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»Tony Ballard« revisited - Teil 35 - Falsche Fährten, tierische Freunde…

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Teil 35 - Falsche Fährten, tierische Freunde…

Als im Oktober des Jahres 1982 der erste Band der Tony Ballard Serie das Licht der Welt erblickte, waren seit 1974 bereits 67 Romane mit dem sympathischen Helden in der Gespensterkrimi - Reihe erschienen, so dass die eigenständige Serie bei ihrer Geburt schon über einen ansehnlichen Stamm an festen Helden, Feinden und Schauplätzen verfügte, welcher im Laufe der Zeit noch weiter anwachsen sollte.

In dieser Artikelserie befassen wir uns mit der Entwicklung der Serie vom reinen „Fall der Woche“ hin zu dem späteren, durchaus komplexen Serienkosmos…

Der Killer, der nicht sterben konnteNachdem wir es bereits in den beiden vorangegangenen Heften mit der MARBU - Thematik zu tun hatten, scheint es auch in dem TONY BALLARD Band 73 „Der Killer, der nicht sterben konnte“ wieder um den schwarzmagischen Kult zu gehen. Zumindest deutet anfangs einiges darauf hin. Während aber Paul Bordman, der Marbu - Autor wider Willen, irgendwo an einem unbekannten Ort an seiner schwarzen „Bibel“ schreibt, haben Ballard und Konsorten erst mal noch Probleme eher familiärer Natur zu bewältigen, wenn diese auch zunächst brisanter erscheinen, als sie schließlich sind. Jubilee, das Mädchen von der Prä - Welt Coor, ist verschwunden und die Crew macht sich natürlich Sorgen, dass sie wieder einmal in ernsten Schwierigkeiten stecken könnte, allerdings stellt sich dann schnell heraus, dass sie „nur“ beim Ladendiebstahl erwischt wurde.

Nachdem dieses Problem also gelöst ist, will Ballard keine Zeit mehr verplempern und nimmt die Spur Bordmanns wieder auf, welche ihn, wie er recht schnell herausfindet, nach Kenia führt.

Als sein alter Freund und Kampfgefährte Lance Selby überraschend wieder auftaucht und zumindest dem äußeren Anschein nach wieder der Alte zu sein scheint, beschließt man spontan, ihn gleich mal mitzunehmen, um seine Kampfkraft auf die Probe zu stellen. Ein etwas voreiliger Entschluss, möchte man meinen, vor allem wenn man bedenkt, dass der gute Mann ja vor Kurzem noch mausetot war und gerade erst auf mysteriöse Weise vom Greis zum Enddreißiger zurückmutiert ist.

Die Spur führt die Crew nach „Green Heaven“, einem Feriendorf in Nairobi, wo Ballard und Co sich zunächst einmal mit ein paar Geiern herumschlagen müssen, worauf man fälschlicherweise konstatiert, dass diese sich vermutlich an einer von Marbu - Magie verseuchten Leiche gütlich taten, die man kurz zuvor entdeckte. Tatsächlich stellt Silver dann jedoch fest, dass es sich wohl doch um eine anders geartete Magie handelt. Nach diesem Zwischenstopp wird dem Leser dann erst mal eine ziemlich umfangreiche und nicht übermäßig spannende Nebenhandlung serviert, bis die Helden dann ganz am Ende des Romans „Green Heaven“ erreichen und den dort bereits sehr aktiven Zombies den Garaus machen. Das will die Hexe Magaska, auf deren Konto die Untoten gehen, natürlich nicht auf sich beruhen lassen, also richtet sie ihre tödliche Magie gegen Lance Selby, welcher sich aber - für alle Beteiligten überraschend - mit einer Gegenmagie zur Wehr setzt und die Hexe mit ein paar Feuerbällen vernichtet. Schnell - vielleicht etwas zu schnell - kommt man zu dem Schluss, dass die weiße Hexe Oda wohl doch nicht so ganz von uns gegangen ist und ihr Geist in Lance Selby weiterlebt. Eine durchaus überraschende Wende, welche diesem eher schwachen Roman ein immerhin annehmbares Ende beschert.

MARBU - die Kraft des TodesNachdem Magaska also besiegt wurde, müssen die Helden konstatieren, dass man in Sachen MARBU leider keinen Schritt weiter gekommen ist, abgesehen von der Tatsache, dass die Spur, der man gefolgt ist, noch immer heiß zu sein scheint. Ein Ansatzpunkt ist nach wie vor Bula, der Reiseführer aus dem letzten Heft, welcher mehr über Marbu zu wissen scheint, als er zugibt. Also macht man sich in dem TONY BALLARD Band 74 „MARBU - die Kraft des Todes“ auch direkt auf den Weg zu ihm, um ihm noch mal gehörig auf den Zahn zu fühlen. Tatsächlich verrät Bula dann auch, dass er Kontakt mit Paul Bordman hatte und erwähnt noch einen Marbu - Zauberer, zu dem er ihn geschickt hat, bevor er von einer durch ein Blasrohr verschossenen Schlange gebissen wird und stirbt.

Die Gefährten nehmen die Verfolgung des Killers auf und gelangen zu einer kleinen Mission, wo man dann gleich mal nachfragt, ob jemand einen „Neger“ kennen würde, der sich das Gesicht mit weißer Farbe beschmiert. Tatsächlich erfährt man von einem Priester, dass die weiße Farbe eindeutig auf Marbu - Anhänger hindeutet und dass sich der Brennpunkt des Bösen im Kigussi - Gebiet befinden könnte. Außerdem weiß der Geistliche noch zu berichten, dass sich dort ein entweihtes goldenes Kreuz befindet, welches der Marbu - Magie als Anker dient. Eine Menge Informationen, die man da mal eben so erhält, und so will man sich natürlich auch sofort auf den Weg ins Kigussi - Gebiet machen. Allerdings gibt es da ja noch den Killer mit dem Schlangen - Blasrohr, der natürlich wieder auftaucht und es diesmal auf Ballard abgesehen hat. Nachdem er von dem gegen Schlangebisse gefeiten Silver überwältigt werden kann, plaudert er dann auch direkt aus, wo sich der Marbu - Zauberer befindet - und wird für seinen Verrat prompt mit dem Tod bestraft. In Begleitung einer (ein paar weitere Seiten füllenden) Expedition macht sich das Trio also auf den Weg und da ein Ballard, Selby und Silver anscheinend noch nicht reichen, um es mit MARBU aufzunehmen, bekommt man unterwegs noch den halbintelligenten, weißen Gorilla Ori zur Seite gestellt.

Diesen braucht man jedoch erst mal gar nicht, da man es zunächst - ähnlich wie in den Fantasy - Mehrteilern des Autors - nur mit den üblichen Stolperfallen zu tun bekommt, wie Krokodilen oder fliegenden Fischen, wobei letztere immerhin von der allgegenwärtigen Marbu - Magie erschaffen wurden. Zwischendurch erfährt man dann, dass Bordman an einer Art Schreibblockade leidet - besser gesagt hat er gerade einfach keine Lust, an der Marbu - Bibel zu arbeiten, was dem Leser doch etwas merkwürdig vorkommt, da zuvor ausgesagt wurde, dass er durch das Geisteropium einem Zwang unterliegt, also schreiben muss, ob er will oder nicht. Doch sei es wie es sei, den Helden verschafft er durch seine Schreibfaulheit natürlich einen Vorsprung, zumal die fliegenden Horrorfische kein wirkliches Hindernis für das kampferprobte Trio darstellen und sich der weiße Gorilla Ori höchstpersönlich um den Hexer Basanga kümmert.

Allerdings spürt Ballard auch selbst noch die Nachwirkungen des Marbu - Giftes und befürchtet (nicht ohne Grund, wie wir wissen…) dass er die Magie wohl doch noch nicht ganz losgeworden ist. Da ist es nicht sehr hilfreich, dass die Helden in der unterirdischen Behausung Basangas, in die man sich begibt, eingeschlossen und vom Geisteropium umnebelt werden, nachdem Selby schlauerweise die Opiumkugeln verbrannt hat. Immerhin kann man der Falle dank Silvers Magie schnell entkommen, worauf der Hüne alles, was irgendwie nach Marbu riecht oder aussieht, vernichtet. Anschließend setzen die Gefährten ihren Weg zu den Kigussi und dem durch Marbu - Magie entweihten goldenen Kreuz fort, allerdings erweist sich die Idee, ausgerechnet den irren Marbu - Zauberer dorthin mitzuschleppen, als nicht sehr schlau, da dieser die Kigussi natürlich warnt, kaum dass man deren Gebiet erreicht hat.

Im darauffolgenden Kampf gegen Basanga muss Ballard sich dann wieder einmal retten lassen, diesmal allerdings ausnahmsweise nicht von Silver, sondern vom weißen Gorilla Ori, der gleich kurzen Prozess mit dem Hexer macht. Schließlich gilt es ja noch Bordman unschädlich zu machen und das goldene Kreuz von der Marbu Magie zu befreien. Während Selby, der sich um Bordman und das Manuskript kümmert, leider versagt, da im entscheidenden Moment eine riesige Hand (!) erscheint und den Autor mitsamt der unvollendeten Marbu Bibel in Sicherheit bringt, gelingt es (wieder einmal) dem weißen Gorilla Ori, das goldene Kreuz im doppelten Sinne des Wortes umzudrehen, und Ballard verabschiedet sich von seinem neuen tierischen Helfer mit den Worten: „Ohne dich hätten wir es nicht geschafft!“ Und das ist angesichts eines mit Odas Hexenkräften ausgestatteten Lance Selby und eines Mr. Silver an seiner Seite ebenso traurig, wie wahr…

Kleine Zitate - Grosser MeisterHappy Birthday again…
„Er ist wieder wie früher, nun ja, vielleicht nicht ganz, aber doch wieder 38 und entschlossen den Kampf gegen die schwarze Macht wieder aufzunehmen…“
(TB 73 / S.21)

Lieber verkneifen…?
Mir lag eine heikle Frage auf der Zunge. Eigentlich brannte sie mir schon ein Loch in dieselbe.
(TB 73 / S.43)

Tabaksteuer erhöhen?
Er rauchte mit widerlicher Gier.
(TB 74 / S.13)

Wasserdicht…
Ich zählte die Krümmungen des Flusses und an der siebten saugte sich mein Blick fest.
(TB 74 / S.21)

Vampir müsste man sein…
Mein Blut begann wie Champagner zu prickeln.
(TB 74 / S.40)

Kommentare  

#1 Toni 2018-07-26 21:04
Wieder ein paar schöne Zitate. :lol: Das Titelbild von Ballard 73 hat schon was.

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