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Die Terranauten: Die PSI-Sucher (Band 28)

Die  Terranauten Die PSI-Sucher
Band 28 von Robert Quint (= Rainer Zubeil)
und ein Blick über den Tellerrand zu PR

(Hadersen Wells konnte zusammen mit seiner Loge in einem Kaiserkraftfrachter Rubin verlassen und dank der Hilfe eines Verbindungsmannes Rorqual erreichen.) An Bord der CYGNI findet eine Besprechung statt. Die Terranauten wollen weitere noch nicht umoperierte Treiber finden. Die CYGNI unter David terGorden, Llewellyn 709 und Claude Farrell, die LASSALLE unter Asen-Ger und die GARIBALDI unter Hadersen Wells werden entsandt, um mehr über die Gefängniswelten des Konzils zu erfahren und weitere Menschen mit PSI-Kräften zu finden und vor dem Zugriff des Konzils zu retten.

 

Der Transmitterbaum Ziel der CYGNI ist Veldvald, der zweite Begleiter der Sonne Loki. David terGorden, Llewellyn 709 und Claude Farrell werden auf surfbrettartigen Metallplatten ausgeschleust, die so klein sind, dass sie von den Grauen nicht geortet werden können. Im Luftraum über Veldvald wird terGorden von den Begleitern getrennt, strandet aber wie geplant im Urwald.

Die Quoms, die affenähnlichen Ureinwohner Veldvalds, die sich gegen das Abholzen ihres Lebensraumes durch die Menschen erwehren, überwältigen David terGorden. Er kann die kleinen Wesen aber davon überzeugen, dass die Gegner der Quoms auch seine Feinde sind.

Llewellyn 709 und Claude Farrell erreichen Veldvald ebenfalls unbeschadet. Sie werden auf Graugardisten aufmerksam, die operierte (nun ehemalige) Treiber in ihrer Obhut haben. Sie überwältigen die Grauen, müssen den Befreiten aber gestehen, keine Möglichkeit zu haben, sie mitzunehmen. Immerhin erfahren sie, dass es auf Veldvald auch noch einige nicht operierte Treiber gibt.

Plötzlich greifen die Quoms an, werden dabei anscheinend vom Wald selbst unterstützt. Während die umoperierten Menschen ignoriert werden, werden Llewellyn 709 und Claude Farrell gezielt festgehalten. Aus dem Nichts heraus entsteht ein regenbogenförmiges Transmissionsfeld: Die Quom benutzen ein Raum-Zeit-Stroboskop!

Queen Riolta, die Oberkommandierende der Grauen auf Veldveld, will den Quoms ihre Überlegenheit deutlich machen und befiehlt den Angriff.

David terGorden begleitet die Quoms und wird zu einem Baum geführt, größer noch als Yggdrasil: dem Zentrum der Welt!

Vier Treiber erwarten Llewellyn 709 und Claude Farrell am Zielpunkt. Die Treiber wurden zwar operiert, doch dabei ging etwas schief; sie behielten ihre Treiberfähigkeiten. Auf Veldvald wurden sie dann durch die Pflanzen gezielt gerettet. Jemand auf diesem Planeten hat Interesse an Menschen mit PSI-Potential!

David terGorden und der Quom Morpot, der Stramme, treffen auf die Treiberkollegen. Und dann haben auch Llewellyn 709, Claude Farrell und die anderen Kontakt mit dem Urbaum. Es gelingt ihnen, den Baum zu überzeugen, dass sie nichts mit den Grauen zu tun haben, sie ihrerseits bekämpfen. Und als deutlich wird, dass sie die Raum-Zeit-Stroboskope (vom Baum als Ulema bezeichnet) bereits von  Onyx her kennen, können sie sogar den Urbaum überraschen und sein Vertrauen gewinnen.

Sie erfahren, dass der Baum das Ro Ulema ist. Er lebt seit (mindestens) zwei Millionen Jahren, wobei er sich nur an die Zeit auf Veldvald erinnern kann. Alles davor liegt im Dunkeln, auch wenn Bilder in ihm sind, die nicht von Veldvald stammen. Die Treiber, die im Kollektiv mit dem Baum im Kontakt stehen, haben den Eindruck, dass er früher das gesamte Geflecht der Sternenstraßen kontrolliert hat.

Dann verdeutlicht der Baum die bestehende Gefahr: die Grauen greifen an. Er zeigt ihnen telepathisch, dass es noch neun weitere Treiberinnen (Hexen) gibt, die im Tiefschlaf gehalten werden. Die neun Frauen haben im Kollektiv ein ungeheures PSI-Potential, weswegen sie auch nicht operiert wurden. Während der Baum den Angriff der Grauen abwehren will, sollen die Treiber die Hexen befreien.

Der Plan des Urbaums gelingt. Er kann den Angriff lange genug abwehren, bis die Hexen befreit werden - und dann auch auf deren PSI-Potential zurückgreifen, um die Gefahr endgültig zu beseitigen. Viele der angreifenden Grauen werden getötet, viele aber auch von Sporen befallen, die den Körper und den Geist verändern.

David terGorden kann nur unvollkommen Kontakt mit den überlebenden Grauen aufnehmen, doch sie wirken auf ihn merkwürdig zufrieden, fast erleichtert.

Die befreiten neun Hexen bleiben auf Veldvald zurück. Der lange Tiefschlaf und der telepathische Einfluss des Riesenbaumes hat zu einer Verschmelzung ihrer Bewusstseine geführt. Ihre Persönlichkeiten haben sich vermischt, die PSI-Kräfte hingegen ungeheuer zugenommen.


Robert Quint (Rainer Zubeil)Wie bereits so viele weitere Romane der Terranautenserie wirkt auch „Die PSI-Sucher“ merkwürdig durchwachsen. Einer sehr guten Handlung mit sehr viel Potential steht leider eine nicht angemessene Erzählweise entgegen, die bei Robert Quint dann aber doch (negativ) überrascht. Gerade von dem Autor, den man gerne mit den Terranauten identifiziert, hätte ich dann doch mehr erwartet, als wie dieses Terranautenkapitel.

Bereits beim Auftakt finde ich es bedauerlich, dass es Hadersen Wells so schnell nach Rorqual verschlagen hat. Als Rückschau quasi in einem Nebensatz erzählt, fühle ich mich hier um eine spannende Abenteuerhandlung betrogen … Schade, genau aus diesen Grundszenarien hätten sich spannende Romane fabrizieren lassen!
Zudem ist das schnelle Erreichen von Rorqual insgesamt sehr fragwürdig: Da haben die Terranauten Rorqual gerade erst entdeckt, sind in Weltraum I innerhalb des bekannten Kosmos absolut in der Defensive, aber der auf sich alleine gestellte Wells findet genau den Kontaktmann, der ihm den Weg weisen kann.

Zum Positiven: Die Handlung mit dem Urbaum, der Kontakt zu den Terranauten, das Kollektiv der Hexen - hier wirkt alles mystisch, aber sehr stimmig. Das wären die Handlungen gewesen, mit denen der Autor nicht nur thematisch, sondern auch stilistisch hätte überzeugen können … wenn er dem Ganzen dann auch genügend Platz eingeräumt hätte.

Weniger überzeugend wirken dann auch schon die Quoms. Die Idee des sich selbst überschätzenden, für einen unverzichtbaren Helden haltenden Handlungsträgers hat durchaus etwas für sich, aber leider wechseln sich hier starke Formulierungen mit wirklich banalen Szenen ab.

Die Quoms insgesamt sind trotz ihrer Fremdartigkeit sehr menschlich geraten, hier hätte ich mir mehr Unterschiede gewünscht:
(…) Knurrend hieb er (Morpot, der Stramme) der hübschen Wedla trotz aller heldischen Vorbehalte auf das fein gewölbte Hinterteil, entging nur durch eine hastige Drehung der Ohrfeige und (…)
Die Terranauten Band 28: Die PSI-Sucher, Seite 14/15

Rainer Zubeil scheint sich mit den Quoms insgesamt schwergetan zu haben, denn immerhin machten bereits zwei dieser Figuren nach dem ersten Auftauchen eine ungewollte Namensänderung durch: aus Morpod wird das später konsequent beibehaltene Morpot, aus Blank wird dann Blenk.

Ebenfalls überholt wirken die oft hanebüchenen Dialoge mit Claude Farrell, die oft genug seinen Zigarrentick als Inhalt haben. Hier merkt man, dass sich das Weltbild des Lesers in den letzten Jahren stark gewandelt hat und die fast 35 Jahre seit dem Ersterscheinungstermin des Romans nicht spurlos vorbeigegangen sind.

Enttäuschend fand ich auch, wie Robert Quint die telepathischen Fähigkeiten der Treiber und Terranauten geschildert hat. Das wirkt oft sehr technisch und der Funktechnik entlehnt. Hier hätte ich mir mehr sprachliches Feingefühl gewünscht. Das PSI-Potential der Charaktere wird fast wie technische Errungenschaften vermittelt, dabei gehört es doch zu den angeborenen Fähigkeiten, die eben auch das Wesen beeinflussen.

Fazit: Obwohl viel inhaltliches Potential, enttäuscht der Roman in der Ausführung.

Das Lichtvolk Ein (kurzer) Blick über den Tellerrand:

(…)
Der Riemenmann spannte unwillkürlich seine Muskeln. Er lag auf einer surfbrettähnlichen Metallplatte, deren Unterseite mit einer fingerdicken Schicht aus Spezialkeramik bedeckt war. Die Keramikschicht würde als Hitzeschutz dienen und verhindern, dass Platte und Mensch bei einem allzu schnellen Eintauchen in die Atmosphäre verglühten. Ein starkes, flach gewölbtes Magnetfeld lag über dem metallenen Surfbrett und verband Raumanzug und Metall sicherer als jeder Gurt.
(…)
Die Terranauten Band 28: Die PSI-Sucher, Seite 16
Beim Lesen dieses Absatzes musste ich unwillkürlich an das geniale, von Dirk Schulz gezeichnete Titelbild von Perry Rhodan Band 2169 (Das Lichtvolk von Leo Lukas) denken. Zweifellos hat sich Rainer Zubeil das Surfbrett ein wenig anders vorgestellt, doch die Mumie (= der Riemenmann Lllewellyn 709) auf diesem Titelbild passt irgendwie wie die Faust aufs Auge …

Der im Text erwähnte Raumanzug Llewellyns sei hier mal außen vor.

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