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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 62

Dämonenkiller zum 40. Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (62. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 88, das Ernst Vlcek am 5. Dezember 1975 für sein Alter-Ego Paul Wolf geschrieben hat. - Viel Spaß beim Lesen...

87BRÜDER DER HÖLLE
BRÜDER DES SCHRECKENS
Dämonenkiller 88
Schauplatz: Bretagne
Zeit: Ende August/September
Vergangenheitsepisode: 4500 v. Chr.
Autor: Vlcek-Wolf
Termin: 21.1.1976

Titelbild: AK 5963
Drei häßliche Bösewichte stehen beisammen, gesehen aus der Bodenperspektive.
1. Bösewicht: sieht etwa so aus wie Spock aus Enterprise (Ohren und Brauen!), bürstenkurzes Haar, fletscht Zähne wie Raubtier, Stirnwülste, dünner Hals, schlank, groß.
2.Bösewicht: Über einen Kopf kleiner, rote Knollennase, grimmiger Mund, fleischige Lippen, stoppeliges Doppelkinn, hat "schimmeligen" Umhang wie Bösewicht Nr. 1
3. Bösewicht: kleinster, sieht Marty Feldmann in "Frankenstein jr" ähnlich, hat aber nichts Schelmisches an sich, faltige Mund­partie, als hätte er keine Zähne, gerade Nase, die hoch angesetzt ist, wirkt hinterhältig, allein durch Haltung: blickt über die Schulter, hält roten Umhang mit Knochenhänden, gleichfar­bene Kapuze.
Wichtig für Frau Illfeld! Hintergrund (Hochhäuser utopischer Form)  sollte im Druck abgedunkelt werden, wie bei anderen Titelbildern  bereits praktiziert!

Les-Trois-Freres oder Trois-Frere-d'Enfer also die "3 Brüder der Hölle":
Möbius, so heißt der kleinste (Marty Feldmann), wird so genannt weil er für den Einsatz seiner magischen Kräfte als Katalysator" einen Möbiusstreifen benötigt, den er aus jeglichem Material formen kann. Er kann einem Mädchen einen Möbiusstreifen aus Gold und Edelsteinen als Halsschmuck umlegen, oder einem Hippie einem Möbiusstirnband - damit hat er ihn in seiner Gewalt, lenkt ihn/sie wie eine Marionette. Endlos wie die ineinanderfließenden Seiten des Möbiusstreifens ist auch die Versklavung des Opfers. Reißt der Möbiusstreifen, ist das gleichbedeutend mit dem Tod.
Daß Möbius ein Ausbund an Häßlichkeit und Grausamkeit ist, braucht nicht näher erwähnt zu werden - das trifft auf alle drei Brüder zu.
Mark (einen Dämonennamen kann der Autor hinzufügen) heißt der Dicke (Fettsack = so eine Figur hat er) und zwar deswegen, weil er sich an Knochenmark delektiert. Er kennt die menschliche Anatomie (metaphysisch) so gut, daß er sein Opfer nur an einer bestimmten Stelle "öffnen" muß, um ihm sein gesamtes Knochenmark auf einen Zug auszusaugen. Blut verabscheut er.
Er kann den Blähhals zu einem Ballon aufblasen und so Töne wie auf einem Instrument von sich geben: damit bannt er seine Opfer.
Er "spielt" auch auf seinen Ohren und der Nase, nicht aber mit dem Mund, der sein erhabenstes Werkzeug ist. Ein Freßsack wie im Buche.
Spindel (=spindeldürr), er hat aber auch wirklich eine magische Spindel bei sich, mit der seine Hände ständig spielen. Das erweckt den Eindruck, als sei er ständig nervös, doch in Wirklichkeit zieht er damit magische Fäden. Er ist also der Fadenzieher par excellence. Zu der Jahreszeit, da der Roman spielt, ist Altweiber­sommer nicht selten, so daß Spindels Fäden nicht weiter auffallen. Man merkt erst, daß es sich um keinen gewöhnlichen Altweiber­sommer handelt, wenn sich das Gespinst auf einen legt: es kann verschiedene Wirkungen erzeugen, je nachdem, auf welche Weise Spindel gerade gesponnen hat: säurehaltig, zerfrißt Haut und Fleisch, sinnbenebelnd, macht Denken schwer, suggestiv, macht willenlos usw. usw. etc. etc...
Diese drei Brüder sind unzertrennlich, sie wären ein Herz und eine Seele, besäßen sie so etwas.
Hekate hetzt sie auf Dorian und seine Freunde. Les Trois Frere d'Enfer sind ihre stärkste Waffe - und ihr Einsatz muß als letztes Aufbäumen - nicht das allerletzte!) gegen die sich abzu­zeichnende Niederlage angesehen werden. Hekate liegt sozusagen in den letzten Atemzügen, ihr einst untertanen Dämonen sägen bereits kräftig an ihrem Thron. Aber noch fühlt sich Hekate nicht geschlagen. Sie hat die Brüder der Hölle - und es gibt noch eine Chance, Hermes Trismegistos ausfindig zu machen.
Der Dämonenkiller scheint auf seinen Spuren zu wandeln.

Handlung:
Quimper. Von der Kathedrale dieser bretonischen Stadt blickt, hoch zu Roß, die Gestalt des Königs Gralon, von dem sich die Sage erzählt, er habe über die längst in den Fluten des Atlantiks versunkene Stadt Ys geherrscht. So unterschiedlich all diese Sagen sind, gemeinsam ist ihnen allen, daß es in ihnen heißt, Ys sei etwa im 5. Jahrhundert nach Christi untergegangen, und daß die Bewohner der Stadt Lutetia ihre Stadt stolz Par-Is (=gleich Ys) genannt haben.
Aber gerade in diesem Punkt stimmt die Sage nicht, denn wir decken in diesem Band auf, daß die echte Stadt der Prinzessin Is und des König Gralon schon 5000 Jahre früher versank. Wahrscheinlich, daß später eine Stadt des gleichen Namens entstand, die ebenfalls von einer Sintflut überschwemmt wurde.
Tatsache aber ist, daß es im Golf von Morbihan auf dem Meeresboden unzählige Menhire gibt, deren lange Reihen und Kreise bis an die Ufer der Inseln und das Festland reichen - und daß der Meeresboden einmal Festland war. Hier hat unser sagenhaftes Ys gestanden - die Stadt des Hermes Trismegistos, von dem sich die Alchemisten auch erzählten, daß er 3226 Jahre als König regiert hat und 36225 Bücher geschrieben hat.

Aber zurück zur eigentlichen Handlung.
Oder noch nicht ganz: Als der DK nach Quimper und Umgebung kommt, schnappt er diese Erzählungen auf und weiß auf einmal etwas mit dem Ort "Ys" anzufangen, das Unga (Cro Magnon) am Ende von Band 87 immer wieder von sich gegeben hat. Jetzt hat er einen Anhaltspunkt.

So, jetzt wird's aber ernst:
Am Anfang könnten Episödchen vom Wirken der Teufelsbrüder stehen, ohne die drei Dämonen in vollem Umfang vorzustellen. Ein Gespräch zwischen ihnen, während sie Passanten beobachten. Wie gefällt dir dies Mädchen? Spindel, schick sie mir. Und auf einmal tanzt vor dem Gesicht der Schönen Altweibersommer, sie will die Fäden von ihrem Gesicht streifen, doch da hat sie den Drang, einen bestimmten Ort aufzusuchen, dort hört sie eine Art Froschkonzert und Geräusche anderer Instrumente, sieht nichts, nur die Stimmen der drei Brüder werden dem Leser nahe gebracht, und das Mädchen spürt auf einmal einen Stich, irgendwo am Körper und dann nur noch ein ekelhaftes Schlürfen, während sie ins Jenseits hinüber­dämmert... Und ihr Bräutigam (oder sonst wer) holt einen 35er Film aus dem Fotogeschäft ab, ein ihm Unbekannter, verschlagener Typ bedient ihn, übergibt ihm einen Film, der zu einem Möbiusstreifen zusammengeklebt ist, sagt betrachte die Bilder - und darauf sind unsere Teufelsbrüder zu sehen, sechsunddreißigmal die gleiche Aufnahme. Und als der Verlobte unklug genug ist, einen Möbiusstreifen zu öffnen, stirbt er - und Möbius saugt seine freiwerdenden Lebensenergien genüßlich in sich auf...

Achtung: Die drei Brüder der Hölle wissen natürlich (auf magische Weise) vom Fund des Dämonenkillers (steinerne "Landkarte" der Bretagne), deshalb sind sie hier.

Dorian hört sich also um, vernimmt die Sage über das ver­sunkene Ys. Dabei bemerkt er, daß manche Einheimische Möbius­streifen in Form von Schmuck und auch sonst bei sich tragen.
Man fährt zur Bucht von Morbihan hinaus. Dabei fällt unseren Dämonenjägern ein seltsames Dreiergespann auf, das sich aber im Hintergrund hält. Dem Führer, den man engagiert hat, sind die drei angeblich unbekannt. Coco bemerkt, daß ihr Führer Altweiber­sommerfäden wie ein Magnet anzuziehen scheint. Natürlich macht sie die Dämonenprobe - und siehe da, sie stellt fest, daß dieser Altweibersommer eine dämonische Ausstrahlung hat.
Unga tötet ihren Führer, als er Coco an den Kragen will. Coco und Dorian sind von seiner Handlungsweise nicht erbaut, denn sie hätten den Besessenen lieber lebendig gehabt. Unga aber sagt, daß Besessene, auch wenn sie unschuldig in ihre Situation gerieten, so gefährlich wie Dämonen sind und deshalb zu töten. Dorian merkt, daß Unga ein viel konsequenterer Dämonenkiller als er selbst ist. Dorian hat mehr Skrupel, ist menschlicher.
Man wartet in der Bucht von Morbihan auf Jeff Parker, der mit seiner Jacht Sacheen kommen soll. An Bord befindet sich eine umfangreiche Taucherausrüstung. Natürlich hat man mit einer ver­sunkenen Stadt nicht gerechnet, aber jetzt kommt die Taucheraus­rüstung sehr gelegen.
Die Wartezeit wird durch Attentate von Besessenen kurzweilig gestaltet. Möbiusstreifenträger versuchen, unseren Helden den Landkartenstein abzujagen.
Als dies nicht gelingt, schaltet sich der Dämon Mark selbst ein. Er hat schon längst ein Auge auf Unga geworfen, von dessen Knochenmark er ständig geträumt hat. Jetzt will er es sich mit dem Landkartenstein holen.
Mark macht sich an unsere Helden heran. Das heißt, er lenkt ihre Aufmerksamkeit auf sich, indem er herumerzählt, er hätte bei einer Bootsfahrt - als das Wasser ungewöhnlich klar war ‑ am Meeresgrund eine Stadt gesehen. Mark ist aber klug genug, sich nicht in Dorians oder Cocos Nähe zu wagen. Er kann sich zwar ver­stellen, doch wäre es möglich, daß sie seine dämonische Ausstrahlung feststellen. Er denkt, mit Unga hat er leichteres Spiel.
Dorian erfährt davon, daß sich Unga mit dem Fettsack treffen will. Als der DK zur Rettung des Steinzeitmenschen einschreitet, muß er eine Überraschung erleben: Unga ist spielend selbst mit ihm fertiggeworden. Ob er den Dämon aus eigener Kraft oder mit Unter­stützung von Hermes Trismegistos vernichtete, erfährt Dorian nicht.
Unga sagt nur, Mark habe sich verdächtig gemacht, als er die versunkene Stadt beschrieben hat. Unga hat damals, vor 6500 Jahren selbst in Ys gewohnt, deshalb konnte er Mark als Lügner entlarven.
Und jetzt hat Unga wieder einen "Traum", den Dorian und Coco plastisch miterleben:

Ferne Vergangenheit: (ca. 4500 Jahre v. Chr.)
H.T. hat damals als Hermon über Ys regiert. Er steht im 3226. Jahr seiner Herrschaft. Ys ist eine Megalithenstadt, die Wohnhäuser sind verhältnismäßig bescheiden, dafür sind die Totenhäuser umso prunk­voller. Hermon weiß nämlich, daß man die Toten gut behandeln muß, damit sie im Jenseits ihre Ruhe haben, andernfalls ist es möglich, daß sie über die Lebenden herfallen. Was schon vorgefallen ist. Und die Dämonen, die aus den früheren Linkshändern hervorgegangen sind, versuchen immer wieder, die Toten zu ihren Werkzeugen zu machen.
Deshalb wird dieser Totenkult getrieben.
Hermon ist ein weiser Herrscher. Er hat etwas fertiggebracht, was er selbst nie für möglich gehalten hat. Er erreichte bei einigen "Linkshändern", daß sie sich bekehren ließen. Sie wohnen in einem Getto von Ys und versuchen scheinbar ehrlich, sich in die Weltordnung von Hermon (H.T.) zu integrieren. Aber nur schein­bar.

Die Stadt Ys:
Die Menschen, direkte Nachkommen des Cro-Magnon, leben in verhältnismäßig ärmlichen Hütten. Sie betreiben Ackerbau, Viehzucht, Hund, Rind und Schwein wurden domestiziert. Von einer Seereise hat Hermon auch Schafe aus dem Vorderen Orient mitgebracht.
Rund um die Stadt sind die prunkvollen Totenhäuser. Dahinter er­strecken sich die Alleen von Menhiren, die Hermon als Akupunkturnadeln der Erde aufgestellt hat (siehe Bemerkungen in Exposé 87), gleichzeitig sind sie die Abwehrwaffe gegen die Linkshänder, die mit Hermon nicht Frieden schließen und sich ihm nicht unter­werfen wollen. Sie wollen eine Herrschaft des Bösen.
Die (kurze?) Vergangenheitsepisode damit beginnen, daß Unga erwacht. Er hat über fünftausend Jahre geschlafen. Jetzt er­fährt er, daß der unsterbliche Hermon ihm damals den Auftrag gegeben hat, die Linkshänder in der Höhle von La Madeleine zu vernichten. Weil sich Unga bewährte, hat er ihn in den Jahrtausende­schlaf gelegt und ihn zu seinem Helfer gemacht. Jetzt wurde Unga geweckt, weil sich etwas zusammenbraut, das selbst Hermon nur erahnt. Er sieht, daß sich in der Zukunft Unheil zusammenbraut. Einzelheiten jedoch nicht. Unga, mit seinen natürlichen Instinkten, soll herausfinden, welcher Art die Bedrohung ist.
Hermon ist im Besitz eines mächtigen Zaubers - der später als Stein der Weisen in die Geschichte der Alchemie eingehen soll. Unga ist mit seinem Leben dafür verantwortlich, daß dieser Zauber nicht in falsche Hände gerät. Dieser "Stein der Weisen" ist in einem Hünengrab versteckt. Unga bekommt ihn nie zu Gesicht, aber in seiner Naivität glaubt er, daß es ein sehr, sehr großer Stein sein muß, wenn solche Macht in ihm wohnt.
Hermon hat eine Tochter, nach der er die Stadt benannt hat:
Ys. Ein traumhaft schönes Wesen. Weder der dreimalgrößte Vater, noch Unga ahnen, daß sie von den Linkshändern aus dem Getto zum Bösen bekehrt worden ist, weil man diese Dämonen für bekehrt hält.
In Wirklichkeit arbeiten sie mit den wildlebenden Dämonen zusammen und arbeiten auf die Vernichtung von Ys hin.
"Prinzessin" Ys umgarnt nun Unga, wickelt ihn um den Finger, so daß er seinen Wachtposten verläßt. Da wird der Stein der Weisen von den Getto-Dämonen geraubt - und mit der in ihm wohnenden Macht, stören sie das Gleichgewicht der Menhire, so daß Kräfte freiwerden, die die Erde erbeben lassen, eine Springflut ver­ursachen, die Ys überschwemmt.
Nur Hermon und sein Diener Unga können sich retten. Hermon glaubt nicht mehr an das Gute in der Welt - und er verzweifelt. Er überlegt sich, ob er überhaupt noch den Kampf gegen die Links­händer weiterführen soll.

Achtung: Die 36.225 Bücher, die Hermes Trismegistos geschrieben haben soll, hat er (mit einem "Brennglas"?) in die Menhiralleen hinein­gebrannt, die nun alle im Meer versunken sind. Dort stehen nun alle magischen Geheimnisse des H.T.

Unga endet. Als auch Coco und Dorian aus dem Traum erwachen, sind sie von Möbius-Trägern und solche mit Altweibersommer im Gesicht, umringt. Jede Gegenwehr scheint sinnlos. Man leistet keinen Widerstand. Coco kann ihre Fähigkeiten nicht einsetzen, Altweibersommer lähmt sie ebenso wie Unga.
Da kommt Hilfe von unerwarteter Seite: Parker ist eingetroffen. Er und seine Mannschaft (einige waren schon mit auf der Teufels­insel - der Autor wird sie übernehmen) erfassen die Situation und retten unsere drei Helden.
Man geht an Bord, fährt aufs Meer hinaus. Dorian stellt Versuche mit dem Landkartenstein an, der etliche unbekannte magische Zeichen aufweist. Und er hat Erfolg damit. Nach einer Beschwörung des Steins klärt sich das Meerwasser an einer Stelle - oder es wird milchig oder sonst was.
Dorian taucht mit Coco und Unga. Tatsächlich findet man auf dem Meeresgrund die Stadt Ys. Sie bietet einen überwältigenden An­blick. Man glaubt sich hier vor den beiden noch lebenden Dämonen­brüdern sicher. Aber gerade das wird Coco zum Verhängnis. Als sie merkt, daß sie über einen Menhirgruppe taucht, die zu einem Möbiusstreifen angeordnet ist, ist es zu spät für sie. Sie versetzt sich zwar in einen rascheren Zeitablauf, aber sie bewegt sich immerfort über die endlose Ebene des Möbiusstreifens.
Möbius hat sie in seiner Gewalt. Er befiehlt sie zu sich.
Und Coco kommt. Aber die beiden überlebenden Dämonenbrüder wollen sie gemeinsam mit Dorian und Unga töten. Dadurch erhält Coco eine Galgenfrist. Als sie mit Spindel allein ist, überlistet sie diesen und tötet ihn.
Sie kehrt zum Boot zurück.
Der verbliebene Möbius will nun aufs Ganze gehen. Er kümmert sich nicht mehr um Hekates Auftrag, vergißt, daß diese Aktion eigentlich gegen Hermes Trismegistos gerichtet sein soll. Er denkt nur an seine Rache.
Dorian und Unga - Parker und einige Mannschaftsmitglieder tauchen ebenfalls hinunter - machen einige erstaunliche Funde. Sie holen diese Schätze aus dem Meer. Darunter ist auch eine Art Spiegel, dessen Bedeutung nicht einmal Unga kennt. Es könnte aber ein Spiegel der Prinzessin Ys sein, die sehr eitel war. Dorian will ihn Coco schenken, doch diese will ihn nicht, sagt beklommen, sie sei überhaupt nicht eitel.
Dorian behält den Spiegel.

Achtung: Schon hier soll der Autor langsam Andeutungen machen, die zum nächsten Band überleiten. Dorian hört in seinem Kopf ein Ticken, das immer intensiver wird und so beharrlich, daß er es zum Schluß kaum mehr aushält. Der Spiegel scheint damit nichts zu tun zu haben, denn auch als sich Dorian seiner entledigt, bleibt das Ticken (der Lebensuhr! Autoreninformation!) in seinem Kopf - verstärkt sich eher. Deshalb behält Dorian den Spiegel.
Inzwischen bastelt Möbius an seinem größten und wirkungs­vollsten Möbiusstreifen. Dieser soll das ganze Schiff mit Mann und Maus in seinen Bann ziehen, auf das es sich bis in alle Ewigkeit auf seiner endlosen Fläche bewegt.
Unga hat Mark erledigt, Coco Spindel. Dorian soll nun Möbius den Garaus machen. Bitte ausdenken, wie es Dorian gelingt, Möbius zu vernichten, als sich die Sacheen bereits im Bannkreis des Möbiusstreifens befindet. Nur Dorian, der gerade taucht, entgeht dem Anschlag. Er entdeckt den zwergenhaften Möbius in einer magischen Sphäre unter Wasser, zwischen den Trümmern der versunkenen Stadt, von wo aus er den Möbiusstreifen errichtet hat.
Dorian weiß inzwischen genug über die Menhire, um mit einigen, die eine magische Konstellation bilden, eine Falle für Möbius errichten zu können. Dorian stört ihr Gleichgewicht, ihre Kräfte zerstören Möbius' magische Sphäre und begraben den Dämon unter sich.
Die Jacht ist mitsamt der Besatzung gerettet. Von den gemachten Funden behält Dorian nur den "Spiegel". Wenn er hineinblickt, glaubt er, die Prinzessin Ys zu sehen. Der DK bietet Unga an, den Spiegel in Erinnerung an seine Liebe zu nehmen, doch davon will der Steinzeitmensch nichts wissen.
Im Übrigen ist Unga immer noch nicht gewillt, weitere Aus­künfte über Hermes Trismegistos zu geben.
Dorian will den Spiegel nach London bringen und ihn seiner "Horrorsammlung" einverleiben. Parker will mit der Jacht auf Entdeckungsfahrt gehen, das Reisefieber hat ihn gepackt.
Coco soll Unga nach Castillo Basajaun bringen. Der Cro Magnon scheint nun endlich Vernunft angenommen zu haben und seine Begleiter, vornehmlich Dorian und Coco, als seine Freunde anerkannt zu haben.

Achtung: Im Roman soll (mit Augenzwinkern) ruhig geschildert werden, wie Ungas Temperament mit ihm durchgeht, wenn ihm ein strammes Weib über den Weg läuft. Aber an Vergewaltigung oder so denkt er nicht - das hat er nicht einmal vor zwölftausend Jahren getan.
Die "Zivilisation" des Megalithikum soll phantasievoll geschildert werden. Schon damals galten alle Gesetze zur Dämonen­bekämpfung, die auch der Dämonenkiller kennt. Nur war damals die Weiße Magie so mächtig wie die Schwarze.
Dorian kann vermuten, daß die Dämonen nicht solche Macht gewonnen hätten, wäre damals Ys nicht untergegangen und hätte H.T. nicht seine Tochter an die Dämonen verloren. Das hat ihn vermut­lich verbittert und ließ ihn resignieren.
Unga schweigt zu dieser Theorie.
In Dorians Geist ist ein Ticken wie von einer Zeitbombe. Er wird sich aber nicht bewußt, daß es ihn magisch nach London zieht. Am ehesten kann er noch vermuten, daß Hekate irgendeine Teufelei gegen ihn plant.
Darüber hinaus keine weiteren Aussagen mehr machen.
Der Nachfolgeautor darf in Band 89 nur aussagen, daß Dorian den sehr kunstvollen Spiegel aus dem Megalithikum in seine Sammlung in der Londoner Jugendstilvilla aufnimmt.

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2014-04-30 10:55
Das ist ein sehr schöner Roman mit überraschend viel Atmosphäre, der sehr viel Handlung verarbeitet. Da sind farbige Ideen drin, die zwar wenig plausibel dafür aber umso phantasievoller sind. 36225 Hinkelsteine sind eine Menge Stein, dafür braucht man aber viel zaubertrank. :D

Interessant ist die Art der Vergangenheitsrückblende. Im Grunde bietet sie Stoff für einen ganzen Roman und wird hier nur sehr holzschnittartig abgehandelt. Das Ganze hat hier ja recht biblische Untertöne, und man hätte so viel mehr aus der Figur Ys machen können. Das erinnert sehr an Rhodan, wo solche Episoden ja später zum je nach Geschmack geliebten oder verhassten Standard wurden. (Damit meine ich die Vergangenheitsrückblenden von anderen Figuren als den maßgeblichen Helden.)

Zitat:
Im Roman soll (mit Augenzwinkern) ruhig geschildert werden, wie Ungas Temperament mit ihm durchgeht, wenn ihm ein strammes Weib über den Weg läuft. Aber an Vergewaltigung oder so denkt er nicht - das hat er nicht einmal vor zwölftausend Jahren getan.
Witzig, dass er das extra anspricht. Der Zug ist da aber schon längst abgefahren. In allen Romanen mit Gegenwarts-Unga wurde die Figur von den Autoren so dargestellt, als wäre sie nur einen Schritt von der nächsten Vergewaltigung entfernt und man dürfe Cro vor allem darum nicht aus den Augen lassen. Und der Expo-Autor selbst spielt hier damit in einer sehr lahmen Szene. Wahrlich andere Zeiten, was so eine Thematik angeht.
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#2 Thomas Mühlbauer 2014-05-04 21:23
Dieser Roman birgt neben all seinen Vorzügen auch eine der grausigsten Szenen innerhalb der Serie:

Die Sonne war längst hinter den Dächern des kleinen bretonischen Städtchens verschwunden. Gnädige Dunkelheit senkte sich über die gespenstische Szenerie in dem Raum über dem kleinen Fotoladen.
...

Ein Seufzen. Das Knäuel von ineinander verschlungenen Körpern bewegte sich. Dann kam die verhaltene Antwort: »Jawohl, Hekate. Wir sind im Golf von Morbihan.«
Das durchsichtige, magisch leuchtende Abbild der Herrin der Finsternis strahlte Zufriedenheit aus. »Dann wohlan, Trois Frères d’Enfer«, animierte Hekate die drei dämonischen Brüder. »Spindel, spinne deine magischen Fäden! – Möbius, ziehe deine endlosen Schleifen! – Mark, stimme deine tödlichen Körperinstrumente!«
Noch ganz benommen von ihrem Sinnesrausch, erwiderten die Dämonenbrüder den zwingenden Blick Hekates. »Wir sind bereit, dem Dämonenkiller einen würdigen Empfang zu bereiten«, sagten sie.
...
Die drei Dämonen waren wieder mit ihren Opfern allein.


Das ist ein subtiles und doch offensichtliches Grauen, das sich in der Vorstellung des Lesers abspielt. Da liegen im dunklen Zimmer die drei Dämonen verknäult mit ihren beiden Opfern und "verdauen" diese mehr oder minder. Einfach nur grausig...
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#3 Andreas Decker 2014-05-05 10:23
Stimmt. Das war eine tolle Szene. Überhaupt gehörten die drei Dämonenbrüder mit zu den gelungensten Schöpfungen Vlceks. Und es war gut, dass sie nur einen Auftritt hatten. In Serie wäre das Konzept schnell implodiert.

An guten Tagen war Vlcek selbst in der Heftzwangsjacke zu interessanten Dingen fähig.
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