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Hätte gern mehr sein können - »Die weissen Männer«

Die weissen MännerHätte gern mehr sein können
»Die weissen Männer«

Niemand möchte in einer dystopischen Welt leben. Brandon Tolliver ist da auch keine Ausnahme. Der sympathische Programmierer lebt in einem Umfeld, welches von Technologie bestimmt und von Großkonzernen kontrolliert wird. Einer dieser Konzerne ist die UMC – United Merchandise Company. Diese Firma stellt unter anderem auch Replikanten her, welche dem Menschen als Dienstboten oder Lustobjekte zur Verfügung stehen.

Die weissen MännerMoment mal, Replikanten? Kenne ich doch irgendwoher!

Ja, in Philip K. Dicks „Träumen Androiden von elektrischen Schafen!“ (unter nicht SF-Lesern auch als „Blade Runner“ bekannt) werden diese lebenszeitlich beschränkten Hilfskräfte auf künstlicher Basis ebenso genannt. Damit hat es sich dann aber auch schon, denn der hier vorrangig agierende Replikant „Alexander“ will so gar nichts mit Dicks eher anmutigen Geschöpfen gemein haben.

Doch die Stimmung der Story an sich passt. Zwar mehr auf das Setting des Films von Ridley Scott, als auf Dicks Buch. Aber so dunkel und düster wie der Regisseur die Kinowelt erschaffen hat, so dunkel und düster kommt auch die Welt von „Die weissen Männer“ daher.

Zwar ist Arthur Gordon Wolfs Schreibe sehr humorig und der Blick in die mentale Innenwelt von Brandon Tolliver sehr sarkastisch, doch versteht es der Autor dennoch auf 125 Seiten eine stimmige Story abzuliefern, die alles hat, was eine gute Dystopie ausmacht.

Ich habe definitiv Interesse daran mehr aus der UMC-Welt zu erfahren und ebenfalls möchte ich Tolliver gerne weiter begleiten, als nur auf dem ersten Stück seines Abenteuers. Doch ob man sich noch einmal begegnen wird, ist bisher unklar. Zwar ist eine zweiteilige Geschichte bei einem anderen Verlag erschienen, doch hat diese (laut Klappentext) nur indirekt mit allem zu tun: es spielt zwar in der gleichen Welt aber es agieren dort andere Protagonisten.

Wer sich also vorerst damit abfinden kann, den Helden dieser Geschichte nicht unbedingt innerhalb kürzester Zeit wiederzusehen und sich mit einem Ende zufrieden geben kann, dass eigentlich ein Anfang ist, der wird hier wirklich gut bedient. Ich wurde es definitiv, denn Wolf versteht es gekonnt den Spagat zwischen Weltenbildung, Charakterfindung und Action nicht zu überdehnen und in Belanglosigkeiten abzudriften.

Es hätten gerne noch 125 Seiten mehr sein können, denn die Welt des UMC hat mich gepackt und ich hoffe das es Fortsetzungen ebenfalls verstehen werden mich so kurzweilig zu unterhalten.

Kommentare  

#1 Hermes 2020-05-19 00:19
Hallo Thomas,

mir hat der Roman auch gut gefallen. Darüber und zum UMC-Umfeld habe ich damals geschrieben:

zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/26631-ein-blick-in-das-dystopische-umc-universum
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#2 Laurin 2020-05-19 02:34
Nun ja, die Bezeichnung "Replikanten" dürfte mittlerweile gerade auch wegen der Verfilmung von BLADE RUNNER schon zu einem Allgemeingut innerhalb der SF-Fans geworden sein, auch wenn man diese Bezeichnung noch nicht wirklich oft verwendet und eher zu sperrigen Umschreibungen wie etwa - gerade von mir mal aus dem Ärmel geschüttelt - von Androiden mit biologischen Komponenten sprechen könnte. Die Bezeichnung "Replikant" besitz also durchaus das Zeug, sich innerhalb der SF zu verselbstständigen.
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