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Die Terranauten: Die Merlin III-Bände (Band 30 und 31)

Die  Terranauten Die Merlin III-Bände
Band 30 und 31 von Eva Christoff (= Eva Eppers)

Band 30 Blick in die Vergangenheit
Merlin III erklärt David, dass durch die Schiffe der Grauen Valdecs Wahnsinn jetzt auch Rorqual erreicht hat, aber auch den Weg für ihn nach Rorqual eröffnet hat. Davids Bereitschaft, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, erlaubte es ihm, als Banshee in ihm einzudringen und ihn durch die Zeit zu führen.

Merlin führt nun David nach Weltraum II, zeigt ihm die Sonnenburgen: Die Stätten, an denen die Seelen von Menschen sich gegen die Finsternis zur Wehr gesetzt haben. Nur Menschen mit besonderer Kraft können derlei Sonnenburgen errichten - wie Cäsar oder König Artus.

 

Invasion der toten Seelen David erfährt von Merlins Vergangenheit, wie er König Artus diente, dann aber einer Intrige zum Opfer fiel und in die Höhle Ödrödirs verbannt wurde. Seinem Geist gelang die Flucht nach Weltraum II, wo er von Yggdrasil gefunden wird. Die Weltesche befreit seinen Körper und holt ihn als Mittler zwischen ihr und den Menschen ins Jahr 2475!

2475:

Mar-Estos, Growan terGordens Neffe, stellt dem Konzern-Manag die Biologin Myriam vor. Er stellt sie als Koordinator für das Forschungsprojekt Yggdrasil ein, unwissend, dass sie mit den Terranauten, einem Treiber-Geheimbund, zusammenarbeitet. Langfristiges Ziel der Terranauten ist es, das gesamte Gesellschaftssystem Terras zu verändern.

Der Sicherheitschef von Biotroniks, Clint Gayheen, wird misstrauisch. Trotz gegenteiliger Anweisung terGordens lässt er Myriam, die ihre Treiberfähigkeiten geheim hält, beobachten.

Myriam beginnt ihre Forschungen an und mit Yggdrasil. Im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise rückt sie den Baum selbst in den Vordergrund, nicht mehr allein die für die Raumfahrt unersetzlichen Misteln.

Myriam wird entführt. Die Entführer hoffen, dass sie sich auf PSI-Ebene mit anderen Treibern verständigt, doch Myriam gibt ihr Geheimnis nicht frei. Den Terranauten fällt ihr Fehlen aber bald auf; sie können sie ausfindig machen und befreien.

Growan terGorden entwickelt Interesse an Myriam, das mit der Mistelforschung kaum mehr etwas zu tun hat. Er befördert sie zur Chef-Biologin. Die gesamte Mistelforschung untersteht nun ihr!

Als Myriam wieder einmal ratlos vor der Weltesche steht, um ihr ihr Geheimnis zu entreißen, scheint der Baum plötzlich an Substanz zu verlieren; es formt sich der Umriss eines alten Mannes: Merlin! Er sagt ihr, dass er Yggdrasils Hüter und Mittler sei.

Die Terranauten, abgesehen von Myriam und Shadow, betrachten den alten Mann mit Misstrauen. Selbst die nun vorhandene Höhle, die es vorher nicht gegeben hat, überzeugt sie nicht. Erst als Merlin III mit Yggdrasils Hilfe 'seine' Tochter Lithe kommen lässt, sind sie überzeugt.

Weniger überzeugt sind hingegen Growan terGorden und Clint Gayheen von Merlin III. Verschärft wird die Situation, als Myriam Clint Gayheen als Drahtzieher ihrer Entführung erkennt, dies aber nicht beweisen kann. Growan terGorden zumindest vertraut dem alten Mann und lässt ihn dank Myriams Fürsprache gewähren.

Asen-Ger, ein Mitarbeiter des Kaiser-Konzerns, speist mit Growan terGorden und den an den Forschungen beteiligten Treibern. Er versucht, den Konzern-Manag von der Wichtigkeit schneller Forschungsergebnisse zu überzeugen.

Growan terGorden macht Myriam einen Heiratsantrag, den sie (dem Plan der Terranauten folgend) annimmt.

In Ödrödir gibt sich Asen-Ger als Terranaut zu erkennen. Dann erklärt er, warum er auf schnelle Ergebnisse der Mistelforschung drängt: Der Kaiser-Konzern arbeitet an einer alternativen Energieform. In seinen Augen stellt sie eine große Gefahr für die Erde und das ganze Normaluniversum dar; er konnte Max von Valdec und die anderen Wissenschaftler davon aber nicht überzeugen.

Myriam muss dem überraschten Asen-Ger eingestehen, dass es noch keine verwertbaren Fakten gibt - und an eine Freigabe des Mistelgeheimnisses nicht zu denken sei, da es bislang nicht gelöst wurde.

Der Einsame von Ultima ThuleBand 31 Der Einsame von Ultima Thule von Eva Christoff (= Eva Eppers)
Myriam, die nun in Growans Palast wohnt, wird auf Schritt und Tritt bewacht, der Kontakt zwischen ihr und Mar-Estos von Clint Gayheen eingeschränkt.

Jonsson, einer der Terranauten um Myriam, wird überwältigt und mit einer Droge gezwungen, Myriams Notizen weiterzugeben.

Hados George, Myriams Nachfolger als Projektleiter, erweist sich als tüchtiger Mitarbeiter, der aber die Testergebnisse selbst vor den Treibern geheim hält. Merlin findet heraus, dass er (auch) für Max von Valdec arbeitet.

Myriam heiratet Growan terGorden. Zu den geladenen Gästen gehört Max von Valdec, der nicht mehr gut auf den abgereisten Asen-Ger zu sprechen ist.

Merlin erfährt von Yggdrasil, dass das nächste von George Hados geplante Experiment die beteiligten Treiber töten wird. Zusammen mit Shadow und Mar-Estos kann er das Experiment rechtzeitig beenden und George Hados töten. Es wird als Selbstmord dargestellt.

Bei der Nachfolge von George Hados bringt Myriam sich selbst ins Gespräch. Und sie sagt Growan terGorden, dass er in etwa sechs Monaten einen Sohn bekommen wird.

Die Forschung stagniert. Merlin III macht den Vorschlag, dass Myriam sich selbst, ihren Körper, mit der Weltesche verbinden soll. Aus dem Mark und dem Saft Yggdrasils stellt Myriam ein Destillat her, das sie sich injiziert.

Clint Gayheen erfährt durch Jonsson von Myriams Selbstversuchen. Shadow wiederum kann ihn vorübergehend ausschalten, bevor der Sicherheitschef Growan terGorden davon berichten kann. Sie haben gerade noch Zeit, um Myriam aus dem Palast zu holen, wobei Shadow von den Grauen getötet wird.

Myriam zieht auf Dauer in Merlins Höhle ein. Growan besucht sie, versucht eine Aussprache und sie davon zu überzeugen, dass die Selbstversuche sie und ihrem Kind schaden. Ohne Erfolg.

Clint Gayheen überzeugt Growan terGorden davon, dass die Treiber an Myriams Versuchen die Schuld tragen. Er empfiehlt, sie von Grönland auszuweisen, notfalls mit Waffengewalt.

Mar-Estos, der von Growans und Gayheens Plänen erfährt, versucht, das Unheil abzuwenden, kann seinen Onkel jedoch nicht von seinen Plänen abbringen. Dann jedoch gelingt es ihm nachzuweisen, dass Clint Gayheen im Auftrag von Max von Valdec handelt.

Im Auftrage Growan terGordens soll Mar-Estos den Sicherheitschef töten. Zusammen mit einem weiteren Terranauten überwältigt er Clint Gayheen. Doch von dem Gleiterflug mit dem Gefangenen kehren sie nicht zurück.

Growan warnt Max von Valdec, sagt ihm, dass Clint Gayheen enttarnt wurde.

Merlin III überführt Jonsson als (unfreiwilligen) Spion für Max von Valdec. Er übergibt ihm Yggdrasils Samen - denn er ist der einzige, der unbehelligt die Erde verlassen wird dürfen. Er soll den Samen mit seinem Körper schützen. Jonsson flieht mit Myriams Folien, wird dabei scheinbar getötet. Max von Valdec findet die Folien uninteressant, gesteht Jonsson aber zu, unter einer neuen Identität als Treiber zu arbeiten. Von nun an nennt er sich 'Astos' (siehe Band 26).

Myriam terGorden ist sehr schwach, befindet sich nun wieder im Palast in der Praxis; Growan ist bei ihr. Der Doktor glaubt, dass sie die anstehende Geburt ohne Stärkungsmittel nicht überleben wird; Myriam lehnt ab. Der Doktor gibt es ihr nach Rücksprache mit Growan dennoch. Sie stirbt während der Geburt - das Stärkungsmittel hat sie getötet.

Growan lehnt das Kind ab; David ist der Sohn Myriams und Yggdrasils. Drei Jahre lang soll Merlin III sich um ihn kümmern. Danach soll er in Growans Palast auf seine Pflichten als zukünftiger Konzernerbe vorbereitet werden.

Damit endet die Vision, die Merlin III David terGorden gewährt hat. Er entlässt ihn in seine Gegenwart: Rorqual.

Die TASCA unter dem Kommando Llewellyn 709 landet im Talkessel der Grünen Flieger, befreit die noch unter Trance stehenden Frauen.

Die Menschen verbünden sich im Kampf gegen die Banshees mit den Grünen Fliegern. Sie überlegen, wie sie die Banshees unschädlich machen können. David macht den Vorschlag, den Banshees im Körper der Grünen Flieger das Angebot zu unterbreiten, sich in das Normaluniversum transportieren zu lassen. Sie gehen darauf ein - und Davids Plan funktioniert: Die Banshees sind im Normaluniversum nicht mehr lebensfähig und sterben endgültig.

Eva Christoff (Eva Eppers)Bereits sehr früh wurde von Terranauten-Redakteur Michael Görden auf die Handlung von Band 30 verwiesen:

"Mit dem Buch Myriam und Merlin III wird sich Band 30 unserer Reihe beschäftigen."
(Leserseite von Band 16);

"Für Band 30 ist ein Bericht von den Ereignissen um Davids Geburt geplant."
(Leserseite von Band 17);

"Über das Geheimnis von Merlin III berichtet Band 30 ausführlich."
(Leserseite von Band 13, wobei die ursprüngliche Figur zwar bereits in Band 30 und 31 mitagiert, die Herkunft des Riemenmannes (als Riemenmann!) hier jedoch nicht geklärt wird ...)

"Ein Roman über die Herkunft des geheimnisvollen Riemenmannes ist auch dabei."
(Leserseite von Band 22).
Kurz: Die Erwartungshaltung an diesen Band 30 war ziemlich hoch. Überraschend sollte Band 30 dann laut der Vorankündigung auch noch der mittlere Band einer Trilogie sein, doch so ganz ist dies inhaltlich nicht nachvollziehbar. Gerade mal die letzte Seite des Vorgängerbandes wird genutzt, um den Übergang zu Band 30 zu gestalten. Und die Qualität des 29. Bandes ließ Schlimmes erwarten.

Nun, zumindest die abrupt geänderte Erwartungshaltung an den 30. Band wurde nicht erfüllt, sondern die früher erfolgten Verweise des Redakteurs auf Band 30 sollten mehr als bestätigt werden:

Die Handlung von Band 30 (und natürlich auch Band 31) ist herausragend.

Der Übergang von Band 29 auf Band 30 hakt zwar ein wenig (Merlin III wurde in Band 29 als normaler Banshee geschildert, der in Davids Körper gelandet ist, während dies in Band 30 ein wenig anders dargestellt wird), doch ansonsten wurde die Myriam-Handlung sehr rund und sehr gelungen geschildert.

Bereits die etwa ersten 15 Seiten, in denen quasi nur Merlins Herkunft geschildert wird, fügen sich stimmungsvoll in das bisherige Bild ein, ergänzen es, überraschen den Leser in mehrfacher Hinsicht, wobei die bislang geschilderten Fakten absolut berücksichtigt werden. Meine Befürchtungen zu Band 6 bestätigten sich nicht, wenngleich natürlich die grundsätzliche Gefahr bestehen bleibt: Die Erklärung, es gibt etwas nach dem Tod, als definitive Aussage, muss Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf das Sozialleben der Menschen haben.

Dann endlich beginnt die eigentliche Myriam-Handlung. Hier kann die Autorin all das ausspielen, was in vielen anderen Bänden leider viel zu sehr ins Hintertreffen gelangt ist: Spannung aus Forschung, Spannung aus dem Alltag, Spannung aus dem Serienmystischen.

Obwohl wirklich viele neue Figuren erstmals in den Serienkosmos eingeführt werden, sind es gerade die Charaktere, die überzeugen. Sowohl die neuen Figuren wie auch die bereits aus früheren Bänden bekannten Charaktere (anders dargestellt, weil zeitlich eben früher eingeordnet) sind der Autorin wunderbar gelungen.
"Ich bin Merlin!" sagte er. "Du musst es glauben, Kind, denn mehr werde ich nicht sagen. Was war, gehört mir allein, was ist, wirst du teilhaben; an dem, was sein wird, zu einem kleinen Teil. Wäre ich nicht Merlin, würde ich anders sprechen."
                Die Terranauten Band 30: Blick in die Vergangenheit, Seite 38
Natürlich gibt es auch Action- und Spionagethemen, die in diesem Zweiteiler wohldosiert eingesetzt werden. Die Autorin schildert die Figuren konsequent und lässt selbst die Sympathieträger mitunter sehr brutal vorgehen, weicht diesen Themen nicht heftromantypisch aus:
"Growan terGorden wird sich sehr freuen, wenn er die Neuigkeit über seinen vergötterten Neffen erfährt", sagte er ätzend.
"Ich werde dafür sorgen, dass du ihm nichts erzählen kannst", sagte er (Anmerkung: Mar-Estos) endlich. Er schloss die Augen, als er mit Shadows Laser eine hässliche Arbeit zu Ende führte.
"Du brauchst kein Mitleid mit ihnen zu haben", sagte Shadow, als er sich abwandte, um die Leichen nicht sehen zu müssen. "Sie haben Kuhn getötet, und was mit Myriam ist, wissen wir noch nicht."
"Ich habe kein Mitleid mit ihnen", antwortete Mar-Estos. "Ich habe Mitleid mit uns. Keiner von uns will kämpfen oder töten, und doch sind wir dazu gewzungen. Es ist widerlich!"
                Die Terranauten Band 30: Blick in die Vergangenheit, Seite 30
Dass Asen-Ger und Mar-Estos bereits im Jahre 2475 Mitglieder der Terranauten waren und sich auch gekannt haben, überrascht. Hier bin ich mir nicht sicher, ob da nicht in anderen Bänden Verweise notwendig gewesen wären.

Überraschend auch die Hintergründe zur Figur des Mar-Estos: Bereits seit Band 8 ist bekannt, dass es sich dabei um den früheren Namen Llewellyn 709 handelt. Ob diese familiären Bindungen zwischen zwei der wichtigsten Hauptfiguren unbedingt hätten sein müssen? Hier wird mir der Terranautenkosmos fast ein wenig zu klein ... (Doch zugegeben: Dieses Problem hatten/haben auch bereits andere SF-Serien wie "Star Wars", "Star Trek" und "Perry Rhodan" gar in mehreren Zyklen!)
 
Gefehlt haben aber irgendwie die daraus resultierenden Gedankengänge Davids, die sich mit dieser Entwicklung auseinandersetzen. Llewellyn als Großcousar, der sogar mal mit seiner Mutter zusammen war und sie im Sinne der Terranauten mit Growan verkuppelt hat: Doch, das wäre schon einige Reflektionen wert gewesen ...

Diese kleine Kritik soll und kann das Gesamtbild der Myriam-Handlung nicht schmälern: Der Doppelband las sich ohne Brüche, war in sich stimmig, meist durchaus logisch. Die wenig vorhandenen Logikbrüche (z. B.: Warum heiratet Myriam Growan, wenn sie die Mistelforschung bereits unter sich hat?) kann man durch die menschlichen Komponenten erklären (die Antwort zum vorhergehenden Klammersatz: Um Einfluss auf den Konzern zu gewinnen, rückwirkend verkehrte Zukunftsplanung) und runden den Roman eher ab, als dass sie störend wären.

Die letzten 15 Seiten, die die Handlung von Band 29 fortsetzen, können qualitativ mit der Myriam-Handlung nicht mithalten: Über das Thema an sich habe ich mich bereits in der Kritik zu Band 29 ausgelassen. Immerhin ist die Lösung, wie die Treiber die Banshees loswerden, zwar offensichtlich, aber dafür sehr schlüssig.

Fazit
: Die Myriam-Handlung ist zweifelsohne die bisher gelungenste Terranautenepisode. Großartig. Herausragend nicht nur aus der Terranautenserie, sondern den Heftromanen an sich.

Eine Spekulation:

Die Handlung der sogenannten Trilogie teilt sich eigentlich in zwei verschiedene Themen auf: Myriam und Rorqual/Grüne Flieger. Während speziell auf Band 30 auf der Leserseite sehr früh mehrere Hinweise erfolgten, die anderen Bände jedoch hier nie erwähnt wurden, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Myriam-Handlung separat verfasst und sie dann nur in die andere Handlung eingebettet wurde. Unterstützt wird diese Theorie dadurch, dass der Übergang von Band 29 auf Band 30 ein wenig hakt (Merlin III sich eben nicht als typischer Banshee entpuppt), und die zwei Themen tatsächlich kaum miteinander vernetzt sind. Die Myriam-Handlung hätte zudem auch anders eingebunden werden können, ist nicht unbedingt auf die Rorqual-Handlung angewiesen.
Nicht zuletzt: Band 29 wirkt stilistisch ganz anders als Band 30/31. Hatte die Autorin vielleicht hierfür weitaus weniger Zeit, als wie für die Ausarbeitung der Myriam-Handlung?

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