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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 29

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (29. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 56. Ernst Vlcek war am 7. Mai 1975 fleißig, denn nur DK-Exposé 55, sondern auch DK-Exposé Nr. 56 hat er an diesem Tag geschrieben. Viel Spaß beim Lesen...


56DIE RÜCKKEHR DER MUMIE

Dämonenkiller 56
Schauplatz: wechselt
Zeit: bis Ende Januar (im Anschluß an Band 54)
Autor: Luif-Davenport

Titelbild:
bandagierter Kopf - Augen frei - mit wirrem hellem Haar, aus linkem Mundwinkel sickert Blut (Wir sagen, es sei der Kopf unserer Nefer-Amun-Mumie)
!!Titelbildfoto geht mit Exposé an Autor!!

Situation:
Über Nefer-Amun wurde ausgesagt, daß er im alten Ägypten ein mächtiger Dämon gewesen ist. Aber auch noch nach seiner Mumifizierung hat er eigentlich von seiner Macht kaum etwas eingebüßt. Er besaß ein so mächtiges Ka, daß er beliebige Astralleiber erschaffen und in diesen agieren konnte.
Später dann, als sich die Dämonen zur Schwarzen Familie zusammen­schlossen, hat Nefer-Amun gelegentlich für diese "gearbeitet". Warum er nicht intensiver beim Kampf der Dämonen gegen die Sterblichen mitmischte, ist damit zu beantworten, daß er kein Interesse hatte. Ihm genügte es zu wissen, daß er Macht besaß, er brauchte sie nicht zu demonstrieren. Nur gelegentlich übernahm er Aufgaben, wenn diese an seine Fähigkeiten eine besondere Herausforderung stellten.
Wie Olivaro war auch Nefer-Amun ein stiller Dämon, doch im Gegensatz zu Magus VII. strebte er nie danach, es zum Fürsten der Finsternis zu bringen. Nefer-Amun hat auch für Olivaro gelegentlich Aufträge übernommen. Ohne näher darauf einzugehen, soll das in einem kurzen Prolog zum Ausdruck kommen. Gleichzeitig soll uns diese

Anfangsepisode
dazu dienen, wieder ein wenig auf die Schwarze Familie und die Herrschaft der Dämonen einzugehen. Wir müssen dem Leser einige Erklärungen geben, der sich fragen wird, was nun aus Olivaro geworden ist und wer denn nun um den vakanten Thron des Fürsten der Finsternis kämpft.
Nefer-Amun hat Olivaro angerufen und führt mit diesem ein Zwiegespräch. Das soll aber nicht so geschildert werden, als stünden sich die beiden körperlich gegenüber. Sie stehen nur geistig miteinander in Kontakt, ohne daß ausgesagt wird, wo die beiden sich aufhalten, ob sie am gleichen Ort sind oder durch Zeit und Raum getrennt.
Nefer-Amun klagt. Hat er Olivaro nicht schon oft geholfen? War er ihm nicht dann und wann gefällig? Er hat viel für die Dämonen getan, obwohl ihn ihre Probleme nie etwas angingen.
Nun ist Nefer-Amun in einer Notlage. Er spürt sein Ka rapid schwächer werden, muß es ständig aufladen (indem er tötet und Lebens­energie der Sterbenden in sich aufsaugt). Aber das alles reicht nicht aus, um sein Ka zufriedenstellend zu regenerieren.
Er, Nefer-Amun, hat Olivaro geholfen, seinen Posten als Fürst der Finsternis zu verteidigen - und dabei sein Ka eingebüßt. Nun müsse Olivaro ihm helfen. Nefer-Amun sagt, daß er sehr wohl wisse, daß er seine ursprünglichen Fähigkeiten nicht mehr zurückgewinnen könne. Aber er hat noch eine Möglichkeit, zumindest einen Teil seiner Macht zurückzubekommen.
Olivaro sagt aus: Er wisse Nefer-Amuns frühere Dienste sehr zu schätzen, doch kann er nicht viel für ihn tun. Denn auch er befindet sich in einer Zwangslage. Nicht einmal Nefer-Amuns Opfer hätte ihm seine Position als Fürst der Finsternis bewahren können.
Die Schwarze Familie ist zersplittert und es herrsche unter den Dämonen Anarchie wie in den Tagen der Antike. Es gibt keine Einheit mehr, jeder ist sich selbst der Nächste, und die Eskalation des Bösen, die er, Olivaro heraufbeschworen hat, habe der Schwarzen Familie mehr geschadet als den Sterblichen. Deshalb, weil er ver­sagt habe, zog er sich freiwillig zurück. Olivaro ist von den Dämonen enttäuscht - er will nicht mehr in die Geschicke dieser Welt eingreifen, nur noch Beobachter sein und gelegentlich seinen eigenen dämonischen Freuden frönen.
Und deshalb, weil er sich nur noch um seine eigenen Belange kümmern will, könne er Nefer-Amun nicht helfen. Der "Ägypter" solle sich an aktive Dämonen um Unterstützung wenden. Doch Olivaro weiß so gut wie Nefer-Amun, daß diese ihm nicht helfen werden. Denn Nefer-Amun hat ja sein Schicksal eben diesen Dämonen zu verdanken, die wir in den Bänden bis 49 "Oppositionsdämonen" genannt haben.

Achtung: Diese Anfangsepisode dient nur dazu, die Situation der Schwarzen Familie zu durchleuchten und Nefer-Amuns Schicksal dem Leser interessant zu machen. Keinesfalls darf dabei schon gesagt werden, in welchem speziellen Fall Nefer-Amun Olivaro unterstützt hat.

In dem Prolog kann aber noch ausgesagt werden, daß Nefer-Amun nun auf sich allein gestellt versuchen muß, seine letzte Chance wahrzunehmen, um sein Ka halbwegs zu festigen.

Haupthandlung: (eine zweite Anfangsepisode)
Irgendein Sammler irgendwo in Europa, der über dunkle Kanäle an ein altägyptisches Armband herangekommen ist, das ganz aus Gold und Halbedelsteinen und Perlen besteht, die das Auge des Horus symbolisieren sollen. Eine eigenartige Faszination geht von diesem Armband aus.
Aber auch eine unerklärliche Drohung. Zudem hat der Mann von einem griechischen Sammler ein Angebot bekommen (weiß der Teufel, woher der Grieche erfuhr, wer dieses Armband besitzt), die mit einer Art Drohung verbunden war. Demnach liege über diesem Armband des Nefer-Amun ein Fluch, wer es besitzt, wird vom Geist des Nefer-Amun seines Ka beraubt. Also, schreibt der Grieche in seinem Angebot, verkaufen Sie schnell, sonst sind Sie des Todes.
Während der Sammler noch sein Prunkstück mit gemischten Gefühlen betrachtet, ist ihm, als höre er Geräusche. Dabei ist er allein in seiner riesigen Villa. Die Bedrohung wird übermächtig.
Der Sammler will das Armband im Tresor verstauen, da birst die Verandatür - herein kommt die Mumie des Nefer-Amun, fällt über den Sammler her und saugt ihm, durch die Leinenbinde über dem Mund, das Blut aus - den Ka, könnte man auch sagen.
Die Mumie verschwindet mit dem Armband, das eine ihrer Grab­beigaben darstellte.

Umblenden in die Jugendstilvilla.
Nicht darauf eingehen, welches Abenteuer Dorian in der Zwischenzeit erlebte. Coco hat von ihren Erlebnissen in Der-el-Bahri berichtet und davon, daß die Mumie lebt. Sie hat auch ein Notizbuch des Hehlers Jean Cardin mitgebracht, in dem eine Reihe von Namen mit den Gegenständen stehen, die der Hehler an diese Personen verschachert hat. Alles antike Gegenstände, und man muß den Hehler insgeheim bewundern, wie er die Gegenstände außer Landes geschafft hat.
Neben drei dieser Namen hat Coco ein Kreuz malen können. Sie waren Besitzer von Grabbeigaben des Nefer-Amun, sind inzwischen eines gewaltsamen (offiziell: unerklärlichen) Todes gestorben. Die Grabbeigaben fanden sich bei ihnen nicht mehr. Also ist das Motiv klar: sie wurden wegen dieser Gegenstände getötet. Von wem?
Coco sagt, von der Mumie. Sie vermutet, daß die Nefer-Amun­-Mumie alle Grabbeigaben an sich bringen möchte, weil sie dazu eine magische Beziehung hat, sie ohne sie nicht sein kann. Diese magischen Bande zwischen den Grabbeigaben und der Mumie zeigen ihr auch den Weg zu diesen. Die Mumie findet ihre Grabbeigaben also mit untrüg­lichem Instinkt, so wird sie auch den Weg in die Jugendstilvilla finden, denn hier befindet sich nach wie vor die Toth-Anubis­-Statuette.
Soll man nun alle Leute, die in dem Notizbuch des Hehlers als Besitzer von Nefer-Amun-Reliquien stehen, aufsuchen, oder sie vor der Rache der Mumie warnen? Das führt kaum zum gewünschten Er­folg. Der DK hat auch nicht die Möglichkeit, diese zehn Leute, die über ganz Europa - einer lebt sogar in den USA - verstreut sind, zu überwachen und zu warnen, bis die Mumie auftaucht.
Zweifellos hat die Mumie auch Helfer, oder zumindest bedient sie sich der Schwarzen Magie, denn die drei bisherigen Opfer lebten Tausende von Kilometern entfernt.
Da trifft die Meldung eines vierten Opfers ein.

Aus der Warte der Mumie schildern.
Sie spürt die Ausstrahlung der Grabbeigabe in einem nahen Haus. Die Nähe dieser Reliquie treibt die Mumie zur Raserei. Und außerdem braucht sie wieder Ka, um weiterleben zu können. Das Haus ist aber gut bewacht. Der Besitzer scheint erfahren zu haben, daß auf den Gegenständen des Nefer-Amun ein Fluch lastet, dennoch aber nicht gewillt zu sein, sich davon zu trennen. Die Mumie nähert sich zielstrebig dem Haus, entwickelt übermenschliche Kräfte, zerschmettert und verbiegt das Eisentor. Die Wächter hetzen Hunde auf die Mumie.
Die Mumie bricht den Hunden das Genick und trinkt gleichzeitig ihr Ka. Die Wachen eröffnen das Feuer, die Kugeln aber gehen durch die Mumie wie durch Butter, ohne sie verletzen zu können...
Oben in seinem Zimmer zittert der Mann seinem Ende entgegen.
Er hat geglaubt, daß er sicher ist. Als er jedoch die unheimlichen Vorgänge in seinem Garten sieht, versucht er sich zu retten, indem er die Polizei anruft. Doch bevor diese eintrifft, ist die Mumie bis in sein Zimmer vorgedrungen. Die Polizei findet ein wahres Schlachtfeld vor, als hätte ein Ungeheuer hier gehaust. Die Mumie ist spurlos verschwunden.

Achtung: Aus den Gedanken der Mumie hervorgehen lassen, daß sie alle ihre Grabbeigaben zusammenkratzen will. Sie braucht sie, denn ohne sie - wenn auch nur ein Stück fehlt - ist sie verloren.

Nochmals Achtung: Um eine Erklärung dafür zu haben, wieso die Mumie so schnell Entfernung überbrücken kann, könnte der Autor sagen, daß sie diese "überspringen" kann - ähnlich der Teleportation, wenn sie die gesuchten Gegenstände memoriert.

Wieder in der Jugendstilvilla. Coco hat ein weiteres Kreuz hinter einen Namen gemacht - die Meldung vom Tod des Mannes ist gerade per Fernschreiber hereingekommen.
Da dreht auf einmal Phillip durch, also wolle er Amoklaufen. Er stürzt in den Keller hinunter, in den ersten Raum, wo Dorian seine Horrorsammlung hat, und wo seit kurzem auch die Tobh-Anubis­-Statuette steht. Coco folgt ihm. Das ganze Haus wird wie von einem Erdbeben erschüttert. Als sie in den Keller kommt, ist ihr, als sehe sie die schemenartige Gestalt der Mumie, die sich aber nicht manifestieren kann - Erklärung: weil das ganze Haus, ja, das gesamte Grundstück, durch Dämonenbanner geschützt ist. Die Erscheinung der Mumie löst sich wieder in Nichts auf.
Dorian hat inzwischen eine seiner Ideen zu verwirklichen ver­sucht. Er ging davon aus, daß er der Mumie eine Falle stellen könnte, wenn alle Besitzer von Grabbeigaben an einen Ort konzentriert sind.
Und deshalb ließ er an alle noch Lebenden per Fernschreiber oder Telegramm folgenden Vorschlag ergehen: Zur Wahrung ihrer Interessen sollen sich die Besitzer mit ihren Grabbeigaben in der Jugendstilvilla einfinden. Hier könne man gemeinsam etwas zum eigenen Schutze unternehmen. Der Plan ist so einfach wie genial: Wenn alle fehlenden Grabbeigaben in der Jugendstilvilla konzentriert sind, dann braucht Dorian die Mumie nicht zu suchen, sondern sie muß zu ihm kommen.
Dorian bekommt auch bald Antwort. Einige sind einverstanden. Doch von dem griechischen Tankermillionär Nikos Themenos kommt ein Gegenvorschlag der einiges für sich hat. 1. ist er der Besitzer der meisten Grabbeigaben, 2. besitzt er eine Insel, auf der er besser für den Schutz aller sorgen kann. Dorian und Coco trauen dem Griechen nicht ganz, doch alle anderen Beteiligten nehmen seinen Vorschlag an. Also müssen sich auch Coco und der DK der Mehrheit anschließen. Sie bleiben aber mißtrauisch und rechnen mit allem.

Achtung: Selbstverständlich hat Dorian versucht, den Geheimnamen Nefer-Amuns auf der Statue zu entziffern und hat dazu alle seine ägyptischen Schriften über Magie und Totenkult gebüffelt. Aber ohne Erfolg. Einem Ägyptologen, den er hinzuzog, kam auf mysteriöse Weise ums Leben.

Man nimmt die Einladung des griechischen Millionärs an und trifft auf seiner Privatinsel in der Ägäis ein. Zwei der Sammler erreichen aber nicht ihr Ziel - das kann in Einblendungen geschildert werden: Der eine stürzte mit seiner Privatmaschine ab, seine Leiche und die der Piloten waren seltsam "blutleer", von seinem Schatz, einer goldenen Isis-Statue, fehlte jeder Spur. Der andere flog in einer Linienmaschine, stieg zwar in Paris zu, doch verließ sie nicht auf dem griechischen Flughafen. Auch sein Schatz, eine Nepfthys-Statue, bleibt unauffindbar.
Nun den Empfang, der überlebenden sechs Sammler (ohne Dorian und Coco) durch den Millionär Nikos Themenos schildern. Er hat die Insel praktisch in eine Festung verwandelt. Obwohl er sich eigentlich nicht verdächtig (sprich: dämonisch) benimmt, hat Coco kein gutes Gefühl. Während Themenos seine Sicherheitsanlagen zeigt, bekommen sie auch sein Mausoleum zu sehen, das in der ganzen Welt bekannt ist, über das aber niemand Genaues weiß.
Auch Themenos drückt sich nicht klar aus. Einmal sagt er, daß er das Mausoleum nach den Grabstätten der alten Pharaonen gebaut hat ‑ er will seine sterblichen Überreste einst unauffindbar darin verstecken und hat sich einige technische Tricks ausgedacht -, dann wieder meint er, daß das Mausoleum auch eine Art Atombunker darstellt, in dem er Hunderte Jahre überdauern könnte, falls er solange Leben würde, zumindest ist für diese Dauer für Atemluft und Nahrung gesorgt. Den Zutritt zu diesem Mausoleum/Bunker verweigert er seinen Gästen vorerst aber.
Beim festlichen Bankett in seiner Villa läßt er dann aber die Maske fallen: Er sagt seinen Gästen, er erwarte von ihnen, daß sie ihm ihre Schätze aus Nefer-Amuns Grab - zu einem entsprechenden Preis natürlich - überlassen werden. Er sei der einzige, der würdig ist, diese Schätze zu besitzen. Und er lege Wert darauf, daß seine Sammlung komplett ist.
Aufruhr unter den Gästen. Alle weigern sich. Themenos spricht nicht von Gewalt, das, sagt er, könne er sich nicht leisten, aber er ist sicher, daß alle noch freiwillig auf seinen Vorschlag ein­gehen werden.
Da kommt es zu einem Zwischenfall. Draußen ertönen Schüsse. Eine Wache stürmt herein und meldet, daß die Mumie gesehen worden sei. Der Millionär wird blaß. Coco und Dorian glauben, daß seine Angst nicht gespielt ist - ihr erster Verdacht, daß er nur ein Werkzeug der Mumie ist, scheint damit widerlegt. Oder weiß er selbst nicht, daß er ein Werkzeug der Mumie ist?
Jedenfalls scheint sich Themenos auf der Insel sicher gefühlt zu haben. Doch jetzt erfaßt ihn Panik. Er sagt zu seinen Gästen, daß sie sich in den Mausoleum/Bunker zurückziehen müssen. Nur dort seien sie noch sicher.
Nach Wahl des Autors kann einer der Gäste ein Opfer der Mumie werden, als er auf sein Zimmer geht, um sich davon zu überzeugen, daß sein Schatz - ein kunstvolles Totenschiff - unversehrt ist.
Nun beginnt eine hektische Flucht in das Mausoleum. Männer mit Maschinenpistolen und auch sonst bis an die Zähne bewaffnet, sichern die Eingänge ab. Themenos weigert sich aber, die Tore zu verschließen, weil - wie er sagt, sie dann nicht mehr hinaus könnten. Der Sicherheitsmechanismus sei so gebaut, daß die Tore mindestens hundert Jahre geschlossen bleiben - oder bei gewaltsamem Öffnen, von innen oder außen, das ganze Mausoleum durch einen Zeitzünder in die Luft gejagt würde.
Daran denken, die Tore bleiben vorerst geöffnet. Da kommt die Mumie heran. Die Männer eröffnen das Feuer. Nutzlos. Kugeln können der Mumie nichts anhaben.
Dorian und Coco schließen sich vorerst dem Millionär und seinen verängstigten Gästen an. Sie wollen vor allem das Geheimnis der Mumie ergründen.
Und nun kommen sie im die Grabkammer des Millionärs. Dort sind alle verschwundenen Grabbeigaben von Nefer-Amun auch jene, die sich die Mumie von den in diesem Roman erwähnten Opfern geholt hat. Themenos ist bestürzt, behauptet, nicht zu wissen, wie diese Gegenstände hergekommen sind.
Dorian ahnt aber bereits die Zusammenhänge. Coco hypnotisiert den Millionär, um aus ihm die Hintergründe herauszubringen. Da spricht Nefer-Amun durch seinen Mund. Die Mumie hat den Millionär zu ihrem Diener gemacht - und zwar ohne, daß er es wußte. Das war schon anfangs September des vergangenen Jahres, als Niefer‑Amun sein mächtiges Ka verlor. Er wußte damals, daß er nie wieder zu dem mächtigen Dämon werden konnte, der er einmal war. Deshalb beschloß er, zu Osiris einzugehen. Und deshalb beeinflußte er Themenos, sein Mausoleum für ihn umzugestalten. Er wollte hier mit allen seinen Grabbeigaben seine letzte Ruhestätte finden.
Doch durch den Verlust seiner magischen Kräfte konnte er auch sein Grab in Der-el-Bahri nicht mehr vor den Grabräubern schützen und konnte nicht verhindern, daß seine Grabbeigaben in alle Welt verschleppt wurden. Deshalb mußte er, nachdem sein Sarkophag endlich geöffnet worden war, auf die Suche nach seiner Habe gehen, die er im Totenreich benötigte.
Eine gewisse Befriedigung bereitet es Nefer-Amun, daß der Dämonenkiller und Coco ihn auf seiner Reise begleiten werden und er ihren Ba in sich aufsaugen kann.
Dies aber nicht alles der Mumie sagen lassen. Ganz im Gegen­teil, sie sollte überhaupt nicht sprechen. Der DK und Coco können sich nun einiges zusammenreimen. Jedenfalls macht Dorian eine Entdeckung. Jede der Grabbeigaben weist einige Hieroglyphen auf. Jede für sich allein ergeben sie keinen Sinn. Aber einer der Sammler, ein Archäologe, kann die Grabbeigaben richtig zusammen­stellen, so daß sie einen Sinn ergeben. Und in dieser Zusammen­stellung ergeben die Hieroglyphen zwei geheime Namen, die Nefer-Amun entweder als Dämon oder in seinen Astralkörpern getragen hat. Sie lauten Abu'l-hawl = Vater des Schreckens und Kadron.
Da fällt es dem DK wie Schuppen von den Augen.
Abu'l-hawl alias Kadron ist jener Dämon der in Band 48 von Olivaro ausgeschickt wurde, um Dorian und Coco zur Strecke zu bringen.
Was nicht bekannt war: Nefer-Amun konnte mit seinem starken Ka einen Astralkörper bilden und damit jede beliebige Gestalt annehmen. Als Abu'l-hawl versuchte er Dorian zu erledigen, wurde aber von den "Oppositionsdämonen" besiegt. Damit starb aber nicht die Mumie Nefer-Amun, nur das magische Ka. Das war anfangs September vorigen Jahres. Und nun konnte Nefer-Amun keine Astralkörper mehr bilden, war in seiner Mumie lebendig gefangen. Das ist also der wahre Grund, warum Nefer-Amun um sein Ka kam. Und nun hat er alle seine Grabbeigaben beisammen und geht lieber zu Osiris ein, als ein Leben als entartete Mumie weiterzuführen, Blut saugen zu müssen und doch kein echter Dämon zu sein.
Es kann auch ausgesagt werden, daß Olivaro dem entmachteten Dämon, der ihm so oft geholfen hat, nun diesen letzten Dienst erwies und das mit der Beeinflussung des Millionärs Themenos in Nefer-­Amuns Sinne arrangierte. Olivaro wollte ihm wenigstens den Wunsch erfüllen, seine ewige Ruhe zu haben.
Und die glaubt Nefer-Amun nun gefunden zu haben - in diesem hermetisch versiegelten Mausoleum.
Dorian und Coco und die anderen wollen natürlich nicht leben­dig begraben sein. Themenos - nun überhaupt nicht mehr Herr über sich, sondern endgültig Nefer-Amuns Medium - aber sagt, daß es kein Entrinnen mehr gibt. Denn er hat die Sicherheitseinrichtungen aktiviert. Geheimtüren werden sich schließen, Labyrinthe werden geschaffen, aus denen es keinen Ausweg mehr gibt.
Und da gleitet bereits eine Stahlbetonwand zu - außerdem seien alle Ausgänge geschlossen. Wer sie öffnet, schalte den Zünd­mechanismus für die Bombe ein. Die Mumie hat sich zur letzten Ruhe gelegt, der Geist Nefer-Amuns spricht aus Themenos Mund.
Coco kann ihre Fähigkeit einsetzen und die Zeit für sich und Dorian schneller ablaufen lassen. Alles um sie erstarrt zur Be­wegungslosigkeit, auch die sich schließende Wand - d.h. sie beginnt sich nur wie in Zeitlupe zu schließen. Coco und Dorian können gerade noch durchschlüpfen. Für die anderen können sie nichts mehr tun. So kommen sie bis zum äußeren Tor. Aber das ist geschlossen.
Themenos hat ihnen den Mechanismus gezeigt - Nefer-Amun hat ja nie damit gerechnet, daß sie dieses Wissen jemals würden aus­werten können - mit dem man das äußere Tor öffnet. Normalerweise würde die Bombe Sekunden nach dem Öffnen zünden. Aber mit Cocos Fähigkeit könnte sie diesen Ablauf hemmen und sich und Dorian bis zur Explosion in sichere Entfernung bringen.
Coco sammelt ihre Kräfte, dann gehen sie das Wagnis ein. Als der Spalt groß genug ist, schlüpfen sie hindurch ins Freie und rennen, was ihre Beine hergeben. Sie kommen hundert Meter weit oder so, dann gehen sie in Deckung. Hinter ihnen fliegt das Mausoleum in die Luft. Die Nefer-Amun-Mumie ist nicht mehr. Bitte herausstellen, daß Coco und der DK den anderen Eingeschlossenen nicht mehr helfen konnten.
Coco und Dorian nehmen sich eines der Motorboote - unter den Wachen Panik und totales Chaos, niemand hindert sie - und steuern eine der größeren Inseln an oder das Festland.

Schlußbemerkungen:
Zu irgendwelchen Überschneidungen kann es nicht kommen, da Luif-­Davenport auch Band 48 schrieb, in der Abu'l-hawl vorkam, so haben wir die Möglichkeit, die Handlung einiger Bände miteinander zu verflechten, ohne daß den Autoren der Kopf raucht.
Die Erklärungen gegen Ende des Exposés sind (falls überhaupt) nur scheinbar verwirrend. Luif-Davenport ist mit der Materie aber bestens vertraut, weil er an der Ausarbeitung dieser Idee mitge­wirkt hat. Er hat die Zusammenhänge im kleinen Finger.

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

 

 

Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2014-01-22 18:45
Mumien-Romane sind nun wirklich nicht mein Ding, und was mich ebenfalls seitdem stört, ist das:

In Das Monster von Greenfield (Bd. 55) gibt es eine Szene mit Dorian und Coco, in der sie ihm von einer verschwundenen Ägyptologin namens Susan Baxter erzählt und nach Ägypten reisen will, um sich dort umzusehen. Im Band vorher (also Bd. 54 Das Geheimnis der Mumie), befindet sich Coco jedoch bereits dort und ermittelt in Sachen Baxter. Insofern ist der Dialog im "Monster von Greenfield" in der Romanfolge ein Paradoxon

Was mir gefallen hat, war der unerwartete Brückenschlag zurück zur Nummer 48.
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#2 JLo 2014-01-22 23:07
Das ist ein interessantes Argument: Ich empfand, dass es zusammenpasste: Unterschiedliche Autoren beschreiben unterschiedliche Szenen. Und der eine verweist auf den anderen. Vermutlich akzeptiere ich es nur deshalb, WEIL es verschiedene Verfasser waren.
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#3 Schnabel 2014-01-23 13:50
Ernst Vlcek war nicht begeistert, daß er zwischen den Bänden 54 + 56 einen Roman einschieben mußte, wie sagte er so schön in DK-Exposé 62:
"Wie Luif-Davenport versicherte, kann er den Termin für diesen Doppelband einhalten, so daß wir keine Story einschieben müssen, wie wir es bei den Bänden 54 - 56 getan haben und was einige Verwirrung verursacht hat."
Ich habe mir mal den Spaß gemacht, die Bände 48, 54 + 56 in einen Rutsch durchzulesen, und mir hat der 'Dreierband' hervorragend gefallen...
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