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Berndt-Guben und seine Leihbücher der Jahre 1952 bis 1954 - Beim Barte des Propheten

Leihbücher von ScheerBerndt-Guben und seine Leihbücher der Jahre 1952 bis 1954
Beim Barte des Propheten

Karl-Heinz Berndt, ein heutzutage fast vergessener Schriftsteller, der unter anderem unter dem Pseudonym Berndt Guben schrieb, wurde vor allem durch seine Leihbücher, insbesonders die "Pfeifer-Romane" bekannt, die er in den Jahren 1952-1954 im Reihenbuchverlag veröffentlichte. Nach den Pfeifer-Romanen möchte ich mich mit einer Fortsetzung dieser Serie befassen, dem Einzelband "Beim Barte des Propheten", der nie mehr neu aufgelegt wurde.


Karl-Heinz BerndtNach den Pfeifer-Romanen möchte ich mich mit einer Fortsetzung dieser Serie befassen, dem Einzelband "Beim Barte des Propheten", der nie mehr neu aufgelegt wurde.

Berndt Guben schildert hier einige Abenteuer des deutschen Arztes Michel Baum, der wegen seiner Fertigkeiten als Kunstpfeifer auch der Pfeifer genannt wird. Als ich das Buch in die Hand nahm, freute ich mich auf neue Abenteuer des Pfeifers; dem war dann nicht so.

Berndt Guben hatte einige der altbekannten Abenteuer neu aufbereitet und insgesamt 6 abgeschlossene Geschichten in einem Band veröffentlicht.

Diese Abenteuer spielen in Nordafrika und Konstantinopel in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges bis etwa 1779.

Beim Barte des ProphetenBeim Barte des Propheten
Dankwart Verlag 1957
Dieser Roman wurde, anders als die damals üblichen Heftchen, in Buchform veröffentlicht, und zwar als sogenanntes Leihbuch.

Wer die Pfeifer-Romane im Original oder der Fassung des Karl May Verlages gelesen hat, wird die Geschichten schnell wiedererkennen.

1. Im Stiche gelassen
Nach der Flucht aus der Gefangenschaft schleichen sich der Pfeifer, Ojo und Steve Hawbury in die Stadt Algier, um Steves Schwester Isolde aus dem Kerker zu befreien und die mehrschüssige Muskete zurückzuholen. Sie übertölpeln den Herrscher und seinen Wesir und können mit Hilfe eines  Juden aus der Stadt entkommen. Als sie das Meer erreichen, ist die Trueno verschwunden und sie müssen den Landweg nach Marokko nehmen.

2. Hamid, der Geizhals
Ziemlich abgerissen erreichen unsere Reisenden die spanische Stadt Oran und finden einen Unterschlupf beim geizigen Kaufmann Hamid. Der nutzt jede Gelegenheit, aus den Reisenden Nutzen zu ziehen. Als der Pfeifer den kranken Sohn des Kaufmanns kuriert und den hiesigen Arzt als Schwindler entlarvt, versucht er ihn mit ein paar Piastern abzuspeisen. Um zu Reisegeld zu kommen, verkauft der Pfeifer nach langem Feilschen einen in Algier erbeuteten Säbel an Hamid, der die Reisenden dabei wieder einmal zu betrügen versucht. Schließlich brechen sie nach Marokko auf.

3. Die Erzählung des Hadschis
Der Pfeifer, Ojo und die Hawbury-Geschwister erreichen schließlich Fez, wo letztere nach einigen Schwierigkeiten beim englischen Gesandten Zuflucht und Hilfe finden. In Fez stoßen sie auf einen Mekkapilger mit der Flagge der Trueno, der ihnen vom Schicksal Marinas und des Schiffes berichtet.
Nach einer Meuterei eines Teils der Besatzung verschwindet die Trueno wird wieder als Piratenschiff genutzt. Die Kapitänin Marina wird von den Meuterern zurückgelassen und fällt in die Hände des Sklavenhändlers Mustafa. Der bringt sie nach Tunis, wo Marina einen vergeblichen Fluchtversuch unternimmt. Dann verläßt Mustafa mit Marina auf seinem Schiff Mapeika Tunis.

4. Der Aufstand Aladins
Der Pfeifer und Ojo erreichen Tunis und versuchen vergeblich, etwas über Marina und ihren Besitzer Mustafa zu erfahren. Der Pfeifer dient sich dem Bei als Schießlehrer für dessen Sohn an. Er freundet sich mit dem Kronprinzen an; dieser stellt Nachforschungen an und findet heraus, daß die Mapeika nach Konstantinopel unterwegs war. Als der Bei entdeckt, welche Wunderwaffe die Muskete des Pfeifers ist, läßt er ihn einkerkern, um das Geheimnis der Waffe zu erfahren. Nach einer Rebellion des Wesirs und Aladins, einem Anführer von Unzufriedenen, muß der Pfeifer mit seiner Muskete helfen, den Aufstand niederzuschlagen. Er erhält dafür eine Passage nach Konstantinopel.

5. Ein unerwartetes Wiedersehen
Beim Erreichen von Konstantinopel sehen der Pfeifer und Ojo das von den Türken gekaperte Piratenschiff Trueno. Um Informationen zu bekommen, wird der Pfeifer Schießlehrer bei der türkischen Armee. Als der Pfeifer als Vertreter der Armee für eine Jagd ausgewählt wird, zieht er sich den Haß des bisherigen Favoriten der Janitscharen zu. Dabei entdeckt der Pfeifer, daß Marina bei diesem Oberst Cheir Eddin als Sklavin und "Pferdebursche" lebt. Bei einem Duell mit Cheir Eddin siegt der Pfeifer und erhält als Siegespreis Pferd und Sklavin des Verlierers.

6. Der übertölpelte Admiral
Da der Pfeifer mittlerweile zu einer gewissen Berühmtheit gekommen ist, versucht er die Mannschaft der Trueno zu befreien. Er überredet einen Admiral, ihm Papiere für ein Geheimunternehmen auszustellen und erhält einen roten Firman (Spezialausweis), mit dem er dann alle blufft. Er organisiert einen Trupp Soldaten, marschiert zum Gefängnis, blufft den Direktor und kann die Mannschaft der Trueno mitnehmen. Bei der Trueno angekommen, werden die Soldaten entwaffnet. Mit der eroberten Trueno verlassen unsere Helden dann Konstantinopel.

Das war die Auswahl der Abenteuer des Pfeifer, die neu zusammengestellt wurde.

Klappentexte
Klappentexte waren so etwas wie eine kurze Inhaltsangabe eines Buches. Sie hatten im Wesentlichen bis zu 3 Funktionen, nämlich den potentiellen Leser auf das Buch aufmerksam zu machen (damit er es entweder kaufte oder auslieh) und dienten ferner noch als eine Werbung für den Autor und / oder den Verlag.

Beim Barte des ProphetenBeim Barte des Propheten
Als im Sommer 1957 Besprechungen meines Romans "DER PFEIFER" durch die illustrierte Presse Deutschlands gingen, meldeten sich zahlreiche Verlage mit dem Angebot einer Neuauflage des alten "Pfeifer", dessen unverändertes Wiedererscheinen ich jedoch mit der Begründung ablehnen mußte, daß nach meinen Erfahrungen der Leser heute keinen Roman dieser Länge mehr lesen wolle. Es handelte sich bei dem ersten um 1950 herum erschienenen Roman um 23 zusammenhängende Bände. So suchte ich gemeinsam mit dem Dankwart-Verlag einen neuen Weg, um das gute Jugendbuch für Jugendliche von 8 bis 80 Jahren zu stützen und zu fördern.
Meine Leser haben mir wieder und immer wieder geschrieben: "Ein Buch muß eine abgeschlossene Geschichte enthalten, die in sich selbst logisch aufgebaut ist und keiner Fortsetzung bedarf."

Mir haben die Geschichten  recht gut gefallen, auch wenn sie mir schon bekannt waren und sie werden den Lesern, die die komplette Reihe bereits kennen, nicht langweilig werden. Guben war ein hervorragender Schriftsteller, der spannend zu schreiben verstand, wenn er auch die Phantasie eines Karl May nie erreichte.

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