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28 Days Later - Kampf ums Überleben

28 Days Later

Kampf ums Überleben

 

Vor 23 Jahren lief in den Kinos mit „28 Days Later“ ein Film an, der das Genre des Zombiefilms nachhaltig beeinflussen sollte und mittlerweile zu einem eigenen Franchise angewachsen ist. Der nach wie vor fesselnde und innovativ inszenierte Gruselschocker von Danny Boyle und Alex Garland ist nun bei Sony/Plaion Pictures erstmals auf 4KUHD erschienen – was nicht wirklich überzeugen kann.

Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen dem Schriftsteller Alex Garland und dem Filmemacher Danny Boyle („Trainspotting“) reicht bis ins Jahr 1999 zurück, als Boyle Garlands Kultroman „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio für die große Leinwand in atemberaubende Bilder packte. Auch Garland schien mit der Adaption zufrieden zu sein, weswegen er für Boyles nächsten Kinofilm „28 Days Later“ direkt das Drehbuch schrieb. Auch der Film „Sunshine“ entstand 2007 in der gleichen Konstellation, und rund zwanzig Jahre später nahmen die beiden ihre Zusammenarbeit bei „28 Years Later“ wieder auf. Diese späte Fortsetzung des Grusel-Hits aus dem Jahr 2002 hat das Franchise nun in eine neue Ebene gehoben, denn mit „28 Years Later: The Bone Temple“ folgte bereits wenige Monate später ein weiterer Teil, ein viertes Sequel befindet sich momentan in der Vorproduktion. Fünf Jahre nach dem nun erstmals in 4KUHD erschienenen „28 Days Later“ drehte Juan Carlos Fresnadillo mit „28 Weeks Later“ bereits eine erste Fortsetzung, bei der sowohl Boyle als auch Garland lediglich als ausführende Produzenten beteiligt waren. Ihr Originalfilm hat das Genre des Zombiefilms auf eine neue, erschreckend realistische Ebene gebracht und eine Unmenge an Film- und Fernsehablegern nach sich gezogen, von denen „The Walking Dead“, „The Last of Us“ oder „Zombieland“ sicherlich zu den bekanntesten zählen dürften. Auch den Ur-Vater des modernen Zombiefilms, George A. Romero („Die Nacht der lebenden Toten“), dürfte der Erfolg von „28 Days Later“ zum vierten Teil seiner Zombie-Reihe, „Land of the Dead“, motiviert haben.

Als der wegen eines schweren Verkehrsunfalls ins Krankenhaus eingelieferte Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) nach 28 Tagen wieder zu sich kommt, traut er seinen Augen nicht und wähnt sich in einem Fiebertraum. Das gesamte Gebäude ist menschenleer, auch auf den Straßen Londons trifft er keine einzige Seele an. Als er schließlich doch Selena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley) begegnet, erzählen ihm die beiden, dass ein Wut-Virus die Menschheit größtenteils ausgelöscht hat. Wenn man noch anderen Lebewesen über den Weg läuft, handelt es sich bei ihnen höchstwahrscheinlich um Infizierte, die in ihrem Blutrausch nur daran denken, alles und jeden niederzumetzeln. Der ungläubige Jim möchte dennoch ins Haus seiner Eltern, um sich Gewissheit zu verschaffen, ob diese wirklich nicht mehr leben. Als die Gruppe auf Frank (Brendan Gleeson) und seine minderjährige Tochter Hannah (Megan Burns) trifft, schmieden alle gemeinsam neue Pläne. Denn Frank hat den Sendespruch einer Militäreinheit empfangen, die in der Nähe von Manchester ihre Basis hat und eine Lösung in Bezug auf das Virus gefunden haben will. Mit Franks altem Taxi machen sich die Wagemutigen auf den Weg.

Danny Boyle hat mit dieser radikalen Filmerzählung der Gesellschaft und der Rasse Mensch einen unangenehmen Spiegel vorgehalten: Selbst im Mikrokosmos nach einer Virenkatastrophe verhalten sie sich gewalttätig und aggressiv. Parallelen zu den realen Vorkommnissen, die mit der Verbreitung des Corona-Virus einhergingen, sind erschreckend und unverkennbar. Die betörenden, alptraumhaften Bilder, die er für die Inszenierung dieses Endzeitdramas gefunden hat, fügen sich auf hervorragende Weise in ein exzellentes Gesamtbild aus ausgeklügeltem Drehbuch, herausragenden Darstellerleistungen und exzellenter Spannungsdramaturgie. Für die 4KUHD-Erstveröffentlichung hingegen erweist sich Boyles Found-Footage-Stil als großes Hindernis. Der größtenteils auf Video gedrehte Film gibt visuell einfach nicht genügend her für eine derartige Veröffentlichung, deren Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) nie über DVD-Niveau hinauskommt und von Unschärfen, Kantenrauschen und geringer Farbtreue bestimmt wird. Auch der Ton (Englisch in Dolby Atmos, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch [für Spanien und für Lateinamerika] im DTS HD Master Audio 5.1 sowie Türkisch in Dolby Digital 2.0 Stereo, optional mit Untertiteln in über 20 Sprachen) kann leider nicht vollends überzeugen. Das umfangreiche Bonusmaterial dieser limitierten Steelbook-Veröffentlichung, die lediglich eine 4KUHD-Scheibe enthält, besteht aus einem Audiokommentar von Danny Boyle und Alex Garland, dem Special „Reine Wut: Die Entstehung von 28 Days Later“ (24 Minuten), sechs geschnittenen Szenen (wahlweise mit Audiokommentar, zusammen 10 Minuten), vier alternativen Enden (wahlweise mit Audiokommentar, zusammen 23 Minuten), dem Musikvideo „Ave Maria“ von Jacknife Lee, einer animierten Fotogalerie mit Kommentar von Danny Boyle (18 Minuten), einer Polaroid-Galerie mit Einführung von Boyle (4 Minuten), animierten Storyboards (2 Minuten) und dem Kinotrailer.

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