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Die unendliche Geschichte

MythenlandDie unendliche Geschichte

Kelters Vertriebswege sind unergründlich. Davon habe ich schon in meinem ersten Artikel über Mythenland berichtet. Damals gelang es mir, meinen Bahnhofshändler dazu zu bringen, bei Kelter anzurufen und den zweiten Band der Serie zu ordern.  Mir wurde danach versichert, dass ab da jeden Monat ein neuer Band käme. Das geschah auch, aber man lieferte nach dem zweiten Band den ersten Band. Die Begründung: In Schleswig-Holstein verzögere sich der Verkauf der Bände immer um zwei Monate. Nach dem ersten Band folgte wieder der zweite. Super.

 

Durch diese Methode ist es mir in meinem Bundesland eigentlich nicht möglich, auf dem aktuellen Stand zu sein. Mittlerweile wurde dieses „Phänomen“ immerhin auf der Webseite der Serie erklärt. Interessant ist auch, dass der zweite Zyklus der Serie daher erst beginnt, wenn alle Bundesländer Deutschlands den ersten Zyklus bereits gelesen haben. Obwohl der aktuelle Zyklus mit dem fünften Band im September endet, beginnt der zweite Zyklus erst Anfang Januar. Was ist das für eine Begründung?

Denn den Schleswig-Holsteinern kann es doch egal sein, ob die Hamburger (wo man immer auf dem aktuellen Stand ist) schon den zweiten Zyklus lesen können oder nicht. Ihnen bringt es doch nichts, wenn andere Bundesländer warten müssen, damit man einen ähnlichen Zyklusstart hat.
Oder will Kelter mit dem zweiten Zyklus eine bundesweit einheitliche Erscheinungsweise einreichten?

Dagegen spricht, dass auch die anderen Serien Kelters zeitversetzt erscheinen. Der zweite Zyklus würde in Schleswig-Holstein daher wahrscheinlich erst zwei Monate nach dem Start in Hamburg beginnen. Womit die Pause endgültig unsinnig wäre.

Stattdessen birgt so eine Pause eine gewisse Gefahr. Denn Gelegenheitsleser, die die Serie im Bahnhofsverkauf angesprochen hat und die sich nicht regelmäßig im Internet informieren, könnten meinen, die Serie sei eingestellt (außer natürlich es gibt einen Hinweis im fünften Roman, was nicht ganz unwahrscheinlich ist). Trotzdem sorgt so eine Pause für einen Kontinuitätsbruch.

Immerhin ist es mir durch die Nähe zu Hamburg gelungen, nun auch den dritten und vierten Band zu erwerben (die glücklicherweise beide noch im Verkauf waren). Während über den dritten Band schon vor einiger Zeit im Zauberspiegel schon berichtet wurde, wird er in Schleswig-Holstein erst Ende August erscheinen. Sinnig, sinnig.

Dabei baut Mythenland durchaus Potential auf.

Wirkte der erste Band noch wie eine Mischung verschiedener Fantasie-Elemente, bessert sich die Serie.

DämonenbannDer zweite Teil war weitaus spannender als der Erste. Vor allem die Passagen auf dem Schiff im Sturm waren gelungen. Aber auch die Einführung des Königs Rondrick von Dondoria ist eine gute Sache. Er ist nämlich einer der ersten Charaktere, die nicht im stereotypen „Weib“-Schema denken, sondern Ziele hat, die von gebildeten Menschen verfolgt werden können und die durchaus aus pazifistisch zu bezeichnen sind.

Aber auch im zweiten Band merkt man noch, dass es eventuell unklug war, den Bösewicht zu schnell zu enthüllen. Dadurch weiß der Leser, wer der Feind ist, während die „Helden“ noch rätseln. Natürlich lässt sich das nun nicht mehr ändern. Vermutlich wäre jedoch weitaus mehr Spannung entstanden, wenn die Aktivitäten des Feindes nicht mehr offen stehen.

Dies geschieht im dritten Teil, was diesen deutlich spannender macht.

Der Zorn der Riesen„Der Zorn der Riesen“ beginnt zwar mit einer völlig unsinnigen „Alien“-Geschichte, die man sich für „Mythenland“ getrost hätte sparen können, legt aber im Verlauf deutlich an Niveau zu. Der dritte Teil der Reihe konzentriert sich kaum auf die Unterwelt. Es gibt zu Beginn eine unsinnige Zusammenfassung des dunklen Elfenlords und ein paar Gespräche in der Unterwelt, das war es. Diese Ebene hätte man auch ganz weg lassen können, um den Leser endgültig im Ungewissen zu lassen.

Dafür gibt es eine gelungene Riesenhandlung, die auch den größten Teil des Buches ausfüllt. Die „Haupthandlung“ um Connor und die Barbs ist dafür eher dröge, was aber durch die Riesenhandlung kompensiert wird.

Noch immer fällt bei „Mythenland“ die schlichte Sprache auf. Die Sätze sind kurz gehalten, der Schriftsatz vermittelt viel Inhalt, obwohl die Bücher immer noch die „kürzesten 385 Seiten aller Zeiten bieten“. Vergleicht man die „Mythenland“-Bücher Ferkaus mit seinem letzten, sehr gelungenen „Sternenfaust“-Roman, dann fällt einem doch ein deutlicher Qualitätsunterschied auf, was die Sprache angeht.

Doch einfache Sprache muss nicht unbedingt schlecht sein. Man braucht immer eine Weile, um sich darauf einzustellen, danach sorgt sie mit etwas Fantasie dafür, dass man diese weiter ausleben kann. Die „schlichten“ Begriffe wie „Weib“ etc. wurden im dritten Band auch angenehm zurückgefahren.

Eine Stärke der Serie ist zudem, dass die Story selten abreißt. „Mythenland“-Romane sind wie ein Fluss. Auch wenn die Handlung nicht auf einen Höhepunkt zusteuert (oder wie im dritten Roman die Haupthandlung kaum vorankommt), wird der Leser nicht gelangweilt, sondern immer dazu gebracht weiter zu lesen. Und auch wenn die Welt nicht besonders originell ist, die verschiedenen Völker Mythenlands alle schon aus anderen Fantasy-Romanen bekannt sind, so ist „Mythenland“ doch ein angenehmer Mix, der zwischendurch gut unterhält. Ich bin gespannt auf den vierten Teil.

Kommentare  

#1 Des Romero 2010-08-08 22:37
Die Begründung für den Zyklenstart im Januar ist einfach: Man will erst den Abverkauf in den einzelnen Vertriebsgebieten abwarten. Dann wird überlegt, ob es überhaupt weiter geht. Und das ist unwahrscheinlich ...
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#2 Harantor 2010-08-08 22:40
Das hat doch bei den Heften auch keinen geschert und wenn das System so bleibt ist Schleswig Holstein doch wieder erst im März dran. Ich denke, darauf wollte Martin hinaus...
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#3 karl 2010-08-09 08:51
Bin schon ein bißchen froh, daß Schleswig-Holstein von Hamburg genauso weit entfernt liegt wie das österreichische Burgenland. :D

Dieser Phasenvertrieb ist doch eine Lachnummer für sich. Natürlich kostensparend für den Verlag, wenn die Remittendenexemplare in den Provinzen noch einmal zum Verkauf ausliegen.
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