In brightest day, in blackest night Green Lantern auf dem Bildschirm 10.03 - Lanterns Staffel 1 Episode 3: OutKast
In brightest day, in blackest night
Green Lantern auf dem Bildschirm 10.03
Lanterns Staffel 1 Episode 3: OutKast
Die Handlung der dritten Episode verbleibt im Jahr 2016 und spielt kurz vor den Ereignissen in Ruchville. John trifft auf einen Guardian, der ihn in das Green Lantern Corps aufnehmen will. In Rückblenden erfährt der Zuschauer mehr über seine Kindheit und seine militärische Karriere.
Der Schwerpunkt dieser Episode liegt auf Johns Charakterentwicklung, so dass sie sich als Origin bezeichnen lässt. Origins sind bei Comiclesern sehr beliebt, denn sie zeigen, wie aus einem Menschen der Held wird. Bereits Johns Vater wird als mögliche Green Lantern von dem Guardian Lianna getestet. John Sr. gesteht aber ein, dass er seine Angst nicht überwinden kann, was eine Voraussetzung dafür ist, den Ring zu tragen. Stattdessen wird schließlich Hal Jordan zur Lantern des hiesigen Sektors ernannt. Lianna erklärt Johns Mutter Bernadette, dass ihr Sohn möglicherweise die Veranlagung habe, den Ring irgendwann zu tragen.
Daraufhin beginnt Bernadette, John bereits im frühen Kindesalter auf eine mögliche Zukunft als Green Lantern vorzubereiten. Mit drastischen Methoden versucht sie John beizubringen, seine Angst zu überwinden. In den folgenden Jahren setzt sie ihren Sohn immer extremeren Übungen aus. So legt sie ihm bei Schießübungen Äpfel auf den Kopf.
Im Erwachsenenalter lernt der Zuschauer John als einen ruhigen und überlegten Mann kennen. Die Rückblenden machen nun deutlich, dass diese Charakterzüge nicht einfach nur angeboren, sondern zumindest teilweise das Ergebnis seiner harten Erziehung sind.
Die Episode reiht sich in den bisherigen Stil der Serie ein. Wer ein Superheldenspektakel mit Prügelorgien erwartet, wird von Lanterns definitv enttäuscht sein. Der Fokus liegt auf den Charakteren und den unheimlichen Ereignissen in Ruchville. Und tatsächlich beginnt Lanterns allmählich einen eigenen Charme zu entwickeln. Eine Streamingserie scheint das richtige Format zu sein, um das komplexe Green-Lantern-Konzept auf den Bildschirm zu bringen. Mit langsamen Schritten kann sich der Zuschauer mit der Materie vertraut machen.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Angst, das zu den Kernelementen des Konzepts gehört. In der Frühzeit der Comicserie musste eine Green Lantern frei sein von Angst, um den Ring tragen zu können. Da es jedoch kaum vorstellbar ist, dass ein Mensch vollkommen frei von Angst sein kann, wurde das Konzept durch einen Retcon dahingehend geändert, dass ein Ringträger nicht angstfrei sein muss, sondern seine Angst überwinden können muss. Diese Episode widmet sich diesem Thema und zeigt eindrucksvoll, wie John seine Angst zu überwinden lernt.
Bereits seit der ersten Folge entwickeln sich Spannungen zwischen Hal und John. Hal will seinen Ring nicht abgeben und nur widerwillig scheint er John auf die Rolle seines Nachfolgers vorzubereiten. Vertieft wird der Konflikt dadurch, dass Hal anstatt Johns Vater einst den Ring erhielt, was wiederum eine Ursache für Johns harte Erziehung ist.
Diese Prägung führte schließlich dazu, dass John zum Militär ging, wo er nach einer Mission unehrenhaft entlassen wird. Dieser Teil seiner Vorgeschichte ist zwar den Comics entnommen, wirkt innerhalb der Episode jedoch arg konstruiert.
Nach wie vor sind keine Green Lanterns in Uniform und keine Ringkonstrukte zu sehen. Selbst der Guardian LIanna erscheint in Menschengestalt und nur kurz sieht der Zuschauer seine wahre Gestalt. Und hier dürften die Spekulationen unter Kennern der Vorlage ausbrechen, denn Lianna erinnert optisch eher an den Martian Manhunter, als an einen Guardian. Das dürfte weitere Spekulationen anheizen, dass die Erde bereits von den Manhuntern unterwandert ist.
Das Origin wird in Form von Rückblenden erzählt, die in die Handlung der Gegenwart eingestreut sind. Das bremst zuweilen den Handlungsfluss aus und mündet in eine stellenweise zerstückelte Erzählweise. Das macht es etwas schwierig, Johns Geschichte wirklich flüssig zu verfolgen.
Diese dritte Folge wirft weitere Fragen auf, ohne dass die der ersten beiden Episoden beantwortet werden. Es zeichnet sich immer weiter ab, dass die Handlungsfäden allmählich zusammenlaufen werden und eine große Geschichte ergeben. Es ist noch nicht viel von dem zu sehen, was Green Lantern in seinen Comics ausmacht, aber wahrscheinlich ist das auch gar nicht die Intention der Macher. Diese langsame Vorgehensweise dürfte viel Kritik der Comicleserschaft hervorbringen.
Die Kernelemente des Green Lantern Mythos bauen sich stattdessen langsam auf, werden jedoch vorwiegend durch menschliche Figuren auf der Erde vermittelt. Neben der inhaltlichen Ausrichtung als Dramaserie dürften wahrscheinlich auch finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt haben. Aufwendige Spezialeffekte sind kostspielig, sodass es nachvollziehbar erscheint, in einer Auftaktstaffel zunächst zurückhaltend mit ihnen umzugehen und abzuwarten, wie die Serie beim Publikum ankommt. Sollte Lanterns erfolgreich sein, ließe sich der finanzielle und visuelle Aufwand in späteren Staffeln immer noch steigern.
Die erste Staffel scheint beim Publikum anzukommen. HBO führt Lanterns derzeit als meistgesehene Serie. Die Pilotfolge hat inzwischen mehr als 20 Millionen Zuschauer weltweit erreicht und die dritte Episode kommt nach drei Tagen bereits auf 10 Millionen. Lanterns ist damit der erfolgreichste Start einer DC-Serie auf HBO Max und gehört zu den fünf größten Serienpremieren.
09/2026



