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»Tony Ballard« revisited - Teil 23: Aufräumarbeiten…

»Tony Ballard« revisited»Tony Ballard« revisited
Teil 23: Aufräumarbeiten…

Als im Oktober des Jahres 1982 der erste Band der Tony Ballard Serie das Licht der Welt erblickte, waren seit 1974 bereits 67 Romane mit dem sympathischen Helden in der Gespensterkrimi - Reihe erschienen, so dass die eigenständige Serie bei ihrer Geburt schon über einen ansehnlichen Stamm an festen Helden, Feinden und Schauplätzen verfügte, welcher im Laufe der Zeit noch weiter anwachsen sollte.

In dieser Artikelserie befassen wir uns mit der Entwicklung der Serie vom reinen „Fall der Woche“ hin zu dem späteren, durchaus komplexen Serienkosmos…

Xendarro, der VampirDass sein Held nicht frei von Fehlern und letztlich kein Supermann, sondern auch nur ein Mensch ist, hat der gute AF Morland schon recht früh innerhalb der Serie erkennen lassen. Dass er aber auch schon mal krank werden und - wenn auch eher unfreiwillig - für längere Zeit die Seiten wechseln kann, ist dann schon ein etwas mutigerer Schritt. So beschleicht den Dämonenhasser in dem TONY BALLARD Band 46 „Xendarro, der Vampir“ gleich zu Anfang des Romans der Verdacht, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt. Er fühlt sich unwohl und seine über alle geliebte Freundin Vicky Bonney kommt ihm plötzlich fremd vor. Da das Thema MARBU, bei dem ja ähnliche „Symptome“ auftauchten, zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich noch keine Rolle spielt, muss es für dieses merkwürdige Befinden einen anderen Grund geben, wobei klar sein dürfte, dass der Autor sich mit der Auflösung dieses Rätsels noch Zeit lässt.

Bis dahin muss der gute Tony - Unwohlsein hin oder her - sich noch mit so einigen „Monstern der Woche“ herumschlagen, so wie etwa mit dem Vampir Xendarro, der hier sein Unwesen treibt und dabei dem Schwarzmagier Mago in die Quere kommt. Zumindest tut er das am Ende dieses doch etwas blutarmen Vampir - Abenteuers, als er den Fehler begeht, sich an einer weißen Hexe zu vergreifen, welche natürlich auf der Abschussliste des Hexenjägers steht. Ballard und Pater Severin bekommen es also nicht nur mit Vampiren, sondern auch mit Magos ghoulähnlichen Schergen zu tun, welche hier wieder zahlreich in Erscheinung treten und ihre äußerst gefährlichen Peitschen schwingen. Dass diese Peitschen einst dem Silberdämon Mr. Silver die magischen Fähigkeiten raubten, hat der Autor nicht vergessen und er lässt seine Helden dementsprechend vorsichtig agieren. Dass aber ein einfacher Holzstab, wie ihn Severin gern gegen das Dämonengekreuch einsetzt, einer solchen Peitsche widerstehen kann, während ein paar Seiten zuvor noch alles in seine Bestandteile zerfällt, was damit in Berührung kommt, scheint ihm dann im Eifer des Action Gefechts entgangen zu sein.

Im letzten Drittel des Romans versuchen die beiden Haudegen dann die weiße Hexe Marra zu retten. Besser gesagt versucht man zunächst einmal, sie davor zu bewahren, überhaupt von Mago geschnappt zu werden und verwickelt sie in ein seitenlanges Gespräch, welches sich hauptsächlich deshalb in die Länge zieht, weil die gute Frau sich weigert, zuzugeben, dass sie eine Hexe ist. Ballard und Severin müssen unverrichteter Dinge abziehen, beschließen aber, das potentielle Opfer des Hexenjägers zu beschatten. Sehr viel Übung scheint man da jedoch nicht zu haben, denn am Ende kommt es, wie es kommen muss, und das Mädel gerät genau zwischen die Fronten. Das wiederum kommt den Dämonenjägern zwar durchaus gelegen, allerdings hat man dann am Ende doch wieder das Nachsehen, denn gerade als Ballard seinen Diskus in das Getümmel werfen will, verschwinden sowohl Mago als auch Xendarro einfach.

Medium des Mord - MagiersImmerhin konnte man die weiße Hexe retten und beschließt, sie zum „Weißen Kreis“ zu bringen. In dem TONY BALLARD Band 47 „Medium des Mord - Magiers“ geht es dann auch nahtlos an genau dieser Stelle weiter. Doch bevor die beiden Gefährten sich mit ihrem Schützling auf den Weg zur Zentrale des „Weißen Kreises“ machen, erfährt Ballard von seinem Finanzier Tucker Peckinpah, dass der Silberdämon Mr. Silver sich auf die Suche nach seiner Freundin Roxane begeben hat - von deren Verschwinden der Leser natürlich längst weiß, und sich bereits wunderte, dass niemand die gute Frau vermisst… Doch auch unserem Tony geht es noch immer nicht wirklich besser. Die seltsame Gefühlskälte und das Gefühl der Entfremdung sind nach wie vor da und stellen ihn und den Leser vor ein weiteres ungelöstes Rätsel.

Und das ist dann auch in diesem „Fall der Woche“ bereits wieder das Highlight des Romans, der zwar ein durchaus beachtliches Tempo und reichlich Action aufweist, dafür aber nur eine recht dünne Handlung bietet. Die Befürchtung, dass der bereits im Titel erwähnte Mord-Magier wieder von der Prä - Welt Coor stammt, wird dann auch recht schnell bestätig, wenn dieser sich auch hier nicht ganz so dämlich anstellt, wie seine beiden Vorgänger. Nebenher bekommt man es noch mit ein paar Geierdämonen zu tun, welche als Rockband getarnt die Gegend unsicher machen. Wesentlich interessanter erscheint da der wiederaufgenommene Plot um die drei Tornados, welche ja ein paar Romane zuvor den „Weißen Kreis“ infiltrierten und in diesem Heft nun gleich in die Vollen gehen und ihn zerstören wollen.

Da die meisten Mitglieder außer Haus sind, um sich um die Geierdämonen zu kümmern, deren Aktivität von Yuums Auge angezeigt wurde, und der Hexenhenker Anthony Ballard es nicht allein mit drei Dämonen aufnehmen kann, muss halt Kommissar Zufall helfen: Wie wir uns erinnern, war Tony Ballard ja bereits unterwegs, um die Weiße Hexe Marra beim Weißen Kreis abzuliefern, und natürlich kommt er dann genau im richtigen Moment dort an, um seinem Urgroßvater unter die Arme zu greifen, auch wenn dieser, nur mit seinem Hackbeil bewaffnet, sogar schon einen der Tornados ausgeschaltet hat. Dass auch die übrigen Verräter unsere Helden vor keine großen Schwierigkeiten stellen, wirkt dann - wenn man bedenkt, als wie stark die „Drei Tornados“ bei ihrem ersten Auftritt beschrieben wurden, doch etwas unglaubwürdig. Beinahe beschleicht einen hier der Verdacht, der Autor wollte dieses Kapitel möglichst schnell abhaken. Dabei hätte man daraus durchaus mehr machen können.

Doch auch die abwesenden Mitglieder des Weißen Kreises müssen sich im Kampf gegen die Geierdämonen nicht übermäßig anstrengen. Einzig der Kampf gegen den Mord - Magier, den Ballard allein bestehen muss, fordert den Helden ein bisschen, besser gesagt, wird er von diversen Tricks, wie einer Scheinwelt und einem Doppelgänger eine Weile aufgehalten, bevor er dem Magier seinen Diskus an den Hals werfen kann. Dessen Plan, einen Schlag gegen das britische Königshaus zu führen, ist damit leider hinfällig. Nicht dass irgendjemand ernsthaft geglaubt hat, man würde die Figur noch mal wiedersehen…

Kommentare  

#1 Toni 2017-11-30 20:22
Da muss man erst einmal drauf kommen: Geierdämonen die als Rockband getarnt sind :lol:
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#2 Cartwing 2017-12-01 06:36
das gabs doch schon mal: Geiersturzflug ;-)
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