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Der Dämonenkiller - Ingo Kirchhofs Lesereise - Amoklauf

0Der Dämonenkiller - Ingo Kirchhofs Lesereise
Amoklauf

Uwe Schnabel führt uns durch die Fakten rund um den Dämonenkiller … Er zeigt uns Exposés, stellt uns diesen oder jenen rund um diese einmalige Horrorserie vor. Was fehlt ist eine Würdigung der einzelnen Romane. Diese Aufgabe habe nun ich, Ingo Kirchhof, übernommen.

Folgt mir auf meiner Lesereise durch die Schöpfung von Ernst »Paul Wolf« Vlcek und Kurt Luif aka Neal Davenport …


Ingo Kirchofs LesereiseAmoklauf
Vampir Horror Roman # 47 [Dämonenkiller 7] von Kurt Luif / Neal Davenport
Vorwort

Da dieser Roman - er ist einer von 4 indizierten Romanen der Dämonenkiller-Reihe/Serie - den wenigsten Lesern bekannt sein dürfte. Dieser wurde nur in den Dorian Hunter Klassikern nachgedruckt (Zaubermond-Verlag). In der entschärften 2. Auflage wurde dieser Roman zuerst umgeschrieben. Letztendlich dann doch nicht herausgebracht. Da hatte der Redakteur Rainer Delfs wohl kalte Füße bekommen. Deshalb habe ich mich entschlossen, den selbigen wesentlich ausführlicher wiederzugeben. Viel Spaß bei dieser Lesereise.

Der Roman
Harry Richardson verlässt nach einer ärztlichen Routineuntersuchung die Praxis. Er wird von seinem Chauffeur nach Hause gefahren. Unterwegs geht es dem Mann immer schlechter. Übelkeit und Schweißausbrüche überkommen ihm. Seine Augen werden glasig und der besorgte Fahrer hält das Auto am Straßenrand an. Der Mann zückt plötzlich einen Dolch und rammt ihm den Fahrer in den Hals. Daraufhin verlässt er wie in Trance das Fahrzeug und schnappt sich wahllos Menschen die ihm entgegenkommen und sticht sie mit seinem Dolch nieder. Ein paar beherzte junge Männer versuchen ihm durch Schläge mit Stangen und Stöcken niederzuringen. Aber vergeblich. Als der Mann, zerschunden durch die Schläge sein Werk begutachtet, klärt sich sein Geist und er greift sich an die Brust. Sein verzerrtes Gesicht klärt sich auf und der Mann fällt tot um.

Dorian hat sich den Namen Gary Stack gegeben. Der O.I. der ein Freund der Familie Richardson ist, sendet Dorian Hunter nach Brunei um diesen mysteriösen Fall von Amoklauf aufzuklären. Hier sollen eindeutig Dämonen ihre Finger im Spiel haben. Gesagt, getan, Hunter sitzt, nach einen kurzen Zwischenstopp in London von Amerika kommend, erneut im Flieger auf dem Weg nach Brunei. Unter falscher Identität soll er dort vor Ort, bei der Familie des Amokläufers, sich als Freund der Familie ausgeben und recherchieren. Sein Fachgebiet ist, als Gary Stack, die Ethnologie. Das kam Dorian entgegen, da er sich seit Jahren mit Völkerkunde beschäftigte. In Brunei-City angekommen sucht Dorian ein Hotel auf. Dorian sitzt im Hotel-Restaurant beim Essen und wird vom Kellner befragt ob er Gary Stack sei. Ein junger Mann, es ist Anthony Richardson, der Sohn des Amokläufers, möchte Dorian sprechen. Dorian bejaht und ein junger Mann setzt sich kurz darauf zu Dorian hinzu. Dieser ist auf Wunsch seiner Mutter da um Dorian schon Heute abzuholen. Vereinbart war das Treffen aber für Morgen. Er gibt Dorian unverblümt zu verstehen das er der Ansicht ist, Dorian - also Gary -, wäre nur wegen des ominösen Amoklaufs hier. Dorian streitet dies ab, er wäre nur beruflich und als Freund der Familie hier. Er lässt sich, neugierig wie er ist, darauf ein. Macht sich frisch und kurz darauf sind die beiden in einen Jeep schon unterwegs. Anthony Richardson Aggressivität macht sich auch durch seinen Fahrstil bemerkbar. Er fährt unmöglich und Schweiß steht auf seiner Stirn. Dorian fragt was mit ihm los sei, und erhält zur Antwort dass es ihm nach der Blutabnahme, bevor er Dorian im Hotel aufsuchte, erst so schlecht ginge. Als sie wegen ein paar Eingeborenen halten mussten, sie trieben Vieh über den kaum befahrbaren Weg, war Dorian abgelenkt. Das nutzte Richardson und attackierte Dorian mit Schaum vor dem Mund und einem Dolch in der Hand. Dorian konnte sich des heimtückischen Überfalls erwehren und den Dolch entwenden. Richardson schaffte es - in seinen Rausch mit übermenschlichen Kräften - den Jeep zu verlassen. Er ging mit einem zweiten Dolch, den er aus der Rocktasche zog, auf einen Eingeborenen los. Dorian schlug ihn nieder und verstaute den Ohnmächtigen im Jeep. Er fragte den sich überschwänglich bedankenden Eingeborenen nach den Weg zu dem Haus der Richardsons. Dort mit dem noch immer bewusstlosen angekommen, wird er von Anthonys Schwester Barbara und ihren Freund empfangen. Dorian erklärt wie es zu diesem Zwischenfall kam und sie tragen den noch immer Bewusstlosen ins Haus. Dort wird Dorian von dem Rest der Familie - es ist Grace, die Frau des Toten und ihre zweite Tochter Gloria, begrüßt. Dorian gibt einen detaillierten Bericht ab. Auf Dorians Befragungen hin erfährt er dass die Eingeborenen daran Schuld haben, das es hier zu merkwürdigen Vorfällen kommt. Dorian tut das gleich als Quatsch und Vorurteile ab und erfragt Details aus der letzten Zeit. Merkwürdig ist das es in letzter Zeit zu einem Arztbesuch kam und alle bis auf Anthony und seinen Vater nicht zu einer Untersuchung vor Ort waren und deshalb einen Termin wahrnehmen mussten. Es sollte eine Seuche grassieren und deshalb auch die Blutentnahmen für beide über einen Termin in der Stadt. Des weiteren wurden von allem Familienangehörigen Haare und Fingernägel für Untersuchungen mitgenommen. Dorian schwant übles. Die Familie verständigt einen Arzt.

Während sie auf den
Arzt warten wird das Essen aufgetischt und Dorian erfährt einiges aus der Familie. Ursprünglich aus London stammend hatten sie bedingt durch eine größere Erbschaft - eine Import-Firma - das Land verlassen und sich hier niedergelassen. Während des Essens kommt es zu einer unheimlichen Erscheinung. Ein Glas Wein wird durch einen unsichtbaren Gast geleert. Fleischstücke verschwinden von einer geführten Gabel ins nichts. Dorian will sich den Unsichtbaren greifen, aber seine Hände gehen ins Leere. So plötzlich wie der Spuk auftauchte verschwand er wieder und kurz darauf stand Anthony Richardson im Raum. Mit ungelenken Schritten ging er zum gedeckten Tisch und schaufelte mit den Händen gierig Essen in sich hinein. Irgendwann hatte er genug zu sich genommen und ließ sich willenlos aus dem Speisezimmer in sein Zimmer bringen. Dorian blieb bei dem jungen Mann und beauftragte March sich um den Rest der Familie zu kümmern. Gloria suchte Dorian auf und beklagte das fernbleiben von Dr. Hewitt. Er wollte doch schon längst hier sein. Da fuhr es Dorian heiß durch den Körper. Jerome Hewitt, das ist einer seiner verhassten dämonischen Brüder. Jetzt befand er sich in einer bösen Situation. Er hatte alle Hilfsmittel bei seinem überstürzten Aufbruch im Hotel gelassen. Dorian gibt Gloria zu verstehen sie solle nochmals Dr. Hewitt anrufen und Notfalls einen anderen Arzt verständigen. Sie verlässt den Raum um nochmals anzurufen. Dorian zieht ein Stück Kreide aus seiner Jacke und malt dämonenbannende Zeichen auf der Türschwelle und nimmt sein Amulett um die Wirkung an Anthony zu testen. Sehr schnell merkt Dorian das dieser dem nicht lange standhalten würde. Der Dämonisierte reagierte sofort Körperlich auf das Amulett. Es hätte ihm fast umgebracht. Dorian steckte es wieder ein und bemerkte beim eintreten von Gloria ein merkwürdiges Verhalten. Sie zuckte beim durchschreiten des Türrahmen zusammen. Dorian wurde sofort klar, hier standen wahrscheinlich schon alle Familienmitglieder unter dem dämonischen Bann. Kurz darauf hallen Schreibmaschinengeräusche durchs Haus. Dorian und Gloria suchen das Arbeitszimmer, aus welchen die Geräusche dringen, auf und sehen die Tasten der Maschine sich selbstständig bewegen. Es ist immer wieder der gleiche Satz, der auf einem Blatt Papier niedergeschrieben wurde. Dorian wirft seine Gemme auf die Tastatur und schon löst sich der Spuk, mit einem lauten durchdringenden Schrei, auf. Eine schemenhafte Gestalt entflieht. Dorian verlässt das Zimmer, da in dem Haus die farbigen Bediensteten lautstark von der Familie fordern das sie ihren Schamanen einlassen sollen um die bösen Geister zu vertreiben. Unter ihnen erkennt Dorian den Eingeborenen den er auf der Anreise beschützt hatte. Als Dorian nach Richardson schaut findet er das Zimmer leer vor. Sofort macht er sich auf die Suche. Vor dem Haus und trifft er den verwirrten Anthony an. Dieser klagte über einen Filmriss und konnte sich an nichts erinnern. Zurück im Haus konnte sich keiner die eigentümliche Wandlung Anthonys erklären und musste wiederum ihm alles erzählen.

Eine Stunde später erscheint ein Arzt und untersucht Anthony. Die Untersuchung brachte keine Erkenntnisse und so verließ der Arzt unverrichteter Dinge wieder die Familie. Dorian wollte aber Anthony nicht unbeaufsichtigt lassen und so übernahm March die erste Nachtwache am Bett. Durch einen Schrei alarmiert sucht Dorian Anthonys Zimmer auf und findet March mit durchgeschnittener Kehle vor. Von Anthony keine Spur mehr im Zimmer. An der Wand hatten einige Dolche zur Zierde gehangen und nun war einer weniger da. Dorian gab Gloria zu verstehen die Polizei zu rufen und machte sich sofort daran Anthony zu folgen und schlimmeres zu verhindern. Draußen bei den Eingeborenen fand Dorian den tobenden vor. Er versuchte, nackt wie er war, mit dem Messer die Leute zu morden. Dorian erregte seine Aufmerksamkeit und wurde angegriffen. Er erwehrte sich der Schläge und Anthony gab nicht auf. Immer wieder hieb Hunter auf ihm ein. Dorian lockte ihm zurück zum Haus und die nun bewaffneten Eingeborenen folgten im gebührenden Abstand den beiden. Im Haus angekommen fiel Anthony nieder und bewegte sich nicht mehr. Er war tot. Als wenn dies ein Zeichen gewesen wäre, kamen zwei Dutzend Eingeborene in das Haus, gefolgt ihren Schamanen, der eine Beschwörung im ganzen Haus abhielt. Dorian und die anderen Familienmitglieder waren gezwungen, unter Androhung von Gewalt, das alles über sich ergehen zu lassen. Hunter wurde es zu bunt und verließ das Zimmer in welchem er festgehalten wurde. Als die Polizei auftauchte war Anthony Richardsons toter Körper verschwunden.

Die Polizisten waren nicht leicht zu überzeugen, aber letztendlich mussten sie einsehen dass alles sich so wie dargestellt wurde, auch zugetragen haben musste. Der leitende Beamte ließ mehrere mit MPi's bewaffnete Polizisten zurück und gab allen hier Anwesenden Hausarrest bis zum nächsten Tag. Dorian fuhr am nächsten Tag nach Brunei-City und setzte sich telefonisch mit Coco in Verbindung. Coco konnte ihn auch nicht groß weiterhelfen, gab ihm aber zu verstehen auf die drei Frauen zu achten und misstrauisch zu sein. Sie könnten sich jederzeit ändern. Einen Besuch bei Hewitt in der Praxis konnte Coco auch nicht gutheißen. Dorian setzte aber sein Kopf durch und machte sich nach dem Gespräch auf dem Weg nach Hewitts Praxis. Das Heim von Hewitt war ein kleines zweistöckiges Haus. Praxis und Wohnung in einem Gebäude. Dorian verschaffte sich Zugang und durchsuchte die Räume, wurde aber nicht sonderlich fündig. Er verließ das Haus unverrichteter Dinge und sah auf der gegenüberliegenden Seite zu vermietende Wohnungen in einem heruntergekommenen Haus. Kurzentschlossen mietete sich Dorian ein Zimmer mit Ausblick auf Hewitts Haus an. Dorian musste nicht lange warten und gewahrte Hewitt durch sein Fenster schauend, wie er mit kleinen Tonfiguren hantierte und eine davon mit einer Pipette bearbeiten tat. Für Dorian war sofort klar das es sich um eine der drei verbliebenen Frauen der Familie Richardson handeln musste. Alarmiert machte er sich sofort mit dem ausgeliehenen Volkswagen auf den Weg zurück zum Anwesen der Richardsons.

Als Dorian ankam und das Haus betrat waren seine Befürchtungen zum Glück noch nicht eingetreten. Die Polizisten standen gelangweilt bewaffnet ums Haus herum und innen war auch alles in Ordnung. Spannend wurde es erst als Grace ihre Tochter Gloria hinaus bat und sich danach ganz lasziv und verführerisch Dorian näherte und ihn mannstoll auf Dorian losging. Als Inspektor Rahan, der leitende Beamte, zufällig ins Zimmer kam und die Situation missdeutete, bat Dorian ihm zu bleiben, damit keine Missverständnisse aufkommen. Da Dorian nicht gewillt war auf Grace Verführungskünste einzugehen erkor sich Grace den eintretenden Rahan zu. Welcher Dorian um Hilfe bat, damit er die mannstolle Frau loswurde. Grace wurde mit Handschellen versehen auf einen Stuhl untergebracht. Von einem Augenblick zum anderen wurde sie wieder normal und beschwerte sich über diese Behandlung. Damit waren natürlich die Handschellen gemeint mit denen sie gebunden war. Daraufhin testet Dorian die Frauen mit seinem Amulett. Das Ergebnis fällt unterschiedlich aus. Grace war am stärksten von Hewitt beeinflusst. Dorian geht eine Runde vor dem Haus Luft schnappen und bemerkt aus der Ferne ein Feuer und die Eingeborenen darum herum tanzend. Er schaut sich das aus der Nähe an und erfährt dass der Schamane einem Mädchen den bösen Geist der Dämonen austreiben will. Dies tut er über Tätowierungen. Dorian testet das junge Mädchen mit seinem Amulett an und muss zur Verwunderung - er hielt dies erst für Unfug -, feststellen, das dass Mädchen tatsächlich dämonisch beeinflusst ist. Mit der Gemme und den Hinweis das Mädchen nach seinem Angaben zu tätowieren verlässt er aufgeschreckt durch einen Schrei aus den Haus der Richardsons und darauffolgenden Maschienengewehrsalven die Eingeborenen schnellstmöglich. Mit gezogener Pistole eilt er zum Haus.

Zwischenzeitlich erschien ein Polizeiarzt und wollte die Familie untersuchen. Bei Grace die keine Erinnerung an die letzten Stunden hatte nahm er eine merkwürdige Verwandlung wahr. Auf einmal wurde die so verunsicherte Frau zur mannstollen Furie. Der Arzt versuchte sich zu befreien, war Grace aber hoffnungslos unterlegen. Sie riss den wehrlosen Arzt mit ihren Fingernägeln den Hals auf. Entnahm aus einem Nachtkästchen einen verzierten Dolch und ging im Haus auf die Uniformierten los. Die Polizisten durchlöcherten die Frau mit Maschienengewehrsalven. Bauch- sowie Kopfschüsse hielten die Amoklaufende nicht auf. Einen tot und den anderen mit durchgeschnittener Kehle, ließ sie die Beamten hinter sich. Dorian erreichte das Haus und erlebte noch mit wie die hereinstürmenden Beamten der Frau mit MPi-Salven den Rest gaben.

Am nächsten Tag beobachtete Dorian wieder das Haus von Jerome Hewitt und bemerkte dass dieser regen Besuch von Schwarzblütigen hatte. Dorian hatte mittlerweile ein Gespür für diese dämonische Brut entwickelt. Nachdem er sich mit Coco Zamis telefonisch beraten hatte, war ihm alles klar. Hewitt wollte das Anwesen der Richardsons entweihen. Deswegen diese blutige Veranstaltung. Das warum? war nur noch die Frage. Dorian versteckte rund ums Haus einige dämonenabwehrende Banner. Sowie auch von innen in einigen Räumen.

Jerome Hewitt nahm sich nun seiner letzten zwei verbliebenen Tonpuppen an und machte sich die Frauen gefügig. Sie würden ihn nun bis in den Tod und darüber hinaus folgen. Dies war der letzte Akt um sein Ziel zu erreichen. Der blutige Nährboden für den um Mitternacht anstehenden Hexensabbat war geebnet.

Der Rest des Abends war ruhig und Dorian zog sich mit Gloria auf die Veranda des Hauses zurück. Sie beobachten wie sich der verschwundene Anthony Richardson dem Haus mit einem Dolch in der Hand nähert. Sein Körper ist teilweise bis zu den Knochen zerfressen. Als Dorian ins Haus laufen will um die anderen zu warnen, hält ihn Gloria auf. Ihr Gesicht verändert sich und sie geht auf Hunter los. Der schafft es nur mit vollem Körpereinsatz sich die Furie vom Hals zu halten. Er rennt ums Haus und bemerkt einen Toten Polizisten mit aufgeschlitzter Kehle am Boden liegend. Vor dem Haus metzelten Anthony und Barbara die Eingeborenen nieder und Gloria gesellt sich auch noch hinzu. Als die drei Amokläufer ihre blutige Arbeit beendet hatten, verschwanden die zwei Frauen ins Haus und Anthony schichtete die Toten, neben einer Feuerstelle, zu einem Haufen auf. Dorian hatte sich auf einem Regenbaum geflüchtet und wusste im Moment nicht weiter. Kurz darauf schien die Welt um Dorian unterzugehen. Es wurde dunkel und ein heftiger Sturm kam auf. Blitze spalteten Bäume. Und genauso schnell wie es gekommen war verschwand das Unwetter auch wieder. Unheimliche Gestalten bevölkerten auf einmal das Gelände der Richardsons. Ein schmaler Tisch mit einer dunklen Decke darüber erschien aus dem Nichts. Unter der Tischdecke lag ein Menschenkörper und die unheimlichen Gestalten tanzten zu disharmonischen Klängen um diesen herum. Nun erschienen auch noch die beiden Schwestern, nackt wie Gott sie schuf, auf der Bildfläche und stellten sich neben den dunklen Tisch. Dorian konnte sich schon denken was sich unter dieser Decke befand. Plötzlich erschien mit einem Donnerschlag Asmodi höchstpersönlich und der Sabbat wurde immer zügelloser. Dorians versteckte Banner behagten den anwesenden Dämonen nicht und richtig katastrophal wurde es als sich Asmodi den Tisch näherte, die Decke zurückriß und wutentbrannt zu toben anfing. Unter der Decke befand sich die junge Eingeborenenfrau, welche - nach Dorians Vorgabe - tätowiert wurde. Die Brüste, der Bauch und die Schenkel waren mit Bannsprüchen versehen. Also unmöglich für den Fürsten der Finsternis sich das Mädchen zu nehmen. Asmodi wandte sich schäumend an Hewitt, der sich daraufhin eingeschüchtert zurückzog. Und nun kamen Dorian‘s weitere Vorbereitungen zum Einsatz. In Weihwasser getränkte Kreuze flogen den Dämonen um die Ohren, Kreuze wurden auf der Hauswand projektziert. Dies hatte alles Dorian in mühsamer Arbeit vorbereitet, und nun kamen all die technischen Gimmicks zum Einsatz. Den Schaltkasten hatte Dorian dabei. Das war zu viel für den Höllenfürsten und die anwesenden Dämonen. Verärgert zogen Asmodi und seine Schergen ab und hinterließen einige Verwüstungen.

Dorian suchte sein Hotel auf um sich zu erholen. Um 6 Uhr Abends, nachdem er ausgeschlafen hatte, machte er sich auf den Weg zu Hewitt. Jetzt würde er mit diesem dämonischen Bruder wohlgerüstet abrechnen. Das Haus war dunkel, nirgends brannte Licht. Über eine Hintertür verschaffte sich Dorian zutritt und fand kurz darauf Jerome Hewitt. Er war nur noch ein Schatten seiner selbst. Asmodi hatte ihn für den misslungenen Sabbat bestraft und mit körperlichen Makeln versehen. Er war zum Freak geworden. Dorian brauchte seinen dämonischen Bruder nicht mehr richten, das hatte für ihn schon Asmodi gemacht.

Fazit
Hier kommt nun in zweierlei Hinsicht, ein beachtenswerter Roman. Erstens erlangte diese Nummer 7 eine zweifelhafte Berühmtheit, da er mitverantwortlich für die Einstellung der DK-Serie war. Um eine Serie dauerhaft, also für ein Jahr vom Markt nehmen zu können, muss eine gewisse Anzahl an indizierten Romanen vorliegen. So nahm man noch kurzerhand einen älteren Roman der Serie, als sie noch Sub-Serie des VHR war. Eben diese Nummer 7 der Reihe, bzw. VHR 47. Dies führte zu einer noch nie dagewesenen Kuriosität. Die Durchnummerierung der Serie war - ich sach mal - im Arsch. Tolle Wurst. Aber zur Freude aller Dämonenkiller-Fans schrieb Kurt Luif einen neuen Roman - im Anschluss an den Zamis-Zyklus - hinzu. Diesen werde ich zu gegebener Zeit mit einfließen lassen.

Nun ja, manche Beschreibungen waren schon zu dieser Zeit sehr grenzwärtig, aber unter dem Strich haben die Moralisten sich sehr aus dem Kontext ihre Indizierungsgründe geholt.

Dies ist auch der erste in der Ich-Perspektive geschrieben Roman der Dämonenkiller-Serie. Mir gefallen Geschichten aus der Ich-Sicht des Helden wesentlich besser. Die Story kommt so viel eindringlicher rüber und das Lesefeeling ist anders. Ist aber letztlich eine Geschmackssache.

Dorian war in diesem Roman wesentlich aktiver am Geschehen beteiligt und die kurzen Einschübe mit Coco Serienverbindend. Gestört hat mich einfach nur der Schluss. Es hätte voll und ganz gereicht, das Dorian die Banner versteckt und als Schmankerl für Asmodi die Tätos des Eingeborenenmädchens bestimmt hat, um ihn den Appetit auf Jungfrauen zu verderben. Aber nein, so ganz in MacGyver Manier, bastelt Dorian so ganz nebenbei einige Sprengfallen mit in Weihwasser eingelegten Kreuzen - eine Spezialität unter Schwarzblütigen - und versorgt auch noch zielgerichtet eben diese schwarze Bande mit eben solchen. Mmmh ..., MacGyver – gab‘s da schon Sat1 laughing - eher nicht. Na denn.

Ich glaube, Kurt hätte an der z.Z. laufenden Serie Walking Dead seine helle Freude gehabt laughing. Und die Verantwortlichen wären bei einer solchen Vorführung in gnädige Ohnmacht bei diesen Shocking Bildern gefallen.

Was mir auch noch auffiel. Dorian spricht japanisch, und das ihm Fremdsprachen schon immer leicht fielen, deutet hier schon auf seine verschiedenen Inkarnationen hin - na das war doch schon früh ein Spoiler auf seine Vergangenheitsabenteuer. Gewollt ...? Vielleicht ...!

Nachwort
Diese Frage ist an unseren Spezialisten gerichtet. Gibt es irgendwo nachlesbar den umgeschriebenen "Amoklauf"? Und wenn ja, wo und wie erhältlich!


Kommentare  

#1 Schnabel 2015-01-28 14:05
"Gibt es irgendwo nachlesbar den umgeschriebenen "Amoklauf"? Und wenn ja, wo und wie erhältlich!"
Leider muß ich dich enttäuschen, die überarbeitete Version von "Amoklauf" ist mir nur vom Eintrag von Ernst Vlcek auf der Leserkontaktseite her bekam!
Sorry, da kann selbst ich nicht weiterhelfen. Vielleicht auch ganz gut, denn einen kastrierten "Amoklauf" wäre sicherlich nicht lesenswert...
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#2 Andreas Decker 2015-01-29 11:57
zitiere Schnabel:
Vielleicht auch ganz gut, denn einen kastrierten "Amoklauf" wäre sicherlich nicht lesenswert...


Vermutlich nicht. Das Ergebnis kann man ja bei "Die Braut der Bestie" nachlesen. Schon die indizierte Fassung war keine Sternstunde, aber die neue Fassung von Delfs war einfach nur schlecht.

Zitat:
Und die Verantwortlichen wären bei einer solchen Vorführung in gnädige Ohnmacht bei diesen Shocking Bildern gefallen.
Welche Verantwortlichen meinst du? :-) Die von TWD wären davon wohl kaum beeindruckt, und die Jugendschützer von damals dürften den Fernseher heute eh nicht mehr anschalten. Allein die Eröffnungsszene von TWD - erste Folge, Vorspann, Rick und das Zombiemädchen - wäre in den 70ern in Deutschland nicht nur indiziert sondern staatsanwaltschaftlich beschlagnahmt worden.

Ich halte die Indizierung von gerade diesem Band für völlig willkürlich. Mit einem etwas dezenteren Titel hätte man die 7 vielleicht übersehen und stattdessen die 10 oder die 2 genommen. In jedem der ersten 20 Romane kann man Szenen finden, wenn man will, die den gleichen Tatbestand erfüllen wie die 7. Wobei gerade die Tatsache, dass es sich hier juristisch um zwei völlig verschiedene Verlagsobjekte handelte, vermutlich schon ein Verfahrensfehler war. Das wäre mal eine gute Frage an einen Medienanwalt ;-)
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#3 Schnabel 2015-01-29 12:42
In Dezember 1976 wurde die beiden Anträge für Vampir-Horror-Roman 47 (DK 7) und und DK 104 gestellt. Im Januar erfuhr Kurt von der geplanten DK-Neuauflage. Im Feburar 1977 entschieden die Prüfer positiv für die Anträge. Damit war die Neuauflage verhindert. Knapp zwei Wochen nach dem Entscheid, wurden die nächsten beiden Anträge gegen DK 116 + 121 gestellt. Im April wurden die Anträge genehmigt und am 17. Mai erschien das DK-Heft 143 als letztes Heft der DK-Erstauflage...
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#4 Ingo Kirchhof 2015-01-29 16:43
@ Andreas

Ich meinte natürlich diejenigen von der BPjS. Das mit einen Medienanwalt ...! Die Fragestellung ist interessant,
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#5 Andreas Decker 2015-01-30 13:47
zitiere Ingo Kirchhof:
@ Andreas

Das mit einen Medienanwalt ...! Die Fragestellung ist interessant,


Ich nehme mal an, dass Pabel für dieses Objekt einfach nicht vor Gericht ziehen wollte. Wie will man auch bei einer Publikation, die den schönen Namen "Dämonenkiller" trägt, den künstlerischen Wert gelten machen?

Vermutlich haben sie es sogar richtig gemacht. Wenn man überlegt, dass Heyne 4 bzw 6 Jahre brauchte, um die Indizierungsaufhebung des Spinrad vor Gericht endgültig durchzusetzen und wie viel das gekostet haben dürfte, das hätte sich für Pabel niemals gerechnet.

Und sie hätten ja nach einem Jahr wieder weitermachen können mit einer neuen Nr.1. Obwohl dass vermutlich ein fürchterlicher Mist geworden wäre. Da genügt ein Blick in den Hexenhammer - oder die neuen Romane der Neuauflage - , um zu ahnen, wie das ausgesehen hätte.

Aber das wird nie geklärt werden. Der Einzige, der da noch vermutlich ehrlich Auskunft geben könnte, ist Herr Delfs. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er wirklich über die Verlagsinterna sprechen würde. Was völlig okay ist. Bei aller fanischer Neugier, letztlich geht das die Öffentlichkeit auch nichts an.
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