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Hexenhammer - Hunters jugendfreier Bruder - Bd. 293/15 Der Teufelsanbeter

Hexenhammer - Hunters jugendfreier BruderBand 15 (Vampir Horror Roman 293)
Der Teufelsanbeter
von Earl Warren (Walter Appel)

Der geheimnisvolle Graf von Saint-Germain und der noch geheimnisvollere Untote Tatane bringen den entführten Hexenhammer Derek Hammer nach Frankfurt in die schmucke Villa des Grafen, wo das ungewöhnliche Personal schon wartet. Der bucklige Diener, der ein Werwolf ist - und dem der Graf Pillen gegen seine Beißtriebe gibt - und die Haushälterin Lady Blanche, die eine Vampirin ist. 


Hexenhammer - Hunters jugendfreier BruderDer mehr oder weniger komatöse Hammer wird in den Keller verfrachtet. Tatane verhört ihn, denn er will unbedingt erfahren, was mit dem Dämon Lemuron nun geschah.

Am selben Abend gibt der Graf eine Party für die Schönen und Reichen. Es kommt auch die attraktive Diana Fischer. Diana ist eine Banshee, deren magische Hexenfähigkeit ein Supergehör ist. Sie interessiert sich für das Okkulte und gehört einer Gruppe von Teufelsanbeterinnen an, die sie insgeheim überwacht, damit sie keinen Unfug anrichten. Und sie ist eine Freundin von Vesta. Sie bekommt mit, dass Hammer im Keller ist und von Tatane gefoltert wird, der aber nichts aus ihm herausbekommt. Ertappt von der Vampirin schlägt Diana ihr einen Eckzahn aus – sie kann auch Karate -, dann verdrückt sie sich. Souverän lässt der Graf sie entkommen, ohne ein Wort zu verlieren, hilft ihr sogar noch in den Mantel. Augenblicklich fährt Diana nach München und alarmiert ihre Freundin Vesta.

Saint-Germain und Tatane bringen Hammer in eine Jagdhütte. Tatane behauptet, seine Erinnerung zurückerlangt zu haben. Und er hat einen Plan. Dazu will er den Untotenkörper loswerden. Kurzerhand mobilisiert Saint-Germain die Teufelsanbeterinnen, um die dazu nötige Beschwörung durchzuführen.

In der Zwischenzeit fahren Vesta, Dr. Raikow und Diana nach Frankfurt. Der Dämonengnom Zervane Arakane, der meistens in eine Steinstatue verwandelt ist, begleitet sie heimlich. In der Villa prügeln sie sich mit der Vampirin rum, die sie in ihrem Sarg einsperren. Von Hammer fehlt jede Spur. Aber dann wird Diana zu ihren Hexenschwestern zitiert. Die werden von der fetten Industriellengattin Bredoff angeführt, die sogar ein Schloss im Taunus für ihr Hobby hat restaurieren lassen. Man will unter Saint-Germains Anleitung Satan beschwören. Diana schmuggelt Vesta ein, der Sabbat beginnt. Raikow und Zervane spielen die Rückendeckung.

Tatane enthüllt dem Grafen, dass er von nun an der Boss ist. Er hat einen Auftrag zu erfüllen, vor dem er aber über Lemuron Bescheid wissen muss, weil dieser aus dem Jenseits geflohen ist. Saint-Germain ist gar nicht glücklich über die Entwicklung. Die opferlose Beschwörung klappt, Tatane schickt seinen Geist aus dem Untoten in seinen richtigen Körper, eine hünenhafte Teufelsgestalt. Diana und Vesta lösen mit Kreuzen und Weihwasser Chaos aus, was aber Tatane wenig beeindruckt. Er teleportiert den noch aktiven Untoten zur Jagdhütte, um auf Hammer aufzupassen, während unsere Helden die Flucht ergreifen. Glücklicherweise hat Diana mit ihrem Supergehör von der Hütte erfahren, also wird Derek im Handstreich befreit.

DIE MEINUNG
Der Roman von Walter Appel führt die Handlung nahtlos fort, wo sie im Vorband aufgehört hat. Wie immer beim Hexenhammer gibt es zahlreiche kleine und größere Widersprüche. In diesem Fall sind es größtenteils Anschlussfehler, wo die Geschehnisse im Vorband anders dargestellt werden. Man bleibt sich also treu, und wer nun gedacht hätte, dass einige der interessanteren Ansätze des Vorromans an dieser Stelle weiter ausgebaut werden, wird enttäuscht. Immerhin erklärt der Autor mit zwei Sätzen, warum Red Dunbar und der unsägliche  Möchtegernvampir Nappy nicht mehr vertreten sind. Und einer der drei Tenöre des Para-Institues, der Russe Dr. Raikow, mutiert hier plötzlich zum Iwan Kunaritschew-Clon.

Das ist ein typischer Appel-Roman, temporeich mit wahrhaft überlebensgroßen Charakteren, von denen viele skurril sind. Die Oberhexe Tanja Bredoff, die ehemalige Opernsängerin und Industriellengattin mit der Walkürenfigur, die aus Langeweile unbedingt Satan beschwören will, ist schon witzig bis völlig überzogen dargestellt, aber das gilt auch für den Rest der Hexen.

Ganz nach dem Motto "Der tut nix, der will bloß spielen" tanzen die Hexen herum und rufen Beschwörungen. Ach ja, und sie nehmen Drogen, um enthemmt zu sein, was sie sich aber hätten sparen können, da sie ja doch nichts damit anfangen. Denn wie immer ist die Devise Horror Light. Also feiert man den Hexensabbat züchtig im Bikini und geopfert wird auch keiner. Menschenopfer standen ja auf der Verbotsliste. Etwas Tanztheater und ein paar magische Formeln brabbeln reicht schon, um den Dämon aus dem Jenseits herüberzuholen.

Die Monster bleiben Witzfiguren, die Vampirin wird nicht gepfählt, sondern bloß im Sarg eingesperrt, und unser "Held", der großmäulige Dämonengnom Akarane, beschwört einen Blitz, um Dr. Raikow zu piesacken, wird aber natürlich selbst davon getroffen. Kein Hexenhammer ohne unsäglich dummen magischen Slapstick.

Immerhin liest sich das rasant und hat tatsächlich mal so etwas wie Lokalkolorit. Und wenn man als Leser keinen Gedanken an die Logik der Ereignisse verschwendet, wird man trotz des mangelnden Gruselfaktors auch gut unterhalten. Denn Logik ist hier kaum vorhanden. Ein grotesker Zufall jagt den anderen, um die Handlung weiterzubringen, die Helden stolpern völlig planlos umher und das Ganze ist wie immer völlig sinnfrei. Wenigstens hat es Tempo.

DAS TITELBILD
Der Zeichner JAD fertigte diverse Bilder unter dem Motto "Mädchen und Monster" an, die sich auf diversen Gruselheften finden; das hier gehört zu den Gelungeneren. Auch wenn es natürlich "Die  Teufelsanbeter" hätte heißen müssen.

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Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2014-04-14 12:48
Fast will mir scheinen, als hätte Earl Warren hier ein bisschen von seinem eigenen DK-Roman Lebendig begraben zu leihen genommen, denn das oben erwähnte gesellige Beisammensein erinnert doch sehr an eine ähnlich gelagerte Sause in Kronberg, die in DK 134 von Meta Seidler veranstaltet wird. Nur geht es dort ungleich ruppiger zu...
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