Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night - Teil 152: Where there is a will
Die Green Lantern Chronik: In brightest day, in blackest night
Teil 152: Where there is a will
Der sterbende Abin Sur sendet seinen Ring aus, um einen Nachfolger als Green Lantern zu finden. Die Wahl fällt zunächst auf Clark Kent, der jedoch ablehnt, da er zwar auf der Erde aufgewachsen ist, aber von Krypton stammt. Schließlich wird Hal Jordan ausgewählt.
Jahre später geht Hal Jordan Hinweisen auf den geplanten Diebstahl einiger Atomraketen nach. Als er in einem Militärkomplex landet, wird er vom befehlshabenden Major angeschossen und tödlich verletzt, denn der Offizier ist der Drahtzieher hinter dem geplanten Diebstahl.
Er gelangt in einen Zwischenraum von Zeit und Raum, in dem Abin Surs Geist erscheint. Jordan konnte noch seine grüne Energie zur Suche nach einem Nachfolger aussenden. Die Energie transportiert die Kandidaten, unter ihnen Guy Gardner, zur Todesstelle.
Schließlich erscheinen noch Superman und Deadman. Gemeinsam gelingt es ihnen, Hal dazu zu bewegen, ins Leben zurückzukehren, denn nur er ist die einzig wahre Green Lantern. Er besiegt den Major im Kampf und der Diebstahl der Raketen ist vereitelt.
Elliot Maggin ist bereits seit vielen Jahren für DC tätig. Der Schwerpunkt seines Schaffens lag in der Zeit vor der Crisis on infinite Earth, die für DC eine große Zäsur darstellte, auch wenn die Einschnitte bei Green Lantern nicht so gravierend waren wie bei anderen Serien.
Mit dieser Geschichte schreibt er einen Retcon, der Teil der Continuity ist und niemals durch einen weiteren außer Kraft gesetzt wurde. Die erste Wahl zur Nachfolge Abin Surs war demnach Clark Kent, der jedoch ablehnte. Es ist kaum auszudenken, wie Guy Gardner mit dieser Situation umgehen würde. Schließlich wäre er damit sogar nur die dritte Wahl als Ringträger gewesen. Da diese Geschichte in keiner Weise mehr erwähnt wird, reiht sie sich wohl in jene Ausgaben ein, die schlichtweg nicht weiter beachtet werden.
Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt und sehr sperrig erzählt. Man merkt Maggin an, dass er für eine andere Generation an Comiclesern schrieb. Hinzu kommt, dass jedes Kapitel von einem anderen Künstler gestaltet wird, so dass kein besonders guter Lesefluss zustande kommt.
Die Geschichte ist gespickt mit einigen skurrilen Einfällen. Superman wählt Hal als Nachfolger aus, weil dieser einem guten Freund niemals etwas antun könnte. Bedenkt man, dass Hal einige Jahre später in Emerald Twilight einen großen Teil des Green Lantern Corps ausschaltet, darf durchaus an Supermans Menschenkenntnis gezweifelt werden. Streng genommen trägt er aufgrund der Fehleinschätzung sogar eine Mitverantwortung an den späteren Ereignissen.
Die Rückkehr von Hal wirft einige Fragen auf. Deadman und Superman versuchen Hal zu überreden, ins Leben zurückzukehren. Warum muss man ihn erst dazu überreden und warum kann er das überhaupt? Warum muss man ihn erst dazu überreden und warum kann er einfach ins Leben zurückkehren? Die vorgebrachten Argumente sind bemerkenswert. Als Lebender könne er beispielsweise besser durch das Weltall fliegen und schließlich überzeugt ihn die Feststellung, dass keiner der Kandidaten mehr Willensstärke habe als er. Na, du muss ein Superheld natürlich zurückkehren.
Der Geschichte merkt man deutlich an, dass sie unter erheblichem Zeitdruck entstanden sein dürfte, denn das Skript für Action Comics #642 war lediglich die zweite Wahl. Eigentlich sollte in der Ausgabe eine Storyline von Neil Gaiman erscheinen. Gaimans Version war allerdings nicht ganz deckungsgleich mit den Entwicklungen, die die Redakteure mit den Charakteren in ihren jeweiligen Serien bereits eingeleitet hatten. Das Skript Gaimans wurde 11 Jahre später als One-Shot unter dem Titel „Green Lantern. Superman: Legend of the Green Flame“ veröffentlicht und spielt außerhalb der regulären Continuity. Eine Besprechung dieses Bandes folgt in der nächsten Episode dieser Artikelserie.
09/2026



