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[REC]3 »Genesis« - Eine Filmbesprechung

Zee Zaks Zombies[REC]3 »Genesis«
Eine Filmbesprechung

to the English OriginalZitate, erster Platz: »Sag' deiner Tante nichts davon, aber da in dem Krankenhaus war ein Hund … es sah aus, als wäre er tot, aber dann wachte er auf und BÄM!«

Zweiter Platz: »Da ... Jumanji! «

Dritter Platz: »Also, das ist mal eine Mutter, die ich gern flachlegen würde, meinst du nicht auch?«


Vierter Platz: »Sponge John.“ - „Du meinst Sponge Bob?“ - „Nein, also, weißt du,da gab's ein Problem mit dem Copyright ... «

Fünfter Platz: »Und da fragst du dich, wie es kommt, dass jeder französische Mädchen für Schlampen hält. «

[REC]3 »Genesis«»Eine wunderbare Liebesgeschichte« - alle sterben … (und ich wollte wirklich, ernsthaft, eine Szene sehen, in der ein Zombie sich aus der Hochzeitstorte erhebt ... na schön, diesmal also nicht).

Als Erstes eine Warnung: es wird in dieser Besprechung Spoiler geben. Jede Menge Spoiler. Als Zweites will ich ganz offen sagen, dass ich die ersten beiden [REC]-Filme geliebt habe und dass ich auch diesen hier ganz großartig finde. Und um noch eins drauf zu setzen, ich kann es kaum erwarten, den vierten zu sehen (der irgendwann 2014 fertig sein soll).

Die Hauptsache, die man schätzen und verstehen muss (aus meiner Sicht), ist, dass dieser Film eine Liebesgeschichte ist - mit Zombies. Und nicht einfach nur mit Zombies, sondern mit etwas anderen Zombies. [REC]1 und [REC]2 haben mit starken Bildern der Welt von [REC] einen kraftvollen Start verschafft durch die Arbeit mit einer speziellen Technik (gemeinhin „gefundenes Filmmaterial“ genannt) und legten die Betonung auf eine neue Seite im Lexikon der Zombies: Religion.

Also jetzt nicht im Sinne von „Oh Gott! Wir werden alle sterben!“ und auch nicht in der Art von „Die Hölle ist voll, schicken wir also ein paar Nichtsnutze zurück auf die Erde und schauen, was passiert.“  Nein. In den frühen [REC]-Filmen ist die Zombieansteckung nicht bloß eine Infektion mit einem Virus, sie ist auch Bestandteil eines teuflischen Fluchs. Und wenn ich „teuflisch“ sage, dann meine ich Dämonen … Muahahahaa!

Aber um ein wenig Hintergrund zu liefern, damit wir wissen, wo wir mit [REC]3 stehen: [REC]1 und [REC]2 konzentrierten sich auf Angela, eine Nachrichtenreporterin, die auf einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mitfuhr. Sie und die Feuerwehrmannschaft wurden in die verheerenden Ereignisse verstrickt, die die Entwicklung eines Viren/Dämonen-Hybriden einrahmten. Und auch wenn es jetzt immer mehr Filme der Art „Film aus einer gefundenen Kamera“ gibt, glaube ich persönlich doch, dass [REC]1 und [REC]2 den Stil perfekt auf den Punkt bringen, indem sie die Kamera als Bestandteil der Gruppe von Charakteren mit einbeziehen. Die Kamera ist das unermüdliche Auge des Daseins, das beobachtet, wie sich die Ereignisse abspielen, lieblos und ungeliebt. Für sich gesehen lässt einen das Ende bei beiden Filmen erschauern; zusammen betrachtet bringen sie einen neuen Blickwinkel darauf, wie Zombiefilme funktionieren.

Ihr könnt auch gerne meine früheren Besprechungen zu den ersten beiden [REC]-Filmen nachsehen. Ihr könnt mir vertrauen: das sind Filme, die Spaß machen.

Jetzt aber zu [REC]3!

Der Film beginnt mit dem Szenario einer traumhaften Hochzeit. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht eine einzige lebende Frau auf der Welt gibt, die ihre Traumhochzeit nicht so haben wollen würde (na schön, einige würden bestimmt eine ganz andere Art von Hochzeit feiern wollen, aber die Mehrzahl der Menschen, die auf die „perfekte Hochzeit“ eingestimmt sind – Männer genau so wie Frauen – werden von dieser ausgewählten Umgebung gerührt werden. Ein bezaubernder Ort, außergewöhnliche Freunde der verschiedensten Arten. Die ersten zwanzig Minuten lang und noch ein bisschen länger wird es die perfekte Hochzeit sein. (Das ist jetzt nicht so mein Ding, aber es gehört als Blickwinkel dazu, klar?)

Im Brennpunkt der Kamera stehen abwechselnd Atun und Adrian. Sie sidn eine Mischung aus professionellen Kameraleuten und jungen Burschen, die einfach nur Spaß haben wollen. Dieser Teil des Films ist das übliche Zusammenkommen von Menschen, die dabei sein wollen, um die Vereinigung zweier Menschen in diesem ach so altmodischen Ehedingens zu feiern. Das ist so anrührend, so hübsch, so … heiliger Onkel Pepe! Und jetzt fängt der richtige Spaß an.

BÄM! Der Film lief bisher in gemächlicher Gangart, eben wie ein Film von einer Hochzeit, und wechselt dann schnell und vollständig hinüber in den Zombiefilmstil.

Zombies (zu Beginn sehr schnell) lassen die Feier platzen, und es wird brenzlig. An diesem Punkt wechselt man vom „Fundmaterial“ zum eher traditionellen Filmstil des unbeteiligten Betrachters. Blicke durch verschiedene Nachtsichtgeräte werden dazu geschnitten (Oh Mann! Die [REC]-Leute lieben ihre Nachtsichtgeräte!), Aufnahmen von Überwachungskameras und so weiter. In schneller Folge werden Gäste auf grausige Art abgeschlachtet, in Zombies verwandelt, erheben sich wieder und toben sich auf dem Gelände aus.

Den größten Teil vom Rest des Films über springt er in geteilten Blickwinkeln zwischen Clara und Koldo hin und her, den Liebenden, die einfach nur zusammen sein wollen und denen die Zombies dazwischenfunken. Ein paar Höhepunkte: die Hochzeitsausstattung von „The Knights“, Sponge John (oh mein Gott, was habe ich gelacht, als ich den sah), Onkel Pepe und der Mixer, Clara und die Motorsäge (meine Güte, wie könnte es einen Zombiefilm geben, in dem keine Motorsäge auftaucht?) Rafa und Natalie und Großvater (mit seinem verdammten Hörgerät). Blut und Eingeweide spritzen zwar nicht überall hin wie in so manchem anderen Zombiefilm, aber sie werden schon durchaus großzügig verteilt, und es gibt genug davon für eine unterhaltsame Zeit!

Ich habe eine Anzahl Leute sagen gehört, dass ihnen der Film nicht gefiel, weil er so sehr viel anders war als die ersten beiden. Dieser Film nimmt das Spiel mit der Ansteckung auf und führt es einen Schritt weiter, in die Breite, er legt den Grundstein für die weltweite Apokalypse, die zu so ziemlich jedem Zombie-Szenario gehört. Ich kann ihren Standpunkt verstehen, denn schließlich habe ich genau wie sie mehr von dem reinen Schock, dem Adrenalin und vom Spaß (in Grenzen) erwartet, den die ersten beiden Filme enthielten. Außerdem gab es Veränderungen im Stil und bei der Entwicklung der Charaktere. (Ja, ich liebe Angela, sie war große Klasse in den beiden Filmen und ich höre, dass sie im vierten wieder dabei sein wird!)

Aber Filmwelten müssen wachsen, um sich ausbreiten und sich weiter entwickeln zu können. Ich glaube, [REC]3 bietet eine neue Ansicht der gesamten Zombiefilmreihe und stellt den Hintergrund bereit für Filme, die noch kommen werden und in einer größeren Welt spielen.

Für einige von uns hier im Westen ist es vielleicht nicht ganz einfach, diesen Film zu sehen (mit Untertiteln und so weiter …), und das Tempo wird ganz anders gehandhabt als in den meisten Zombiefilmen, die hierzulande erscheinen. Und da sind die Sprünge in den Blickwinkeln - schnelle Wechsel von einem Standpunkt zum nächsten, das Nutzen von Aufnahmen aus Kameras und all das – aber unterm Strich, und das ist euch vielleicht schon klar geworden, liebe ich diesen Film genau so wie die anderen beiden.

Er macht Spaß! Und er nimmt sich selbst auch nicht ganz ernst. Zombies, haufenweise Zombies! Und darauf stehe ich bei Filmen.

REC]3 „Genesis“
Regie: Paco Plaza
Mit Leticia Dolera, Diego Martin, Alex Monner, Ismael Martinez,  Borja Santaolalla, Emilio Mencheta, David Ramirez, Miguel Angel Gonzalez, Ramon Agirre, Xavier Ruano, Jose de la Cruz, Antonio Barroso, Toni Sans, Aitor Legardon, Paco Moreno.

Übersetzung: Harald Weber

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