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Gaiman, Neil - Coraline

Gaiman, Neil - CoralineCoraline
von Neil Gaiman
aus dem Amerikanischen von Cornelia Krutz-Arnold
175 Seiten, 12,95€
1. Auflage: Juni 2009
ISBN: 978-3401064451

Verlag: Arena Verlag

Wenn Tim Burton mit Roald Dahl spielen geht und sie dabei etwas Stephen King schnupfen, könnte etwas wie Coraline dabei herauskommen.

In seinem Graveyard-Book erzählt Gaiman ja bereits eine eher schräge Geschichte einer ungewöhnlichen Jugend, in Coraline ist es eine weibliche Hauptperson.

Wer Geschichten im Stil von "Nightmare before Christmas" oder Geschichten im Stil von "Charlie und die Schokoladenfabrik", dem wird Coraline tendenziell gut gefallen.


In den Kinos läuft Coraline ja bereits, und der Regisseur Henry Selick, eben jener aus "Nightmare before Christmas", zeichnet auch für den Stop-Motion-Film Coraline verantwortlich (zum Thema Stop-Motion als Tricktechnik findet man im Artikel Darf das denn wahr sein? mehr technische und cineastische Informationen).

Den Inhalt der Geschichte kann man so knapp erzählen, dass alles erst einmal eher unspektakulär klingt: Coralines Familie ist in ein altes Haus gezogen. Dort entdeckt sie eine zugemauerte Tür, die in eine nebenan liegende, leer stehende Wohnung führt. Als Coraline die Tür ein weiteres Mal neugierig aufschließt, ist da eine andere Welt, die sich öffnet. In dieser (alternativen) Welt findet Coraline eine zunächst ideal erscheinende (alternative) Familie. Rasch stellt sich heraus, dass dieser erste Eindruck ein Fehler war und Coraline muss sich gegen eine Hexe wehren, die ihre Etern gefangen hält und Coraline völig vereinnahmen möchte.

Das Buch Coraline ist bereits 2002 erstmals durch Harper Collins veröffentlicht worden, 2003 in Deutsch durch den Arena-Verlag. Dass Coraline jetzt nochmal so in den Fokus rückt, liegt natürlich an der Verfilmung, die in den USA am 5. Februar 2009 in Portland Premiere hatte.
 
Im Vergleich zum Buch gibt es im Film einige Veränderungen, die bereits im Trailer zum Film (den man beispielsweise auf der dt. Seite des Autoren finden kann), auffällig sind. So wurde beispielsweise eine weitere Person in die Szenerie eingebaut, die Tür sieht völlig anders aus, die Geschichte wirkt wesentlich "fluffiger" und inhaltsreicher als im Buch.
 
Der Film läuft in den USA nicht unkontrovers, es gab (und gibt) Diskussionen über die Eignung für Kinder (Parental Guidance wird empfohlen), in der Schweiz wird er ab 7 Jahren empfohlen, in Schweden ab 11 Jahren, bei uns in Deutschland ab 6 Jahren. 
 
Das Buch selbst wird vom Arena-Verlag ab 10 Jahren empfohlen. Ich finde diese Empfehlung durchaus passend und weiß nicht, ob ich mein 6jähriges Kind den Film allein sehen lassen würde.
 
Ähnlich wie beim Graveyard-Book bin ich von Coraline weder wirklich begeistert noch völlig enttäuscht. Es ist einfach ein gruseliges Buch für nicht mehr junge Kinder oder jung gebliebene Erwachsene, die sich einen "Buchsnack" gönnen wollen. 
 
In verschiedenen Gesprächen mit Eltern von Jugendlichen in dem Alter über das Thema "worüber gruseln sich Kinder" kamen wir immer wieder zu dem Ergebnis, dass es (natürlich) die "eine Antwort" nicht gibt. Während ein Teil es nicht aushalten kann, wenn der Grusel / Horror / Schrecken in die reale Welt einbricht und im Alltag geschieht, können andere Kinder dies als Geschichtenaspekt ausblenden und gruseln sich vor allem dann, wenn es keinen "Realitätsanker" gibt, der ihnen Boden bietet.
 
Gaiman spielt mit beidem. Diese alternative Welt, die Coraline erlebt, ist (im wahrsten Sinn) ein Traum: Die Eltern sind liebevoll um sie bemüht, Mutter steht mit der Schürze in der Küche und kocht, das Kinderzimmer ist ein (Alp-) Traum in Rosa voll mit Spielzeug. Auf der anderen Seite stellt sich heraus, dass Coralines Eltern in der wahren Welt durch die Hexe entführt wurden und nur mit Coralines Hilfe wieder zurückkehren können.
 
Während die Länge des Buches (durch die Übersetzung ins Deutsche vermutlich nochmal ein wenig "aufgeblasen") für Jugendliche gerade passend sein dürfte, finde ich es zu kurz, um diese Geschichte schriftstellerisch so zu erzählen, dass sie mich packen konnte. Ebenso wie beim Graveyard-Book ist auch Coraline jugendgerecht und gut lesbar, aber nichts Außergewöhnliches.

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