In brightest day, in blackest night - Green Lantern auf dem Bildschirm 10.04
In brightest day, in blackest night
Green Lantern auf dem Bildschirm 10.04
Lanterns Staffel 1 Episode 4: The Weenie
Die vierte Folge nimmt die Handlungsfäden in der Gegenwart wieder auf. Hal versucht, von dem inhaftierten Sinestro weitere Informationen über die Manhunter auf der Erde zu erhalten. Dieser sät jedoch Misstrauen gegenüber John Stewart und nährt Hals Angst, von ihm verdrängt zu werden. Gleichzeitig setzt der Guardian Lianna John unter Druck, den Ring mit Gewalt an sich zu bringen. Der Konflikt zwischen Hal und John nimmt dadurch immer mehr Fahrt auf, denn beide beginnen damit, Informationen voreinander zurückzuhalten.
Die Entwicklung der Dynamik der beiden ist der stärkste Teil der Folge. Sinestro manipuliert Hal und Lianna spielt ihr eigenes Spiel mit John. Die Hinweise verdichten sich immer mehr, dass Lianna möglicherweise kein Guardian ist, sondern ein Manhunter, der im Zusammenspiel mit Sinestro die Green Lanterns schwächen will.
Hal kehrt zu John auf die Erde zurück und die beiden nehmen die Ermittlungen in Ruchville wieder auf. Sie richten ihren Blick auf das Anwesen von William Macon, auf dem sie außerirdische Technologie vermuten. Macons wundersame Heilung von Krebs verstärkt darüber hinaus den Verdacht, dass bei dem Großgrundbesitzer etwas nicht stimmt. Überraschend ist hingegen die Enthüllung, dass offenbar nicht er der verdeckte Manhunter ist, sondern seine Frau Zoe. Eine besondere Brisanz erhält diese Entwicklung, da John kurz zuvor eine sexuelle Beziehung mit ihr eingegangen ist.
Lanterns behält den Stil der drei vorangegangenen Episoden bei. Es gibt in dieser Folge zwar ein paar erste Actioneinlagen, als Hal und John das Anwesen Macons betreten, die aber nicht über einige wenige Szenen hinauskommen. Die Handlung konzentriert sich weiter auf den sich anbahnenden Konflikt zwischen den beiden.
Nach wie vor ist wenig von dem zu sehen, was eine klassische Lanterngeschichte ausmacht. Kaum Ringkonstrukte, wenig Weltraumszenen, keine Wächter und nichts vom Green Lantern Corps. Die Serie erinnert zunehmend an Akte X, in der zwei Ermittler einem ungewöhnlichen Phänomen auf der Spur sind. Die Mitte der Staffel ist erreicht und es ist davon auszugehen, dass dieser Stil bis zum Ende weitgehend beibehalten wird. Ein abrupter Bruch dieser Erzählweise würde den Handlungsfluss ohnehin unterbrechen, so dass Fans der Comics sich mit dieser Interpretation zufriedengeben müssen oder sich abwenden. Da werden Erinnerungen an die erste Staffel von Daredevil wach, in der der Held erst in den letzten Sekunden am Staffelende sein Kostüm erhält.
In den ersten Szenen mit Sinestro kommt zumindest kurz ein Green-Lantern-Feeling auf. Sinestro scheint Hal erfolgreich zu manipulieren, und wieder ist es Ulrich Thomsen, der mit seiner Darstellung von Sinestro den größten Eindruck beim Zuschauer hinterlassen dürfte. Er spielt die ehemalige Green Lantern mit einer intensiven Präsenz, so dass davon auszugehen ist, dass er im Verlauf der Serie noch eine tragende Rolle einnehmen wird. Leider sind diese Szenen sehr kurz gehalten, bevor die Handlung wieder auf die Erde zurückverlagert wird
Die Serie ködert DC-Fans außerdem mit dem Auftritt Hector Hammonds. In den Comics ist der Wissenschaftler einer der ältesten Gegner Hal Jordans. In Lanterns verfolgen Hal und John die Spur eines Anschlags auf Zoe Macon und geraten an Hammond, der sich zunächst als der gesuchte Manhunter ausgibt. Schließlich stellt sich heraus, dass er in Wahrheit Hector Gutierrez heißt und ein gewöhnlicher Mensch ist, der Zugang zu außerirdischer Technologie erhalten hatte. Die Folge lässt offen, ob der echte Hector Hammond später noch einmal eine Rolle spielen wird.
Weiterhin hinterlässt Lanterns einen zwiespältigen Eindruck. Superheldenelemente sind kaum zu erkennen und die Magie der Vorlage findet bisher nur selten ihren Weg in die Serie. Es ist durchaus vorstellbar, dass Kenner der Comics nach der ersten Staffel abspringen werden, wenn sich daran nichts ändert. Zuschauer, die sich mit Green Lantern hingegen weniger gut auskennen, erhalten eine Serie, die sich irgendwo zwischen Mystery und Science-Fiction bewegt und durchaus gefallen kann. Es wird sich zeigen, ob das auf Dauer ausreicht.
09/2026



