Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night - Teil 154: Cosmic Odyssey
Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night
Teil 154: Cosmic Odyssey
Darkseid ist der finstere Herscher über Apokolips und gerät in Schwierigkeiten. Er bezieht seine Macht aus der Anti-Life-Equation, einer eigenständigen Lebensform aus einer anderen Dimension, die eine Bedrohung für das ganze Universum darstellt. Die Entität schickt vier Sonden in das Universum und sucht sich Zielplaneten, über die sie in das Universum eindringen kann, nämlich die Erde, Xanshi, Rann und Thanagar. Sollte es ihr gelingen, diese vier Welten zu zerstören, würde die Entität die Macht über das Universum übernehmen.
Darkseid wendet sich in seiner Verzweiflung an seine Erzfeinde von New Genesis und den Helden der Erde. Widerwillig stimmen die Helden zu und gehen gemeinsam mit ihm gegen die Entität vor. Die Helden der Erde teilen sich in vier Gruppen und wollen getrennt gegen die Sonden vorgehen.
Green Lantern John Stewart und der Martian Manhunter gehen nach Xanshi. Die Sonde verändert das Wetter auf dem Planeten und versucht die beiden Helden mit heftigen Stürmen aufzuhalten. John errichtet einen Schutzschirm um den Manhunter und geht allein gegen die Sonde vor. Er verlässt sich auf seinen Ring und schlägt die Warnungen des Manhunter in den Wind. Völlig überheblich nähert er sich der Sonde, um dann festzustellen, dass sie in gelber Farbe ist. Der Ring ist machtlos gegen gelb und die Sonde vollbringt ihr Werk und der Planet explodiert mit all seinen Bewohnern. Darkseid und Highfather von New Genesis gelangen zur Anti-Life-Equation. Dort versucht Darkseid die Macht der Entität an sich zu reißen, was aber verhindert werden kann. Die Anti-Life-Equation wird besiegt und das Universum ist gerettet.
Autor dieses finsteren Crossovers ist Jim Starlin, der bereits seit den frühen Siebziger Jahren eine Vielzahl von Comics für Marvel und DC verfasst. Bekannt wird er durch seine düsteren Arbeiten für Batman und seinen guten Riecher für große Epen. Er erschafft Charaktere wie Thanos und gilt als wichtiger Architekt des kosmischen Marvel-Universums. Er verfasst die Eventserien um die Infinitysteine, die eine Grundlage für die Infinity-Saga des Marvel-Cinematic-Universe bilden. Für DC schreibt er unter anderem das vorliegende Crossover, in dem Darkseid und New Genesis eine wichtige Rolle spielen.
Das Crossover bietet die übliche Struktur, wie es der Leser von allen Verlagen kennt. Die Helden müssen sich trotz vorhandener Konflikte zusammenraufen, um eine große Bedrohung abzuwenden. Die Helden teilen sich in kleine Gruppen auf, um im Finale dann gemeinsam gegen diese Bedrohung anzutreten. Manches Mal müssen sich die Helden mit den Schurken verbünden, um der Gefahr trotzen zu können. Natürlich treiben die Schurken doppeltes Spiel und am Ende tragen die Helden den Sieg davon. Daraufhin werden noch einige Spuren für nächste Storylines gestreut, denn nach dem Crossover ist vor dem Crossover.
Soweit also nichts Neues an der Crossover-Front. Cosmic Odyssey unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt von dieser vertrauten Formel. Der Sieg der Helden macht nicht alles ungeschehen, denn Xanshi bleibt unwiderruflich verloren und John Stewart ist für den Tod von Milliarden von Planetenbewohnern verantwortlich. Seine Überheblichkeit führt dazu, dass er alle Warnungen in den Wind schlägt und sich der Gefahr allein nähert. Er scheitert an der Farbe Gelb und die Sonde kann den Planeten daraufhin zerstören. John erkennt diese Verantwortung und gibt sich die Schuld am Tod der Planetenbewohner.
Die Zerstörung von Xanshi wird durch einen Retcon niemals außer Kraft gesetzt, so dass das Ergebnis Teil von Johns Geschichte bleibt. Das Thema wird in den darauffolgen Jahren den Charakter John Stewarts prägen, aber schließlich immer weiter in den Hintergrund treten, bis es irgendwann überhaupt nicht mehr beachtet wird. Es ist fraglich, ob die meisten Leser heute überhaupt noch von den Ereignissen auf Xanshi wissen.
Neben der Bedeutung für John Stewart gibt es noch einen weiteren Grund, sich die Serie zuzulegen. Cosmic Odyssey ist eine der ersten größeren Arbeiten von Mike Mignola. Mignola ist zu der Zeit ausschließlich als Zeichner tätig und erlangt erst Jahre später auch als Autor große Bekanntheit, wenn er mit seiner Eigenkreation Hellboy seinen Siegeszug durch die Comics antritt. Hellboy wird zum Welterfolg und zieht mehrere Kinofilme und Animationsfilme nach sich. Sogar einige Hörspiele werden produziert.
Mignola wird seinen Zeichenstil in Hellboy noch verfeinern. Er ist bekannt für seinen reduzierten Stil, der mit vielen Ecken, Kanten und Schattierungen arbeitet. In Cosmic Odyssey orientieren sich die Zeichnungen noch an den typischen Superheldenzeichnungen jener Zeit, sein späterer unverkennbarer Stil ist aber schon in Ansätzen erkennbar. Und gerade diese finstere Art passt sehr gut zu den Ereignissen auf Xanshi.
09/2026



