Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night - Teil 153: Legend of the green flame
Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night
Teil 153: Legend of the Green Flame
Im Auftrag des Daily Bugle besuchen die Freunde Clark Kent und Hal Jordan eine Museumsausstellung. In einem abgelegenen Teil des Museums entdeckt Jordan eine Grüne Lanterne, die der von Alan Scott auffällig ähnlich sieht. Er lädt seinen Ring an der Laterne auf und löst damit eine Explosion aus. Hal Jordan und Clark Kent sind daraufhin tot.
Die beiden gelangen in ein Zwischenreich, in dem sie auf Deadman treffen. Er erklärt ihnen, dass sie einem Lichtstrahl folgen müssen, der sie ins endgültige Totenteich führen soll. Erneut setzt Jordan seinen Ring ein und sie landen in der Hölle. Dort werden sie von Dämonen gepeinigt und versuchen zu entkommen. Wieder aktiviert Jordan seinen Ring.
Schließlich begegnen sie der grünen Flamme, der Entität jener Laterne aus dem Museum. Wie Alan Scotts Laterne stammt auch sie aus dem Sternenherz, in dem die Guardians einst die magischen Elemente des Universums zusammengelegt haben. Als Jordan seinen Ring an der Laterne auflädt, kommt es zu einer Konfrontation der beiden Kräfte, die Green Lantern und Superman töten. Die grüne Flamme versucht daraufhin Jordan zu überreden, vollends in ihre Dienste überzutreten.
In der Realität verspürt der Phantom Stranger die Aktivierung der grünen Flamme und gelangt in die Dimension, in der Green Lantern und Superman der magischen Energie ausgesetzt sind. Es gelingt den dreien in die Realität zurückzukehren, als Hal seinen Ring an der Laterne auflädt und dabei seinen eigenen Eid spricht.
Mit der Nummer 601 wird die Serie Action Comics zu Action Comics Weekly. Supermans Serie wird zu einer wöchentlich erscheinenden Anthologieserie, in der mehrere DC-Helden ihre Abenteuer erleben, darunter auch Green Lantern, dessen zweite Serie mit der Nummer 224 kurz zuvor eingestellt wurde.
Im Jahr 1990 soll Green Lantern wieder seine eigene Serie bekommen und mit der Nummer 643 wird Superman sein Flaggschiff Action Comics wieder allein bestreiten. Redakteur der Action Comics Weekly ist Comicautor Mark Waid, der für die Anthologieserie eine Vielzahl an Künstlern zu koordinieren hat. Für die letzte Ausgabe der Action Comic Weekly, der Nummer 643, beauftragt er den aufstrebenden Autor Neil Gaiman damit, ein Crossover mit Superman und Green Lantern zu schreiben. Waid setzt großes Vertrauen in Gaiman, denn der hatte zu dieser Zeit bereits die ersten Skripte zu seiner späteren Erfolgsserie Sandman eingereicht. Waid ist überzeugt, dass Gaiman eine große Zukunft als Autor vor sich haben wird. Er fordert Gaiman auf, selbst die passenden Zeichner für die Geschichte zu finden und anschließend gleich loszulegen. Da er selbst mit den Arbeiten an Action Comics völlig ausgelastet ist, bittet er Gaiman, von Rückfragen abzusehen und ihm erst die fertige Geschichte vorzulegen.
Zu dieser Zeit befindet sich das DC-Universum in einem starken Wandel. Nach der Crisis on infinite Earth kennen nur noch Clarks Eltern die Geheimidentität Supermans. In Gaimans Skript sind Hal und Clark allerdings alte Freunde. Die persönliche Freundschaft der beiden bildet einen wichtigen Kern der Story und passt daher nicht mehr zur damaligen Continuity. Das Skript wird verworfen und Elliot Maggin wird beauftragt, ein neues zu schreiben. Maggin greift in seiner Version auf Teile der Handlung Gaimans zurück, denn zwischen beiden Geschichten besteht eine auffällige Ähnlichkeit. Es ist Mark Waid hoch anzurechnen, dass er die Verantwortung für die Kommunikationsstörung zwischen Redaktion und Autor auf sich nimmt. Neil Gaiman wird für seine Arbeit bezahlt und die Geschichte verschwindet vorerst in der Schublade.
Ende 1994 krempelt DC mit Zero Hour das DC-Universum ein weiteres Mal um. Darin versucht Hal Jordan, der mittlerweile zum Schurken Parallax geworden ist, die Vergangenheit zu verändern. Neil Gaiman hat seinen Fokus inzwischen auf das von Karen Berger geführte Sub-Label Vertigo gelegt und dort mit dem Abschluss von Sandman Comicgeschichte geschrieben. Berger bittet ihn um einen Beitrag für den Sonderband Midnight Tales. Gaiman erinnert sich an sein Action Comics Skript und fragt bei Bob Schreck um Erlaubnis an, das Skript nutzen zu dürfen. Schreck tritt gerade seine neue Stelle als Herausgeber von DC Comics an und ist sofort begeistert. Probleme in der Continuity sieht er nicht, denn die Geschichte könne als Elseworlds-Story veröffentlicht werden. Unter diesem Label erscheinen bei DC alternative Geschichten, die losgelöst von der regulären Continuity erzählt werden können.
Nun ergibt sich ein weiteres Problem. Neil Gaiman war nicht mehr im Besitz des Skriptes. Redakteur Mark Waid konnte ebenfalls keines bei DC finden. Im Nachwort zur vorliegenden Ausgabe nimmt er es mit Humor: Er könne ja verstehen, dass er ein Feuerzeug oder eine Telefonnummer verlege, aber nicht, wie er ein Skript von Neil Gaiman verbaseln könne. Gaiman erinnert sich schließlich daran, dass er einem Freund eine Kopie gegeben habe, doch auch er besitzt sie nicht mehr. Glücklicherweise hatte er eine weitere Kopie an einem Bekannten weitergegeben, so dass das Skript dann doch noch zu DC gelangte. Im November 2000 kann „Legend of the Green Flame“ im Prestige-Format veröffentlicht werden. In Deutschland erscheint die Ausgabe im November 2001 in der Reihe DC Crossover Band 2.
Legends of the Green Flame ist eine der frühen Arbeiten Neil Gaimans und schon jetzt wird deutlich, dass er ein gutes Gespür für übernatürliche und surreale Stoffe hat. Mark Waid hat das Talent damals gut erkannt. Schon die Auswahl der Protagonisten suggeriert eine Nähe zu Vertigo, auch wenn sie zunächst im Umfeld der Superhelden agieren. Deadman und der Phantom Stranger waren schon immer Charaktere, die eher in die dunkle Seite des DC-Vertigo-Universums passen als in die Welt der bunten kostümierten Helden.
Mit der Ankunft im Zwischenreich von Leben und Tod wird die Geschichte zunehmend surrealer, ohne dass ein erzählerischer Wirrwarr entsteht, wie das manchmal bei derartigen Stoffen vorkommt. Gespannt verfolgt der Leser dem Verlauf der Handlung, die die beiden Helden bis in die Hölle führt. Geschickt verbindet Gaiman die übernatürliche Komponente der Story mit dem Green-Lantern-Konzept. Vor vielen Millionen Jahren schaffen die Guardians of the Universe Ordnung im Universum. Sie lösen die magischen Elemente aus dem Universum und bündeln sie im Sternenherz. Die verbliebenen natürlichen Elemente können durch das Green Lantern Corps beherrscht werden. Es kommt zu einem Zwischenfall und ein Teil der Magie entflieht aus dem Sternenherz und gelangt ins alte China auf die Erde. Dort formt der Lampenmacher Chang eine Laterne, die schließlich Anfang der 1940er Jahre zu Allan Scott gelangt, der als erster den Titel Green Lantern trug.
Offensichtlich hat Chung aus der magischen Energie eine weitere Laterne geformt, die ihren Weg nach Europa findet. Im Jahr 1949 sucht die Black Hawk Squadron im zerstörten Berlin nach einer deutschen Geheimwaffe. Janos Prohaska entdeckt in den Trümmern die Laterne und nimmt sie mit in die USA und übergibt sie dem Museum in Metropolis.
Gaiman hat einige bekannte Zeichner für diese Geschichte gewinnen können. Durch die vielen surrealen Wendungen passen die vielen Zeichner sehr gut in das Konzept der Story. Mit dem Wechsel in eine andere Realität erfolgt ein Zeichnerwechsel, der die Szenenwechsel grafisch sehr gut untermalt.
09/2026



