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Kurt Mahr: Abteilung PSI - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 131

1Kurt Mahr: Abteilung PSI
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 131

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Abteilung PSIHandlung:
Eine Patrouille aus vier Einheiten der Solaren Flotte unter dem Befehl von Major Plank wird nahe der Grenze der Eastside von einer unbe­kannten Übermacht angegriffen und vernichtet. Eigenartigerweise kann ein nahegelegener Stützpunkt, der den Vorfall mitverfolgt, zwar die Flottenschiffe orten, jedoch keine Gegner. Da demnach psionische Kräfte als Ursache vermutet werden, schaltet sich die Abteilung Psi der Solaren Abwehr ein. Generalmajor Peter Litton beauftragt sein bestes Team, das aus Major Yorn Bekker, Leutnant Guy Taitinger, Norma Singer und dem Roboter Sunik besteht, mit den Untersuchungen.

Sie beschließen, den Kolonialplaneten Gungadin, der von plophosischen Siedlern kolonisiert wurde und in der Nähe des Angriffsortes liegt, zum Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen zu machen. Gungadin ist erdähnlich mit nur etwa 200.000 Einwohnern. Direkte Passagierflüge dorthin gibt es nicht, so dass die Agenten zunächst den Knotenpunkt Ufa anfliegen, in der Hoffnung, dort eine Charter zu bekommen.

Das Vorhaben scheitert, niemand ist bereit, nach Gungadin zu fliegen. Doch da hört Bekker, dass ein Frachtschiff von Gungadin, die SOL SOLUM, wegen unbezahlter Hafengebühren festliegt. Bekker kann den Kapitän gegen Zahlung seiner Schulden dazu bewegen, die Gruppe nach Gungadin zu bringen. Kurz vor Erreichen des Planeten erfolgt ein Psi-Angriff, der anscheinend aus Richtung der Doppelsonne des Systems gekommen ist. Die Insassen des Raumschiffes haben das Gefühl, ihr Schiff explodiere, doch Sunik aktiviert seinen Psi-Generator und wehrt den Angriff ab.

Nach der Landung erweisen sich die Bewohner Gungadins als isolationistisch und unfreundlich. Für viel Geld gelingt es den Agenten, die inkognito auftreten, einen alten Gleiter zu bekommen. Die eigentliche Stadt der Siedler liegt in Ruinen, und die neue Siedlung macht einen regelrecht mittelalterlichen Eindruck. Als die Agenten sich in einem leer stehenden Haus einrichten, kommt ein Mann namens Sarguun vorbei und droht ihnen. Sie sollten verschwinden, der »Magier« Falib befehle es, denn sie seien keine »Diener der Allseele«.

Wenig später kommt es wieder zu einem Psi-Angriff, dann erscheint Falib. Sunik, der in Maßen Telekinese und Teleportation beherrscht, gaukelt damit vor, selbst ein Magier zu sein, und setzt so durch, zunächst bleiben zu dürfen. Anschließend erfolgt eine codierte Meldung nach Ufa. Es erweist sich, dass das zufällige Treffen mit der SOL SOLUM gar nicht zufällig war – offenbar wollte jemand auf Gungadin die erwarteten Ermittler in Empfang nehmen.

Ein Mann namens Kulip Haran, den Bekker als ersten von Gungadin auf Ufa getroffen hatte, erklärt den Terranern die örtliche Hierarchie: Das Volk wird von Magiern beherrscht. Mächtiger als die Magier sind die Zauberer. Diese wiederum stehen unter den Sehern, und über die Seher regieren die sieben Meister der Seele. Technik ist auf Gungadin weitgehend verpönt.

Eine Frau, die sich als die Zauberin Maridan herausstellt, besucht Bekker. Sie will ihn als Helfer rekrutieren. Er soll das Volk der Schläfer, eine Splittergruppe, die noch Technik einsetzt und verborgen lebt, für sie finden. Bekker sagt zu. Gemeinsam mit Sunik begibt er sich in einer Ruinenstadt auf die Suche und kann tatsächlich einen der Schläfer treffen. Währenddessen aber erfolgt ein erneuter Psi-Überfall auf Taitinger und Norma Singer. Norma Singer wird dazu gebracht, sich in Sarguuns Hütte zu begeben, und verfällt ihm völlig. Taitinger wiederum tötet unter dem fremden Einfluss Kulip Haran.

Amnes, der König der Schläfer, erzählt Bekker und Sunik die Geschichte der Kolonie, und wie die Meister der Seele und ihre Diener die Macht übernahmen. Der Name Schläfer kommt daher, dass die Menschen sich regelmäßig zum Schlafen zurückziehen, wenn psionische Energiewellen sich ankündigen. Dann wird Bekker psionisch beeinflusst und versucht, allerdings vergeblich, Sunik zu töten. Zurück im Dorf, ist Norma Singer verschollen. Vermutlich befindet sie sich mit Sarguun in Maridans Schloss. Bekker, Taitinger und Sunik können in das Schloss eindringen, werden aber von einer Übermacht von Soldaten gefangen genommen.

Suniks Fähigkeiten ermöglichen den Ausbruch aus dem Verlies. Beim Weg durch das Schloss auf der Suche nach Norma gibt es eine Überraschung: Sarguun hat Maridan abgesetzt und scheint einer der Herrscher des Planeten zu sein! Außerdem kennt Maridan den geheimen Gruß des Volkes der Schläfer. Sie hilft den Agenten, Norma zu befreien. Als Sarguun dies psionisch verhindern will, greift Sunik ein, und Sarguun stirbt am Schock. Die Agenten und Maridan verlassen das Schloss.

Maridan erklärt, dass die psionische Energie auf Gungadin in Perioden kommt und geht, und dass die Meister der Seele Teile der Energie an ihre Untergebenen weiterreichen, die wiederum Teile an ihre Diener geben. Sunik vermutet einen Zusammenhang mit der Doppelsonne.

In die Wildnis geflohen, erfährt die Gruppe von einem Aufstand auf Ufa, nachdem ein Diktator, ein Magier namens Quoorogg, die Macht übernommen hat, und von Revolten auf mehreren Flottenbasen im Sektor. Offenbar greifen die Meister der Seele nach der Macht.

Sunik kann die Quelle der psionischen Effekte anpeilen. Es handelt sich um ein großes Schloss in einem abgelegenen Talkessel. Bekker und Sunik dringen in das Gebäude ein. Sie entdecken eine Reihe menschlicher Gehirne, die künstlich am Leben erhalten werden und vermutlich dazu dienen, die Psi-Energien nutzbar zu machen. Sie zerstören die entsprechenden Tanks.

Dann erreichen sie einen Sitzungssaal mit sieben Sesseln, in dem sie sechs alte Männer erwarten: die Meister der Seele. Es kommt zur Konfrontation. Als die Meister versuchen, Sunik und Bekker mithilfe der psionischen Energie, die sie Sonnenkraft nennen, zu vernichten, scheitern sie, denn ohne die manipulierten Gehirne haben sie keinen Zugriff mehr auf die Macht. Da erscheint ein unerwarteter siebter Mann: der tot geglaubte Sarguun. Er ist ein Mutant, der die Sonnenkraft in seinem Körper speichern kann und sie genutzt hat, um seinen Tod ungeschehen zu machen. Jetzt schaltet er Bekker psionisch aus. Sunik gaukelt vor, ebenfalls dem Einfluss zu erliegen. Dann aber steht er wieder auf und verführt Sarguun, der ihn für einen Menschen hält, seine ganze Kraft hypnotisch gegen ihn zu verschwenden, bevor er ihn paralysiert.

Die Meister der Seele werden als Gefangene zur Erde gebracht. Sarguun ist wahnsinnig geworden. Die Gefahr ist vorüber.

Anmerkung
Der Roman ist nicht datiert. Die Archiv-CD1 gibt als Handlungsjahr 3452 an.

Abteilung PSIKritik:
Hier legt Kurt Mahr einen Roman zu einem neuen Team vor, in dem insbesondere ein Roboter mit PSI-Kräften vorkommt.KM versucht damit, die ESP-Schiene, die in der Perry-RhodanSerie seit dem Beginn der Reihe  mit Tako Kakuta/Ras Tschubai und den anderen "Alt"- Mutanten des ersten Korps vorliegt, auf eine eher naturwissenschaftliche bzw. technische Basis zu stellen. Es geht das Gerücht im Fandom, dass Mahr in seinen Heftromanen nicht gerne Mutanten einsetzte, weil ihm diese Psiebene zu obskur war und keine Erklärungen der Phänomene besaß. In der Frühzeit der Serie, wohlgemerkt. Analysiert man allerdings seine Heftromane in der PR-Serie, kommen nicht unbedingt weniger Mutanten darin vor, als bei anderen Autoren.

Wahr ist allerdings, dass er gerne Normalmenschen einsetzt, Wissenschaftler, Agenten, Techniker oder Flottenangehörige und Gucky ab und zu mattsetzt, damit die Handlung nicht gleich erschlagen wird, sondern auch erzählt werden kann ... Aber diese Einbremsung  des rübenfressenden Psi-Alleskönners finden wir auch bei anderen Autoren. Das ist also nicht unbedingt  eine mahrspezifische Eigenschaft der Serie Hier jedenfalls gibtv es Sunik, den Roboter mit eingebautem PSI-Generator (lange vor dem TARA-Psi in der Heftserie), der ihm Telekinese erlaubt und sogar Kurzteleportationen, was ja letztlich auch nichts anderes als Transitionen durch den Hyperraum sind, entweder per Transmitter (dann allerdings fiktiv und diese Tech haben die Terraner zu diesem Handlungszeitpunkt nicht) oder per Transitionstriebwerk ausgeführt.Hier liegt vielleicht eines in siganesischer Mikrobauweise vor, dass im Inneren von Sunik versteckt ist.Aber sein Psi-Generator simuliert vielleicht auch nur Guckys Gehirn.Jedenfalls zeigt Mahr hier auf, dass Dinge, die ein Ilt geschehen lassen kann, auch ein Roboter vollführen kann, der voller Technik steckt – ganz ohne Rüben übrigens.

Darum muss die Handlung natürlich auch über parapsychologische Phänomene gehen, die hier als Gefahr aufgestellt werden.Das Psi-Team ist ja schließĺich dafür da, gegen so etwas eingesetzt zu werden.Deshalb gibt es reichlich davon in diesem Roman, der durchaus dennoch seine Spannungen hat.Am Ende geht natürlich alles gut aus nach einigen, kleineren Überraschungen und der Leser ist zufrieden im Großen und Ganzen.Die eigentliche Kritik ist die Grobschnitzerei, zu der Mahr manchmal neigt, wenn er etwa Verluste übertreibt, um die Gefahr zu erhöhen.Wohltuend bei Mahr ist hingegen das klare, harte Durchgreifen per Blaster, wenn man selbst scharf beschossen wird. Mahr ist sicher kein Pazifist, oder empfindsamer Friedensapostel, der gern den Paralysator hinhält, wenn Thermobeschuss durch den Feind erfolgt und an der Wange vorbeizischt.Diese Veränderung kam erst später durch die nächste Autorengeneration, die ja im Frieden aufwuchs und so wurde es in der Heftserie nach Scheer eben Mode, weniger mit Impulsgewehren zu schießen, sondern den Kombistrahler eben mal auf Paralyse zu schalten, damit der Gegner nach dem Erwachen noch lebt – weil wir als Autor und Leser human sind -und weil er dann noch mal auf uns schießen kann. ;-)

Jedenfalls ist auch die Abteilung-PSI-Reihe noch durchaus lesenswert mit ihren Zusammenhängen im höheren Kalupspektrum. Sie bereichert die Serie durch eine Verdichtung und liefert ein gutes SF-Abenteuer.

Abteilung PSIAbteilung PSI
Perry Rhodan Planetenromane Bd. 131
von Kurt Mahr
Titelbild von Johnny Bruck
Handlungszeitraum: 3452
Handlungsort: Planet Gungadin
Zusätzliche Formate: Weltbild Sammleredition 8
Untertitel:
Sie beherrschen die Welt – denn sie sind die Meister der Seele

Untertitel (Weltbild)
Der plötzliche Angriff eines unsichtbaren Gegners, dem vier Einheiten der Solaren Flotte zum Opfer fallen, ruft die Experten der Abteilung PSI auf den Plan.

© 2022 by H. Döring 

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