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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Kürzungen in der DK-Neuauflage - 58. Teil - Die Tochter des Werwolfs

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Kürzungen der Neuauflage
Die Tochter des Werwolfs

Als am 12. April 1983 die Neuauflage der Dämonenkiller-Serie startete, war ich hocherfreut, denn es bestand für mich die Chance, daß ich endlich das Ende des Baphomet-Zyklus (Dämonenkiller 130 – 149) in Heftformat erhalten könnte. Leider wurde nichts daraus und das lag unter anderem daran, dass der Erich Pabel-Verlag auf eine glorreiche Idee kam.


Im Sinne des Jugendschutzes begann man damit, sämtliche (möglicherweise) jugendgefährdenden Stellen in den Dämonenkiller-Romanen zu entfernen.

Schauen wir uns mal an, was in Dämonenkiller-Roman Nr. 57 Die Tochter des Werwolfs gekürzt wurde:

Der Dämonenkiller erscheint "Im Zeichen des Bösen" (Vampir Horror Bd. 23)Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 6, 2. Spalte, 7. Absatz - Seite 7, 1. Spalte, 1. Absatz

Henicke sah sich um. Es war Fe­bruar, und ein kalter Wind wehte durch die Straßen. Trotzdem stan­den ein paar Straßenmädchen da, die Gesichter stark geschminkt, teure Pelzjacken um die Schultern. Auf beiden Straßenseiten standen par­kende Autos, rot glühte die Neonre­klame der Bar, die Jürgen Henicke gehörte.

Die Tochter des Werwolfs 
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 7, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 7, 2. Spalte, 1. Absatz

Henicke sah sich um. Es war Januar, und ein kalter Wind wehte durch die Straßen. Trotzdem stan­den ein paar Straßenmädchen da, die Gesichter stark geschminkt, teure Pelzjacken um die Schultern. Auf beiden Straßenseiten standen par­kende Autos, rot glühte die Neonreklame der Bar, die Jürgen Henicke gehörte.

* * * 

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 7, 1. Spalte, 9. + 10. Absatz

Drei Schüsse peitschten, Einzel­feuer. Henicke spürte die Einschläge der Kugeln in Unterleib und Schen­keln, er richtete sich auf und kroch hinter den Wagen.
Kein Schuß fiel mehr, aus der Bar drangen erregte Stimmen. Passan­ten, die wie angewurzelt stehenge­blieben waren, kamen langsam nä­her, Freudenmädchen traten aus Hausnischen und Einfahrten. Ein kräftiger Mann, der Rausschmeißer der Bar, wagte sich als erster zu dem blutenden, stöhnenden Henicke.

Der Dämonenkiller erscheint "Im Zeichen des Bösen" (Vampir Horror Bd. 23)

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 7, 2. Spalte, 9. + 10. Absatz

Drei Schüsse peitschten, Einzel­feuer. Henicke spürte die Einschläge der Kugeln. Er richtete sich auf und kroch hinter den Wagen.
Kein Schuß fiel mehr, aus der Bar drangen erregte Stimmen. Passan­ten, die wie angewurzelt stehenge­blieben waren, kamen langsam nä­her, Freudenmädchen traten aus Hausnischen und Einfahrten. Ein kräftiger Mann, der Rausschmeißer der Bar, wagte sich als erster zu dem stöhnenden Henicke.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 9, 4. Spalte, 4. Absatz

„Du weißt genau, wovon ich rede, Henicke. Petra war vor dir geflüch­tet, sie wagte sich nicht nach Hause und hielt sich versteckt. Damals war dir die Polizei hart auf den Fersen, Henicke. Du durftest kein Risiko eingehen. Petra mußte stumm ge­macht werden. Sie wurde mit zer­schnittenem Gesicht auf einer Müll­halde gefunden, eine Berettakugel im Kopf. Wie ein Stück Dreck war sie dort hingeschmissen worden.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 10, 1. Spalte, 5. Absatz

„Du weißt genau, wovon ich rede, Henicke. Petra war vor dir geflüch­tet, sie wagte sich nicht nach Hause und hielt sich versteckt. Damals war dir die Polizei hart auf den Fersen, Henicke. Du durftest kein Risiko eingehen. Petra mußte stumm ge­macht werden. Sie wurde auf einer Müll­halde gefunden, eine Berettakugel im Kopf. Wie ein Stück Dreck war sie dort hingeschmissen worden.“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 16, 2. Spalte, 12. Absatz – Seite 17, 1. Spalte, 1. Absatz

Brüllend schnappte Sommer mit den Zähnen nach Trevor Sullivans Bein, er warf sich auf dem Boden hin und her und riß sich die Finger am Beton blutig. Sullivan fürchtete, sein Herz werde versagen. Blut schoß aus einer geplatzten Ader in seiner Nase.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 16, 2. Spalte, 11. Absatz

Brüllend schnappte Sommer mit den Zähnen nach Trevor Sullivans Bein, er warf sich auf dem Boden hin und her. Sullivan fürchtete, sein Herz werde versagen.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 17, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 17, 2. Spalte, 7. Absatz

Dann klirrte Glas, Rufe wurden laut. Ein schwarzer, langgestreckter Körper sprang aus dem Baracken­fenster und raste durch die Nacht. Es war ein Wolf, jener Wolf, den man vorher schon in Vollmondnächten im Lager gesehen hatte. So ging jeden­falls das Gerücht.
Von seiner Schnauze tropfte Blut.
„Da läuft er“, schrie Trevor Sulli­van, riß die Armeepistole heraus und schoß.
Die Entfernung war zu groß. Der Schuß verfehlte sein Ziel. Aber dann peitschten Karabinerschüsse, Solda­ten rannten herbei, das ganze Lager geriet in Aufruhr. Die Lichtfinger der Scheinwerfer huschten durch die Nacht, ein Scheinwerferstrahl er­faßte den rennenden Wolf, der sich in der Nähe des Bunkerhügels befand.
Rattat-rattatat-atat. Ein Maschi­nengewehr feuerte. Um den Wolf herum spritzte die Erde auf, er jaulte schrill auf und überschlug sich in vollem Lauf. Zuckend wälzte er sich am Boden, aber irgendwie schaffte er es, dem Scheinwerferlicht zu ent­kommen.
Lichtkegel kreuzten sich, suchten alles ab. Aber der Wolf war nicht mehr zu sehen, obwohl die MG-Gar­be ihn getroffen hatte.
Trevor Sullivan war einer der er­sten, die in die Baracke stürzten, in den Raum, aus dem die Todesschreie gekommen waren. Ein gräßliches Bild bot sich ihnen. Mit aufgerisse­ner Kehle und starrem Blick lag Leutnant Philby auf seinem blutge­tränkten Bett.
Mature MacKinley, ein älterer Of­fizier, kam hereingestürzt, Haar und Schnurrbart zerzaust.
Er stöhnte, als er Philbys sterbliche Überreste sah.
„Captain Sullivan“, befahl er. „Kümmern Sie sich um Ihren Schützling Bernd Sommer. Eine Blutspur führt zum Bunker, und das sage ich Ihnen, wenn Sommer etwas mit dieser Schweinerei zu tun hat, wenn er auch nur einen Kratzer oder eine Schußverletzung hat, dann stel­le ich ihn an die Wand. Und Sie kön­nen sich dann auch auf etwas gefaßt machen, Captain.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 17, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 17, 2. Spalte, 7. Absatz

Dann klirrte Glas, Rufe wurden laut. Ein schwarzer, langgestreckter Körper sprang aus dem Baracken­fenster und raste durch die Nacht. Es war ein Wolf, jener Wolf, den man vorher schon in Vollmondnächten im Lager gesehen hatte. So ging jeden­falls das Gerücht.
„Da läuft er“, schrie Trevor Sulli­van, riß die Armeepistole heraus und schoß.
Die Entfernung war zu groß. Der Schuß verfehlte sein Ziel. Aber dann peitschten Karabinerschüsse, Solda­ten rannten herbei, das ganze Lager geriet in Aufruhr. Die Lichtfinger der Scheinwerfer huschten durch die Nacht, ein Scheinwerferstrahl er­faßte den rennenden Wolf, der sich in der Nähe des Bunkerhügels befand.
Rattat-rattatat-atat. Ein Maschi­nengewehr feuerte. Um den Wolf herum spritzte die Erde auf, er jaulte schrill auf und überschlug sich in vollem Lauf. Zuckend wälzte er sich am Boden, aber irgendwie schaffte er es, dem Scheinwerferlicht zu ent­kommen.
Lichtkegel kreuzten sich, suchten alles ab. Aber der Wolf war nicht mehr zu sehen, obwohl die MG-Gar­be ihn getroffen hatte.
Trevor Sullivan war einer der er­sten, die in die Baracke stürzten, in den Raum, aus dem die Todesschreie gekommen waren. Ein gräßliches Bild bot sich ihnen. Mit aufgerisse­ner Kehle und starrem Blick lag Leutnant Philby auf seinem Bett.
Mature MacKinley, ein älterer Of­fizier, kam hereingestürzt, Haar und Schnurrbart zerzaust.
Er stöhnte, als er Philbys sterbliche Überreste sah.
„Captain Sullivan“, befahl er. „Kümmern Sie sich um Ihren Schützling Bernd Sommer. Eine Spur führt zum Bunker, und das sage ich Ihnen, wenn Sommer etwas mit dieser Schweinerei zu tun hat, wenn er auch nur einen Kratzer oder eine Schußverletzung hat, dann stel­le ich ihn an die Wand. Und Sie kön­nen sich dann auch auf etwas gefaßt machen, Captain.“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 19, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 19, 2. Spalte, 1. Absatz

„Lieber Captain Sullivan, ich schreibe Ihnen, weil Sie der einzige sind, an den ich mich wenden kann. Die nachstehende Geschichte wird Ihnen wirr und grausig vorkommen, aber es ist die reine Wahrheit. Ich, Bernd Sommer, bin ein Werwolf. Ich war jener Wolf, der im Kriegsgefan­genenlager gesehen wurde, und ich habe die vier Männer umgebracht. Ich konnte nicht anders, der Fluch des Schwarzen Blutes zwang mich dazu. Ich habe mir aber immer Opfer ausgesucht, die es verdient hatten. Das Ganze begann, als ich im Som­mer 1944 als Oberleutnant der Wehr­macht mit einem Sabotageauftrag nach Sibirien vorstieß. Ich wurde angeschossen, als ich deutsche Kriegsgefangene aus einem Lager zu befreien versuchte und konnte mich mit letzter Kraft in einen Wald ret­ten. Dort wäre ich gestorben, aber ei­ne junge Frau fand mich. Sie war rothaarig, verwegen und schön. Ta­mara war ihr Name. Wir verlebten drei herrliche, unbeschwerte Wo­chen, während deren ich mehr und mehr zu Kräften kam. In der ersten Vollmondnacht verriet sie mir ihr Geheimnis. Wer kann mein Entset­zen beschreiben, als sie sich vor mei­nen Augen in eine weiße Wölfin ver­wandelte? Sie fiel über mich her. Ich war noch nicht völlig gesund und bei Kräften, und sie biß mich an ver­schiedenen Körperstellen. Dann rannte sie hinaus in die Nacht. Als sie im Morgengrauen wiederkam, war ihre Schnauze blutig.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 19, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 19, 2. Spalte, 1. Absatz

„Lieber Captain Sullivan, ich schreibe Ihnen, weil Sie der einzige sind, an den ich mich wenden kann. Die nachstehende Geschichte wird Ihnen wirr und grausig vorkommen, aber es ist die reine Wahrheit. Ich, Bernd Sommer, bin ein Werwolf. Ich war jener Wolf, der im Kriegsgefan­genenlager gesehen wurde, und ich habe die vier Männer umgebracht. Ich konnte nicht anders, der Fluch des Schwarzen Blutes zwang mich dazu. Ich habe mir aber immer Opfer ausgesucht, die es verdient hatten. Das Ganze begann, als ich im Som­mer 1944 als Oberleutnant der Wehr­macht mit einem Sabotageauftrag nach Sibirien vorstieß. Ich wurde angeschossen, als ich deutsche Kriegsgefangene aus einem Lager zu befreien versuchte und konnte mich mit letzter Kraft in einen Wald ret­ten. Dort wäre ich gestorben, aber ei­ne junge Frau fand mich. Sie war rothaarig, verwegen und schön. Ta­mara war ihr Name. Wir verlebten drei herrliche, unbeschwerte Wo­chen, während deren ich mehr und mehr zu Kräften kam. In der ersten Vollmondnacht verriet sie mir ihr Geheimnis. Wer kann mein Entset­zen beschreiben, als sie sich vor mei­nen Augen in eine weiße Wölfin ver­wandelte? Sie fiel über mich her. Ich war noch nicht völlig gesund und bei Kräften, und sie biß mich an ver­schiedenen Körperstellen. Dann rannte sie hinaus in die Nacht!“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 20, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 20, 2. Spalte, 3. Absatz

In der nächsten Vollmondnacht brach er aus. Er ließ mehrere Lei­chen mit aufgerissenen Kehlen in den KGB-Kerkern hinter sich. Viele Kugeln trafen den Werwolf, aber keine war aus Silber und konnte ihm etwas anhaben.
Anschließend faßte Bernd Som­mer sich kurz. Als Mensch und als Werwolf hatte er sich quer durch Rußland geschlagen, hatte sich zeit­weise als Leutnant der vorrücken­den Roten Armee getarnt und war so nach Deutschland gelangt. Ob er in dieser Zeit als Werwolf Opfer geris­sen hatte, schrieb Bernd Sommer nicht. Es war jedoch anzunehmen.
Zeitweise war Bernd Sommer auch mit Flüchtlingstrecks gereist, was ihm fast zum Verhängnis geworden wäre. Eine SS-Patrouille verhaftete ihn bei einer Treckkontrolle in der Nähe von Bebra. Er sollte als Deser­teur erschossen werden. Doch die Hinrichtung wurde für eine Voll­mondnacht angesetzt.
Statt eines erschöpften, niederge­schlagenen Mannes, der den Tod erwartete, sprang ein tobender, brül­lender Werwolf aus der Zelle und kämpfte sich einen blutigen Weg frei.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 20, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 20, 2. Spalte, 4. Absatz

In der nächsten Vollmondnacht brach er aus. Er ließ mehrere Leichen in den KGB-Kerkern hinter sich. Viele Kugeln trafen den Werwolf, aber keine war aus Silber und konnte ihm etwas anhaben.
Anschließend faßte Bernd Som­mer sich kurz. Als Mensch und als Werwolf hatte er sich quer durch Rußland geschlagen, hatte sich zeit­weise als Leutnant der vorrücken­den Roten Armee getarnt und war so nach Deutschland gelangt. Ob er in dieser Zeit als Werwolf Opfer geris­sen hatte, schrieb Bernd Sommer nicht. Es war jedoch anzunehmen.
Zeitweise war Bernd Sommer auch mit Flüchtlingstrecks gereist, was ihm fast zum Verhängnis geworden wäre. Eine SS-Patrouille verhaftete ihn bei einer Treckkontrolle in der Nähe von Bebra. Er sollte als Deser­teur erschossen werden. Doch die Hinrichtung wurde für eine Voll­mondnacht angesetzt.
Statt eines erschöpften, niederge­schlagenen Mannes, der den Tod erwartete, sprang ein tobender, brül­lender Werwolf aus der Zelle und kämpfte sich einen Weg frei.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 24, 1. Spalte, 3. – 7. Absatz

„Los, fahren wir“, sagte er. „Wäh­rend meiner Abwesenheit ist doch si­cher wieder alles drunter und drüber gegangen. Die Weiber haschen und saufen und empfangen keine Kun­den. Die Kerle, die für mich arbeiten, sahnen in die eigene Tasche ab. Na ja, ich werde schon wieder Schwung in den Laden bringen.“
An diesem Tag brachte er aber noch keinen hinein, es gab eine mächtige Sauferei im Zuhältertreff 'Crazy Horse'.
Einen Leibwächter hatte Träller-­Maxe während Henickes Krankheit bereits aufgetrieben, einen hünen­haften Neger namens Fred Tschambakye. Henicke ging nun unverzüg­lich daran, sein Geschäft wieder zu übernehmen.
Zunächst ging er hinüber ins ,Cra­zy Horse', wo er tatsächlich noch zwei von seinen Strichbienen fand. Mit ein paar kräftigen Ohrfeigen machte er ihnen klar, daß jetzt genug gefeiert worden war und der Alltag wieder anfing.
„Schluckt ein paar Tabletten und seht zu, daß ihr Schotter herbei­schafft, sonst kriegt ihr eine Abrei­bung, an die ihr denken werdet. Jetzt ist Freitagnachmittag, am Montag will ich von jeder mindestens an­derthalb Riesen sehen, ist das klar?“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 24, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 24, 2. Spalte, 5. Absatz

„Los, fahren wir“, sagte er. „Wäh­rend meiner Abwesenheit ist doch si­cher wieder alles drunter und drüber gegangen. Die Weiber saufen und empfangen keine Kun­den. Die Kerle, die für mich arbeiten, sahnen in die eigene Tasche ab. Na ja, ich werde schon wieder Schwung in den Laden bringen.“
An diesem Tag brachte er aber noch keinen hinein, es gab eine mächtige Sauferei im Zuhältertreff 'Crazy Horse'.
Einen Leibwächter hatte Träller-­Maxe während Henickes Krankheit bereits aufgetrieben, einen hünen­haften Neger namens Fred Tschambakye. Henicke ging nun unverzüg­lich daran, sein Geschäft wieder zu übernehmen.
Zunächst ging er hinüber ins ,Cra­zy Horse', wo er tatsächlich noch zwei von seinen Strichbienen fand. Mit ein paar kräftigen Ohrfeigen machte er ihnen klar, daß jetzt genug gefeiert worden war und der Alltag wieder anfing.
„Seht zu, daß ihr Schotter herbei­schafft, sonst kriegt ihr eine Abrei­bung, an die ihr denken werdet. Jetzt ist Freitagnachmittag, am Montag will ich von jeder mindestens an­derthalb Riesen sehen, ist das klar?“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 26, 2. Spalte, 8. Absatz

Eine verlebt aussehende Frau mit großen rauschgiftsüchtigen Augen stand da. Henicke schob sie zurück.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 26, 2. Spalte, 5. Absatz

Eine verlebt aussehende Frau mit großen Augen stand da. Henicke schob sie zurück.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 29, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 30, 1. Spalte, 5. Absatz

Neger-Fred stieß dem Werwolf mit weitaufgerissenen Augen, deren Weißes im Wageninnern schimmer­te, das Messer in den Nacken. Ein Prankenschlag fegte ihm die Klinge aus der Hand. Als Träller-Maxe röchelnd und blutüberströmt hinter dem Steuer zusammensank, wandte sich der Werwolf dem Neger zu.
Der Beifahrersitz brach aus der Verankerung, als der Werwolf sich auf Neger-Fred stürzte. Der Neger schrie und der Werwolf röhrte. Ne­ger-Fred konnte die Schalldämpfer­pistole ziehen. Neun Kugeln jagte er in den Werwolf hinein. Die Bestie spürte den Schmerz, doch die Kugeln konnten sie nicht verwunden. Die Wut des Werwolfs wurde nur noch größer.
Neger-Fred hatte den Kräften des Werwolfs nichts entgegenzusetzen. Er starb einen gräßlichen Tod. Als der Werwolf die blutbesudelten Zäh­ne gegen die Eurasierin bleckte, fiel sie mit einem gellenden Schrei in Ohnmacht. Das rettete ihr das Le­ben.
Der Henicke-Werwolf klemmte sich hinter das Steuer. Noch lief der Wagen, die Bestie wollte losfahren. Aber der Werwolfskörper war zum Autofahren nicht geschaffen, die tie­rischen Instinkte wurden immer stärker und die menschliche Intelli­genz immer schwächer.
Der Mercedes machte einen Satz, überrollte den Zaun eines Schreber­gartens und blieb in einer Brombeer­hecke stehen. Der Werwolf warf sich brummend und grollend gegen die Tür, bis die Verriegelung nachgab und aufsprang. Er stieg aus, den Mo­tor hatte er abgewürgt.
Nun starrte die Bestie auf die be­wußtlose Eurasierin im blutbespritzten Wagen. Sein Instinkt holte die Information aus seinen menschlichen Erinnerungen, wie er die Wa­gentür öffnen konnte. Er riß sie auf und zerrte die Eurasierin heraus.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 30, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 30, 2. Spalte, 5. Absatz

Neger-Fred stieß dem Werwolf mit weitaufgerissenen Augen, deren Weißes im Wageninnern schimmer­te, das Messer in den Nacken. Ein Prankenschlag fegte ihm die Klinge aus der Hand. Als Träller-Maxe rö­chelnd hinter dem Steuer zusammensank, wandte sich der Werwolf dem Neger zu.
Der Beifahrersitz brach aus der Verankerung, als der Werwolf sich auf Neger-Fred stürzte. Der Neger schrie und der Werwolf röhrte. Ne­ger-Fred konnte die Schalldämpfer­pistole ziehen. Neun Kugeln jagte er in den Werwolf hinein. Die Bestie spürte den Schmerz, doch die Kugeln konnten sie nicht verwunden. Die Wut des Werwolfs wurde nur noch größer.
Neger-Fred hatte den Kräften des Werwolfs nichts entgegenzusetzen. Als der Werwolf die Zäh­ne gegen die Eurasierin bleckte, fiel sie mit einem gellenden Schrei in Ohnmacht. Das rettete ihr das Le­ben.
Der Henicke-Werwolf klemmte sich hinter das Steuer. Noch lief der Wagen, die Bestie wollte losfahren. Aber der Werwolfskörper war zum Autofahren nicht geschaffen, die tie­rischen Instinkte wurden immer stärker und die menschliche Intelli­genz immer schwächer.
Der Mercedes machte einen Satz, überrollte den Zaun eines Schrebergartens und blieb in einer Brombeer­hecke stehen. Der Werwolf warf sich brummend und grollend gegen die Tür, bis die Verriegelung nachgab und aufsprang. Er stieg aus, den Mo­tor hatte er abgewürgt.
Nun starrte die Bestie auf die be­wußtlose Eurasierin im Wagen. Sein Instinkt holte die Information aus seinen mensch­lichen Erinnerungen, wie er die Wa­gentür öffnen konnte. Er riß sie auf und zerrte die Eurasierin heraus.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 38, 1. Spalte, 8. Absatz

„Der Wolf von Frankfurt“, so laute­te die Schlagzeile. Dorian las, daß in der vorigen Nacht in einem blutbe­sudelten Wagen zwei Leichen mit zerbissenen Kehlen gefunden wor­den waren. Das Polizeipräsidium hatte die Meldung zunächst geheim­halten wollen, da Frankfurter Unterweltkreise mit dem Fall zu­sammenhingen und niemand ge­warnt werden wollte.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 39, 1. Spalte, 11. Absatz – Seite 39, 2. Spalte, 1. Absatz

„Der Wolf von Frankfurt“, so laute­te die Schlagzeile. Dorian las, daß in der vorigen Nacht in einem Auto zwei Leichen mit zerbissenen Kehlen gefunden wor­den waren. Das Polizeipräsidium hatte die Meldung zunächst geheim­halten wollen, da Frankfurter Unterweltkreise mit dem Fall zu­sammenhingen und niemand ge­warnt werden wollte.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 40, 2. Spalte, 7. Absatz

Auf dem Boden lag die Leiche ei­ner schwarzhaarigen Frau, eines eurasischen Mischbluts. Ihre Kehle war zerbissen, der Mantel blutgetränkt. Über ihr stand ein Monster, eine behaarte Gestalt mit einem Wolfsrachen und bleckenden Zäh­nen.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 41, 2. Spalte, 12. Absatz – Seite 42, 1. Spalte, 1. Absatz

Auf dem Boden lag die Leiche ei­ner schwarzhaarigen Frau, eines eurasischen Mischbluts. Ihre Kehle war zerbissen. Über ihr stand ein Monster, eine behaarte Gestalt mit einem Wolfsrachen und bleckenden Zäh­nen.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 50, 1. Spalte, 6. Absatz

Drei Tage später wurde sie als Lei­che mit zerschnittenem Gesicht auf einer Müllkippe gefunden, eine Ku­gel im Kopf.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 50, 2. Spalte, 6. Absatz

Drei Tage später wurde sie als Lei­che auf einer Müllkippe gefunden, eine Ku­gel im Kopf.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 52, 2. Spalte, 11. Absatz – Seite 53, 1. Spalte, 4. Absatz

„Ich mache dich nicht los“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Wer weiß, was du trinken willst.“
„Dein Blut“, brüllte der Werwolfmann und warf sich gegen die Ketten.
Er geiferte, tobte und fluchte, be­schimpfte Trevor Sullivan und seine Frau unflätig und drohte, sie zu zer­reißen. Er wurde nun wieder zur schwarzbehaarten Werwolfkreatur, zu einer bestialischen Kreuzung zwischen Mensch und Wolf.
Sullivan sah, daß mit Sommer in diesem Zustand nicht zu reden war. Als er zur Tür ging, warf er noch ei­nen letzten Blick auf den Werwolf.
„Sullivan“, grollte die Schreckens­kreatur mit kaum verständlicher Stimme. „Du dreckiger Schweine­hund, ich zerreiße dich und diese elende Hure da. Arrgghhh, aarrrrr!“
Ein bestialisches Heulen folgte, schaurig anzuhören. Sullivan lief es kalt über den Rücken. Er ging eilig aus dem Keller.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 53, 1. Spalte, 11. Absatz – Seite 53, 2. Spalte, 4. Absatz

„Ich mache dich nicht los“, sagte er und schüttelte den Kopf.
Er geiferte, tobte und fluchte, be­schimpfte Trevor Sullivan und seine Frau unflätig und drohte, sie zu zer­reißen. Er wurde nun wieder zur schwarzbehaarten Werwolfkreatur, zu einer bestialischen Kreuzung zwischen Mensch und Wolf.
Sullivan sah, daß mit Sommer in diesem Zustand nicht zu reden war. Als er zur Tür ging, warf er noch ei­nen letzten Blick auf den Werwolf.
„Sullivan“, grollte die Schreckens­kreatur mit kaum verständlicher Stimme. „Du dreckiger Schweine­hund, ich zerreiße dich und diese elende Hure da. Arrgghhh, aarrrrr!“
Ein Heulen folgte, schaurig anzuhören. Sullivan lief es kalt über den Rücken. Er ging eilig aus dem Keller.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 53, 2. Spalte, 12. Absatz

„Nichts vorerst, er ist gut aufgeho­ben. Wir fahren morgen in den Tau­nus. Vor allem müssen wir dafür sor­gen, daß der Henicke-Werwolf nicht in das Haus der Sommers einbricht und ein Blutbad anrichtet. Ich werde Trevor Sullivan noch einmal anru­fen, nachdem ich mit Becker gespro­chen habe und ihm sagen, daß er auf­passen soll.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 54, 1. Spalte, 13. Absatz – Seite 54, 2. Spalte, 1. Absatz

„Nichts vorerst, er ist gut aufgeho­ben. Wir fahren morgen in den Tau­nus. Vor allem müssen wir dafür sor­gen, daß der Henicke-Werwolf nicht in das Haus der Sommers einbricht. Ich werde Trevor Sullivan noch einmal anru­fen, nachdem ich mit Becker gespro­chen habe und ihm sagen, daß er auf­passen soll.“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 54, 1. Spalte, 10. Absatz – Seite 54, 2. Spalte, 1. Absatz

„Zwei Landstreicher haben gemel­det, daß sich auf dem Gelände einer leerstehenden Villa ein riesiger Wolf herumtreibt. Der Leiter des Reviers, an das sie sich wendeten, hat zwei Streifenwagen hingeschickt. Den Polizisten ist zum Glück nichts passiert. Aber einem Mädchen, das der Werwolf bei sich hatte, hat er die Kehle zerrissen.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 55, 1. Spalte, 1. Absatz

„Zwei Landstreicher haben gemel­det, daß sich auf dem Gelände einer leerstehenden Villa ein riesiger Wolf herumtreibt. Der Leiter des Reviers, an das sie sich wendeten, hat zwei Streifenwagen hingeschickt. Den Polizisten ist zum Glück nichts passiert. Aber einem Mädchen, das der Werwolf bei sich hatte, hat er getötet.“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 55, 1. Spalte, 8. Absatz

„Nun beruhigen Sie sich, Weber“, sagte der Inspektor. „Wir kümmern uns um die Sache. Wenn wir noch Fragen haben, melden wir uns wie­der.“

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 55, 2. Spalte, 10. Absatz

„Nun beruhigen Sie sich“, sagte der Inspektor. „Wir kümmern uns um die Sache. Wenn wir noch Fragen haben, melden wir uns wie­der.“

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 58, 1. Spalte, 2. Absatz

Schnell näherte sich der Werwolf, brach plötzlich aus einem kahlen Haselgebüsch und sprang mitten unter das Rudel. Die Rehe flohen in panischer Angst. Für eine junge Ric­ke aber war es zu spät. Der Werwolf brach ihr mit einem Biß das Genick, biß ihr den Hals auf, trank das hervorsprudelnde Blut und fraß von dem blutwarmen, dampfenden Fleisch.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 58, 2. Spalte, 5. Absatz

Schnell näherte sich der Werwolf, brach plötzlich aus einem kahlen Haselgebüsch und sprang mitten unter das Rudel. Die Rehe flohen in panischer Angst. Für eine junge Ric­ke aber war es zu spät. Der Werwolf brach ihr mit einem Biß das Genick und biß ihr den Hals auf.

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Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 60, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 60, 2. Spalte, 4. Absatz

Er hatte auf Dauerfeuer gestellt. Mitten in die Brust getroffen, sprang der Werwolf mit einen Satz in die Luft und stürzte in den Schnee, der sich von seinem Blut rötete. Er heulte und winselte, seine Klauen wühlten die Erde auf und seine Zähne bohr­ten sich in den gefrorenen Boden.
Dann rollte er auf den Rücken, von der zersetzenden Kraft des Silbers besiegt, und starrte zum Himmel em­por.
Dorian Hunter und Coco Zamis stürzten aus dem Haus, gefolgt von Trevor Sullivan und Gisela Sommer. Die Polizisten liefen herbei, neugie­rige Nachbarn kamen aus ihren Häusern.
Im Sterben wurde die Werwolf­bestie wieder zu Bernd Sommer. Nackt und mit zerschossener Brust lag er da, ein Lächeln glättete seine Züge. Schluchzend kniete sich Gisela neben ihn in den Schnee.
Er strich sacht mit seinen blutigen Fingern über ihre Hand.
„Nicht weinen“, flüsterte er. „Es ist besser so. Bald bin ich bei Petra.“
Er sah zu dem Mann empor, der über ihm stand, einem Mann, den er vor dreißig Jahren in einem Kriegs­gefangenenlager kennengelernt hatte.
„Hallo, Captain Sullivan.“
Es waren seine letzten Worte. Bernd Sommer seufzte und streckte sich im blutigen Schnee. Sein Leben und sein Werwolfdasein waren beendet.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 60, 2. Spalte, 9. Absatz – Seite 61, 1. Spalte, 9. Absatz

Er hatte auf Dauerfeuer gestellt. Mitten in die Brust getroffen, sprang der Werwolf mit einem Satz in die Luft und stürzte in den Schnee. Er heulte und winselte, seine Klauen wühlten die Erde auf und seine Zähne bohr­ten sich in den gefrorenen Boden.
Dann rollte er auf den Rücken, von der zersetzenden Kraft des Silbers besiegt, und starrte zum Himmel em­por.
Dorian Hunter und Coco Zamis stürzten aus dem Haus, gefolgt von Trevor Sullivan und Gisela Sommer. Die Polizisten liefen herbei, neugierige Nachbarn kamen aus ihren Häusern.
Im Sterben wurde die Werwolf­bestie wieder zu Bernd Sommer. Nackt und mit zerschossener Brust lag er da, ein Lächeln glättete seine Züge. Schluchzend kniete sich Gisela neben ihn in den Schnee.
Er strich sacht mit seinen Fingern über ihre Hand.
„Nicht weinen“, flüsterte er. „Es ist besser so. Bald bin ich bei Petra.“
Er sah zu dem Mann empor, der über ihm stand, einem Mann, den er vor dreißig Jahren in einem Kriegs­gefangenenlager kennengelernt hat­te.
„Hallo, Captain Sullivan.“
Es waren seine letzten Worte. Bernd Sommer seufzte und streckte sich im Schnee. Sein Leben und sein Werwolfdasein waren beendet.

* * *

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller Nr. 57
Seite 61, 1. Spalte, 9. Absatz – Seite 62, 1. Spalte, 8. Absatz

Gisela Sommer trat zuerst ins Ba­dezimmer, um sich das Blut ihres Mannes von den Händen zu waschen. Draußen hatte es wieder zu schneien begonnen, dicke Flocken fielen vom Himmel. Bald würde die Spuren des Werwolfs verschneit sein.
Die Frau sah das geöffnete Fen­ster. Sie ging in die Diele und schaute sich angstvoll um. Dann lief sie hin­unter in den Keller und holte die Nullacht, die noch unten auf der Treppe lag.
Lauschend stand sie in der Diele. Aus dem Schlafzimmer hörte sie ein. leises Winseln. Leise ging sie hin und öffnete die Tür. Eine verkrümmte, behaarte Gestalt lag vor dem Dop­pelbett auf dem Vorleger. Gisela sah sofort, daß ihr keine Gefahr drohte.
Der Werwolf war mitten in der Rückverwandlung. Gisela kannte das von ihrem Mann. Bald würde er wieder ein Mensch sein. Die Frau wußte, daß es nur einer sein konnte: Jürgen Henicke. Er hatte ihre Toch­ter auf dem Gewissen. Er war an al­lem schuld. An seiner Stelle war ihr Mann unter den Kugeln der Polizei gestorben.
Zuerst wollte sie die Silberkugeln auf ihn abschießen, aber dann be­gann sie zu überlegen. Diese Strafe war zu gering für Henicke. Sie wür­de etwas anderes tun. Es war zwar ein Risiko dabei, denn bei einer Haussuchung würde Henicke ent­deckt werden. Doch was hatte sie zu verlieren?
Eine Ausrede würde sie immer fin­den. Im schlimmsten Fall würde sie von der Polizei eine Ermahnung be­kommen.
Der Werwolf starrte sie an. Er war ihr wehrlos ausgeliefert.
„Steh auf“, sagte sie. „Geh hinunter in den Keller, sonst schieße ich dich auf der Stelle ab. Aber ich werde dich nicht mit einer schnellen Kugel töten. Nein, ich werde dich in den Leib und in die Beine, in die Arme und in die Schultern schießen, damit du langsam und elend an der zersetzenden Kraft des Silbers zugrunde gehst.“
Er wußte, daß sie nicht scherzte. Haß flackerte in ihren Augen. Dieser Frau hatte der Henicke-Werwolf al­les genommen.
Mühsam quälte er sich hoch, wankte an Gisela vorbei zum Keller. Er war so schwach, daß er die Keller­treppe hinunterfiel. Unten wurde er durch die Qualen der Metamorphose ohnmächtig.
Gisela Sommer stieß ihn ein paar­mal an, stach ihn mit einer silber­nen Nadel, um sicher zu sein, daß er sich nicht verstellte. Dabei hielt sie die Pistole ständig schußbereit.
Als sie sich davon überzeugt hatte, daß der Werwolf ohne Bewußtsein war, schleifte sie ihn zu den Ketten und kettete ihn an. Sie wußte nicht, weshalb die Rückverwandlung jetzt schon einsetzte, denn eine Vollmondnacht stand noch bevor. Aber bei der Lykanthropie spielen viel Faktoren mit. Vielleicht verwandelte Henicke sich früher zurück, weil es seine erste Metamorphose war, vielleicht lag es an seinem Organismus.
Es dauerte über eine Stunde, bis Jürgen Henicke wieder zu sich kam. Er sah an sich herunter, er hatte sei­ne menschliche Gestalt wieder, war nackt und trug Ketten. In seinem Mund steckte ein Knebel. Henickes Werwolfphase war bis zum nächsten Vollmond vorbei.
Vor ihm saß Gisela Sommer auf ei­nem Stuhl, die Pistole in der Hand.
„Kannst du mich verstehen, Jür­gen Henicke?“ fragte sie.
Er regte sich nicht. Da nahm sie ei­nen Stock und schlug auf den Mann ein, daß er sich vor Schmerzen krümmte.

Die Tochter des Werwolfs
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 57
Seite 62, 1. Spalte, 4. Absatz – Seite 63, 1. Spalte, 4. Absatz

Gisela Sommer trat zuerst ins Ba­dezimmer. Draußen hatte es wieder zu schneien begonnen, dicke Flocken fielen vom Himmel. Bald würde die Spuren des Werwolfs verschneit sein.
Die Frau sah das geöffnete Fen­ster. Sie ging in die Diele und schaute sich angstvoll um. Dann lief sie hin­unter in den Keller und holte die Nullacht, die noch unten auf der Treppe lag.
Lauschend stand sie in der Diele. Aus dem Schlafzimmer hörte sie ein. leises Winseln. Leise ging sie hin und öffnete die Tür. Eine verkrümmte, behaarte Gestalt lag vor dem Dop­pelbett auf dem Vorleger. Gisela sah sofort, daß ihr keine Gefahr drohte.
Der Werwolf war mitten in der Rückverwandlung. Gisela kannte das von ihrem Mann. Bald würde er wieder ein Mensch sein. Die Frau wußte, daß es nur einer sein konnte: Jürgen Henicke. Er hatte ihre Toch­ter auf dem Gewissen. Er war an al­lem schuld. An seiner Stelle war ihr Mann unter den Kugeln der Polizei gestorben.
Zuerst wollte sie die Silberkugeln auf ihn abschießen, aber dann be­gann sie zu überlegen. Diese Strafe war zu gering für Henicke. Sie wür­de etwas anderes tun. Es war zwar ein Risiko dabei, denn bei einer Haussuchung würde Henicke ent­deckt werden. Doch was hatte sie zu verlieren?
Eine Ausrede würde sie immer fin­den. Im schlimmsten Fall würde sie von der Polizei eine Ermahnung be­kommen.
Der Werwolf starrte sie an. Er war ihr wehrlos ausgeliefert.
„Steh auf“, sagte sie. „Geh hinunter in den Keller, sonst schieße ich!“
Er wußte, daß sie nicht scherzte. Haß flackerte in ihren Augen. Dieser Frau hatte der Henicke-Werwolf al­les genommen.
Mühsam quälte er sich hoch, wankte an Gisela vorbei zum Keller. Er war so schwach, daß er die Keller­treppe hinunterfiel. Unten wurde er durch die Qualen der Metamorphose ohnmächtig.
Gisela Sommer stieß ihn ein paar­mal an, stach ihn mit einer silber­nen Nadel, um sicher zu sein, daß er sich nicht verstellte. Dabei hielt sie die Pistole ständig schußbereit.
Als sie sich davon überzeugt hatte, daß der Werwolf ohne Bewußtsein war, schleifte sie ihn zu den Ketten und kettete ihn an. Sie wußte nicht, weshalb die Rückverwandlung jetzt schon einsetzte, denn eine Vollmondnacht stand noch bevor. Aber bei der Lykanthropie spielen viele Faktoren mit. Vielleicht verwandelte Henicke sich früher zurück, weil es seine erste Metamorphose war, vielleicht lag es an seinem Organismus.
Es dauerte über eine Stunde, bis Jürgen Henicke wieder zu sich kam. Er sah an sich herunter, er hatte sei­ne menschliche Gestalt wieder, war nackt und trug Ketten. In seinem Mund steckte ein Knebel. Henickes Werwolfphase war bis zum nächsten Vollmond vorbei.
Vor ihm saß Gisela Sommer auf ei­nem Stuhl, die Pistole in der Hand.
„Kannst du mich verstehen, Jür­gen Henicke?“ fragte sie.
Er regte sich nicht. Da nahm sie ei­nen Stock und schlug auf den Mann ein.

* * *

 Das waren die Kürzungen der DK-Neuauflage Nr. 57. In der nächsten Folge kommen die Kürzungen in der Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 58 "Gänsehaut" von Holger Friedrichs alias Roy Palmer daran.

 

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