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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 80

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (80. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 106, daß Ernst Vlcek am 26. März 1976 für seinen Wiener Autoren-Kollegen Kurt Luif  geschrieben hat. - Viel Spaß beim Lesen...


106DIE HEXE AUF DEM VULKAN

DER TOD AUS DER ZAUBERKUGEL
HERRSCHERIN/KÖNIGIN DER NACHT
Dämonenkiller 106
Schauplatz: Vulkaninsel
Zeit: Gegenwart - 2. Maiwoche, wie vorangegangener Band!
Vergangenheit - Anfang 1608
Autor: Luif-Davenport
Termin: 26.5.76

Titelbild: AK 6106
Beschreibung Fr. Illfeld mit Schreiben vom 4.3. d. J.
Das Bild zeigt eine Hexe in einem Schloß. Vor ihr steht eine Glaskugel mit einem Totenkopf darin.
!Fotokopie geht an Autor!

Vorbemerkungen:
Dies ist die direkte Fortsetzung von Band 103, deshalb kann der Autor den Übergang zu diesem Band frei wählen. Dorian hat als Kappa von dem echten Meeraffen den Hozo-no-o seines Sohnes bekommen, den er in der Vergangenheit als Tomotada gezeugt hat. In der Vergangenheit hat Tomotada - der von Franca Marzi über seine früheren Leben informiert wurde - die Hoffnung ausgesprochen, daß sein Sohn nicht das Mujina‑Nicht-Gesicht geerbt hat. In der Gegenwart übergab Dorian (als Kappa) die Nabelschnur an Coco, damit sie nicht in falsche Hände gerät. Bitte Dorian keine Vermutungen darüber anstellen lassen, was aus seinem Sohn von damals geworden sein mag. Seine Ahnungen, der er eigentlich zwangsläufig haben muß, teilen wir dem Leser nicht mit.
Der echte Kappa verriet Dorian, daß man mit dem Kopf der 0-tuko-San, der ist sozusagen der Passierschein, durch einen unterirdischen Wasserlauf ins Meer gelangen könne. Das zumindest haben die Auftraggeber des Kappa versprochen. In diesem Band zeigt es sich, daß sie nicht ganz ehrlich spielen. Dorian will als Kappa durch das Unterwassertor - um die Hintermänner der unbekannten Macht kennenzu­lernen.

Handlung:
Dorian taucht als Kappa wieder zu der unterirdischen Höhle, in der Abi und Yoshi gefangen gehalten worden waren. Dort hat er auch den Kopf der O-tuko-San hinterlegt. Den Körper des toten Kappa nimmt er mit. Dorian denkt, daß ihm der Leichnam noch einen guten Dienst leisten kann (Wenn er nämlich seiner Maske überdrüssig ist, dann präsentiert er einfach den toten Kappa - und so wird niemand Verdacht schöpfen).
Der Puppenkopf lebt auch ohne Körper. Nur ist er hilflos. Dorian spricht mit der O-tuko-San. Er will erfahren, welches Wissen sie in ihrem Kopf gespeichert hat. Doch der Puppenkopf verlangt als Gegen­leistung einen neuen Körper und die Freiheit. Diese Bedingung kann Dorian nicht erfüllen. Er sympathisiert mit der Puppe, sie tut ihm leid, ihr tragisches Schicksal geht ihm nahe. Aber wichtiger ist ihm, die fremde Macht aufzuspüren. Bisher hat Dorian noch überhaupt keine Ahnung, wer die Gegner Olivaros sein könnten.
Dorian ist noch immer der Kappa. Er taucht mit dem Leichnam und dem Puppenkopf. Da wird er von einem Strudel erfaßt und mitge­rissen. Als ihn der Sog entläßt, stellt er sofort fest, daß er in fremdem Gewässer ist.
Er befindet sich im Meer, zumindest handelt es sich um Salzwasser. Er erkennt jedoch, daß er in einer Korallenbucht ist, die zum offenen Meer hin durch Riffe abgeschnitten ist. Also hat man sich abgesi­chert, daß der Kappa, der den Kopf überbringen soll, nicht fliehen kann.
Dorian versteckt den toten Kappa in einer Höhle des Riffs. Dann erst taucht er auf. Er bekommt den kurzen Eindruck von einem nächt­lichen Dschungel. Also ist er hier in der Tropenzone. Doch kaum ist er aufgetaucht, als sich Riesenfledermäuse - es ist natürlich Nacht - auf ihn hinunterstürzen. Sie packen ihn und fliegen mit ihm zu einem Vulkankegel, in dessen Krater sich ein bizarres Schloß befindet.
Dort erwartet ihn die Hexe vom Titelbild. Die Szene entsprechend schildern. Auch das Schloß der Zeichnung anpassen. Es hat viele Türme, die wie Stalagmiten in die Höhe wachsen, auch die Gebäude scheinen wie gewachsen und bestehen aus Lavagestein.
Die Hexe, sie heißt Lania, hat ihr Schloß auch tatsächlich wachsen lassen. Vor langer Zeit hat sie einmal den Ausbruch des Vulkans für sich genützt. Durch Beschwörungen hat sie erreicht, daß sich die Lava in dem Krater türmte und zu dem Schloß formte, in dem sie jetzt haust. Ihre Diener sind die Fledermäuse. Sie selbst kann sich nicht mehr in eine Fledermaus verwandeln, aber an Menschenblut findet sie immer noch Geschmack.
Dorian erfährt auch, daß der Vulkan auf einer Insel steht, die zu Mikronesien gehört. Es verirren sich immer wieder Eingeborenen­boote hierher, diese Eingeborenen sind die Opfer der Hexe. Die Insel hat aber auch eine vielfältige Tierwelt, die nicht selten Forscher anzieht. Es gibt im Süden sogar eine eigene Tierforschungsstation - das erfährt Dorian so nebenbei.
Und nun will die Hexe den Puppenkopf.
Dorian, der Kappa weigert sich. Er will die versprochene Frei­heit haben. Das kostet die Hexe nur einen Lacher. Er wisse zu viel, deshalb müsse er sich als ihr Gefangener betrachten. Ihr wird schon noch einfallen, was sie mit ihm machen kann.
Die Fledermäuse nehmen ihm den Puppenkopf ab und geben ihn der Hexe. Dorian wird in ein Becken im unterirdischen Verlies geworfen. Das Wasser stinkt wie eine Kloake. Dorian denkt natürlich nicht daran, sich darin aufzuhalten. Aber als Kappa kann er sich nicht lange auf dem Trockenen aufhalten. Er muß fliehen.

Achtung:
Dorian hat natürlich sein magisches Werkzeug dabei. Und zwar hat er es unter Hautfalten versteckt. Er hat sich so eine Art Känguruh­beutel zugelegt, indem er seine Habe verstecken konnte.
Dorian kann sein Werkzeug aber nicht einsetzen. Zwar hat er versucht, mit dem "Kommandostab" ein Magnetfeld ausfindig zu machen, doch in seinem Verlies gibt es ein solches nicht.
Seine Situation wird immer unerträglich. Als ihm die Fledermäuse der Hexe durch eine Deckenklappe eine blutleere Leiche runterwerfen, damit er sich als Kappa an deren Eingeweiden gütlich tun kann, da wird es ihm zu bunt.
Er muß fliehen, koste es, was es wolle.
Es wird Tag, im Schloß ist es ruhig geworden. Die Hexe und ihre Fledermäuse sind Nachtgeschöpfe. Dorian sucht vergebens nach einem Fluchtweg. Es gibt nicht einmal ein Mauseloch.
In der nächsten Nacht öffnet sich auf einmal das Verlies. Er hört die geisterhafte Stimme der Hexe, die ihn zu sich ruft. Dorian müßte ihr nicht gehorchen, aber er folgt ihrem Ruf. Das ist seine Chance.
Er kommt in ihr Gemach, das wie eine Hexenküche eingerichtet ist. Die Glaskugel vom Titelbild steht neben dem Puppenkopf, der aus seiner halslosen Unterseite blutet.
Die Hexe tobt, weil ihr der Kopf sein Geheimnis nicht verraten will. Der Kopf hat nach dem Kappa verlangt. Deshalb wurde Dorian gerufen. Die Hexe verlangt, daß er für sie das Geheimnis ergründet. Sie verspricht ihm dafür viele Eingeweide und die Freiheit. Nun, der DK weiß, was er von ihren Versprechungen halten soll. Aber er geht zum Schein auf den Handel ein.
Er will dem Kopf sein Geheimnis entlocken, sagt er, doch zu diesem Zwecke muß er mit ihm allein in einem Raum sein. Die Hexe ist einverstanden, warnt ihn aber. Dorian wird mit dem Kopf in einen dunklen Raum gesperrt.
Auf den Fenstern hocken Fledermäuse, die ihn beobachten. Dorian verscheucht sie. Er muß unbeobachtet sein. Als er dies erreicht hat, sucht er den Raum mit seiner Wünschelrute ab. Und tatsächlich, hier findet er ein Magnetfeld, das stark genug ist, ihn wenigstens einen Kilometer springen zu lassen.
Doch bevor er das tut, redet er noch einmal mit dem Kopf, der sich von dem Kappa Hilfe erwartet. Nun ist er bereit, Dorian sein Geheimnis zu verraten. Er sagt, Dorian müsse an einer bestimmten Stelle seiner Schädeldecke einen Druck ausüben. Dorian tut das: Auf einmal gleitet seine Hand durch die massive Schädeldecke aus Porzel­lan hindurch. Seine Finger bekommen jene bekannten "Goldbarren" zu fassen, in denen alle Informationen über Olivaro gespeichert sind.
Dorian holt sie nacheinander heraus - es sind sieben Stück - und verstaut sie in seinen Körperfalten. Auf einmal ist der Kopf leblos. Er zirkelt das Magnetfeld ab, springt in die Nähe der Lagune, in der er herausgekommen ist, versenkt die Goldbarren und kommt ins Schloß zurück. Jetzt fühlt er sich sicherer, weil er eine Flucht­möglichkeit hat.
Kaum zurück, kommt die Hexe und will endlich Ergebnisse von ihm haben. Doch der Kappa Dorian erklärt, daß der Kopf zuerst einen Körper haben müsse, bevor man sein Geheimnis ergründen kann.
Da beginnt die Hexe zu rasen. Sie will des Kappas Hilfe nicht mehr, will den Kopf durch eine eigene Beschwörung zum Sprechen bringen und den Kappa ihren Fledermäusen vorwerfen.
Da hat Dorian keine andere Möglichkeit mehr als die Flucht. Zu dem abgezirkelten Magnetfeld ist ihm aber der Weg abgeschnitten, so muß er sich erst einmal auf seine Beine verlassen.
Auf der Flucht durch das Schloß spießt er mit dem Kommandostab einige Fledermäuse auf...
Inzwischen macht die Hexe ihren Beschwörungsversuch mit dem Puppenkopf. Sie läßt ihre Glaskugel schweben, ebenso den Puppenkopf und transferiert letzteren in die Glaskugel hinein. Auf diese Weise, denkt sie, bekommt die den Puppenkopf in ihre Gewalt.
Aber was muß sie sehen. Kaum ist der Puppenkopf in der Glaskugel, und sie hat ihre Beschwörung abgeschlossen, da verändert er sich, wird zu einem Totenkopf.
Die Hexe trifft fast der Schlag. Statt das Geheimnis des Kopfes zu ergründen, hat sie ihn zerstört, unbrauchbar gemacht. Was soll sie nun ihren Auftraggebern sagen, wenn sie den Puppenkopf von ihr verlangen. Sie muß den Kappa erwischen, denn nun ist sie sicher, daß er ihr das eingebrockt hat.
Doch bevor Dorian erneut in Gefangenschaft geraten kann, wird es Tag, die Königin der Nacht und ihre Diener müssen sich zur Ruhe begeben.
Dorian hat nun Zeit, einen Ausgang aus dem Schloß zu suchen, was wegen vieler Fallen gar nicht leicht wäre. Doch er hat seinen Magnetstab, sucht sich ein Magnetfeld - von denen es in dem erkalte­ten Lavagestein besonders viele gibt (wie auf Island, weswegen HT diese Insel zu seinem Domizil erwählt hat) - und springt.
Diesmal kommt er jedoch nicht in der Nähe der Lagune heraus, sondern beim Camp der Tierfänger. Da Dorian-Kappa schon lange kein Wasser gesehen hat, ist er sehr geschwächt. Deshalb kann er sich auch nicht zur Wehr setzen, als er gefangengenommen und in einen Käfig gesperrt wird. Die Tierfänger - nach Belieben schildern - sind begeistert von ihrem Fang. Was für ein seltsamer Affe, mit Schwimm­häuten an Händen und Füßen. Da wird Halmahera  aber Augen machen!
Dorian verfällt in einen Dämmerzustand, da niemand daran denkt, ihn ins Wasser zu stecken, dem Element des Kappa, obwohl man an den Schwimmhäuten erkennen müßte, daß der Affe ein Wasserbewohner ist.
Dorian hört immerhin heraus, daß Halmahera ein Tierhändler ist, den man in einigen Tagen erwartet. Ihm will man die Beute verhökern.
Dorian flüchtet in diesem Zustand in seine Erinnerung und er­lebt die Geschehnisse der Vergangenheit noch einmal vor seinem geistigen Auge.

Vergangenheit, 1608:
Obwohl Tomotada seine Erinnerung an die früheren Leben hat, ist er keineswegs gut geworden. Seine dämonische Veranlagung kann er nicht verleugnen. Aber doch hat er sich gewandelt: Er haßt den Kokuo (Olivaro), dem er dieses Schicksal verdankt. Er will sich rächen.
Doch zuerst muß er Tomoe und seinen Sohn in Sicherheit bringen. Im letzten halben Jahr war ihre Situation keineswegs rosig. Nachdem man unbehelligt mit der Dschunke in Westhonshu gelandet ist, hat sich der Schwarze Samurai mit Tomoe und dem Kind so recht und schlecht durchgeschlagen. Olivaros Diener suchen überall nach ihm.
Tomotada kann sich nirgends blicken lassen, weil er als Schwarzer Samurai überall bekannt und gefürchtet ist. Und wenn Olivaros Jäger den Leuten versichern, daß sie den Samurai mit der Maske unschädlich machen wollen, bekommen sie jede Unterstützung.
Tomoe bleibt nur bei Tomotada, weil sie weiß, daß er der einzige ist, der ihr Kind beschützen kann. Und irgendwo hofft sie in ihrem Innersten doch noch, daß er sich bessern wird. Die Liebe ist stärker als alle anderen Mächte.
Tomotada weiß auch, daß sein ehemaliger Herr ihn nicht töten lassen wird, denn dann würde seine Seele in den nächsten Körper ab­wandern - und Olivaro hätte keine Möglichkeit mehr, ihn zu kontrol­lieren.
Schildern, wie Tomotada und Tomoe (mit dem Kind auf dem Rücken) zu einem entlegenen Haus kommen. Tomotadas erste Reaktion ist, die Bewohner des Hauses niederzumachen, um sich gewaltsam zu nehmen, was sie brauchen. Doch Tomoe kann ihn davon abhalten. Sie bringt ihn dazu, daß er sich versteckt, während sie die Leute um ihre Gastfreund­schaft bittet.
Die wird ihr auch gewährt. Es sind einfache Leute, die sie reichlich bewirten und ihr Kind sofort ins Herz schließen. Der Herr des Hauses merkt aber, als alles schläft, daß sich Tomoe mit einigen Speisen fortschleicht. Er folgt ihr bis zu der Höhle, wo er den Schwarzen Samurai sieht. Tomotada entdeckt ihn aber, hat keine andere Wahl, als ihm das Gesicht zu nehmen und ihn so zu seinem Sklaven zu machen.
Tomoe ist erschüttert. Tomotada macht einiges durch. Er muß gegen Olivaro ankämpfen, der ihn über die Maske zu erreichen ver­sucht, um sich ihn gefügig zu machen. Tomotada kann Olivaros Macht jedoch widerstehen. Er weiß aber, daß Olivaro auf diese Weise seinen Aufenthaltsort kennt und seine Jäger schicken wird. Man muß bald aufbrechen.
Doch Tomotada sagt davon nichts Tomoe. Er gönnt ihr einige Tage Ruhe.
Zwei Tage später bespricht sich Tomoe mit ihm. Sie sagt, dieses Leben sei sinnlos. Tomotada könne so nicht weitertun. Er solle frei­willig aus dem Leben scheiden, um seinem unwürdigen Dasein ein Ende zu bereiten. Er soll das Harakiri vollziehen. Sie Tomoe wisse ihr Kind hier in guter Obhut und will ihr Versprechen wahrmachen und sich dem Kappa ausliefern, um die Nabelschnur ihres Kindes zurück­zubekommen. Als Gläubige ist Tomoe sicher, daß sich ihre Seelen im nächsten Leben wiederfinden werden. Dann können sie sich um ihren Sohn kümmern (wenngleich er dann um ein halbes Jahr älter sein wird als sie).
Tomotada stimmt zu. Er will, nachdem Tomoe gegangen ist, das Harakiri vollziehen. Doch er kann nicht Selbstmord machen. Das ist sein Fluch: er kann sich nicht selbst entleiben. Das hat Olivaro in weiser Voraussicht so bestimmt.
Und dann treffen Olivaros Häscher ein. Tomotada liefert ihnen einen heldenhaften Kampf - und hofft insgeheim, daß er im Kampf stirbt. Doch dieser Gefallen wird ihm nicht getan. Olivaro opfert lieber alle seine anderen Diener. Tomotada metzelt alle nieder. Dabei gelingt es aber einem von ihnen, Tomotadas Zopf abzuschneiden
Für einen Samurai ist das die größte Schande, und es bedeutet den Verlust der Ehre. Jetzt kommt es Tomotada umso bitterer an, daß er nicht Harakiri begehen kann.
Wieder muß er mit Tomoe fliehen. Diesmal wehrt er jedoch Olivaros Beeinflussungsversuche so meisterhaft ab, daß er sicher sein kann, daß ihr Aufenthaltsort nicht bekannt ist.
In der Nähe einer Stadt trennen sie sich. Tomoe will sich mit ihrem Kind einem Mönch anvertrauen, dessen Güte und Weisheit sprich­wörtlich ist. Sie verabreden sich für später an einem versteckten Ort.
Tage später treffen sich die beiden. Tomoe ist ganz aus dem Häuschen. Sie sagt, daß der gütige Mönch zwar schon einige Zeit tot sei, sie aber bei dessen Nachfolger mit ihrem Kind Aufnahme gefunden habe. Und stell dir vor, Tomotada, dieser Mönch kann dich von deinem Fluch erlösen, denn es ist ein Yamabushi (Teufelsaustreiber).
Tomotada weigert sich zuerst, doch Tomoe überredet ihn, den Yamabushi aufzusuchen. Bei Nacht schleichen sie in des Mönchs Haus. Tomoe freut sich auf das Wiedersehen ihres Kindes, denn sie hat es dem Mönch anvertraut und schon einige Tage nicht gesehen.
Als sie dort ankommen, stellt sich heraus, daß das Kind nicht da ist. Der Mönch beruhigt sie, sagt, er habe es einer Amme über­geben, dort habe es das Kind besser. Zuerst soll der Samurai mit der Maske geheilt werden.
Da entdeckt Tomotada, der sich mit Geistern und Dämonen auskennt, daß der Mönch kein Teufelsaustreiber ist, sondern ein Mitsu-me Nyudo. Dieser dreiäugige Mönch ist ein Dämon. Er hat ein sanftes Buddhagesicht, mit dem er seine Opfer täuscht. Sein drittes Auge versteckt er und zeigt es erst, wenn man sich nicht mehr gegen den tückischen, vernichtenden Blick wehren kann. Das dritte Auge hat er an der Spitze seiner Tonsur; es ist unter einem Hautlappen versteckt.
Tomotada erkennt den Dämon rechtzeitig, erfährt von ihm unter die in den Druck, daß er das Kind einer Amme verkauft hat, die in den nahen Bergen wohnt.
In seiner maßlosen Wut schlägt Tomotada mit seinem Tomokirimaru dem dreiäugigen Mönch den Kopf ab.
Zu spät erkennt er, daß er damit auch Tomoes Tod herbeiführt. Denn sie war bereits eine Dienerin des Dämons. Nun bekommt sie Krämpfe, erstickt vor Tomotadas Augen.
Tomotada muß nun nach seinem Kind suchen.

Gegenwart:
Halmahera ist mit einem Wasserflugzeug eingetroffen. Die Flug­zeugbesatzung bekommt niemand von der Tierstation zu sehen. Man zeigt Halmahera den Kappa. Dieser entrüstet sich, weil man den Wasser­bewohner aufs Trockene gesetzt hat. Und er befiehlt, ihn mitsamt dem Käfig in die Lagune zu hängen (in der der Kappa aufgetaucht ist).
Die Tierfänger, so scheint's, sind ahnungslos. Halmahera ist jedoch einer der Mittelsmänner der unbekannten Macht. Er macht sich auf den Weg zum Vulkankrater, trifft dort die Hexe Lania und verlangt von ihr den Puppenkopf. Sie beteuert jedoch, daß der Kappa irgendetwas damit angestellt haben muß - und zum Beweis zeigt sie die Glas­kugel mit dem Totenkopf darin vor.
Halmahera gebärdet sich wie ein wildes Tier. Wenn das Wissen des Puppenkopfes verlorengegangen ist, dann wird die Hexe die Konse­quenzen ziehen müssen.
Halmahera als ein dämonenartiges Geschöpf schildern, das eine Selbstsicherheit an den Tag legt, die aus dem Bewußtsein großer Macht resultiert. Natürlich sieht er aus wie ein Durchschnittsmensch.
Er kehrt zur Lagune zurück.

Nun aus Dorians Warte weitererzählen. Sein Käfig wird hochgehievt. Halmahera spricht unter vier Augen mit ihm. Er verlangt, daß der Kappa die Goldbarren zurückbringt, die er aus dem Puppenkopf gestoh­len hat. Er wird an einen Halsreifen gelegt und an einer Schnur ins Wasser der Lagune gelassen. Der Halsring besitzt eine magische Kraft, so daß Dorian-Kappa ihn nicht abstreifen kann. Er hat keine andere Wahl, als nach den Goldbarren zu tauchen, sie aus dem Ver­steck zu holen und Halmahera zu bringen. Er bringt sie aber einzeln heraus, um Zeit zu gewinnen.
Als er nach dem letzten Barren taucht, spürt er auf einmal, daß der Halsring keine magische Wirkung mehr auf ihn ausübt.
Es ist inzwischen Nacht geworden. Dorian-Kappa taucht auf, um zu sehen, was vorgefallen ist. Er sieht, daß die Fledermäuse der Hexe Lania die Gruppe der Tierfänger überfallen haben. Halmahera mußte die Leine loslassen und flüchtet mit den sechs Barren.
Dorian taucht sofort wieder unter, als sich die Fledermäuse auf ihn stürzen wollen. Er sieht den Augenblick für gekommen, den Kappa sterben zu lassen. Er holt die Leiche des echten Kappa aus dem Unterwasserversteck, legt ihm den Halsring um und läßt sie auf­steigen. Die Fledermäuse haben nichts anderes zu tun, als sich sofort auf die Leiche zu stürzen und sie zu zerfleischen.
Damit hat Dorian seinen Tod vorgetäuscht und kann sich der Kappa-Maske entledigen. Er wagt aber erst aufzutauchen, nachdem sich die Fledermäuse zurückgezogen haben.
Noch behält er die Kappa-Maske, um zu dem Wasserflugzeug zu schwimmen. Während er den Weg dorthin unter Wasser zurücklegt, stellt er fest, daß das Meer zu brodeln beginnt. Und er kombiniert richtig: Der ruhende Vulkan der Insel erwacht, überall bricht Lava durch Erd­spalten, auch unter Wasser. Dorian kann sich auch denken, daß die dunkle Macht dafür verantwortlich ist. Nachdem man das Ziel erreicht hat, nämlich die Goldbarren zu beschaffen, soll die Insel untergehen, damit alle Mitwisser beseitigt werden.
Doch etwas stimmt in der Rechnung der Unbekannten nicht: Dorian hat an Halmahera nämlich nur sechs Goldbarren abgeliefert. Der siebte befindet sich in seinem Besitz.
Dorian-Kappa erreicht das Wasserflugzeug, das gerade starten will. Er hält den Goldbarren aus dem Wasser - und tatsächlich geht gleich darauf die Tür auf. Er klettert hinein, ist auf der Hut, rechnet mit allem. Hinter ihm schließt sich die Tür. Das Flugzeug startet. Aber Dorians Vorsicht war überflüssig.
Halmahera kauert in einem Winkel, die Tasche mit den sechs Barren an sich gepreßt, ringt er mit dem Tod. Er hat noch die Kraft, Dorian-Kappa einiges zu erzählen.
Er ist sicher, daß er von seinen eigenen Auftraggebern getötet wurde. Sie haben irgendetwas mit ihm angestellt, eine Art magischer Zellzündung, die bewirkte, daß seine Zellen verfallen, wenn er seinen Auftrag ausgeführt hat. Und jetzt zerfällt sein Körper Zelle für Zelle, ohne daß er etwas dagegen tun kann.
Halmahera ist ein Dämon der Schwarzen Familie. Er übernahm den Auftrag, weil ihm große Macht versprochen wurde. Doch man hat falsches Spiel mit ihm getrieben. Er nennt auch einen Namen, und zwar den jenes Magiers, der mit ihm in Kontakt getreten ist: Vago.
Das sei kein Dämon der Schwarzen Familie, sondern die Ausgeburt einer anderen, fremden Welt.
Mehr kann er nicht erzählen, denn sein Körper steht vor der endgültigen Auflösung. Dorian hat wenigstens einen Namen: Vago. Das ist aber herzlich wenig.
Wohin bringt ihn das Flugzeug? Wie soll er sich verhalten. Als er das Flugzeug durchsucht, stellt er fest, daß es unbemannt ist. Im Cockpit wird der Steuerknüppel und die anderen Instrumente wie von Geisterhand bewegt. Eine Art magischer Fernlenkung.
Dorian sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.
Er wird sich bald überlegen müssen, in welche Maske er schlüpfen wird, wenn er der fremden Macht gegenübertritt.
Keine weiteren Aussagen machen.

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