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30 Jahre Dan Shocker-Hörspiele: 62. RON KELLY, BURG FRANKENSTEIN und DER MAGIER, weitere Shocker-Hörspieladaptionen

30Kelly, Frankenstein und Magier
Weitere Shocker-Hörspieladaptionen

Larry Brent und Macabros hatten als Hörspiele bei EUROPA einen unglaublichen Erfolg und wurden eigentlich nur durch die Flaggschiffe DREI ??? und TKKG noch überflügelt.

Unter den damaligen Hörspielhörern entwickelte sich so etwas wie ein Kult um diese Hörspiele.

In den 90er-Jahren jagte man auf Flohmärkten nach den Hörabenteuern von damals. Immer wieder fand man die begehrten Exemplare aus den 80er-Jahren.


1Meist zu horrenden Preisen. Ein Larry Brent- oder Macabros-Hörspiel ging da schon mal für 100 DM über die Tapeziertische der Flohmärktler.

Doch es gab noch etwas anderes: das Internet. Auch hier formierten sich die Fans und verkauften und tauschten die Hörspiele. 1999 entschloss man sich dann bekannterweise bei EUROPA zu einer Neuauflage.

Doch der Erfolg der Serien war auch früher schon beachtet worden. Ein Hörspielproduzent namens Rudolf Leubner wollte offensichtlich an den Erfolg von Larry Brent und Macabros anknüpfen. Leider mit wenig effektiven Mitteln. Zunächst sprach er Dan Shocker an, für ihn eine Hörspielserie zu kreieren. Es war eine "Zangengeburt". Denn schnell irgendetwas aus dem Ärmel zu schütteln, was dann auch noch ein großer Erfolg werden sollte, war nicht so einfach. In Shockers Schublade schlummerte Tom Kelly. Ein Serienexposé. Später wurde Ron Kelly daraus, um eine Verwechslung mit einer bestehenden Westernserie zu vermeiden. Es war konzipiert als Heftromanserie - wohlgemerkt. Doch daraus eine Hörspielserie zu machen sollte das kleinste Problem sein. Man vermied den Namen Dan Shocker (der erste Fehler) und produzierte 6 Folgen. Auch der Zauberkreis-Verlag meldete Interesse an den Manuskripten an und brachte das Ganze dann doch auch als Heftromanserie.

1Doch zurück zum Hörspielprojekt: Leubner wandelte in den 80er-Jahren viele Trash-Vorlagen in Hörspiele um. U. a. Dan Cross, Sandokan und Batman. Er kam deswegen nicht von ungefähr auf die Idee, es auch mit Dan Shocker zu versuchen. Leubners Hörspiele waren zumindest erst mal unterhaltsam. Aber nur bis zu einem gewissen Grad. Denn in den einzelnen Folgen bemerkte man kaum Unterscheidungsmerkmale. Es war immer die gleiche Musik zu hören - meist nur ein einziger Sound, und viele Sprecher wiederholten sich einfach nur. Zudem waren die Schauspieler nicht so bekannte Größen wie damals im Hause EUROPA. Der bekannteste war Nick Benjamin. Er übernahm dann auch meistens die Hauptrollen, so auch die von Ron Kelly. Benjamins Stimme kennen heute viele aus Reportagen u. a. wie zum Beispiel "ZDF-History". Die Serie brachte es dennoch auf 12 Folgen. Nebenbei: Die Romanserie hielt etwas länger durch und brachte es auf 22 Ausgaben.

1Im Zuge der Neuauflagen EUROPA's wollte man RON KELLY ebenfalls ins neue Jahrtausend retten. Der Wunderland-Verlag wagte ein Experiment und brachte die RON KELLY-Folgen ab 1999 in umgekehrter Reihenfolge ab Folge 12 neu heraus. Damit kam man bis zur Folge 5. Offenbar war das Interesse an dieser Serie dann unter den Hörspielern doch nicht so groß. Der BLITZ-Verlag sicherte sich zunächst die Rechte. Doch zu einer weiteren Neuauflage kam es erst 2007 durch Nocturna-Audio. Mit digitaler Qualität sollte Ron Kelly erneut die Hörspielwelt bereichern. Doch auch daraus wurde nicht viel. Nach drei Folgen war Schluss.

1Dan Shocker bot aber noch etwas mehr Potenzial. So kam man zum Beispiel bei Dreamland auf die Idee, die Monster-Frankenstein-Spannungsromane zu vertonen. Vier Stück in Taschenbuchform schrieb Dan Shocker davon. Eine recht gute Idee eigentlich, da diese Serie überschaubar war. Endlich mal die Chance, eine Serie zu machen, die nicht ins Uferlose abdriftete. Der Anklang war allerdings schlecht. Nach drei Folgen war Schluss. Doch man hat alle Vorlagen in diesen drei Folgen untergebracht. Man kam bei Dreamland zu dem Schluss, dass sich die Geschichten eben doch zu ähnlich waren. Und so sahen es wohl auch die Hörer.

1Maritim brachte bereits 1999 die Hörspiele um die Serie DER MAGIER auf den Markt, nachdem man sich vergeblich um eine Wiedergeburt des erfolgreichen Larry Brent bemüht hatte. Doch diese Vorlagen lagen von den Rechten her bei EUROPA. Immer noch. Erst 2007 sollten sie wieder frei werden. DER MAGIER war dagegen die einzige Möglichkeit für MARITIM, sich an der Marke Dan Shocker zu versuchen, denn auch die Macabros-Rechte waren noch nicht frei. Dabei schien dem Label allerdings verborgen geblieben zu sein, dass DER MAGIER nicht von Jürgen Grasmück geschrieben wurde. Denn das Pseudonym Dan Shocker wurde hier nur verwendet, um die Heftromanserie DER MAGIER für die Leserschaft interessanter zu machen. Konrad Halver übernahm Produktion und Regie und sprach gleich die Hauptrolle des Magiers Roy deVoss. Wolf Fraas war der Erzähler. Trotz der durchweg guten Besetzung konnte die Serie nicht überzeugen. Die Inszenierung war mager und ging qualitätsmäßig sogar schon etwas in Richtung RON KELLY von DeltaMusic. Bearbeiter und Autor der Manuskripte war kein Geringerer als H. G. Francis. Eigentlich hätte bei dieser Konstellation ein grandioser Erfolg aus der Sache werden müssen. Aber gute Namen allein reichen da eben doch nicht. Die Geschichten waren einfach zu schwach. Ab Folge 4 versuchte man die Serie offenbar dadurch zu retten, anstatt Konrad Halver Rainer Schmitt (ehemals Larry Brent) für die Hauptrolle zu verpflichten. Doch mit Folge 5 war dann 2002 erst mal Schluss.

12004 drängte man aber erneut auf den Markt. Diesmal aber nannte man die Serie nicht mehr "Der Magier", sondern "Aus Dan Shockers Gruselkabinett". Ausgerechnet der Untertitel der damaligen Heftserie sollte hier als Aufhänger dienen. Als Untertitel für die Hörspiele wählte man zunächst den Namen Roy deVoss. Doch auch das schien keinen durchschlagenden Erfolg zu bringen. Inzwischen hatte sogar der Autor gewechselt. Nicht mehr Franciskowsky schrieb die Manuskripte, sondern Alexander Kath. Deswegen entwickelte man nach nur zwei Folgen eine neue Strategie. Der Serientitel blieb, nur Roy deVoss schmiss man raus. Die Serie sollte ohne festen Helden fortgesetzt werden. Mit "Verschollen im Spukhaus" brachte man zudem eine sehr freie Abhandlung einer Magier-Vorlage zutage. Diese erschien 2005 und führte Thomas Karallus und Christine Pappert (Doug und Carries Stimmen aus King of Queens) in den Hauptrollen ein. Nun war die Luft endlich raus. Der Magier war gescheitert, und die letzten drei Folgen aus "Dan Shockers Gruselkabinett" erschienen 2008 noch mal als Sammelbox.

Es gibt aber immer noch echte Grasmück-Vorlagen. Mal sehen, wann sich jemand an den Krimis und SF-Romanen vergreift. Einen Vergleich zwischen Hörspiel und Roman bei RON KELLY lehne ich ab. Das würde nur langweilen, weil sich Vorlage und Hörspiel sehr ähnlich sind. Gleiches gilt für BURG FRANKENSTEIN. Auf den MAGIER verzichte ich, weil es eben keine echten Dan Shocker sind.

http://www.zauberspiegel-online.de/images/stories/fotos/hhva/autoren/1/1.jpg

Kommentare  

#1 GoMar 2013-08-06 23:24
Gott sei Dank verzichtest Du darauf, Stephan!

Jürgen Grasmück alias Dan Shocker sollte uns allen als Autor von Larry Brent und Macabros in Erinnerung bleiben, denn darin war und bleibt er großartig und unerreicht.

Über seine Ausrutscher Ron Kelly, Burg Frankenstein und vor allem Der Magier sollte sich das Tuch des Vergessens breiten, denn gegen diese Serien ist selbst Mirakel ein Dan Shocker-Kult. Ich habe z. B. die Magier-Romane Nr. 16 und Nr. 17 (von Rolf Michael und von W. K. Giesa) gekauft - ich wusste damals noch nicht, dass das eben keine "echten" Dan Shocker-Romane sind - und gelesen, aber mir war sofort klar, diesen "Nonsens" von "Dan Shocker" kaufe ich einfach nicht mehr. Warum ich erst so spät in die Serie einstieg, ist einfach erklärt: In meinem Heimatort gab es keine Zauberkreis-Romane in den Kaufhäusern. So ergatterte ich diese erst, als ich wieder in Graz zum Kiosk kam - und danach eben bitter bereute, dafür auch noch Geld ausgegeben zu haben. Nein, das war einfach erkennbar, dass das keine echten Dan Shocker-Romane waren! Nur dachte ich damals: Wie kann der Autor auf einmal so danebenhauen in seinem Stil? Inzwischen weiß ich es besser - dank dem Zauberspiegel!

Und Ron Kelly habe ich mir überhaupt nicht mehr angetan. Die ersten 2 Frankenstein-Romane habe ich mir noch gekauft und gelesen, weil es eben von Dan Shocker war, aber dann war auch hier Schluss! Zudem konnte ich mit dem Frankenstein-Monster noch nie etwas anfangen, außer mit der Fernsehserie "The Munsters". Das ist meines Erachtens das Beste, was aus diesem unnötigen Plot jemals gemacht wurde ...

Und wie gesagt: Gott sei Dank schreibst Du keine Artikel über diese literarischen Ausrutscher von Dan Shocker, wenn er auch nicht an allem alleine schuld ist. Denn ich würde diese auch nicht mehr korrigieren. Eben, weil vollkommen unnötig ...
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#2 Mikail_the_Bard 2013-08-06 23:45
Die BURG FRANKENSTEIN Romane waren zwar keine LB oder Mac, aber trotzdem hatten sie ihren gewissen Flair... aber das kann man wohl nur nachvollziehen, wenn man damals bei den Halloween Treffen dabei gewesen war. Heute ist die Show dort auf Burg Frankstein viel Professioneller - und teuerer - als in den good ol' times wo die 'Verückten' aus Marlos verkleidet sich unters Volk mischten, mit Silberkreuzen Zombies vertrieben. Ich hab mein Silberkreuz - ein echtes antikes Kleeblattkreuz mit Kyrillischen Symbolen an allen vier Enden - noch! Und, bevor die obligatorische Frage kommt: Nein, ich weiß nicht ob es die Namen der vier Erzengel sind, die dort stehen! :0)
Das witzige war, die Schauspieler damals machten den 'Scheiß' (bis zu einem gewissen Grade) mit.
Eine gewisse Mechthild könnte ja jetzt aus dem Nähkästchen plaudern...

Ich habe auch noch die Larry Brent & Macabros Cassetten von Europa - und die rück ich auch nicht raus - und dafür hab ich mir extra einen alten Cassettenrecorder aufgehoben.

Ansonsten finde ich die Tatsache sehr traurig, dass man die DS Sachen so verhunzt hat. Gleiches gilt für den Magier - auch wenn er kein echter DS war - mit einigen Scriptänderungen wohl besser umsetzten hätte können. Naja... Schwamm drüber.
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#3 c.r.hays 2013-08-07 01:23
Ich kann Michael nur zustimmen.

Die MONSTER-FRANKENSTEIN-SPANNUNGSROMANE (so hießen sie wohl offiziell) haben ihr eigenes Flair und ich möchte sie nicht missen.

Ich habe noch Exemplare im Schrank, die von Jürgen persönlich auf der Burg signiert wurden. Die gebe ich selbstverständlich auch nicht mehr her... :P
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#4 Remis Blanchard 2013-08-07 07:53
Die Ron Kelly Romane wirkten auf mich wie Macabros als Abenteuer. In Macabros gab es eine Dämonengötting die Björn das Leben schwer machte. In Ron Kelly geb es auch so eine Art Dämonengöttin, die Königin der Schatten, die es auf Ron Kelly abgesehen hatte. Hatte Björn eine unsichtbare Insel als Zufluchtsoft so hatte Ron Kelly auch eine Insel, eine die schwimmen konnte. Die Serie hatte Potential, schade dass sie so früh eingestellt wurde. Die Hörspielserie fandich damals nicht so gut. Es gab einfach zu viel Erzählertext.
Der Magier fand ich nicht so schlecht. Leider wurde die Serie als sich anfing gut zu werden eingestellt. Die Hörspielserie war hingegen gut umgesetzt. Schade dass man nicht weitergemacht hatte.
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