelangen wollen.
Die Einwohner der Stadt Tata, die Guru, führen einen fortwährenden Kampf gegen die Eskies, die versuchen, die Stadt einzunehmen. Allerdings bleiben die Angreifer erfolglos, denn die Guru wenden bei der Verteidigung eine erfolgreiche Methode an. Sie setzen eine PSI-Welle an, die eine Eiszeit auslöst und die Temperaturen auf unter 0 Grad absenken lässt. Dem können die Eskies nichts entgegen setzen und auch der 73. Angriff scheint zu scheitern.
Die CREST beobachtet den Kampf und wähnt sich in Sicherheit. Die Konfliktparteien verfügen über keine Waffen, die den Terranern gefährlich werden könnten. Sie scheinen nicht einmal die Atomtechnologie entwickelt zu haben.
Rhodan und seine Gefährten kommen in Bedrängnis, als die PSI-Welle ihre volle Wirkung entfacht. Alle Technik, die auf der Atomtechnologie basiert, funktioniert nicht mehr. Die CREST muss notlanden und ist flugunfähig. Darüber hinaus verlieren die Mutanten ihre Fähigkeiten und die einsetzende Kälte lässt die CREST vereisen und die Terraner drohen zu erfrieren. Ein Kommando unter Captain Redhorse hat die rettende Idee. Mit Seilen ziehen die Terraner zwei Beiboote aus den Einflussbereich der PSI-Welle hinaus. An Bord befinden sich Narkosestrahler, mit denen sie die Guru aus sicherer Entfernung außer Gefecht setzen können. Die Eskies unternehmen ebenfalls Angriffe auf die Terraner, glauben sie doch, sie stecken mit den Guru unter einer Decke.
Es gelingt der CREST sich zu befreien und auf ein Plateau zu fliehen. Von dort wollen sie den Vorstoß auf die nächste Ebene wagen.
Der Zyklus ist ein paar Hefte vorangeschritten und nun stellt sich der Sense of wonder ein, der Perry Rhodan immer wieder auszeichnet. Die Terraner sind zunächst mit einer Bedrohung konfrontiert, die von Heft zu Heft mehr Form annimmt, und so ist auch bei den Meistern der Insel.
Allmählich kristallisiert sich heraus, dass die Ereignisse im Twin-System und auf Horror kein Zufall sind. Die Transmitter dort scheinen Teil eines Netzes zu sein, in deren Zentrum Andromeda steht. Um die Transmitter haben die Meister der Insel Fallen errichtet, die eine Nutzung und ein Vordringen nach Andromeda unmöglich machen. Das Transmitternetz bildet ein Schutzsystem, das Fremde aus Andromeda fernhalten soll.
In der Hohlwelt Horror sind die Eingriffe der Meister der Insel unübersehbar. Der ganze Planet mit seinen Ebenen wurde künstlich errichtet. Selbst Tata und die Guru sowie deren Konflikt mit den Eskies ist nicht natürlichen Ursprungs. In einem ewigen Zirkel wiederholen die beiden Völker ihren Kampf und beziehen Gestrandete auf Horror ein, um sie an der Weiterreise Richtung Andromeda zu hindern. Dabei gehen die Meister perfide und planvoll voran. Zunächst sorgt die PSI-Welle für einen Ausfall der Technik und der Tod durch Erfrieren droht. Und nicht einmal die Mutanten können eingesetzt werden, denn ihnen gehen ihre Fähigkeiten verloren.
William Voltz schreibt einen spannenden und flüssigen Roman, der den Leser endgültig im Zyklus halten wird. Das Geheimnis um die Meister der Insel und Andromeda nimmt Fahrt auf und der Leser möchte wissen, wie es weitergeht.
Voltz beschreibt die wesentlichen Ereignisse aus Sicht von Redhorse. Das lässt den Leser gut mitfühlen. Er hat die rettende Idee und zieht die Beiboote aus dem Wirkungsbereich der PSI-Welle hinaus und stellt sich den angreifenden Eskies entgegen.
Der Roman ist aus heutiger Perspektive immer noch sehr gut lesbar. An einigen Stellen schimmert der Zeitgeist der 60er Jahre durch, dem der Leser mit Schmunzeln begegnen sollte. Die Männer schaffen es nur mit vereinten Kräften, die Schiffe mit den Seilen aus der Gefahrenzone herauszuziehen. Da werden Kameradschaft und Zusammenhalt beschworen, die man so auch in einem Landser-Heft hätte unterbringen können. Hier sollte der Kontext der Zeit nicht außer Acht gelassen werden, denn viele Leser in den 60er Jahren dürften noch als Soldaten im jüngst verlorenen zweiten Weltkrieg gedient haben, in dem vor allem Werte des Zusammenhalts eine wichtige Rolle gespielt haben. Diese Art des Erzählens bildet kein Alleinstellungsmerkmal Perry Rhodans oder der besagten Landser-Hefte. Das ist in vielen Geschichten dieser Zeit zu finden.
Voltz schafft den Kunstgriff, indem nicht genau klar wird, ob es sich bei der Geschichte um einen Lückenfüller handelt. Die Terraner geraten wiederholt in eine Falle, aus der sie sich befreien können. Im Wesentlichen wird die Handlung nicht groß vorangetrieben, aber trotzdem verdichten sich die Erkenntnisse um die Meister der Insel.
Der Konflikt zwischen den Guru und den Eskies bildet den Nabel der Geschichte. Die beiden Völker erhalten verhältnismäßig wenig Screentime. Der Fokus der Geschichte liegt darauf, wie sich die Terraner aus der Falle befreien. Rhodan fragt sich zwar, was es mit den beiden Völkern auf sich hat, aber trotzdem ist es nicht ersichtlich, ob der Leser ihnen wiederbegegnen wird.
12/2025



