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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Kürzungen in der DK-Neuauflage - 40. Teil - Tod in der grünen Hölle

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Kürzungen der Neuauflage
Tod in der grünen Hölle

Als am 12. April 1983 die Neuauflage der Dämonenkiller-Serie startete, war ich hocherfreut, denn es bestand für mich die Chance, daß ich endlich das Ende des Baphomet-Zyklus (Dämonenkiller 130 – 149) in Heftformat erhalten könnte. Leider wurde nichts daraus und das lag unter anderem daran, dass der Erich Pabel-Verlag auf eine glorreiche Idee kam.


Im Sinne des Jugendschutzes begann man damit, sämtliche (möglicherweise) jugendgefährdenden Stellen in den Dämonenkiller-Romanen zu entfernen.

Schauen wir uns mal an, was in Dämonenkiller-Roman Nr. 39 Tod in der grünen Hölle gekürzt wurde:

Der Dämonenkiller erscheint "Im Zeichen des Bösen" (Vampir Horror Bd. 23)Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 5, 2. Spalte, 2. Absatz

„El Dorado habe ich mir immer et­was größer vorgestellt“, meinte Lipwitz skeptisch. „Das hier sind nur vierzig Gebäude und eine Vierkantpyramide.“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 6, 1. Spalte, 4. Absatz

„Manoa habe ich mir immer et­was größer vorgestellt“, meinte Lipwitz skeptisch. „Das hier sind nur vierzig Gebäude und eine Vierkantpyramide.“

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 7, 1. Spalte, 1. Absatz

„Seit zwei Tagen lassen wir uns von Moskitos und allem möglichen Ungeziefer auffressen, schlagen uns mit Panthern, Schlangen und Gift­spinnen herum, und nun, wo wir end­lich etwas vor uns sehen, sollen wir wieder abhauen? Niemals! Ich be­haupte, das ist El Dorado. Eine zweite Stadt wird es hier kaum geben.“

Der Dämonenkiller erscheint "Im Zeichen des Bösen" (Vampir Horror Bd. 23)Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 7, 2. Spalte, 4. Absatz

„Seit zwei Tagen lassen wir uns von Moskitos und allem möglichen Ungeziefer auffressen, schlagen uns mit Panthern, Schlangen und Gift­spinnen herum, und nun, wo wir end­lich etwas vor uns sehen, sollen wir wieder abhauen? Niemals! Ich be­haupte, das ist Manoa. Eine zweite Stadt wird es hier kaum geben.“

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 8, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 11, Spalte, 5. Absatz

Lipwitz riß mit einem erstickten Schrei das Remington-Repetierge­wehr hoch und schoß dem Inkaherrscher eine Zehn-Millimeter-Kugel durch den Kopf. Atahualpas Schädel hätte wie eine überreife Melone zer­platzen müssen, doch nichts derglei­chen geschah.
Der Inka blieb auf den Beinen. Aus der Einschußwunde quoll eine gallertartige, graue Masse. Sie ver­schloß die Wunde.
Atahualpa lachte höhnisch. Als hätte der Schuß einen unheilvollen Bann gebrochen, begann nun ein wilder, kurzer Kampf. Atahualpa zeigte mit ausgestrecktem Finger auf Roger Ballard. Ihn trafen kein Pfeil, keine geschleuderte Kriegs­keule, kein Obsidianbeil, obwohl er drei Inkas mit kurzen Feuerstößen fällte. Calo starb, bevor er mit seiner Winchester feuern konnte. Mehrere Pfeile hatten seine Brust und seine Kehle durchbohrt. Von den Indios lagen drei am Boden, ohne Gegen­wehr ihr Schicksal erwartend, einer versuchte zu fliehen. Tiquito ver­suchte sich zu verteidigen. Eine Kriegskeule zerschmetterte den Schädel des Flüchtenden.
Er zog immer wieder den Abzug des Schnellfeuerkarabiners durch und wunderte sich, weshalb die Waf­fe nicht schoß, wie er es bei den wei­ßen Männern gesehen hatte. Er hatte sie noch immer nicht entsichert. Ein Pfeil fuhr ihm in den Unterleib, und dann waren die Inkas heran. Ein wil­des Handgemenge begann.
Jorge erschoß einen Inka mit sei­ner Doppelflinte. Dann sauste ein Obsidianbeil horizontal heran, traf seinen aufgerissenen Mund und schlug ihm die Zähne aus. Das Beil blieb im Kieferknochen stecken. Un­artikulierte Laute kamen aus Jorges Mund. Er ließ die Doppelflinte fallen. Obsidianklingen teilten ihn förmlich in Stücke.
Tiquito schlug mit dem Karabiner­kolben um sich und wurde niedergemetzelt.
Ein Inka entriß Roger Ballard das Schnellfeuergewehr. Roman Lip­witz, der bis jetzt voller Entsetzen und fassungslos Atahualpa ange­starrt hatte, erwachte aus seiner Er­starrung und kämpfte um sein Le­ben. Das Remington-Repetierge­wehr war ihm im Nahkampf nur hinderlich; er ließ es fallen und zog den schweren Ruger-Revolver aus der Halfter. Der Super-Blackhawk, Kaliber 44 Magnum, krachte wie ei­ne Kanone. Lipwitz spürte den Rückstoß im ganzen Arm.
Der Inka, dem er die Waffe vor den Bauch gehalten hatte, wurde von den Beinen gerissen. Wieder schoß Lip­witz und dann noch einmal. Zwei weitere Inkas stürzten zu Boden, tot der eine, schwerverletzt der andere. Der Super-Blackhawk, der schwer­ste zur Zeit gebaute Revolver, konnte selbst einen Büffel umlegen.
Lipwitz hatte sich etwas Luft ver­schafft. Er sah, wie sein Freund Ro­ger Ballard niedergerungen wurde und wie die Inkas die drei Indios niedermetzelten, die noch am Leben waren. Die Inkas kämpften völlig lautlos, nur das Röcheln und die Todesschreie der Sterbenden und das Stöhnen der Verwundeten wa­ren zu hören.
Der kleine Lipwitz hatte einen Brustkasten wie ein Gorilla und enorme Kräfte. Er schlug einem Inka den schweren Revolverlauf quer übers Gesicht und durchbrach mit einem Sprung den Ring der Angrei­fer. Er flüchtete in die Büsche.
„Halt!“ donnerte Atahualpas Stim­me hinter ihm.
Lipwitz hörte hinter sich Rascheln, Knacken und die Rufe der Verfolger. Blindlings stürmte er weiter. Nur weg von hier - weg, das war sein ein­ziger Gedanke. Er wich einem völlig verfilzten Gestrüpp aus und fiel fast in einen stinkenden Tümpel. Ei­ne giftige Buschmeisterschlange zischte ihn an, aber Lipwitz sah sie ebensowenig wie das Netz einer faustgroßen, haarigen Spinne. Er rannte hinein und hatte die Spinne am Hals sitzen. Die Giftzangen der Tropenspinne bohrten sich wie glü­hende Nägel in seinen Hals.
Lipwitz stieß einen Schrei aus, riß sich die Spinne vom Hals und schleuderte sie weg. Sein rechter Fuß ver­fing sich in einer Luftwurzel. Der kleine Mann stürzte zu Boden und verstauchte sich ein Fußgelenk. Der Schmerz war so groß, daß ihm Trä­nen in die Augen traten. Hinter sich hörte er die Rufe der ihn verfolgen­den Inkas. Schnell kamen sie näher.
Der Spinnenbiß brannte wie Feu­er. Lipwitz spürte seinen Puls im Hals klopfen, und sein Herz häm­merte. Er hatte gräßliche Angst vor dem Tod. Vorsichtig kroch er unter den hohen Farnen und zwischen dem Schachtelhalmgras hindurch und entdeckte eine längliche Bodenmul­de. Er legte sich hinein und preßte das Gesicht in das feuchte Moos. Ein fingerlanger Tausendfüßler rannte ihm über die heiße Wange.
Dann waren die Verfolger heran. Sie hielten Ausschau nach Lipwitz in dem Dämmerlicht unter dem dichten Laubdach der Bäume, die in drei Etappen wuchsen.
Lipwitz umklammerte mit zittern­der Hand seinen Revolver, entschlossen, die letzten Kugeln hinaus­zujagen, wenn er entdeckt wurde. Sein Kopf tat immer mehr weh, und von seinem rechten Fuß strahlten Schmerzen in den ganzen Körper aus. Schleier wogten vor seinen Au­gen, und von einer Sekunde zur an­dern verlor er das Bewußtsein.
Als er wieder zu sich kam, hörte er nur noch die Stimmen des Urwaldes - die Vogelrufe und vereinzelten Tierlaute, das Summen der Moskitos, das Rascheln irgendeines Tieres in der Nähe. Die Inkas hatten die Suche nach ihm aufgegeben.
Lipwitz wollte aufstehen, aber sein Fuß schmerzte so, daß er unmöglich auftreten konnte. An seiner linken Halsseite war vom Spinnenbiß eine faustgroße Beule entstanden, in sei­nen Ohren rauschte das Blut, und sein Körper war mit kaltem Schweiß bedeckt.
Nachdem er einige Minuten ge­lauscht hatte, ob kein Feind mehr in der Nähe war, kroch der kleine Mann mit zusammengebissenen Zähnen zu einem vom Blitz gefällten Baum. Er nahm das scharfgeschliffene Fahr­tenmesser aus der Gürtelscheide und hackte damit einen gegabelten Ast vom Stamm. Dann kürzte er die Ast­gabeln und entfernte die Zweige, da­bei immer lauschend, ob nicht die In­kas auf der Suche nach ihm umher­ schlichen. Mit Hilfe des dünnen, aber starken Astes, den er wie eine Krüc­ke unter die rechte Achsel klemmte, konnte Lipwitz sich aufrichten.
Er hatte Schmerzen und fühlte sich elend, aber er wollte wissen, was mit seinem Kameraden Roger Ballard geschehen war. Lipwitz lud seinen Revolver nach und humpelte durch das Dämmerlicht des Dschungels. Er brauchte für die Strecke, die er zuvor in panischer Flucht gerannt war, viermal so lange.
Dann hörte er die Stimmen der In­kas, einen Chor, dessen Sinn er nicht verstehen konnte, und dazwischen gräßliches Wimmern und hin und wieder einen Schrei.
Lipwitz beeilte sich. Als er den Rand der Lichtung und den Kampf­platz erreichte, duckte er sich hinter die meterhohen, moosüberwucher­ten Brettwurzeln eines mächtigen Ceibabaumes. Ein furchtbarer An­blick bot sich ihm.
Die toten Mitglieder des Such­trupps und ein halbes Dutzend toter Inkas lagen noch so, wie sie gefallen waren. Die andern Inkas, über zwei Dutzend, bildeten am Rand des Dschungels einen Halbkreis. In die­sem Halbkreis, dessen Öffnung dem Dschungel zugekehrt war, stand Atahualpa, und zu seinen Füßen lag Roger Ballard. Die Verletzten waren offensichtlich bereits weggebracht worden. Die Hände des blonden Ro­ger waren auf dem Rücken mit ei­nem langen Silbernagel zusammen­genagelt, sein Körper in ein Netz eingeschnürt; so straff waren die Schnüre angezogen, daß sie tief in sein Fleisch einschnitten. Roger war noch am Leben. Das Schreien und Wimmern kam von ihm.
Auf einen Wink Atahualpas hin eilten nun zwei Inkas herbei und stellten Roger Ballard auf die Füße. Atahualpa packte ihn an den Schul­tern. Sein Mund näherte sich Roger Ballards Hals. Das Gesicht des Inka­herrschers war eine verzerrte dämo­nische Fratze, von abgrundtiefer Bosheit geprägt.
Roman Lipwitz konnte nicht ge­nau sehen, was er machte; Ballards Kopf und Schultern verdeckten ihm die Sicht. Roger Ballard gab nun kei­nen Laut mehr von sich. Es sah so aus, als bisse ihn Atahualpa in den Hals, als sauge er irgendwelche Köstlichkeiten aus dem geschunde­nen Körper, und mit ihnen das Leben selbst. Ernährte dieses ungeheuer­liche Wesen sich etwa von dem Blut lebender Menschen?
Als der schreckliche Atahualpa sich nach einigen Minuten aufrichte­te und von Roger Ballard abließ, war sein Mund mit Blut verschmiert. Er gab ein paar Befehle in der Sprache, die Lipwitz nicht verstand, und die beiden Inkas schleppten Roger Bal­lards leblosen Körper nach Osten, zum Fluß hin. Zwei weitere Männer halfen den beiden Trägern, und Ata­hualpa ging vor ihnen her. Wie bei einer Prozession folgten die andern in Doppelreihe.
Lipwitz benutzte die Gelegenheit, um sich seinen Schnellfeuerkarabi­ner und eine Machete zu holen. Dann folgte er dem Zug der Inkas. Er muß­te wissen, was mit Roger Ballard ge­schah.
Lipwitz brauchte lange, bis er mit seiner behelfsmäßigen Krücke zum Fluß gehumpelt war. Der Fluß strömte nach Norden, zum Orinoco hin. Seine Ufer waren versumpft. Lipwitz mußte sich mühsam durch Farne, Schilf und Gestrüpp kämp­fen.
Er fand den Pfad, der zum Ufer führte, und im Gebüsch verborgen konnte er die Szene auf dem breiten Holzsteg verfolgen. Die Inkas stan­den auf dem Steg, zu Atahualpas Fü­ßen lag reglos Roger Ballard. Der Herrscher mit dem reichgeschmück­ten Mantel und der Federkrone mur­melte Beschwörungen und beschrieb mit den Fingern magische Zeichen in der Luft. Dann gab er Ballard einen Tritt, daß er ins tiefe Wasser fiel und wie ein Stein unterging. Ein paar Luftblasen stiegen auf.
Jetzt wußte Lipwitz, was die Reise ohne Wiederkehr war.
Die Inkas verließen den Steg, und Roman Lipwitz erkannte in jähem Schrecken, daß er sich zu weit vorge­wagt hatte. Er lag nur zwei Meter vom Pfad entfernt im dichten Ge­büsch; wenn einer der Inkas genau hinsah, konnte er ihn vielleicht ent­decken.
Roman Lipwitz starb tausend Tode. Er vergaß sogar die Schmerzen in seinem Fuß und das Brennen des Spinnenbisses an seinem Hals.
Die Inkas bemerkten Lipwitz je­doch nicht. Als letzter schritt der schreckliche Atahualpa an ihm vor­bei. Am Mund des Ungeheuers war noch Roger Ballards Blut.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 9, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 11, 2. Spalte, 10. Absatz

Lipwitz riß mit einem erstickten Schrei das Remington-Repetierge­wehr hoch und schoß auf den Inkaherrscher.
Atahualp hätte sofort tot sein müssen, doch er blieb auf den Beinen. Er lachte höhnisch.
Als hätte der Schuß einen unheilvollen Bann gebrochen, begann nun ein wilder, kurzer Kampf. Atahualpa zeigte mit ausgestrecktem Finger auf Roger Ballard. Die Inkakrieger verschonten ihn. Der Mischling Calo starb, bevor er mit seiner Winchester feuern konnte. Von den Indios lagen drei am Boden, ohne Gegen­wehr ihr Schicksal erwartend. Einer versuchte zu fliehen, wurde aber von den Inkas niedergestreckt.
Tiquito ver­suchte sich zu verteidigen. Eine Kriegskeule traf ihn, aber er konnte die Wirkung abschütteln und wollte aus seinem Karabiner schießen. Er wunderte sich, weshalb die Waf­fe nicht krachte und Tod und Verderben ausspie, wie er es bei den wei­ßen Männern gesehen hatte. Er hatte sie noch immer nicht entsichert. Mit ungläubigem Ausdruck in den weit aufgerissenen Augen starb er, als ein Pfeil ihn traf. in den Unterleib, und dann waren die Inkas heran. Ein wil­des Handgemenge begann.
Der Mischling Jorge hatte sich hinter einem Baumstamm verbergen können. Er heilt sich die Inkakrieger mit sei­ner Doppelflinte vom Leib. Aber nur für Sekunden. Sie kreisten ihn ein. Ein Pfeil traf ihn. Er sackte in die Knie. Dann waren die Inkas über ihm.
Ein Inka entriß Roger Ballard das Schnellfeuergewehr. Roman Lip­witz, der bis jetzt voller Entsetzen und fassungslos Atahualpa ange­starrt hatte, erwachte aus seiner Er­starrung und kämpfte um sein Le­ben. Mit seinem Revolver verschaffte er sich etwas Luft. Er sah, wie sein Freund Ro­ger Ballard niedergerungen wurde und wie die drei Inkas hinter den Indios herhetzelten, die jetzt in den Dschungel flüchten.
Roman Lipwitz war klein, aber er hatte einen Brustkasten wie ein Gorilla und enorme Kräfte. Er schlug einen Inkakrieger zu Boden und durchbrach mit einem gewaltigen Satz den Ring der Angrei­fer. Nach ein paar Schritten hatte er den Rang des Dschungels erreicht und warf sich in das dichte Unterholz.
„Halt!“ donnerte Atahualpas Stim­me hinter ihm.
Lipwitz hetzte weiter. Er hörte hinter sich Rascheln, Knacken und die Rufe der Verfolger. Blindlings stürmte er weiter. Nur weg von hier - weg, das war sein ein­ziger Gedanke.
Er wich einem völlig verfilzten Gestrüpp aus und fiel fast in einen stinkenden Tümpel. Ei­ne giftige Buschmeisterschlange zischte ihn an, aber Lipwitz konnte  er gerade noch ausweichen.
Sein rechter Fuß ver­fing sich in einer Luftwurzel. Er stürzte zu Boden. Ein gellender Schrei drang über seine Lippen. Von seinem Knöchel aus jagte ein höllischer Schmerz und drohte, ihm das Bewußtsein zu rauben. Tränen schossen ihm in die Augen.
Hinter sich hörte er die Rufe der ihn verfolgen­den Inkas. Schnell kamen sie näher.
Der Schmerz in seinem Knöchel brannte wie Feu­er. Hatte er ihn sich gebrochen? Der Puls klopfte Lipwitz im Hals. Sein Herz häm­merte wie verrückt. Er hatte gräßliche Angst vor dem Tod.
Auf allen vieren kroch er unter den hohen Farnen und zwischen dem Schachtelhalmgras hindurch und entdeckte eine längliche Bodenmul­de. Er legte sich hinein und preßte das Gesicht in das feuchte Moos.
Dann waren die Verfolger heran. Sie hielten Ausschau nach Lipwitz, konnten ihn aber im Dämmerlicht der dichten Baumknronen nicht entdecken.
Lipwitz umklammerte mit zittern­der Hand seinen Revolver, entschlossen, sein Leben bis zur letzten Kugel zu verteidigen, wenn er entdeckt wurde.
Von seinem verdrehten Knöchel strahlten Schmerzen in den ganzen Körper aus. Schleier wogten vor seinen Augen, und von einer Sekunde zur an­dern verlor er das Bewußtsein.
Als er wieder zu sich kam, hörte er nur noch die Stimmen des Urwaldes - die Vogelrufe und vereinzelten Tierlaute, das Summen der Moskitos, das Rascheln irgendeines Tieres in der Nähe.
Die Inkas hatten die Suche nach ihm offensichtlich aufgegeben.
Lipwitz wollte aufstehen, aber sein Knöchel schmerzte so, daß er unmöglich auftreten konnte. In sei­nen Ohren rauschte das Blut, und sein Körper war mit kaltem Schweiß bedeckt.
Nachdem er einige Minuten ge­lauscht hatte, ob kein Feind mehr in der Nähe war, kroch der kleine Mann mit zusammengebissenen Zähnen zu einem vom Blitz gefällten Baum. Er nahm das scharfgeschliffene Fahrtenmesser aus der Gürtelscheide und hackte damit einen gegabelten Ast vom Stamm. Dann kürzte er die Ast­gabeln und entfernte die kleineren Zweige, da­bei immer lauschend, ob nicht die In­kas auf der Suche nach ihm umher­ schlichen.
Mit Hilfe des starken Zweiges, den er wie eine Krüc­ke unter die rechte Achsel klemmte, konnte Lipwitz sich keuchend aufrichten.
Er hatte Schmerzen und fühlte sich elend, aber er wollte wissen, was mit seinem Kameraden Roger Ballard geschehen war.
Lipwitz lud seinen Revolver nach und humpelte durch das Dämmerlicht des Dschungels. Er brauchte für die Strecke, die er zuvor in panischer Flucht gerannt war, viermal so lange.
Dann hörte er die Stimmen der In­kas, einen Chor, dessen Sinn er nicht verstehen konnte, und dazwischen leises Wimmern und hin und wieder einen Schrei.
Lipwitz beeilte sich. Als er den Rand der Lichtung und den Kampf­platz erreichte, duckte er sich hinter die meterhohen, moosüberwucher­ten Brettwurzeln eines mächtigen Ceibabaumes.
Ein furchtbarer An­blick bot sich ihm.
Über zwei Dutzend Inkas bildeten am Rand des Dschungels einen Halbkreis.
In die­sem Halbkreis, dessen Öffnung dem Dschungel zugekehrt war, stand Atahualpa, und zu seinen Füßen lag Roger Ballard. Die Hände des blonden Ro­ger waren auf dem Rücken zusammen­geschnürt. Sein Körper  war mit einem Netz überzogen, das mit Seilen eng zusammengebunden war.
Roger war noch am Leben. Die Schreie und das leise Wimmern kam von ihm.
Auf einen Wink Atahualpas hin eilten nun zwei Inkas herbei und stellten Roger Ballard auf die Füße.
Atahualpa, der das Vampirwesen des Dämons Aguilar in sich trug, packte ihn an den Schul­tern. Sein Mund näherte sich Roger Ballards Hals. Das Gesicht des Inka­herrschers war eine verzerrte Fratze.
Roman Lipwitz konnte nicht ge­nau sehen, was er machte; Ballards Kopf und Schultern verdeckten ihm die Sicht.
Roger Ballard gab nun kei­nen Laut mehr von sich. Es sah so aus, als bisse ihn Atahualpa in den Hals. Ernährte dieses ungeheuer­liche Wesen vielleicht vom Blut lebender Menschen?
Als der schreckliche Atahualpa sich nach einigen Minuten aufrichte­te und von Roger Ballard abließ, sah Roman Lipwitz seine langen Eckzähne.
Er gab ein paar Befehle in der Sprache, die Lipwitz nicht verstand. Die beiden Inkas schleppten Roger Bal­lards leblosen Körper zum Fluß hinüber.
Zwei weitere Männer halfen den beiden Trägern, und Ata­hualpa ging vor ihnen her. Wie bei einer Prozession folgten die andern in Doppelreihe.
Lipwitz benutzte die Gelegenheit, um sich seinen Schnellfeuerkarabi­ner und eine Machete zu holen. Dann folgte er dem Zug der Inkas. Er muß­te wissen, was die Inkas mit Roger Ballard vorhatten.
Lipwitz brauchte lange, bis er mit seiner behelfsmäßigen Krücke zum Fluß gehumpelt war. Der Fluß strömte nach Norden, zum Orinoco hin. Seine Ufer waren versumpft. Lipwitz mußte sich mühsam durch Farne, Schilf und Gestrüpp kämp­fen.
Er fand den Pfad, der zum Ufer führte, und im Gebüsch verborgen konnte er die Szene auf dem breiten Holzsteg verfolgen.
Die Inkas stan­den auf dem Steg, zu Atahualpas Fü­ßen lag reglos Roger Ballard.
Der Herrscher mit dem reichgeschmück­ten Mantel und der Federkrone mur­melte Beschwörungen und beschrieb mit den Fingern magische Zeichen in der Luft. Dann gab er Ballard einen Tritt, daß er ins tiefe Wasser fiel und wie ein Stein unterging.
Jetzt wußte Lipwitz, was die Reise ohne Wiederkehr war.
Die Inkas verließen den Steg, und Roman Lipwitz erkannte in jähem Schrecken, daß er sich zu weit vorge­wagt hatte. Er lag nur zwei Meter vom Pfad entfernt im dichten Ge­büsch; wenn einer der Inkas genau hinsah, konnte er ihn vielleicht ent­decken.
Roman Lipwitz starb tausend Tode. Er vergaß sogar die Schmerzen in seinem rechten Knöchel.
Die Inkas bemerkten Lipwitz je­doch nicht. Als letzter schritt der schreckliche Atahualpa an ihm vor­bei.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 13, 1. Spalte, 11. Absatz

Eine Zeitlang lag er noch unter dem Moskitonetz wach und dachte über die Dschungelexpedition und über die geheimnisvolle Inkastadt El Dorado nach.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 14, 1. Spalte, 8. Absatz

Eine Zeitlang lag er noch unter dem Moskitonetz wach und dachte über die Dschungelexpedition und über die geheimnisvolle Inkastadt Manoa im sagenumwobenen Goldland El Dorado nach.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 14, 1. Spalte, 10. Absatz  - Seite 14, 2. Spalte, 4. Absatz

Als das Boot fast auf gleicher Höhe mit ihm war, rutschte er plötzlich auf  dem glatten, faulenden Baumstamm aus und fiel ins Wasser. Ein anderer Baumstamm, wenige Meter von dem andern entfernt, erwachte zum Le­ben. Ein Krokodilsrachen klaffte auf. Der Pygmäe stieß einen Schrei aus und wollte ans Ufer, aber schon bohrten sich die Zähne des Krokodils in sein Fleisch. Bruce Ehrlich riß das schwere Mauser-Jagdgewehr mit dem Zielfernrohr hoch.
Dorian stand auf der Brücke am Ruder. Er hatte kein Gewehr zur Hand und mußte aufpassen, damit das Motorboot nicht auf eine Sand­bank geriet.
Ehrlichs Schuß krachte und löste nach einer Sekunde ein empörtes Gekreische der Dschungelbewohner aus. Vögel flogen auf, Affen schrien.
Das sechs Meter lange Krokodil peitschte mit dem Schwanz das Was­ser und kehrte dann die helle Bauch­seite nach oben, ohne sein Opfer loszulassen. Andere Kaimane und Kro­kodile schwammen aus allen Richtungen herbei und glitten vom Ufer ins Wasser. Ein mörderischer Kampf entbrannte. Das erschossene Kroko­dil und der Pygmäe wurden förmlich in Fetzen gerissen. Ehrlich, Greene, Pesce und der rotbärtige Inkaspe­zialist und Naturwissenschaftler Jean Daponde waren gerade an Deck und verfolgten die Szene wie Dorian.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 15, 1. Spalte, 10. Absatz – Seite 15, 2. Spalte, 4. Absatz

Als das Boot fast auf gleicher Höhe mit ihm war, rutschte er plötzlich auf  dem glatten, faulenden Baumstamm aus und fiel ins Wasser. Ein anderer Baumstamm, wenige Meter von dem andern entfernt, erwachte zum Le­ben. Ein Krokodilsrachen klaffte auf. Der Pygmäe stieß einen Schrei aus und wollte ans Ufer, aber schon nahte ein Krokodil. Bruce Ehrlich riß das schwere Mauser-Jagdgewehr mit dem Zielfernrohr hoch.
Dorian stand auf der Brücke am Ruder. Er hatte kein Gewehr zur Hand und mußte aufpassen, damit das Motorboot nicht auf eine Sand­bank geriet.
Ehrlichs Schuß krachte und löste nach einer Sekunde ein empörtes Gekreische der Dschungelbewohner aus. Vögel flogen auf, Affen schrien.
Das sechs Meter lange Krokodil peitschte mit dem Schwanz das Was­ser und kehrte dann die helle Bauch­seite nach oben, ohne sein Opfer loszulassen. Andere Kaimane und Kro­kodile schwammen aus allen Richtungen herbei und glitten vom Ufer ins Wasser. Ein mörderischer Kampf entbrannte. Ehrlich, Greene, Pesce und der rotbärtige Inkaspe­zialist und Naturwissenschaftler Jean Daponde waren gerade an Deck und verfolgten die Szene wie Dorian.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 15, 1. Spalte, 9. Absatz 

Er trat ans Ruder. Ein böser Ver­dacht keimte in ihm auf. Schon einmal hatte er eine ins Netz gewickelte Wasserleiche gesehen, die Hände mit einem Nagel durchbohrt; vor einigen Tagen, als er mit vier Männern aus dem Stützpunkt zusammen die Pyg­mäen verfolgte, die Sacheen und die vier blutjungen Indiomädchen ent­führt hatten. Dorian erinnerte sich auch noch gut daran, wie er als Georg Rudolf Speyer in einem frü­heren Leben im Jahre 1532 den dä­monischen spanischen Edelmann Antonio de Aguilar auf hoher See über Bord geworfen hatte - in ein Fischernetz eingeschnürt, die Hände mit einem Silberstift zusammengenagelt.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 16, 1. Spalte, 10. Absatz – Seite 16, 2. Spalte, 1. Absatz

Er trat ans Ruder. Ein böser Ver­dacht keimte in ihm auf. Schon ein­mal hatte er eine ins Netz gewickelte Wasserleiche gesehen, die Hände mit einem Nagel durchbohrt; vor einigen Tagen, als er mit vier Männern aus dem Stützpunkt zusammen die Pyg­mäen verfolgte, die Sacheen und die vier blutjungen Indiomädchen ent­führt hatten. Dorian erinnerte sich auch noch gut daran, wie er als Georg Rudolf Speyer in einem frü­heren Leben im Jahre 1532 den dä­monischen spanischen Edelmann Antonio de Aguilar auf hoher See über Bord geworfen hatte - in ein Fischernetz eingeschnürt.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 16, 1. Spalte, 4. Absatz  - Seite 17, 1. Spalte, 5. Absatz

Die Piroge mit den Aruaks legte an, wurde an Land gezogen, und die zehn kräftigen Männer bildeten ei­nen Halbkreis um den Leichnam. Rogard, Ehrlich und Farmer sahen vom Boot aus zu. Ans Ausladen und ans Aufschlagen des Lagers war im Moment nicht zu denken. Alle Aufmerksamkeit galt dem Leichnam. Gene Greene, Arturo Pesce und ein Indio durchschnitten die Schnüre des Netzes und wickelten den Leich­nam aus. Jetzt konnte man sehen, daß seine Hände mit einem Silber­stift zusammengenagelt waren.
„Es - ist Roger Ballard - der Whis­kyerbe“, stammelte Arturo Pesce. Sein Gesicht hatte einen Stich ins Grünliche bekommen. „Er ist zusam­men mit Roman Lipwitz, zwei Füh­rern und fünf Trägern vor fünfzehn Tagen aufgebrochen, um Jeff Par­kers Expedition zu suchen. Was mag ihm nur zugestoßen sein?“
Dorian hatte eine bestimmte Ver­mutung, aber er behielt sie für sich.
Die Sonne war nun hinter den Baumwipfeln versunken, und ab­rupt - wie in tropischen Breiten üb­lich - brach die Dunkelheit herein. Es gab so gut wie keine Dämmerung.
Gene Greene ließ sich vom Boot eine Zange zuwerfen und zog den Silbernagel aus den Händen des Leich­nams. Dorian Hunter sah nachdenk­lich auf den toten Roger Ballard nie­der. War er wirklich tot? Sein Körper wies keine Leichenflecken und keine Spur von Verwesung auf; er war nur naß und glitschig vom Wasser. Etwas Tang hing in seinem Haar.
Plötzlich kam ein Gurgeln und Glucksen aus der Kehle des Leich­nams. Ein Schwall stinkenden Was­sers quoll über seine Lippen. Er regte sich, bewegte sich, dann setzte er sich auf.
Die weißen und rothäutigen Män­ner sahen es voller Schreck und fassungslos. Mit einer völlig unverhoff­ten Geschwindigkeit warf sich der Leichnam auf den Indio, der gehol­fen hatte, ihn aus dem Netz zu befrei­en. Er packte den Unglücklichen, verbiß sich in seiner Kehle und trank sein Blut. Der Indio hing reglos, mit vor Schreck weit aufgerissenen Au­gen und verzerrtem Gesicht im Griff des Untoten, von seinem Biß ge­lähmt.
Bruce Ehrlich riß die Mauser hoch und schoß auf den Leichnam. Gene Greene feuerte mit seinem schweren Smith & Wesson Revolver, und drei Indianer holten ihre Macheten aus der Piroge. Mit den langen Haumes­sern schlugen sie auf den Untoten ein.
Die Kugeln vermochten ihn nicht zu töten. Die Machetenklingen drangen tief in seinen Körper ein, aber kein Blut floß aus den Wunden; nur ein grauer ekelerregender Schleim quoll vor und wurde an der Luft so­fort hart. Die blutunterlaufenen Au­gen des Leichnams rollten. Blut strömte über sein Kinn.
„Weg von ihm!“ schrie Dorian Hunter. „So kommt ihr ihm nicht bei!“
Er schlug Greenes Magnum-Re­volver zur Seite, stieß die drei India­ner mit den Macheten weg und zog den Zeremoniendolch. Die goldene Klinge funkelte im Dämmerlicht. Dorian brachte dem Untoten einen klaffenden Schnitt an der Kehle bei.
Endlich ließ der Untote von dem Aruakindio ab. Er richtete sich auf, breitete die Arme aus, als wollte er Dorian umarmen, und ging auf ihn los. Der Indio sank zu Boden. Blut strömte aus seiner zerbissenen Hals­schlagader.
Der Dämonenkiller stieß dem Un­toten den Dolch in die Brust. Der Untote stand wie erstarrt da. Die magi­sche Wirkung des Inkadolches zerstörte sein dämonisches Leben. Er sank in sich zusammen. Dorian riß den Dolch aus der Wunde, und der Untote zerfiel vor den Augen der Zu­schauer zu Staub.
„Was war das?“ ächzte James Ro­gard. „Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.“
„Ein Untoter“, sagte Dorian einsil­big und wischte den Zeremonien­dolch im Gras ab.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 17, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 18, 1. Spalte, 5. Absatz

Die Piroge mit den Aruaks legte an, wurde an Land gezogen, und die zehn kräftigen Männer bildeten ei­nen Halbkreis um den Leichnam. Rogard, Ehrlich und Farmer sahen vom Boot aus zu. Ans Ausladen und ans Aufschlagen des Lagers war im Moment nicht zu denken. Alle Aufmerksamkeit galt dem Leichnam. Gene Greene, Arturo Pesce und ein Indio durchschnitten die Schnüre des Netzes und wickelten den Leich­nam aus.
„Es - ist Roger Ballard - der Whis­kyerbe“, stammelte Arturo Pesce. Sein Gesicht hatte einen Stich ins Grünliche bekommen. „Er ist zusam­men mit Roman Lipwitz, zwei Füh­rern und fünf Trägern vor fünfzehn Tagen aufgebrochen, um Jeff Par­kers Expedition zu suchen. Was mag ihm nur zugestoßen sein?“
Dorian hatte eine bestimmte Ver­mutung, aber er behielt sie für sich.
Die Sonne war nun hinter den Baumwipfeln versunken, und ab­rupt - wie in tropischen Breiten üb­lich - brach die Dunkelheit herein. Es gab so gut wie keine Dämmerung.
Gene Greene ließ sich vom Boot eine Zange zuwerfen und zog den Silbernagel aus den Händen des Leich­nams. Dorian Hunter sah nachdenklich auf den toten Roger Ballard nie­der. War er wirklich tot? Sein Körper wies keine Leichenflecken und keine Spur von Verwesung auf; er war nur naß und glitschig vom Wasser. Etwas Tang hing in seinem Haar.
Plötzlich bewegte sich die Leiche, dann setzte er sich auf.
Die weißen und rothäutigen Män­ner sahen es voller Schreck und fassungslos. Mit einer völlig unverhoff­ten Geschwindigkeit warf sich der Leichnam auf den Indio, der gehol­fen hatte, ihn aus dem Netz zu befrei­en. Bruce Ehrlich riß die Mauser hoch und schoß auf den Leichnam. Gene Greene feuerte mit seinem schweren Smith & Wesson Revolver, und drei Indianer holten ihre Macheten aus der Piroge.
Die Kugeln vermochten ihn nicht zu töten. Die Machetenklingen drangen tief in seinen Körper ein, aber kein Blut floß aus den Wunden. Die blutunterlaufenen Au­gen des Leichnams rollten.
„Weg von ihm!“ schrie Dorian Hunter. „So kommt ihr ihm nicht bei!“
Er schlug Greenes Magnum-Re­volver zur Seite, stieß die drei India­ner mit den Macheten weg und zog den Zeremoniendolch. Die goldene Klinge funkelte im Dämmerlicht. Dorian brachte dem Untoten eine Verwundung bei.
Endlich ließ der Untote von dem Aruakindio ab. Er richtete sich auf, breitete die Arme aus, als wollte er Dorian umarmen, und ging auf ihn los. Der Indio sank zu Boden.
Der Dämonenkiller stieß dem Un­toten den Dolch in die Brust. Der Untote stand wie erstarrt da. Die magi­sche Wirkung des Inkadolches zerstörte sein dämonisches Leben. Er sank in sich zusammen. Vor den Augen der Zu­schauer zerfiel er zu Staub.
„Was war das?“ ächzte James Ro­gard. „Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.“
„Ein Untoter“, sagte Dorian einsil­big.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 18, 2. Spalte, 2. Absatz

Arturo Pesce kam hinter Sacheen aus dem Gebüsch. Er hatte die Hand gegen die linke Wange gepreßt. Blut sickerte durch die Finger. Sein Ge­sicht war eine verzerrte Grimasse.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 19, 2. Spalte, 5. Absatz

Arturo Pesce kam hinter Sacheen aus dem Gebüsch. Sein Ge­sicht war eine verzerrte Grimasse.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 20, 2. Spalte, 2. Absatz

Dorian holte aus und vollführte ei­nen Rundschlag um den Schlangenhals. Er schlug noch einmal zu und noch einmal. Der Kopf der Boa flog weg. Sie zuckte konvulsivisch. Ihre Ringe dehnten sich aus. Dorian schlüpfte aus der Umklammerung.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 21, 2. Spalte, 3. Absatz

Dorian holte aus und vollführte ei­nen Rundschlag um den Schlangenhals. Der Kopf der Boa zuckte konvulsivisch. Ihre Ringe dehnten sich aus. Dorian schlüpfte aus der Umklammerung.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 21, 2. Spalte, 4. Absatz

Am Nachmittag winkten die Pyg­mäen die Boote an Land. Jean Daponde, der Inkaspezialist und Na­turwissenschaftler sprach die Spra­che der Pygmäen. Ihr Häuptling hat­te sich bereit erklärt, die Expedition ins Gebiet der geheimnisvollen Stadt El Dorado oder Manoa zu führen.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 23, 1. Spalte, 3. Absatz

Am Nachmittag winkten die Pyg­mäen die Boote an Land. Jean Daponde, der Inkaspezialist und Na­turwissenschaftler sprach die Spra­che der Pygmäen. Ihr Häuptling hat­te sich bereit erklärt, die Expedition ins Gebiet der geheimnisvollen Stadt Manoa zu führen.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 24, 2. Spalte, 3. + 4. Absatz

James Rogard spritzte dem Indio ein Schlangengiftserum aus der Expeditionsapotheke, doch entweder war der Organismus des Aruak be­sonders anfällig, oder das Serum half gegen das Gift der Sittichschlange nicht. Der Indio krümmte sich. Seine Schulter schwoll an, sein Hals blähte sich wie ein Ballon.
Als Dorian sah, daß die Adern am Hals schwarz und geschwollen her­vortraten, wußte er, daß es zu Ende ging. Der Indio erstickte qualvoll, noch ehe sein Herz versagte.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 25, 1. Spalte, 3. Absatz

James Rogard spritzte dem Indio ein Schlangengiftserum aus der Expeditionsapotheke, doch entweder war der Organismus des Aruak besonders anfällig, oder das Serum half gegen das Gift der Sittichschlange nicht. Der Indio krümmte sich. Er erstickte qualvoll, noch ehe sein Herz versagte.

* * *

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 27, 2. Spalte, 9. Absatz – Seite 28, 1. Spalte, 6. Absatz

Gene Greene hockte stöhnend auf dem Boden. Das Wildschwein hatte ihm fast den Knochen freigelegt. Blut schoß aus der Wunde. Die an­dern sammelten sich um ihn. James Rogard, der, bevor er sich der Biolo­gie zuwandte einmal ein paar Seme­ster Medizin studiert hatte, drückte die Wundränder zusammen.
Dorian Hunter war kein Medizi­ner, aber er verstand genug von Wunden und Verletzungen, um zu sehen, daß genäht werden mußte. Er sagte es James Rogard.
„So etwas habe ich noch nie ge­macht“, jammerte der. „Seinerzeit habe ich mich von der Medizin abge­wandt, weil ich zum Operieren und Sezieren nicht die Nerven hatte.“
Dorian fand in dem kleinen Apo­thekentornister Katgut und einen Seidenfaden, eine chirurgische Na­del, Deschamps und Kocherrinne. Er ließ Gene Greene zwei Eudokal-Ta­bletten schlucken.
„Wenn Sie die Wunde nicht nähen können, Dr. Rogard, dann werde ich es tun“, sagte der Dämonenkiller.
Rogard sah die tiefe Fleischwunde an, die vom Knöchel bis zur Kniekehle verlief, die chirurgischen Utensilien und dann auf seine zit­ternden Hände.
„Tun Sie es!“ sagte er leise.
„Ideal wird es nicht“, meinte Dori­an Hunter. „Die Schlagader ist zwar nicht verletzt, aber viele der Venen und Adern sind zerfetzt. Vielleicht ist später noch einmal eine Opera­tion nötig, doch ich kann im Moment nicht mehr für Gene tun. Oder kann es einer von euch besser?“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 29, 2. Spalte, 4. Absatz – Seite 30, 1. Spalte, 1. Absatz

Gene Greene hockte stöhnend auf dem Boden. Die an­dern sammelten sich um ihn. James Rogard, drückte die Wundränder zusammen.
Dorian Hunter war kein Medizi­ner, aber er verstand genug von Wunden und Verletzungen, um zu sehen, daß genäht werden mußte. Er sagte es James Rogard.
„So etwas habe ich noch nie ge­macht“, jammerte der. „Seinerzeit habe ich mich von der Medizin abge­wandt, weil ich zum Operieren und Sezieren nicht die Nerven hatte.“
Dorian fand in dem kleinen Apo­thekentornister Katgut und einen Seidenfaden, eine chirurgische Na­del, Deschamps und Kocherrinne. Er ließ Gene Greene zwei Eudokal-Ta­bletten schlucken.
„Wenn Sie die Wunde nicht nähen können, Dr. Rogard, dann werde ich es tun“, sagte der Dämonenkiller.
Rogard sah die tiefe Fleischwunde an, die vom Knöchel bis zur Kniekehle verlief, die chirurgischen Utensilien und dann auf seine zit­ternden Hände.
„Tun Sie es!“ sagte er leise.
„Ideal wird es nicht“, meinte Dori­an Hunter. „Vielleicht ist später noch einmal eine Opera­tion nötig, doch ich kann im Moment nicht mehr für Gene tun. Oder kann es einer von euch besser?“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 28, 2. Spalte, 9. Absatz – Seite 29, 1. Spalte, 2. Absatz

Gerade wollten die Aruaks aus dem Lichtbereich des Feuers verschwinden. Arturo Pesce riß sein M16-Schnellfeuergewehr hoch. Be­vor Dorian ihn daran hindern konn­te, hatte er es entsichert und einen langen Feuerstoß hinausgejagt. Er traf den schon fast im Unterholz untergetauchten Aruak mit mehre­ren Projektilen in den Rücken und einen anderen in die Schulter. Beide Indios stürzten. Die anderen blieben erstarrt stehen. Dorian hatte Arturo Pesce erreicht; er schlug den Gewehrlauf hoch und schmetterte den Italiener mit einem Faustschlag zu Boden.
„Ich sollte dir den Schädel ein­schlagen“, sagte er zu dem stöhnen­den, benommenen Pesce.
Die Indios - fünf waren es jetzt noch - kehrten langsam an ihr Feuer zurück, von den Weißen mit den Waffen bedroht. Mit stumpfen, ausdruckslosen Gesichtern blieben sie stehen.
Dorian Hunter und Jean Daponde untersuchten die beiden, die Arturo Pesce niedergeschossen hatte. Sie waren tot; der Oberkörper des einen war scheußlich zugerichtet, der an­dere hatte die Schockwirkung des in seine Schulter einschlagenden Pro­jektils nicht überlebt.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 30, 2. Spalte, 5. – 8. Absatz

Gerade wollten die Aruaks aus dem Lichtbereich des Feuers verschwinden. Arturo Pesce riß sein M16-Schnellfeuergewehr hoch. Be­vor Dorian ihn daran hindern konn­te, hatte er es entsichert und einen langen Feuerstoß hinausgejagt. Er traf den schon fast im Unterholz untergetauchten Aruak und einen anderen. Beide Indios stürzten. Die anderen blieben erstarrt stehen. Dorian hatte Arturo Pesce erreicht; er schlug den Gewehrlauf hoch und schmetterte den Italiener mit einem Faustschlag zu Boden.
„Ich sollte dir den Schädel ein­schlagen“, sagte er zu dem stöhnenden, benommenen Pesce.
Die Indios - fünf waren es jetzt noch - kehrten langsam an ihr Feuer zurück, von den Weißen mit den Waffen bedroht. Mit stumpfen, ausdruckslosen Gesichtern blieben sie stehen.
Dorian Hunter und Jean Daponde untersuchten die beiden, die Arturo Pesce niedergeschossen hatte. Sie waren tot.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 30, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 31, 1. Spalte, 1. Absatz

Die Männer stürmten durch die Dunkelheit zum Lager. Dorian stürzte einmal, raffte sich aber gleich wieder auf. Als sie bei den glimmen­den Feuern ankamen, waren die In­dios und Sacheen verschwunden. Gene Greene lag mit gespaltenem Schädel auf seinen blutbefleckten Decken. Ein Machetenhieb hatte sei­nem Leben ein Ende gesetzt. Die fünf Indios waren geflohen.
„Sacheen!“ rief Dorian. „Sacheen!“
„Hier“, antwortete eine Stimme ganz in der Nähe.
Die Männer leuchteten mit den Stablampen. Sacheen kam mit blutüberströmtem Gesicht aus dem Dschungel getaumelt. In der Hand hielt sie ihre 39er Automatic. Dorian erschrak furchtbar, als er sie sah.
„Bist du verletzt, Sacheen?“
„Nicht der Rede wert. Oiziri hat mir eine Echse ins Gesicht geworfen, die er unbemerkt gefangen hatte. Ich erschrak furchtbar und ließ das Ge­wehr fallen. Gene schoß und verletz­te einen der Indios, ein anderer schlug mir einen Prügel über den Kopf. Oiziri spaltete Gene den Schä­del mit der Machete. Ich konnte die Pistole ziehen und gab zwei Schüsse ab. Aber ich traf nichts. Mir lief Blut über die Augen, und ich war benom­men von dem Schlag. Immerhin wa­ren die Indios erschrocken, und Oizi­ri wagte nicht, mich mit der Machete anzugreifen, die er von den Ausrü­stungsgegenständen am Feuer ge­nommen hatte. Ich floh in den Dschungel und versteckte mich.“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 32, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 33, 1. Spalte, 1. Absatz

Die Männer stürmten durch die Dunkelheit zum Lager. Dorian stürzte einmal, raffte sich aber gleich wieder auf. Als sie bei den glimmen­den Feuern ankamen, waren die In­dios und Sacheen verschwunden. Ein Machetenhieb hatte Gene Greens Leben ein Ende gesetzt. Die fünf Indios waren geflohen.
„Sacheen!“ rief Dorian. „Sacheen!“
„Hier“, antwortete eine Stimme ganz in der Nähe.
Die Männer leuchteten mit den Stablampen. Sacheen kam aus dem Dschungel getaumelt. In der Hand hielt sie ihre 39er Automatic. Dorian erschrak furchtbar, als er sie sah.
„Bist du verletzt, Sacheen?“
„Nicht der Rede wert. Oiziri hat mir eine Echse ins Gesicht geworfen, die er unbemerkt gefangen hatte. Ich erschrak furchtbar und ließ das Ge­wehr fallen. Gene schoß und verletz­te einen der Indios, ein anderer schlug mich nieder. Oiziri tötete Gene. Ich konnte die Pistole ziehen und gab zwei Schüsse ab. Aber ich traf nichts. Ich war benom­men von dem Schlag. Immerhin wa­ren die Indios erschrocken, und Oizi­ri wagte nicht, mich mit der Machete anzugreifen, die er von den Ausrü­stungsgegenständen am Feuer ge­nommen hatte. Ich floh in den Dschungel und versteckte mich.“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 31, 2. Spalte, 7. Absatz

Zwischen den Bäumen lagen drei tote Indios. Die abgehauene Hand des einen umklammerte Gene Gree­nes Revolver. Von den Gegnern der Indios war entweder keiner ums Le­ben gekommen oder die Kameraden hatten die Leichname mitgenommen.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 33, 2. Spalte, 7. Absatz

Zwischen den Bäumen lagen drei tote Indios. Der eine umklammerte Gene Gree­nes Revolver. Von den Gegnern der Indios war entweder keiner ums Le­ben gekommen oder die Kameraden hatten die Leichname mitgenommen.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 37, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 38, 1. Spalte, 4. Absatz

Die Termiten fielen über den Käfig aus Bast und Bambus her und drangen durch die breiten Ritzen. Qual­volle Schreie gellten aus dem Käfig, als die Riesentermiten den Insassen bei lebendigem Leib aufzufressen begannen.
Dorian hatte nur einen Gedanken. So schnell wie möglich vom Baum herunterzukommen, um den Gefan­genen zu befreien, bevor die Termiten ihm den Rest gegeben hatten.
Er kletterte die Aste herunter und hätte sich ein paarmal fast den Hals gebrochen. Die Pygmäen glitten ge­wandt an ihm vorbei, hangelten sich an Lianen hinunter und schwangen sich auf einen Nachbarbaum hin­über. Wilde Schreie gellten, Schüsse krachten, Feuerstöße ratterten.
Für Dorian wurde die Sache zum Problem, als der Baumstamm immer dicker wurde. Der unterste Ast befand sich zwanzig Meter über dem Boden. Er sah eine dicke Liane, die einmal um den untersten Ast geschlungen war und sich dann weiter emporwand. Sie wurde nach unten immer dicker, bis zu einem halben Meter, und war verholzt und grotesk gewunden. Der Dämonenkiller zog prüfend an der Liane und vertraute sich ihr an. Fünf Meter über dem Bo­den ließ er die Beine baumeln und sich fallen. Eine Schlange zischte ihn an, als er mit allen vieren auf dem Boden landete; aber es war eine harmlose Art.
Dorian stürmte zur Lichtung. Ein Arauaindianer rannte auf ihn los. Er schwang ein Steinbeil in der Rech­ten. Dorian hatte die Colt-Pistole in der Faust. Die 45er krachte, und der Araua stürzte tot zu Boden.
Die Expeditionsteilnehmer feuer­ten wie wild. Die Giftpfeile der Pyg­mäen zischten durch die Luft, und die völlig überraschten Arauas hat­ten keine Chance. Schon lag die Hälfte von ihnen tot oder verwundet auf dem Boden, die anderen suchten ihr Heil in der Flucht.
Dorian sah zuerst Arturo Pesce und dann die anderen im Unterholz. Er zog Pesce die Machete aus der Scheide. Ein rascher Blick auf die Lichtung; kein Arauaindio war mehr zu sehen. Dorian mußte sich beeilen. Er rannte auf den riesigen Termitenhügel los. Aus dem Käfig kam nur noch Stöhnen. Es war keine Sekunde zu verlieren. Die weiß­lichen Termiten hatten den Käfig überflutet.
Dorian hieb mit der Machete auf die Bambusstäbe ein. Die Termiten fielen auch über ihn her und krochen an seinen Hosenbeinen hoch. Er streifte sie mit der Machete ab, schlug wieder zu, teilte ein paar mit­tendurch, als er den Käfig zertrümmerte.
Endlich konnte er an den Mann heran, auf dem die Termiten herumwimmelten. Er packte ihn an den Schultern und zerrte ihn aus dem Käfig. Die Termiten bissen ihn in die Hände. Es brannte wie Feuer und stank nach Ameisengift. Dorians Augen tränten. Er mußte husten und schüttelte die Termiten von seinen Händen, Ärmeln und Hosenbeinen ab. Dann schlug er mit bloßen Hän­den und der flachen Klinge auf den Mann ein, der sich nur noch schwach bewegte, warf sich den Gefesselten über eine Schulter und rannte los. Er spürte einen Termitenbiß im Genick und konnte nachfühlen, was der Ge­fesselte durchgemacht hatte. Die Schüsse waren inzwischen verhallt. Die fliehenden Arauas wurden von den Pygmäen verfolgt.
Dorian trug den gefesselten Mann ein Stück in den Dschungel hinein. Es war nicht Jeff Parker, das hatte er gesehen; er wußte noch nicht, wer es war.
Der Dämonenkiller warf seine Last ab, wälzte sich auf dem Boden und schlug mit den Händen auf die Riesentermiten ein, die auf ihm herumwimmelten. Ihre Panzer waren hart. Es bedurfte schon eines kräfti­gen Faust- oder Handkantenschlags, um sie zu erledigen. Die Biester bis­sen nicht nur, sie versprühten auch Ameisengift aus den Drüsen am Hinterleib. Dorians Augen begannen zuzuschwellen. Er bekam kaum noch Luft.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 38, 2. Spalte, 5. Absatz – Seite 39, 2. Spalte, 4. Absatz

Die Termiten fielen über den Käfig aus Bast und Bambus her und drangen durch die breiten Ritzen.
Dorian hatte nur einen Gedanken. So schnell wie möglich vom Baum herunterzukommen, um den Gefan­genen zu befreien, bevor die Termiten ihm den Rest gegeben hatten.
Er kletterte die Aste herunter und hätte sich ein paarmal fast den Hals gebrochen. Die Pygmäen glitten ge­wandt an ihm vorbei, hangelten sich an Lianen hinunter und schwangen sich auf einen Nachbarbaum hin­über. Wilde Schreie gellten, Schüsse krachten, Feuerstöße ratterten.
Für Dorian wurde die Sache zum Problem, als der Baumstamm immer dicker wurde. Der unterste Ast befand sich zwanzig Meter über dem Boden. Er sah eine dicke Liane, die einmal um den untersten Ast geschlungen war und sich dann weiter emporwand. Sie wurde nach unten immer dicker, bis zu einem halben Meter, und war verholzt und grotesk gewunden. Der Dämonenkiller zog prüfend an der Liane und vertraute sich ihr an. Fünf Meter über dem Bo­den ließ er die Beine baumeln und sich fallen. Eine Schlange zischte ihn an, als er mit allen vieren auf dem Boden landete; aber es war eine harmlose Art.
Dorian stürmte zur Lichtung. Ein Arauaindianer rannte auf ihn los. Er schwang ein Steinbeil in der Rech­ten. Dorian hatte die Colt-Pistole in der Faust. Die 45er krachte, und der Araua stürzte tot zu Boden.
Die Expeditionsteilnehmer feuer­ten wie wild. Die Giftpfeile der Pygmäen zischten durch die Luft, und die völlig überraschten Arauas hat­ten keine Chance. Schon lag die Hälfte von ihnen tot oder verwundet auf dem Boden, die anderen suchten ihr Heil in der Flucht.
Dorian sah zuerst Arturo Pesce und dann die anderen im Unterholz. Er zog Pesce die Machete aus der Scheide. Ein rascher Blick auf die Lichtung; kein Arauaindio war mehr zu sehen. Dorian mußte sich beeilen. Er rannte auf den riesigen Termitenhügel los. Aus dem Käfig kam nur noch Stöhnen. Es war keine Sekunde zu verlieren.
Dorian hieb mit der Machete auf die Bambusstäbe ein. Die Termiten fielen auch über ihn her und krochen an seinen Hosenbeinen hoch. Er streifte sie mit der Machete ab, schlug wieder zu, teilte ein paar mit­tendurch, als er den Käfig zertrümmerte.
Endlich konnte er an den Mann heran. Er packte ihn an den Schultern und zerrte ihn aus dem Käfig. Dorians Augen tränten. Er mußte husten und schüttelte die Termiten von seinen Ärmeln und Hosenbeinen ab. Dann warf sich den Gefesselten über eine Schulter und rannte los. Die Schüsse waren inzwischen verhallt. Die fliehenden Arauas wurden von den Pygmäen verfolgt.
Dorian trug den gefesselten Mann ein Stück in den Dschungel hinein. Es war nicht Jeff Parker, das hatte er gesehen; er wußte noch nicht, wer es war.
Der Dämonenkiller warf seine Last ab, wälzte sich auf dem Boden und schlug mit den Händen auf die Riesentermiten ein. Dorians Augen begannen zuzuschwellen. Er bekam kaum noch Luft.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 38, 2. Spalte, 1. Absatz – Seite 39, 1. Spalte, 2. Absatz

Die Pygmäen hatten siebzehn Feinde getötet. Kein Verwundeter war von ihnen am Leben gelassen worden. Nun führten sie wilde Sie­gestänze auf. Dorian bedauerte die große Anzahl der Opfer, denn er hat­te keine Feindschaft mit den Arauas, aber so war es nun einmal im Dschungel. Hier galt das Gesetz des Stärkeren. Verhandlungen wären nicht möglich gewesen. Einmal ge­warnt, hätten die Arauas den Pyg­mäen und der Expedition keine Chance gegeben, sondern viele Geg­ner umgebracht. So waren nur drei Pygmäen ums Leben gekommen. Bruce Ehrlich hatte ein vergifteter Pfeil eine Fleischwunde beigebracht, und Elliot Farmer hatte im Handge­menge ein Arauaindianer mit dem Obsidianmesser durch die Hand ge­stochen.
Jean Daponde behandelte Bruce Ehrlichs Curarevergiftung mit Zuc­ker und Salz; beides diente auch als Gegenmittel gegen das Ameisengift der Riesentermiten. Bruce Ehrlich saß an einem Baum. Der große, kräf­tige Mann konnte keinen Finger rühren. Das Curare lähmte seine Muskeln; er atmete röchelnd.
Der Mann, der Dorian Hunter aus dem Termitenkäfig befreit hatte, war Roman Lipwitz. Er war ohne Bewußtsein. Sein Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen. James Rogard und Dorian Hunter hatten ihn nackt ausgezogen.
Dorians Termitenbisse brannten wie Feuer. Seine Augen waren so zugeschwollen, daß er nur durch schmale Schlitze sehen konnte; trotzdem bemühte er sich um Lip­witz. Er und Rogard wuschen die Termitenbisse des kleinen, stämmi­gen Mannes mit Salz- und Zuckerlö­sung aus. Salmiakgeist oder Kalium­permanganatumschläge wären bes­ser gewesen, aber beides war mit der Expeditionsapotheke verlorenge­gangen.
Um seine Termitenbisse hatte der Dämonenkiller sich bereits gekümmert. Eine Gänsehaut überzog sei­nen ganzen Körper, und trotzdem war ihm glühendheiß. Er biß die Zähne zusammen und tat, was zu tun war.
Nach zwei Stunden begann es Lip­witz besserzugehen. Er hatte eine Bärennatur; sonst hätte das Amei­sengift ihn erledigt. Sein ganzer Kör­per war mit Blasen bedeckt, die Ter­miten hatten ihm sogar tiefe, bluten­de Wunden beigebracht. Aber das Blut schwemmte das Ameisengift aus dem Körper.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 39, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 40, 1. Spalte, 6. Absatz

Die Pygmäen hatten siebzehn Feinde getötet. Nun führten sie wilde Siegestänze auf. Dorian bedauerte die große Anzahl der Opfer, denn er hat­te keine Feindschaft mit den Arauas, aber so war es nun einmal im Dschungel. Hier galt das Gesetz des Stärkeren. Verhandlungen wären nicht möglich gewesen. Einmal ge­warnt, hätten die Arauas den Pyg­mäen und der Expedition keine Chance gegeben, sondern viele Geg­ner umgebracht. So waren nur drei Pygmäen ums Leben gekommen. Bruce Ehrlich hatte ein vergifteter Pfeil eine Fleischwunde beigebracht, und Elliot Farmer hatte im Handge­menge ein Arauaindianer mit dem Obsidianmesser durch die Hand ge­stochen.
Jean Daponde behandelte Bruce Ehrlichs Curarevergiftung mit Zuc­ker und Salz; beides diente auch als Gegenmittel gegen das Ameisengift der Riesentermiten. Bruce Ehrlich saß an einem Baum. Der große, kräf­tige Mann konnte keinen Finger rühren. Das Curare lähmte seine Muskeln; er atmete röchelnd.
Der Mann, der Dorian Hunter aus dem Termitenkäfig befreit hatte, war Roman Lipwitz. Er war ohne Bewußtsein.
Dorians Termitenbisse brannten wie Feuer. Seine Augen waren so zugeschwollen, daß er nur durch schmale Schlitze sehen konnte; trotzdem bemühte er sich um Lip­witz. Er und Rogard wuschen die Termitenbisse des kleinen, stämmi­gen Mannes mit Salz- und Zuckerlö­sung aus. Salmiakgeist oder Kalium­permanganatumschläge wären bes­ser gewesen, aber beides war mit der Expeditionsapotheke verlorenge­gangen.
Um seine Termitenbisse hatte der Dämonenkiller sich bereits gekümmert.
Nach zwei Stunden begann es Lip­witz besserzugehen. Er hatte eine Bärennatur; sonst hätte das Amei­sengift ihn erledigt.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 39, 1. Spalte, 11. Absatz – Seite 40, 2. Spalte, 1. Absatz

Lipwitz erholte sich nun schnell. Sich viel bewegen oder aufstehen konnte er noch nicht, aber zu spre­chen vermochte er bald ohne An­strengung. Er erzählte, was seinem Suchtrupp zugestoßen war, und schilderte auch, wie sein Freund Ro­ger Ballard von dem Dämon Atahu­alpa auf rituelle Weise in ein Netz eingewickelt und mit zusammengenagelten Händen in einen Nebenfluß des Orinoco geworfen wurde. Dori­ans Theorie über den Weg des unto­ten Roger Ballard hatte also ge­stimmt.
Lipwitz erzählte, daß er tagelang durch den Dschungel geirrt war, seit er die Stadt El Dorado gesehen hatte. Sein Gewehr hatte er in einem Sumpfloch verloren. Die Arauaindios hatten ihn in einer Netzfalle gefan­gen. Lipwitz war einen Dschungel­pfad entlangmarschiert und in ein ge­schickt auf dem Boden verborgenes Flechtnetz hineingelaufen. Er hatte sich mit dem Kopf nach unten hän­gend und in ein Netz eingewickelt an einem Baumast baumelnd wiederge­funden. Vom Verbleib Jeff Parkers und seiner Expedition wußte er nichts.
Diesen Tag mußte die Expedition an Ort und Stelle bleiben, denn Bruce Ehrlich und Roman Lipwitz wa­ren noch zu schwach, um weiterzu­marschieren. Von den Arauaindios war nichts zu befürchten. Die Pyg­mäen sicherten die Umgebung ab.
Dorian schien es, als hätten sich die Pygmäen vermehrt. Man konnte nie genau sagen, wie viele in der Nähe waren. Sie zeigten sich nie alle und tauchten überall auf; sie waren neu­gierig und unbefangen wie Kinder und von einer primitiven Grausam­keit, wenn man sie zu Feinden hatte.
Am Abend und in der Nacht hörten die weißen Männer und das Halbblutmädchen Sacheen die Busch­trommeln der Pygmäen. Sie sahen Feuerschein zwischen den Bäumen, tanzende Gestalten, hörten schrille Schreie und rhythmische Gesänge. Dorian verbot den andern, die Feier der Pygmäen zu stören oder auch nur zu beobachten. Er wollte die Pygmäen nicht erbosen. Außerdem hatte er auch noch einen Hinterge­danken bei seinem Verbot; er fürch­tete nämlich, daß die Expeditions­mitglieder Dinge zu sehen bekom­men könnten, die es ihnen in Zukunft unmöglich machten, weiter die Freunde und Verbündeten der Pyg­mäen zu bleiben. Umsonst hatten bestimmt nicht manche von ihnen die Zähne nach Kannibalenart zugefeilt.
Am nächsten Morgen ging es nach einem Frühstück aus gebratenem Affenfleisch weiter, der geheimnis­vollen Stadt El Dorado entgegen, die nach Roman Lipwitz' Worten aus dem Nichts im Dschungel aufge­taucht war.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 41, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 42, 1. Spalte, 1. Absatz

Lipwitz erholte sich nun schnell. Sich viel bewegen oder aufstehen konnte er noch nicht, aber zu spre­chen vermochte er bald ohne An­strengung. Er erzählte, was seinem Suchtrupp zugestoßen war, und schilderte auch, wie sein Freund Ro­ger Ballard von dem Dämon Atahu­alpa auf rituelle Weise in ein Netz eingewickelt und mit zusammengebundenen Händen in einen Nebenfluß des Orinoco geworfen wurde. Dori­ans Theorie über den Weg des unto­ten Roger Ballard hatte also ge­stimmt.
Lipwitz erzählte, daß er tagelang durch den Dschungel geirrt war, seit er die Stadt Manoa gesehen hatte. Sein Gewehr hatte er in einem Sumpfloch verloren. Die Arauaindios hatten ihn in einer Netzfalle gefangen. Lipwitz war einen Dschungel­pfad entlangmarschiert und in ein ge­schickt auf dem Boden verborgenes Flechtnetz hineingelaufen. Er hatte sich mit dem Kopf nach unten hän­gend und in ein Netz eingewickelt an einem Baumast baumelnd wiederge­funden. Vom Verbleib Jeff Parkers und seiner Expedition wußte er nichts.
Diesen Tag mußte die Expedition an Ort und Stelle bleiben, denn Bruce Ehrlich und Roman Lipwitz wa­ren noch zu schwach, um weiterzumarschieren. Von den Arauaindios war nichts zu befürchten. Die Pyg­mäen sicherten die Umgebung ab.
Dorian schien es, als hätten sich die Pygmäen vermehrt. Man konnte nie genau sagen, wie viele in der Nähe waren. Sie zeigten sich nie alle und tauchten überall auf; sie waren neu­gierig und unbefangen wie Kinder und von einer primitiven Grausam­keit, wenn man sie zu Feinden hatte.
Am Abend und in der Nacht hörten die weißen Männer und das Halbblutmädchen Sacheen die Busch­trommeln der Pygmäen. Sie sahen Feuerschein zwischen den Bäumen, tanzende Gestalten, hörten schrille Schreie und rhythmische Gesänge. Dorian verbot den andern, die Feier der Pygmäen zu stören oder auch nur zu beobachten. Er wollte die Pygmäen nicht erbosen. Außerdem hatte er auch noch einen Hintergedanken bei seinem Verbot; er fürch­tete nämlich, daß die Expeditions­mitglieder Dinge zu sehen bekom­men könnten, die es ihnen in Zukunft unmöglich machten, weiter die Freunde und Verbündeten der Pyg­mäen zu bleiben. Umsonst hatten bestimmt nicht manche von ihnen die Zähne nach Kannibalenart zugefeilt.
Am nächsten Morgen ging es nach einem Frühstück aus gebratenem Affenfleisch weiter, der geheimnis­vollen Stadt Manoa entgegen, die nach Roman Lipwitz' Worten aus dem Nichts im Dschungel aufge­taucht war.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 41, 2. Spalte, 3. Absatz

Elliot Farmer fragte Dorian nach den Spaniern, die sie im Dschungel gesehen hatten, nach dem untoten Roger Ballard und nach der geheimnisvollen Inkastadt El Dorado oder Manoa. Der schlaksige Texaner hat­te es sich in den Kopf gesetzt, ein be­rühmter Schriftsteller zu werden. Er machte sich ständig Notizen und wollte die Dschungelexpedition literarisch auswerten.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 43, 1. Spalte, 3. Absatz

Elliot Farmer fragte Dorian nach den Spaniern, die sie im Dschungel gesehen hatten, nach dem untoten Roger Ballard und nach der geheimnisvollen Inkastadt Manoa. Der schlaksige Texaner hat­te es sich in den Kopf gesetzt, ein be­rühmter Schriftsteller zu werden. Er machte sich ständig Notizen und wollte die Dschungelexpedition literarisch auswerten.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 43, 1. Spalte, 3. Absatz

Elliot Farmer und James Rogard wurden durch ihre Tropenkleidung geschützt, aber der Pygmäe war ver­loren. Er begann zu wanken und zwischen hohen Farnen brach er zu­sammen. Die wütenden Mörderbie­nen traktierten den Gestürzten. El­liot Farmer sah zwei Mörderbienen auf seiner durchstochenen, verbun­denen rechten Hand herumkrabbeln, und ungeachtet des Schmerzes zer­schlug er sie an dem dünnen Stamm eines Palmengewächses.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 44, 2. Spalte, 6. Absatz

Elliot Farmer und James Rogard wurden durch ihre Tropenkleidung geschützt, aber der Pygmäe war ver­loren. Er begann zu wanken und zwischen hohen Farnen brach er zu­sammen. Die wütenden Mörderbie­nen traktierten den Gestürzten.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 44, 2. Spalte, 7. Absatz

Die Expedition kam nur langsam voran. Am späten Nachmittag behaupteten die Pygmäen, dies sei die Stelle, an der El Dorado oder Manoa sich befanden. Die kleinen Männer waren äußerst scheu. Sie wollten ihr Lager ein gutes Stück entfernt aufschlagen. Die drei Pygmäen, die die Expedition geführt hatten, brannten darauf, von dem verwunschenen Platz wegzukommen.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 46, 2. Spalte, 3. Absatz

Die Expedition kam nur langsam voran. Am späten Nachmittag behaupteten die Pygmäen, dies sei die Stelle, an der Manoa sich befanden. Die kleinen Männer waren äußerst scheu. Sie wollten ihr Lager ein gutes Stück entfernt aufschlagen. Die drei Pygmäen, die die Expedition geführt hatten, brannten darauf, von dem verwunschenen Platz wegzukommen.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 47, 1. Spalte, 5. Absatz

Jetzt hatte Dorian Hunter absolute Gewißheit. Hier befand sich El Dorado. Er war am richtigen Platz. Doch wohin war die Stadt entschwunden? Und wann würde er sie wieder zu sehen bekommen?

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 48, 1. Spalte, 3. Absatz

Jetzt hatte Dorian Hunter absolute Gewißheit. Hier befand sich Manoa. Er war am richtigen Platz. Doch wohin war die Stadt ent­schwunden? Und wann würde er sie wieder zu sehen bekommen?

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 49, 1. Spalte, 13. Absatz – Seite 49, 2. Spalte, 1. Absatz

„Die Inkas haben uns gejagt und verfolgt. Der schreckliche Atahualpa hat welche von meinen Leuten geop­fert, hat sie in ein Fischernetz einge­wickelt und mit zusammengenagel­ten Händen in den Fluß geworfen. Es war furchtbar. Wir haben es beob­achtet. Eingeborene und Pygmäen haben uns angegriffen, immer wie­der, Tag und Nacht. Die fünf Indios und die beiden guten spanischen Ka­meraden kamen ums Leben. Ich bin allein. Wo die anderen sind, weiß ich nicht. Und wie ist es dir ergangen, Rodolfo? Wo bist du auf diese Leute gestoßen?“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 50, 2. Spalte, 3. Absatz

„Die Inkas haben uns gejagt und verfolgt. Der schreckliche Atahualpa hat welche von meinen Leuten geop­fert, hat sie in ein Fischernetz einge­wickelt und in den Fluß geworfen. Es war furchtbar. Wir haben es beob­achtet. Eingeborene und Pygmäen haben uns angegriffen, immer wie­der, Tag und Nacht. Die fünf Indios und die beiden guten spanischen Kameraden kamen ums Leben. Ich bin allein. Wo die anderen sind, weiß ich nicht. Und wie ist es dir ergangen, Rodolfo? Wo bist du auf diese Leute gestoßen?“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 50, 1. Spalte, 5. – 7. Absatz

Arturo Pesce konnte sich an einem Ast des über den Tümpel gestürzten Baumes festhalten. Pascual Marti­nez und Bruce Ehrlich aber klatsch­ten ins Wasser. Die Zitteraale schos­sen herbei. Dorian Hunter sah Pas­cual Martinez' Kopf über der trüben Wasseroberfläche, seinen zum Schrei aufgerissenen Mund.
Ein vier Meter langer Zitteraal traf ihn mit dem elektrisch geladenen Schwanz. Martinez' Augen verdreh­ten sich nach oben; er ging unter. Bruce Ehrlich schrie noch einmal kurz auf, bevor ihn Stromschläge töteten.
Hilflos standen die andern am Ufer und mußten zusehen. Trauer erfüllte Dorians Herz, als er auf die Stelle schaute, wo Pascual Martinez untergegangen war. Es war ihm, als sei ein Teil seiner Vergangenheit, ein Stück von ihm selbst soeben gestorben.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 51, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 51, 2. Spalte, 1. Absatz

Arturo Pesce konnte sich an einem Ast des über den Tümpel gestürzten Baumes festhalten. Pascual Marti­nez und Bruce Ehrlich aber klatsch­ten ins Wasser. Die Zitteraale schos­sen herbei. Dorian Hunter sah Pas­cual Martinez' Kopf über der trüben Wasseroberfläche, seinen zum Schrei aufgerissenen Mund.
Hilflos standen die andern am Ufer und mußten zusehen. Trauer erfüllte Dorians Herz, als er auf die Stelle schaute, wo Pascual Martinez untergegangen war. Es war ihm, als sei ein Teil seiner Vergangenheit, ein Stück von ihm selbst soeben gestorben.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 50, 2. Spalte, 2. Absatz

Niedergeschlagen berieten die Ex­peditionsteilnehmer, was zu tun sei. Bisher hatte Dorian Hunters Expe­dition nicht eben viel erreicht. Bruce Ehrlich und Gene Greene waren tot, die zehn Indioträger tot oder geflo­hen, von Jeff Parker und seinen Leu­ten gab es keine Spur, und die Stadt El Dorado war vom Erdboden ver­schwunden. Arturo Pesce verlangte energisch, umzukehren. Sacheen stimmte ihm zu, und Roman Lipwitz wollte von der grünen Hölle auch nichts mehr wissen. Jean Daponde war aus Vernunftsgründen für eine Rückkehr zum Stützpunkt, und Ja­mes Rogard, der nur seine Mörder­bienen und Riesentermiten im Kopf hatte, wollte ebenfalls nicht hierblei­ben. Doch Dorian Hunter blieb hart. Einzig Elliot Farmer war auf seiner Seite.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 51, 2. Spalte, 3. Absatz

Niedergeschlagen berieten die Ex­peditionsteilnehmer, was zu tun sei. Bisher hatte Dorian Hunters Expe­dition nicht eben viel erreicht. Bruce Ehrlich und Gene Greene waren tot, die zehn Indioträger tot oder geflo­hen, von Jeff Parker und seinen Leu­ten gab es keine Spur, und die Stadt Manoa war vom Erdboden ver­schwunden. Arturo Pesce verlangte energisch, umzukehren. Sacheen stimmte ihm zu, und Roman Lipwitz wollte von der grünen Hölle auch nichts mehr wissen. Jean Daponde war aus Vernunftsgründen für eine Rückkehr zum Stützpunkt, und Ja­mes Rogard, der nur seine Mörder­bienen und Riesentermiten im Kopf hatte, wollte ebenfalls nicht hierblei­ben. Doch Dorian Hunter blieb hart. Einzig Elliot Farmer war auf seiner Seite.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller Nr. 39
Seite 51, 1. Spalte, 1. Absatz

Dorian Hunter hatte Lipwitz am Vorabend gebeten, über den Quipu Stillschweigen zu bewahren. Lipwitz und die andern glaubten, der Quipu würde sie geradewegs nach El Dora­do führen, in die goldenen Schatzkammern der Inkastadt.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage  Nr. 39
Seite 52, 1. Spalte, 5. Absatz

Dorian Hunter hatte Lipwitz am Vorabend gebeten, über den Quipu Stillschweigen zu bewahren. Lipwitz und die andern glaubten, der Quipu würde sie geradewegs nach Manoa führen, in die goldenen Schatzkammern der Inkastadt.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 51, 1. Spalte, 8. Absatz – Seite 52, 2. Spalte, 4. Absatz

„Es geht um Atahualpa“, sagte der kleine Franzose mit gerunzelter Stirn. „Er wird eine glorreiche Wie­dergeburt erleben, hier in El Dora­do.“
Das hatte Dorian schon seinerzeit als Georg Rudolf Speyer gewußt.
„Enthält der Quipu etwas von ei­ner Prinzessin Macchu Picchu?“ fragte er. „Von einem Traum, den sie träumt?“
„Ja, ja. Hier - diese Knotenschnur bedeutet: Macchu Picchu träumt. Die nächste Schnur scheint mir ein Kalender zu sein, der mit dem dritten Mondjahr von 1500 an beginnt. Er weist in die Zukunft, bis - ja, bis in die heutige Zeit. Nach diesem Quipu sollte sich in unserer Zeit, um den jetzigen Zeitpunkt herum, etwas ereignen.“
„Was? Was sagt die nächste Knotenschnur?“
„Sie ist dunkel und dann wieder rot wie Blut. Sie enthält Drohungen, schreckliche Drohungen. Nein, nein, das kann nicht sein. Das wäre Wahnsinn.“
„Was sehen Sie, Daponde?“ fragte Dorian Hunter.
Alle sahen gespannt den kleinen Franzosen an, hingen an seinen Lippen.
„Was? Ungeheuer. Dämonen. Ach was, das ist doch alles Unsinn. Ich kann es jetzt nicht entziffern. Dazu brauche ich viel mehr Zeit. Ein paar Tage - eine Woche, ich kann es nicht sagen. Diese Quipus sind sehr schwierig zu lesen. Ein Knoten falsch gedeutet, und schon kommt bei allem Nachfolgenden kompletter Unsinn heraus oder ganz etwas anderes. Ich kann einen Fehler gemacht haben. Sicher ist mir irgendwo ein Irrtum unterlaufen. Überlassen Sie mir den Quipu, Mr. Hunter! Irgendwann werde ich Ihnen ganz genau sagen können, was er bedeutet.“
„Also Fehlanzeige“, sagte Lipwitz. „Der Quipu bringt uns auch nicht nach El Dorado. Ich sage, wir müssen umkehren.“
„Auf jeden Fall müssen wir uns erst einmal mit den Pygmäen verständigen“, sagte Dorian Hunter. „Nachdem Pascual Martinez tot ist, dürften wir auf keine Schwierig­keiten mehr stoßen. Ungefähr wis­sen wir, wo sie sein müssen. Sie sind immer aus der gleichen Richtung ge­kommen. Ich nehme an, sie sind irgendwo in der Nähe eines Baches, und schlage vor, wir brechen auf und suchen sie.“
„Damit sie aus dem Hinterhalt Giftpfeile auf uns schießen?“ fragte Arturo Pesce.
„Ach was. Wir sind ihre Freunde. Wir haben sie von den Monsteraffen befreit, vergeßt das nicht. Wenn sie Pascual Martinez nicht bei uns se­hen, werden sie schon nicht gleich schießen.“
„Die Gruppe verließ den Wind­bruch und marschierte durch den Dschungel. Die Männer und das Mädchen hielten die Gewehre schußbereit. Roman Lipwitz' Gesicht war verzerrt. Die Amöbenruhr machte ihm wieder schwer zu schaf­fen. Er fegte in die Büsche, und die ganze Gruppe mußte warten, bis er wieder hervorkam.
Dorian Hunter führte die Gruppe. Es war inzwischen später Nachmit­tag geworden. Im Dschungel war es fast ruhig.
Plötzlich traten drei Pygmäen aus einem blühenden Strauch hervor. Die kleinen bemalten Männer mit den überlangen Blasrohren sahen grotesk aus vor der weißen Blüten­pracht. Sie palaverten und schwatz­ten.
„Wir sollen umkehren“, übersetzte Jean Daponde. „Sie wollen uns hier nicht haben.“
Aber Dorian Hunter hatte bereits andere Stimmen gehört, und in der Nähe plätscherte ein Bach.
„Wir sehen uns ihr Lager einmal an“, sagte Dorian entschlossen. „Dann wissen wir wenigstens, mit wie vielen Pygmäen wir es zu tun haben. Bisher sind unsere kleinen Freunde für meinen Geschmack viel zu sehr im Verborgenen geblieben.“
Die drei Pygmäen schnatterten und gestikulierten, aber die weißen Männer gingen an ihnen vorbei, ohne sie zu beachten; auch Sacheen gönn­te ihnen keinen Blick. Die Pygmäen wußten nicht, was sie tun sollten. Sie eilten schließlich der Expedition nach und erreichten zugleich mit dieser das Lager.
Im Pygmäenlager gab es sechs große Gemeinschaftshütten, errich­tet aus festen, biegsamen Hölzern, Farnwedeln, großen Blättern und Grasarten. Eine dieser Hütten war größer als die andern.
Im Lager befanden sich nicht ganz fünfzig Männer, ein halbes Dutzend Frauen und auch einige Kinder. Die Pygmäen hatten also doch nicht ihre ganzen Frauen den Monsteraffen geopfert, wie sie gesagt hatten, und der Stamm war auch größer, als sie die Weißen glauben gemacht hatten. Und noch ein Geheimnis verriet das Lager: Die Pygmäen waren Kopfjä­ger. Einige von ihnen hatten sich die scheußlichen faustgroßen Trophäen, geschrumpfte Köpfe getöteter Fein­de, um den Hals gehängt, andere Schrumpfköpfe hingen vor den Hüt­ten.
Die Pygmäen schauten den Weißen entgegen. Einige hielten ihre Blasrohre umklammert, aber noch unternahmen sie nichts. Sie hatten die Wirkung der Schnellfeuerge­wehre kennen- und fürchten ge­lernt. Über einem kleinen Feuer, dem besondere Kräuter beigemischt waren, hing der Schrumpfkopf eines weißen Mannes. Er war noch nicht ganz fertig; das Einschrumpfen und Konservieren dauerte Wochen. Zu­erst wurden vom abgeschnittenen Kopf Knochenteile und das Gehirn entfernt. Dann wurde er mit heißen Steinen gedörrt, bis er nur noch faustgroß war, geräuchert und mit Pflanzensäften behandelt, die ihn konservierten.
Der Kopf über dem Feuer wurde gerade geräuchert. Er hatte ziemlich langes, weißes Haar.
„Zum Teufel!“ rief Elliot Farmer. „Das ist der Kopf von Wilbur Cricket!“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 52, 1. Spalte, 10. Absatz – Seite 53, 2. Spalte, 6. Absatz

„Es geht um Atahualpa“, sagte der kleine Franzose mit gerunzelter Stirn. „Er wird eine glorreiche Wie­dergeburt erleben, hier in Manoa.“
Das hatte Dorian schon seinerzeit als Georg Rudolf Speyer gewußt.
„Enthält der Quipu etwas von ei­ner Prinzessin Macchu Picchu?“ fragte er. „Von einem Traum, den sie träumt?“
„Ja, ja. Hier - diese Knotenschnur bedeutet: Macchu Picchu träumt. Die nächste Schnur scheint mir ein Kalender zu sein, der mit dem dritten Mondjahr von 1500 an beginnt. Er weist in die Zukunft, bis - ja, bis in die heutige Zeit. Nach diesem Quipu sollte sich in unserer Zeit, um den jetzigen Zeitpunkt herum, etwas ereignen.“
„Was? Was sagt die nächste Knotenschnur?“
„Sie ist dunkel und dann wieder rot wie Blut. Sie enthält Drohungen, schreckliche Drohungen. Nein, nein, das kann nicht sein. Das wäre Wahnsinn.“
„Was sehen Sie, Daponde?“ fragte Dorian Hunter.
Alle sahen gespannt den kleinen Franzosen an, hingen an seinen Lippen.
„Was? Ungeheuer. Dämonen. Ach was, das ist doch alles Unsinn. Ich kann es jetzt nicht entziffern. Dazu brauche ich viel mehr Zeit. Ein paar Tage - eine Woche, ich kann es nicht sagen. Diese Quipus sind sehr schwierig zu lesen. Ein Knoten falsch gedeutet, und schon kommt bei allem Nachfolgenden kompletter Unsinn heraus oder ganz etwas anderes. Ich kann einen Fehler gemacht haben. Sicher ist mir irgendwo ein Irrtum unterlaufen. Überlassen Sie mir den Quipu, Mr. Hunter! Irgendwann werde ich Ihnen ganz genau sagen können, was er bedeutet.“
„Also Fehlanzeige“, sagte Lipwitz. „Der Quipu bringt uns auch nicht nach Manoa. Ich sage, wir müssen umkehren.“
„Auf jeden Fall müssen wir uns erst einmal mit den Pygmäen verständigen“, sagte Dorian Hunter. „Nachdem Pascual Martinez tot ist, dürften wir auf keine Schwierig­keiten mehr stoßen. Ungefähr wis­sen wir, wo sie sein müssen. Sie sind immer aus der gleichen Richtung ge­kommen. Ich nehme an, sie sind irgendwo in der Nähe eines Baches, und schlage vor, wir brechen auf und suchen sie.“
„Damit sie aus dem Hinterhalt Giftpfeile auf uns schießen?“ fragte Arturo Pesce.
„Ach was. Wir sind ihre Freunde. Wir haben sie von den Monsteraffen befreit, vergeßt das nicht. Wenn sie Pascual Martinez nicht bei uns se­hen, werden sie schon nicht gleich schießen.“
„Die Gruppe verließ den Wind­bruch und marschierte durch den Dschungel. Die Männer und das Mädchen hielten die Gewehre schußbereit. Roman Lipwitz' Gesicht war verzerrt. Die Amöbenruhr machte ihm wieder schwer zu schaf­fen. Er fegte in die Büsche, und die ganze Gruppe mußte warten, bis er wieder hervorkam.
Dorian Hunter führte die Gruppe. Es war inzwischen später Nachmit­tag geworden. Im Dschungel war es fast ruhig.
Plötzlich traten drei Pygmäen aus einem blühenden Strauch hervor. Die kleinen bemalten Männer mit den überlangen Blasrohren sahen grotesk aus vor der weißen Blüten­pracht. Sie palaverten und schwatz­ten.
„Wir sollen umkehren“, übersetzte Jean Daponde. „Sie wollen uns hier nicht haben.“
Aber Dorian Hunter hatte bereits andere Stimmen gehört, und in der Nähe plätscherte ein Bach.
„Wir sehen uns ihr Lager einmal an“, sagte Dorian entschlossen. „Dann wissen wir wenigstens, mit wie vielen Pygmäen wir es zu tun haben. Bisher sind unsere kleinen Freunde für meinen Geschmack viel zu sehr im Verborgenen geblieben.“
Die drei Pygmäen schnatterten und gestikulierten, aber die weißen Männer gingen an ihnen vorbei, ohne sie zu beachten; auch Sacheen gönn­te ihnen keinen Blick. Die Pygmäen wußten nicht, was sie tun sollten. Sie eilten schließlich der Expedition nach und erreichten zugleich mit dieser das Lager.
Im Pygmäenlager gab es sechs große Gemeinschaftshütten, errich­tet aus festen, biegsamen Hölzern, Farnwedeln, großen Blättern und Grasarten. Eine dieser Hütten war größer als die andern.
Im Lager befanden sich nicht ganz fünfzig Männer, ein halbes Dutzend Frauen und auch einige Kinder. Die Pygmäen hatten also doch nicht ihre ganzen Frauen den Monsteraffen geopfert, wie sie gesagt hatten, und der Stamm war auch größer, als sie die Weißen glauben gemacht hatten. Und noch ein Geheimnis verriet das Lager: Die Pygmäen waren Kopfjä­ger.
Die Pygmäen schauten den Weißen entgegen. Einige hielten ihre Blasrohre umklammert, aber noch unternahmen sie nichts. Sie hatten die Wirkung der Schnellfeuerge­wehre kennen- und fürchten ge­lernt. Über einem kleinen Feuer, dem besondere Kräuter beigemischt waren, hing der Schrumpfkopf eines weißen Mannes.
„Zum Teufel!“ rief Elliot Farmer. „Das ist der Kopf von Wilbur Cricket!“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 53, 2. Spalte, 1. Absatz – Seite 55, 1. Spalte, 2. Absatz

Niemand konnte später mehr sa­gen, wer zuerst geschossen hatte. Es war eine Frage der Selbsterhaltung. Die sechs Männer und das Mädchen mußten töten, wenn sie nicht getötet werden wollten. Es war ein kurzes grausames Massaker. Die Schnell­feuergewehre und -karabiner rat­terten.
Dorian schoß zwei von seinen fünf Magazinen leer, und als er das dritte einsetzte, waren die überlebenden Pygmäen in panischer Flucht im Dschungel untergetaucht. Das mör­derische Schnellfeuer der Weißen hatte anderthalb Dutzend von ihnen niedergestreckt.
Im ersten Moment sah es so aus, als hätte überhaupt keiner von der Ex­pedition etwas abbekommen, aber dann brach Roman Lipwitz plötzlich zusammen. Für ihn gab es keine Hil­fe mehr. Drei Blasrohrgeschosse hatten ihn getroffen. Dagegen half auch der Zucker nicht mehr, den ihn James Rogard sofort in den Mund steckte.
Arturo Pesce schwenkte trium­phierend sein M16-Gewehr.
„Ich habe allein ein Dutzend umge­legt“, prahlte er. „Die Knarre ist toll. Selbst ein Schuß in den Arm oder ins Bein legt einen Menschen um.“
Einige der Pygmäen waren nur verwundet. Arturo Pesce wollte sie erschießen. Sein Gesicht mit dem ge­rade verheilten Peitschenstriemen auf der linken Wange war eine ver­zerrte Fratze.
Dorian richtete den Simonow-Ka­rabiner auf Pesce. „Das läßt du sein, Arturo. Es ist genug Blut vergossen worden. Wir wollen die Pygmäen nicht noch mehr aufbringen, indem wir Verwundete erschießen. Los, in die große Hütte, bevor sie uns ihre Blasrohrpfeile nachschicken!“
Dorians Sorge war unnötig. Das Massaker, das weniger als eine Mi­nute gedauert hatte, hatte den Pyg­mäen einen derartigen Horror einge­jagt, daß sie nicht einmal mehr aus dem Hinterhalt zu schießen wagten. James Rogard und Jean Daponde schleppten Roman Lipwitz in die große Hütte. Sie bemühten sich um ihn, versuchten es mit künstlicher Beatmung und Herzmassage, aber es hatte keinen Zweck.
In der Hütte hockten Jeff Parker, Jörn Geeregaad, Elmar Freytag, Fernando Parras und die drei Wis­senschaftler Abraham Coe, David Astor, der auch Missionar war, und James Wood gefesselt am Boden. Es war ihnen anzusehen, daß sie aller­hand mitgemacht hatten.
Ihre Stricke wurden durchschnit­ten.
„Wie kommt ihr hierher?“ fragte Dorian Hunter Jeff Parker. „Wir su­chen euch schon seit Wochen ver­zweifelt.“
„Wir suchten etwa zwei Tagesmär­sche entfernt von hier das sagen­hafte El Dorado“, erzählte Jeff Par­ker.
Der vierzigjährige, drahtige Mil­lionär, der mit seinem Jungengesicht sonst viel jünger aussah, als er tat­sächlich war, schien um fünfzehn, zwanzig Jahre gealtert. „Wir hatten keinen Erfolg. Unsere Träger meu­terten, und unser Funkgerät war de­fekt. Vor drei Wochen verschwanden die Träger eines Nachts. Sie nahmen den größten Teil unserer Ausrü­stung mit. Hauptsächlich wegen meiner Dickköpfigkeit suchten wir fünf weitere Tage. Aber dieses verdammten El Dorado oder Manoa war einfach nicht zu finden.“
„Ihr habt an der falschen Stelle ge­sucht“, sagte Dorian. „Und dann sind da noch ein paar andere Dinge. Aber erzähle erst einmal weiter!“
„Wir kehrten um. Ein Jaguar er­wischte Bruce Marshall. Abu ed Na­rudin, der Playboysohn des Öl­scheichs von Oman, wurde von Ein­geborenen getötet. Wir erreichten nach schlimmen Strapazen den Rio Negro, aber unsere Boote waren ver­schwunden. So marschierten wir am Ufer entlang und kamen bis in die Nähe des Stützpunkts. Wir waren nur noch einen Tagesmarsch davon entfernt.“
„Und da überfielen euch die Pyg­mäen?“
Dorian fragte sich, wie das zuge­gangen sein sollte. Immerhin mußte Jeff Parkers Expedition doch be­waffnet gewesen sein.
Parker senkte den Kopf.
„Diese verdammten Pygmäen!“ sagte er verbittert. „Sie haben uns auf ganz raffinierte Art gekriegt. Sie müssen uns beobachtet haben. Wir kamen zu einer Quelle im Dschungel. Sie müssen sich wohl ausgerechnet haben, daß wir dort lagern würden. Sie haben etwas ins Wasser der Quelle getan, den Saft einer be­stimmten Lianenart oder einer Pflanze. Er wirkte wie ein sehr star­kes Schlafmittel. Wir tranken von dem Wasser und kochten ein Gemüse aus jungen Pflanzenschößlingen da­mit. Wir wurden alle todmüde und schliefen wie Murmeltiere. Auch die beiden Wachen schliefen ein. Die Pygmäen brauchten uns nur einzu­sammeln. Als wir wieder zu uns ka­men, waren wir gefesselt und befan­den uns in ihrer Gewalt. Wilbur ha­ben sie getötet und gefressen, seinen Kopf abgeschnitten und der Schrumpfbehandlung unterzogen. Weshalb sie uns verschont haben, weiß ich nicht. Sie haben uns durch den Dschungel mitgeschleppt, den Weg zurück, den wir mühsam zum Stützpunkt hinmarschiert waren.“
Dorian Hunter wußte jetzt Be­scheid. Die Pygmäen hatten die Wei­ßen zunächst alle töten wollen, doch nach dem Tod von Wilbur Cricket hatten Dorian und drei andere weiße Männer ihnen gegen die Monsteraf­fen geholfen. Einesteils sahen die Pygmäen die Weißen als ihre Erz­feinde an, andererseits aber hatten sie die große Gefahr von ihrem Stamm genommen. Die Pygmäen wußten nicht, wie sie sich verhalten sollten. Ihrem scheuen, mißtraui­schen Naturell entsprechend, hatten sie ihre Gefangenen versteckt und sich Dorian Hunter und den anderen gegenüber freundlich gezeigt und sie hatten die Gefangenen die ganze Zeit mitgeführt. Als dann einer der ihren von einem Weißen, dem Spanier Pas­cual Martinez, erschossen wurde und die Expedition ins Pygmäenlager eindrang und einfach die Gefange­nen herausholen wollte, war es zu ei­ner Kurzschlußreaktion des Häupt­lings gekommen. Das Ergebnis war das Massaker. Vielleicht wäre es möglich gewesen, Jeff Parker und seine Gefährten durch Verhand­lungen freizubekommen oder sie los­zukaufen, doch darüber nachzugrü­beln, war jetzt müßig.
„Ich bin sicher, die Pygmäen hät­ten uns früher oder später umgebracht, aufgefressen und unsere Köpfe zu Tsantsas verarbeitet“, meinte Jeff Parker. „Ich kann sie nicht bedauern. Sie haben uns manchmal auf scheußliche Weise ge­quält, besonders die Pygmäenwei­ber.“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 54, 2. Spalte, 4. Absatz – Seite 56, 1. Spalte, 2. Absatz

Niemand konnte später mehr sa­gen, wer zuerst geschossen hatte. Es war eine Frage der Selbsterhaltung. Die sechs Männer und das Mädchen mußten töten, wenn sie nicht getötet werden wollten. Es war ein kurzes grausames Massaker.
Im ersten Moment sah es so aus, als hätte überhaupt keiner von der Expedition etwas abbekommen, aber dann brach Roman Lipwitz plötzlich zusammen. Für ihn gab es keine Hil­fe mehr. Drei Blasrohrgeschosse hatten ihn getroffen. Dagegen half auch der Zucker nicht mehr, den ihn James Rogard sofort in den Mund steckte.
Einige der Pygmäen waren nur verwundet. Arturo Pesce wollte sie erschießen. Sein Gesicht mit dem ge­rade verheilten Peitschenstriemen auf der linken Wange war eine ver­zerrte Fratze.
Dorian richtete den Simonow-Ka­rabiner auf Pesce. „Das läßt du sein, Arturo. Es ist genug Blut vergossen worden. Wir wollen die Pygmäen nicht noch mehr aufbringen, indem wir Verwundete erschießen. Los, in die große Hütte, bevor sie uns ihre Blasrohrpfeile nachschicken!“
Dorians Sorge war unnötig. Das Massaker, das weniger als eine Minute gedauert hatte, hatte den Pyg­mäen einen derartigen Horror einge­jagt, daß sie nicht einmal mehr aus dem Hinterhalt zu schießen wagten. James Rogard und Jean Daponde schleppten Roman Lipwitz in die große Hütte. Sie bemühten sich um ihn, versuchten es mit künstlicher Beatmung und Herzmassage, aber es hatte keinen Zweck.
In der Hütte hockten Jeff Parker, Jörn Geeregaad, Elmar Freytag, Fernando Parras und die drei Wis­senschaftler Abraham Coe, David Astor, der auch Missionar war, und James Wood gefesselt am Boden. Es war ihnen anzusehen, daß sie aller­hand mitgemacht hatten.
Ihre Stricke wurden durchschnit­ten.
„Wie kommt ihr hierher?“ fragte Dorian Hunter Jeff Parker. „Wir su­chen euch schon seit Wochen ver­zweifelt.“
„Wir suchten etwa zwei Tagesmär­sche entfernt von hier das sagen­hafte El Dorado“, erzählte Jeff Par­ker.
Der vierzigjährige, drahtige Mil­lionär, der mit seinem Jungengesicht sonst viel jünger aussah, als er tat­sächlich war, schien um fünfzehn, zwanzig Jahre gealtert. „Wir hatten keinen Erfolg. Unsere Träger meu­terten, und unser Funkgerät war de­fekt. Vor drei Wochen verschwanden die Träger eines Nachts. Sie nahmen den größten Teil unserer Ausrü­stung mit. Hauptsächlich wegen meiner Dickköpfigkeit suchten wir fünf weitere Tage. Aber diese verdammten Stadt Manoa war einfach nicht zu finden.“
„Ihr habt an der falschen Stelle ge­sucht“, sagte Dorian. „Und dann sind da noch ein paar andere Dinge. Aber erzähle erst einmal weiter!“
„Wir kehrten um. Ein Jaguar er­wischte Bruce Marshall. Abu ed Na­rudin, der Playboysohn des Öl­scheichs von Oman, wurde von Ein­geborenen getötet. Wir erreichten nach schlimmen Strapazen den Rio Negro, aber unsere Boote waren ver­schwunden. So marschierten wir am Ufer entlang und kamen bis in die Nähe des Stützpunkts. Wir waren nur noch einen Tagesmarsch davon entfernt.“
„Und da überfielen euch die Pyg­mäen?“
Dorian fragte sich, wie das zuge­gangen sein sollte. Immerhin mußte Jeff Parkers Expedition doch be­waffnet gewesen sein.
Parker senkte den Kopf.
„Diese verdammten Pygmäen!“ sagte er verbittert. „Sie haben uns auf ganz raffinierte Art gekriegt. Sie müssen uns beobachtet haben. Wir kamen zu einer Quelle im Dschungel. Sie müssen sich wohl ausgerechnet haben, daß wir dort lagern würden. Sie haben etwas ins Wasser der Quelle getan, den Saft einer be­stimmten Lianenart oder einer Pflanze. Er wirkte wie ein sehr star­kes Schlafmittel. Wir tranken von dem Wasser und kochten ein Gemüse aus jungen Pflanzenschößlingen da­mit. Wir wurden alle todmüde und schliefen wie Murmeltiere. Auch die beiden Wachen schliefen ein. Die Pygmäen brauchten uns nur einzu­sammeln. Als wir wieder zu uns kamen, waren wir gefesselt und befan­den uns in ihrer Gewalt. Wilbur haben sie getötet. Weshalb sie uns verschont haben, weiß ich nicht. Sie haben uns durch den Dschungel mitgeschleppt, den Weg zurück, den wir mühsam zum Stützpunkt hinmarschiert waren.“
Dorian Hunter wußte jetzt Be­scheid. Die Pygmäen hatten die Wei­ßen zunächst alle töten wollen, doch nach dem Tod von Wilbur Cricket hatten Dorian und drei andere weiße Männer ihnen gegen die Monsteraf­fen geholfen. Einesteils sahen die Pygmäen die Weißen als ihre Erz­feinde an, andererseits aber hatten sie die große Gefahr von ihrem Stamm genommen. Die Pygmäen wußten nicht, wie sie sich verhalten sollten. Ihrem scheuen, mißtraui­schen Naturell entsprechend, hatten sie ihre Gefangenen versteckt und sich Dorian Hunter und den anderen gegenüber freundlich gezeigt und sie hatten die Gefangenen die ganze Zeit mitgeführt. Als dann einer der ihren von einem Weißen, dem Spanier Pas­cual Martinez, erschossen wurde und die Expedition ins Pygmäenlager eindrang und einfach die Gefange­nen herausholen wollte, war es zu ei­ner Kurzschlußreaktion des Häupt­lings gekommen. Das Ergebnis war das Massaker. Vielleicht wäre es möglich gewesen, Jeff Parker und seine Gefährten durch Verhand­lungen freizubekommen oder sie los­zukaufen, doch darüber nachzugrü­beln, war jetzt müßig.
„Ich bin sicher, die Pygmäen hät­ten uns früher oder später umgebracht“, meinte Jeff Parker. „Ich kann sie nicht bedauern. Sie haben uns manchmal auf scheußliche Weise ge­quält, besonders die Pygmäenwei­ber.“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 55, 2. Spalte, 3. Absatz

Dorian Hunter sagte Jean Dapon­de, er sollte den Pygmäen zurufen, daß sie ihre Toten und Verwundeten bergen könnten. Daponde stellte sich neben die Türöffnung, flankiert von Arturo Pesce und Jörn Geeregaad von der Parker-Expedition. Dapon­de rief den Pygmäen auch noch zu, sie sollten sich nicht mehr im Lager blicken lassen, sobald sie ihre Toten und Verwundeten geholt hätten. Bis zum nächsten Abend sollten sie aus der Gegend verschwunden sein; und wenn sie noch einmal etwas gegen die Weißen unternehmen würden, würde der ganz Stamm ausgerottet.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 56, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 56, 2. Spalte, 1. Absatz

Dorian Hunter sagte Jean Dapon­de, er sollte den Pygmäen zurufen, daß sie ihre Toten und Verwundeten bergen könnten. Daponde stellte sich neben die Türöffnung, flankiert von Arturo Pesce und Jörn Geeregaad von der Parker-Expedition. Dapon­de rief den Pygmäen auch noch zu, sie sollten sich nicht mehr im Lager blicken lassen, sobald sie ihre Toten und Verwundeten geholt hätten. Bis zum nächsten Abend sollten sie aus der Gegend verschwunden sein.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 57, 2. Spalte, 7. Absatz

Dorian forderte ihn noch einmal auf, umzukehren, die Suche nach El Dorado aufzugeben, aber Jeff Par­ker wollte nicht - nicht so kurz vor dem Ziel. Er fragte die anderen. Sie stimmten ab. Das Abstimmungser­gebnis überraschte den Dämonen­killer einigermaßen. Er war als ein­ziger dafür, umzukehren. James Ro­gard und Sacheen enthielten sich der Stimme. Alle andern, auch die, die wenige Stunden zuvor noch auf eine Rückkehr zum Stützpunkt gedrängt hatten, wollten El Dorado suchen. Daß sie ihre Kameraden unversehrt hatten befreien können und jetzt wieder zwölf Mann waren, hatte Ar­turo Pesce, Jean Daponde und James Rogard die Meinung ändern lassen. Und Jeff Parker und seine Gefähr­ten, die doch gerade dem Tod von der Schippe gesprungen waren, dachten nicht daran, in die Zivilisation zurückzukehren.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 58, 2. Spalte, 2. Absatz

Dorian forderte ihn noch einmal auf, umzukehren, die Suche nach El Dorado aufzugeben, aber Jeff Par­ker wollte nicht - nicht so kurz vor dem Ziel. Er fragte die anderen. Sie stimmten ab. Das Abstimmungser­gebnis überraschte den Dämonen­killer einigermaßen. Er war als ein­ziger dafür, umzukehren. James Ro­gard und Sacheen enthielten sich der Stimme. Alle andern, auch die, die wenige Stunden zuvor noch auf eine Rückkehr zum Stützpunkt gedrängt hatten, wollten Manoa suchen. Daß sie ihre Kameraden unversehrt hatten befreien können und jetzt wieder zwölf Mann waren, hatte Ar­turo Pesce, Jean Daponde und James Rogard die Meinung ändern lassen. Und Jeff Parker und seine Gefähr­ten, die doch gerade dem Tod von der Schippe gesprungen waren, dachten nicht daran, in die Zivilisation zurückzukehren.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 58, 2. Spalte, 2. Absatz – Seite 59, 2. Spalte, 2. Absatz

Die zwölf Männer und das Mäd­chen Sacheen marschierten zu der Stelle, an der El Dorado sich befin­den sollte. Am Mittag erreichten sie das Stück Dschungel am Fluß. Von einer Lichtung oder einer Stadt war nichts zu sehen. Schon wollte Dorian aufatmen.
Doch kaum hatten sie ein proviso­risches Lager aufgeschlagen und Feuer gemacht, da geschah es.
Die Konturen der Bäume ver­schwammen. Das Dämmerlicht unter dem Laubdach der mächtigen Urwaldbäume wich strahlender Helligkeit. Die Luft flimmerte und gleißte, und dann waren plötzlich die Bäume, das Unterholz, die dicken Lia­nen und Schlinggewächse und üp­pigen Schmarotzerpflanzen, ja selbst die Insekten, Schlangen und Vögel verschwunden.
Dorian Hunter, Jeff Parker und die übrigen befanden sich auf einer riesigen Lichtung. Vor ihren Augen erschien Manoa, das sagenhafte El Dorado, die geheime Hauptstadt des Inkareiches. Noch flimmerten die Konturen der vierzig Gebäude und des Vierkanttempels, aber sie wur­den immer deutlicher. Und sie sahen nicht nur die Stadt, sondern auch Menschen.
Eine Gruppe spanischer Konqui­stadoren kämpfte mit Inkakriegern. Dorian hörte das Krachen der Arke­busen, das Kampfgebrüll und das Schreien Verwundeter. Er sah Pas­cual Martinez, der doch am Vortag vor seinen Augen im Tümpel der Zit­teraale gestorben war, mit einem De­gen herumfuchteln und Kommandos rufen; und er sah den jungen Mann mit dem Brustharnisch in seiner Nähe stehen.
Dorian konnte einen überraschten Ausruf nicht unterdrücken. Der jun­ge Mann war kein anderer als Georg Rudolf Speyer. Er stand sich selbst gegenüber, seinem anderen Ich, das Jahrhunderte zuvor gelebt hatte. Während um ihn herum metaphysi­sche Gewalten tobten, während ma­gische Kräfte die Gesetze der Zeit auf den Kopf stellten, begriff Dorian Hunter auf einmal das Geheimnis der Inkastadt El Dorado.
„Wem sollen wir helfen?“ fragte Jeff Parker, der die Situation nicht erfaßte, „den Inkas oder den Spa­niern?“
Die Stadt war jetzt so deutlich und real, wie Dorian Hunters Schnellfeuerkarabiner oder Jeff Parkers Stie­fel. Kampf und Tod waren wirklich, und wen eine Arkebusenkugel oder ein Pfeil traf, der würde sterben, ohne jeden Zweifel.
„Niemandem“, sagte Dorian. „Wir müssen uns zurückhalten. Wir dür­fen nicht eingreifen. Die Folgen wä­ren nicht abzusehen.“
Fernando Parras war nicht zu hal­ten. Er stürzte vor, in das Kampfgetümmel hinein. Die Gruppe um Dori­an Hunter und Jeff Parker stand ab­seits. Die Spanier drangen in die Stadt ein. Pascual Martinez griff tollkühn eine ganze Kampfschar von Inkas mit seinem Degen an.
Dorian sah die Prinzessin Macchu Picchu die Vierkantpyramide betre­ten. Sie wollte sich zum magischen Traumschlaf niederlegen. Und er sah Atahualpa, den Herrscher der Inkas, dessen Leichnam die dämoni­sche Substanz des Antonio de Agui­lar wiederbelebt hatte.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 59, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 60, 1. Spalte, 5. Absatz

Die zwölf Männer und das Mäd­chen Sacheen marschierten zu der Stelle, an der Manoa sich befin­den sollte. Am Mittag erreichten sie das Stück Dschungel am Fluß. Von einer Lichtung oder einer Stadt war nichts zu sehen. Schon wollte Dorian aufatmen.
Doch kaum hatten sie ein proviso­risches Lager aufgeschlagen und Feuer gemacht, da geschah es.
Die Konturen der Bäume ver­schwammen. Das Dämmerlicht unter dem Laubdach der mächtigen Urwaldbäume wich strahlender Helligkeit. Die Luft flimmerte und gleißte, und dann waren plötzlich die Bäume, das Unterholz, die dicken Lia­nen und Schlinggewächse und üp­pigen Schmarotzerpflanzen, ja selbst die Insekten, Schlangen und Vögel verschwunden.
Dorian Hunter, Jeff Parker und die übrigen befanden sich auf einer riesigen Lichtung. Vor ihren Augen erschien Manoa, das sagenhafte Manoa, die geheime Hauptstadt des Inkareiches. Noch flimmerten die Konturen der vierzig Gebäude und des Vierkanttempels, aber sie wur­den immer deutlicher. Und sie sahen nicht nur die Stadt, sondern auch Menschen.
Eine Gruppe spanischer Konqui­stadoren kämpfte mit Inkakriegern. Dorian hörte das Krachen der Arke­busen, das Kampfgebrüll und das Schreien Verwundeter. Er sah Pas­cual Martinez, der doch am Vortag vor seinen Augen im Tümpel der Zit­teraale gestorben war, mit einem De­gen herumfuchteln und Kommandos rufen; und er sah den jungen Mann mit dem Brustharnisch in seiner Nähe stehen.
Dorian konnte einen überraschten Ausruf nicht unterdrücken. Der jun­ge Mann war kein anderer als Georg Rudolf Speyer. Er stand sich selbst gegenüber, seinem anderen Ich, das Jahrhunderte zuvor gelebt hatte. Während um ihn herum metaphysi­sche Gewalten tobten, während ma­gische Kräfte die Gesetze der Zeit auf den Kopf stellten, begriff Dorian Hunter auf einmal das Geheimnis der Inkastadt Manoa.
„Wem sollen wir helfen?“ fragte Jeff Parker, der die Situation nicht erfaßte, „den Inkas oder den Spa­niern?“
Die Stadt war jetzt so deutlich und real, wie Dorian Hunters Schnellfeuerkarabiner oder Jeff Parkers Stie­fel. Kampf und Tod waren wirklich, und wen eine Arkebusenkugel oder ein Pfeil traf, der würde sterben, ohne jeden Zweifel.
„Niemandem“, sagte Dorian. „Wir müssen uns zurückhalten. Wir dür­fen nicht eingreifen. Die Folgen wä­ren nicht abzusehen.“
Fernando Parras war nicht zu hal­ten. Er stürzte vor, in das Kampfgetümmel hinein. Die Gruppe um Dori­an Hunter und Jeff Parker stand ab­seits. Die Spanier drangen in die Stadt ein. Pascual Martinez griff tollkühn eine ganze Kampfschar von Inkas mit seinem Degen an.
Dorian sah die Prinzessin Macchu Picchu die Vierkantpyramide betre­ten. Sie wollte sich zum magischen Traumschlaf niederlegen. Und er sah Atahualpa, den Herrscher der Inkas, dessen Leichnam der Dämon  Antonio de Agui­lar wiederbelebt hatte.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 60, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 61, 1. Spalte, 6. Absatz

„Magische, übernatürliche und un­erklärliche Kräfte bewirken, daß El Dorado zwischen den Zeiten pen­delt“, sagte Dorian Hunter. „Die Stadt taucht in der Gegenwart auf, vielleicht auch in der Zukunft und in anderen Zeiten, seit 1536, und sie kehrt wieder in die Vergangenheit zurück. El Dorado ist ein Wanderer zwischen den Zeiten.“
Arturo Pesce fing wie ein Irrer zu lachen an. Dorian Hunter ließ sich nicht beirren.
„Diesmal hat El Dorado sich nicht richtig realisieren können, aber die Stadt wird zurückkehren, bald schon. Unseren Freund Fernando Parras hat es in die Vergangenheit verschlagen, und dort wird er blei­ben und sterben. Das erklärt, wes­halb wir vor ein paar Tagen sein vierhundert Jahre altes Skelett und seinen Revolver im Dschungel ge­funden haben.“
Alle schrien durcheinander, gesti­kulierten, brüllten sich an, tippten sich an die Stirn und beschimpften sich sogar. Sie benahmen sich wie Verrückte, weil das, was sie gehört hatten, einfach unfaßlich für sie war.
Sie hatten El Dorado mit eigenen Augen auftauchen und wieder verschwinden sehen. Es ging ihnen auf, daß Dorian Hunter die Wahrheit gesprochen hatte. Sie diskutierten über das gehörte, und es war alles andere als eine gesittete Debatte.
„Das kann doch nicht wahr sein, was Sie uns da gesagt haben, Hun­ter“, rief James Rogard plötzlich. „Weshalb sind wir denn schon früher auf spanische Soldaten gestoßen? Und weshalb hat, Lipwitz die Inka­stadt ohne Kampfgetümmel gese­hen?“
„Die spanischen Soldaten wurden bei den Kämpfen versprengt“, erklärte Dorian Hunter. „In der Gegenwart und in der Vergangen­heit. Pascual Martinez zum Beispiel geriet in die Gegenwart, vielleicht auch ein paar von den Inkas. Daß Lipwitz die Stadt ohne Kampfge­tümmel sah, ist einfach zu erklären. Er hat ein El Dorado gesehen, in dem das Gefecht mit den Spaniern bereits siegreich beendet war.“
„Das ist zum wahnsinnig werden! Lipwitz hat El Dorado doch früher gesehen als wir. Vor ein paar Tagen schon.“
„Na und? El Dorados Reise zwi­schen den Zeiten ist völlig willkür­lich. Wenn die Stadt wieder auftaucht, kann es durchaus sehr viel später sein.“
„Oder früher“, meinte Jeff Parker.
Das stimmte nicht. Dorian hatte als Georg Rudolf Speyer miterlebt, wie der Dämon Atahualpa während der Kampfhandlungen die Stadt zum erstenmal auf die Reise geschickt hat­te. Aber Dorian hütete sich, seine Gefährten noch mehr zu verwirren. Ihm war klar, daß vielleicht auch zu anderen Zeiten Leute aus El Dorado, Spanier oder Inkas, in den Dschungel verschlagen worden waren. Im 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert. Dorian dachte nicht weiter darüber nach; ihn schwindelte.
Er zog Jeff Parker zur Seite.
„Atahualpa ist der Dämon“, sagte er zu ihm. „Der zusammengeflickte und wiederbelebte Leichnam des In­kaherrschers. Wenn wir ihn töten, können wir den magischen Bann brechen. Ich glaube, dann wird El Dorado nicht mehr zwischen Ver­gangenheit und Gegenwart hin und her pendeln, sondern in der Gegen­wart bleiben.“
„Oder es verschlägt uns ins Jahr 1536“, meinte Jeff Parker.
Dorian schüttelte den Kopf.
„Ich bin damals als Georg Rudolf Speyer im Jahre 1536 an diesem Platz wieder herausgekommen“, sagte er. „Nein, ich behaupte, wir werden in der Gegenwart bleiben.“
„Hoffentlich. Wie sollen wir Ata­hualpa oder vielmehr den Dämon, der ihn beseelt, töten?“
Dorian Hunter sagte es ihm. Der Dämonenkiller und Jeff Parker kehrten wieder zu den andern zurück, die immer noch stritten und debattierten. Sie warteten auf das Erscheinen der Stadt El Dorado.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 60, 2. Spalte, 5. Absatz – Seite 61, 2. Spalte, 9. Absatz

„Magische, übernatürliche und un­erklärliche Kräfte bewirken, daß Manoa zwischen den Zeiten pen­delt“, sagte Dorian Hunter. „Die Stadt taucht in der Gegenwart auf, vielleicht auch in der Zukunft und in anderen Zeiten, seit 1536, und sie kehrt wieder in die Vergangenheit zurück. Manoa ist ein Wanderer zwischen den Zeiten.“
Arturo Pesce fing wie ein Irrer zu lachen an. Dorian Hunter ließ sich nicht beirren.
„Diesmal hat Manoa sich nicht richtig realisieren können, aber die Stadt wird zurückkehren, bald schon. Unseren Freund Fernando Parras hat es in die Vergangenheit verschlagen, und dort wird er blei­ben und sterben. Das erklärt, wes­halb wir vor ein paar Tagen sein vierhundert Jahre altes Skelett und seinen Revolver im Dschungel ge­funden haben.“
Alle schrien durcheinander, gesti­kulierten, brüllten sich an, tippten sich an die Stirn und beschimpften sich sogar. Sie benahmen sich wie Verrückte, weil das, was sie gehört hatten, einfach unfaßlich für sie war. Sie hatten Manoa mit eigenen Augen auftauchen und wieder verschwinden sehen. Es ging ihnen auf, daß Dorian Hunter die Wahrheit gesprochen hatte. Sie diskutierten über das gehörte, und es war alles andere als eine gesittete Debatte.
„Das kann doch nicht wahr sein, was Sie uns da gesagt haben, Hunter“, rief James Rogard plötzlich. „Weshalb sind wir denn schon früher auf spanische Soldaten gestoßen? Und weshalb hat, Lipwitz die Inka­stadt ohne Kampfgetümmel gese­hen?“
„Die spanischen Soldaten wurden bei den Kämpfen versprengt“, erklärte Dorian Hunter. „In der Gegenwart und in der Vergangen­heit. Pascual Martinez zum Beispiel geriet in die Gegenwart, vielleicht auch ein paar von den Inkas. Daß Lipwitz die Stadt ohne Kampfge­tümmel sah, ist einfach zu erklären. Er hat ein Manoa gesehen, in dem das Gefecht mit den Spaniern bereits siegreich beendet war.“
„Das ist zum wahnsinnig werden! Lipwitz hat Manoa doch früher gesehen als wir. Vor ein paar Tagen schon.“
„Na und? Manoas Reise zwi­schen den Zeiten ist völlig willkür­lich. Wenn die Stadt wieder auftaucht, kann es durchaus sehr viel später sein.“
„Oder früher“, meinte Jeff Parker.
Das stimmte nicht. Dorian hatte als Georg Rudolf Speyer miterlebt, wie der Dämon Atahualpa während der Kampfhandlungen die Stadt zum erstenmal auf die Reise geschickt hat­te. Aber Dorian hütete sich, seine Gefährten noch mehr zu verwirren. Ihm war klar, daß vielleicht auch zu anderen Zeiten Leute aus Manoa, Spanier oder Inkas, in den Dschungel verschlagen worden waren. Im 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert. Dorian dachte nicht weiter darüber nach; ihn schwindelte.
Er zog Jeff Parker zur Seite.
„Atahualpa ist der Dämon“, sagte er zu ihm. „Der zusammengeflickte und wiederbelebte Leichnam des In­kaherrschers. Wenn wir ihn töten, können wir den magischen Bann brechen. Ich glaube, dann wird Manoa nicht mehr zwischen Ver­gangenheit und Gegenwart hin und her pendeln, sondern in der Gegen­wart bleiben.“
„Oder es verschlägt uns ins Jahr 1536“, meinte Jeff Parker.
Dorian schüttelte den Kopf.
„Ich bin damals als Georg Rudolf Speyer im Jahre 1536 an diesem Platz wieder herausgekommen“, sagte er. „Nein, ich behaupte, wir werden in der Gegenwart bleiben.“
„Hoffentlich. Wie sollen wir Ata­hualpa oder vielmehr den Dämon, der ihn beseelt, töten?“
Dorian Hunter sagte es ihm. Der Dämonenkiller und Jeff Parker kehrten wieder zu den andern zurück, die immer noch stritten und debattierten. Sie warteten auf das Erscheinen der Stadt Manoa.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 61, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 61, 2. Spalte, 2. Absatz

Der Tag verging, die Nacht kam, und dann graute wieder der Morgen herauf. Langsam nur vertrieb das Dämmerlicht des Tages die Schatten unter den Bäumen. Die Expedition hatte die Nacht unbehelligt ver­bracht; die größeren Dschungeltiere wagten sich nicht hierher. Die unheimliche Aura dieser Gegend trieb die höher entwickelten Dschungelbewohner zurück. Nur die von der Gier nach den Schätzen El Dorados besessenen Menschen ignorierten die Warnzeichen ihres Instinktes.
Dorian Hunter war entschlossen, den Dämon Atahualpa zu töten und damit den magischen Bann zu brechen. Die Expedition hatte sich etwas zurückgezogen, damit sie sich nicht auf der Lichtung befand, wenn die Stadt wieder auftauchte.
Am Morgen kam Elliot Farmer an­gestürzt, der Ausschau gehalten hat­te.
„El Dorado ist erschienen“, rief er. „Gerade bringen die Inkas einen in ein Fischernetz eingeschnürten Mann zum Fluß.“

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 61, 1. Spalte, 9. Absatz – Seite 62, 1. Spalte, 4. Absatz

Der Tag verging, die Nacht kam, und dann graute wieder der Morgen herauf. Langsam nur vertrieb das Dämmerlicht des Tages die Schatten unter den Bäumen. Die Expedition hatte die Nacht unbehelligt ver­bracht; die größeren Dschungeltiere wagten sich nicht hierher. Die unheimliche Aura dieser Gegend trieb die höher entwickelten Dschungelbewohner zurück. Nur die von der Gier nach den Schätzen Manoas besessenen Menschen ignorierten die Warnzeichen ihres Instinktes.
Dorian Hunter war entschlossen, den Dämon Atahualpa zu töten und damit den magischen Bann zu brechen. Die Expedition hatte sich etwas zurückgezogen, damit sie sich nicht auf der Lichtung befand, wenn die Stadt wieder auftauchte.
Am Morgen kam Elliot Farmer an­gestürzt, der Ausschau gehalten hat­te.
„Manoa ist erschienen“, rief er. „Gerade bringen die Inkas einen in ein Fischernetz eingeschnürten Mann zum Fluß.“

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 61, 1. Spalte, 7. Absatz – Seite 63, 1. Spalte, 3. Absatz

Als die elf Männer und das Halb­blutmädchen den Rand des Dschun­gels erreichten, sahen sie die Stadt El Dorado auf der Lichtung. Gerade hatte der Zug von zwanzig Inkas, an­geführt von Atahualpa, den Fluß er­reicht. Auf dem Steg nahmen die Ge­folgsleute des Dämons Aufstellung.
Dorian Hunter und Jeff Parker verteilten ihre Leute zu beiden Sei­ten des Pfades und pirschten sich langsam heran. Der Dämonenkiller und Jeff Parker wagten sich am wei­testen vor. Sie sahen, wie Atahualpa sein unglückliches Opfer mit einem Tritt vom Steg ins Wasser stieß. Der ins Netz eingeschnürte Mann mit den zusammengenagelten Händen ging wie ein Stein unter. Ein paar Luft­blasen stiegen auf. So gern Dorian dem Unglücklichen geholfen hätte, den Dämon zu vernichten, war wich­tiger. Wenn der Dämon starb, würden mit ihm seine Geschöpfe verge­hen, jene Untoten, die die Reise ohne Wiederkehr angetreten hatten.
„Wir kehren zurück zur Stadt“, rief Atahualpa im Ketschua-Dialekt der Inkas, und der Zug formierte sich.
Die Inkas mit ihren aus Wolle ge­webten Gewändern - einige trugen Wattepanzer oder nur Lendenschur­ze und reichen Goldschmuck um den Hals - folgten dem Dämon.
„Inkas!“ schrie Dorian Hunter, als Atahualpa nur noch wenige Schritte von ihm entfernt war. „Rührt euch nicht von der Stelle! Wir wollen nur dieses Ungeheuer.“
„Tötet sie!“ brüllte Atahualpa so­fort.
Und seine Inkas griffen ohne zu überlegen an.
Sie rannten in den Tod. Ein Feuer­stoß ratterte aus Dorian Hunters Simonow-Schnellfeuerkarabiner, und zwölf Gewehre und Karabiner spuckten Tod und Verderben. Die Geschoßgarben peitschten in die Reihen der Inkas und mähten sie nieder. Männer schrien, taumelten getroffen und brachen zusammen. Es war grausam. Viele Unschuldige mußten sterben.
Auch Atahualpa war mehrmals getroffen, aber die Kugeln konnten ihn nicht töten. Aus seinen Wunden - selbst aus den das Fleisch zerfetzen­den Einschüssen der vier M16-Ge­wehre - quoll sofort eine gallert­artige Masse, die sie auf der Stelle verschloß.
Der Dämon stürzte sich auf Dorian Hunter, der an der rechten Seite des Pfades kauerte. Dorian warf ihm den Schnellfeuerkarabiner ins Ge­sicht und riß den goldenen Zeremo­niendolch aus dem Gürtel.
„Dämon!“ schrie er. „Atahualpa! Antonio de Aguilar! Erkennst du mich wieder? Erkennst du den Mann, der dich ins Netz geschnürt und mit genagelten Händen ins Meer geworfen hat?“
„Speyer!“ heulte Atahualpa. „Elen­de Kreatur! Mit welchen Mächten bist du im Bunde, daß du in dieser Gestalt hier auftauchst? Geh zu­grunde, sterblicher Wurm!“
Dorian warf sich ihm entgegen, und sie rangen um den Besitz des Inkadolches. Arturo Pesce und ein paar andere rannten mit schußbereiten Gewehren an den Kämpfenden vor­bei und hielten die letzten Inkas in Schach.
Jeff Parker sprang herzu, den Qui­pu in der Hand. Er warf die Schnüre des Quipu über Atahualpas Kopf, und Dorian Hunter bekam die Hand mit dem Dolch frei und stieß die gol­dene Klinge bis zum Heft in Atahu­alpas Herz. Der Dämon zuckte. Seine Gegenwehr erlahmte. Wieder und wieder stach Dorian Hunter zu.
Atahualpa bewegte sich noch, lei­stete aber keine Gegenwehr mehr. Dorian und Jeff Parker umwickel­ten seinen Kopf mit dem Quipu und würgten ihn mit den Schnüren. Do­rian drückte den Dämon nieder, der sich erheben wollte, unter grauen­vollen Schmerzen wie ein Schwer­verletzter stöhnend.
Parker nahm den Zeremonien­dolch, den Dorian hatte fallen lassen. Er stach noch ein paarmal auf Ata­hualpa ein. Das Fleisch des Dämons war kalt. Aus den Stichwunden quoll eine graue, gallertartige Masse, wi­derlicher Schleim, die dämonische Substanz, die den Körper belebte. Sie wurde zu einer zwei Meter langen, armdicken Schlange, die auf das Ufer zukroch, um in den Fluß zu flüchten. Aber Jeff Parker bannte die Gallertschlange, den eigentlichen Dämon, mit dem Zeremoniendolch. Das scheußliche Geschöpf zuckte und wand sich, aber die magische Kraft des Dolches hielt es fest.
Dorian zog sein Gasfeuerzeug her­aus und stellte die Flamme auf groß. Mit dem Flammenstrahl berührte er den Schlangenkörper. Schon die er­ste Berührung genügte. Die dämoni­sche Substanz brannte wie Zunder. Eine zuckende Feuerschlange wand sich um den goldenen Inkadolch.
Die Männer und das Mädchen Sa­cheen sahen zu, wie die Flammen den Körper des Dämons. aufzehrten. Es stank abscheulich, und ein seltsames Geräusch war zu hören, als schmore fettes, saftiges Fleisch in heißer Kohlenglut.
Dann war von dem Dämon nichts mehr da. Der Leichnam Atahualpas veränderte sich in Sekundenschnel­le. Er wurde zu einer dürren, zusammengeschrumpften Mumie mit bleckenden Zähnen.
Dorian ließ die sechs Inkas, die bei der Schießerei unverletzt geblieben oder nur leicht verwundet worden waren, und die schwerer Verletzten zur Stadt tragen. Neun Inkas hatten bei dem Kampf ihr Leben verloren; von den Weißen war nicht einmal ei­ner verwundet worden.
Die neuen Herren zogen in der Stadt El Dorado ein. Dorian Hunter und Jeff Parker führten die Expedi­tion an, die mit schußbereiten Ge­wehren einmarschierte. Aber die In­kas dachten nicht an Gegenwehr. Sie waren an Autorität gewöhnt und unterwarfen sich sofort den Män­nern, die den mächtigen Dämon ge­tötet hatten.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 62, 1. Spalte, 9. Absatz – Seite 63, 2. Spalte, 1. Absatz

Als die elf Männer und das Halb­blutmädchen den Rand des Dschungels erreichten, sahen sie die Stadt Manoa auf der Lichtung. Gerade hatte der Zug von zwanzig Inkas, an­geführt von Atahualpa, den Fluß er­reicht. Auf dem Steg nahmen die Ge­folgsleute des Dämons Aufstellung.
Dorian Hunter und Jeff Parker verteilten ihre Leute zu beiden Sei­ten des Pfades und pirschten sich langsam heran. Der Dämonenkiller und Jeff Parker wagten sich am wei­testen vor. Sie sahen, wie Atahualpa sein unglückliches Opfer mit einem Tritt vom Steg ins Wasser stieß. Der ins Netz eingeschnürte Mann ging wie ein Stein unter. Ein paar Luft­blasen stiegen auf. So gern Dorian dem Unglücklichen geholfen hätte, den Dämon zu vernichten, war wich­tiger. Wenn der Dämon starb, würden mit ihm seine Geschöpfe verge­hen, jene Untoten, die die Reise ohne Wiederkehr angetreten hatten.
„Wir kehren zurück zur Stadt“, rief Atahualpa im Ketschua-Dialekt der Inkas, und der Zug formierte sich.
Die Inkas mit ihren aus Wolle ge­webten Gewändern - einige trugen Wattepanzer oder nur Lendenschur­ze und reichen Goldschmuck um den Hals - folgten dem Dämon.
„Inkas!“ schrie Dorian Hunter, als Atahualpa nur noch wenige Schritte von ihm entfernt war. „Rührt euch nicht von der Stelle! Wir wollen nur dieses Ungeheuer.“
„Tötet sie!“ brüllte Atahualpa so­fort.
Und seine Inkas griffen ohne zu überlegen an.
Dorian und die anderen wehrten sich verzweifelt. Atahualpa wurde von mehreren Kugeln getroffen, aber sie töteten ihn nicht. Der Dämon stürzte sich auf Dorian Hunter, der seinen Karabiner fallen ließ und den  Zeremo­niendolch aus dem Gürtel riß.
„Dämon!“ schrie er. „Atahualpa! Antonio de Aguilar! Erkennst du mich wieder? Erkennst du den Mann, der dich ins Netz geschnürt und ins Meer geworfen hat?“
„Speyer!“ heulte Atahualpa. „Elen­de Kreatur! Mit welchen Mächten bist du im Bunde, daß du in dieser Gestalt hier auftauchst? Geh zu­grunde, sterblicher Wurm!“
Dorian warf sich ihm entgegen, und sie rangen um den Besitz des Inkadolches.
Arturo Pesce und ein paar andere rannten mit schußbereiten Gewehren an den Kämpfenden vor­bei und hielten die letzten Inkas in Schach.
Jeff Parker sprang herzu, den Qui­pu in der Hand. Er warf die Schnüre des Quipu über Atahualpas Kopf.
Dorian Hunter bekam die Hand mit dem Dolch frei und stieß die gol­dene Klinge zu.
Die Gegenwehr des Dämons erlahmte plötzlich. Er bewegte sich noch, aber er kämpfte nicht mehr. Das Quipu an seinem Hals schien ihm höllische Qualen zu verursachen. Er hatte die Hände auf die Wunde gepresst, die ihm die goldene Klinge des Inkadolches beigebracht hatte. Seine Züge verzerrten sich und sahen bald eingefallen aus. Die Haut wurde grau und durchscheinend. Die Augen glühten noch für Augenblicke, dann erlosch das Feuer in ihnen.
Der Dämon Antonio de Aguilar in der Gestalt des Inkaherrschers Atahualpa brach zusammen. Er wurde zu einer dürren, zusammengeschrumpften Mumie mit bleckenden Zähnen.
Dorian ließ die sechs Inkas, die bei der Schießerei unverletzt geblieben oder nur leicht verwundet worden waren, und die schwerer Verletzten zur Stadt tragen. Neun Inkas hatten bei dem Kampf ihr Leben verloren; von den Weißen war nicht einmal ei­ner verwundet worden.
Die neuen Herren zogen in der Stadt Manoa ein. Dorian Hunter und Jeff Parker führten die Expedi­tion an, die mit schußbereiten Ge­wehren einmarschierte. Aber die In­kas dachten nicht an Gegenwehr. Sie waren an Autorität gewöhnt und unterwarfen sich sofort den Män­nern, die den mächtigen Dämon ge­tötet hatten.

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Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller  Nr. 39
Seite 63, 2. Spalte, 5. Absatz

Jeff Parker und seine Freunde konnten es kaum erwarten, in die Schatzkammern von El Dorado ein­zudringen. Sie waren am Ziel. Das Goldfieber brannte ihnen in den Au­gen. Sie waren nervös wie Rennpfer­de vor dem Start.

Tod in der grünen Hölle
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 39
Seite 63, 2. Spalte, 10. Absatz

Jeff Parker und seine Freunde konnten es kaum erwarten, in die Schatzkammern von Manoa ein­zudringen. Sie waren am Ziel. Das Goldfieber brannte ihnen in den Au­gen. Sie waren nervös wie Rennpfer­de vor dem Start.

Das waren die Kürzungen in der DK-Neuauflage Nr. 39, in der nächsten Folge kommen die Kürzungen in der Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 40 "Die Monster aus der Geisterstadt" von Ernst Vlcek alias Paul Wolf dran.

 

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