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Michael's Spuk und Mitternächte: 8. Nachts, wenn die Mumie erwacht ...

Michael's Spuk und MitternächteMichael's Spuk und Mitternächte
8. Nachts, wenn die Mumie erwacht ...

Wieder einmal wird die große Ideen-Truhe geöffnet, in der ich Dinge aufbewahre, die ich vor Jahren mal für Romane ausgearbeitet habe.

Ob das jetzt ein Schatz-Kästlein oder eine Motten-Truhe ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Es handelt sich hier um Konzepte für richtige Grusel-Romane.


Eigentlich werden sie für Frauen geschrieben, jedoch können sie auch von Männern gelesen werden. Ursprünglich waren sie für die Serie "Mitternachts-Roman" des Bastei-Verlages bestimmt.

Vor dem ersten dieser "Mitternachts-Expos" hatte ich einen längeren Artikel über den Werdegang dieser Romane und die Motive zur Schaffung dieser Handlungsebenen geschrieben. Wer das noch nicht kennt oder noch mal lesen möchte, der soll hier drücken.

Zum Exposé zu »Nachts, wenn die Mumie erwacht ...« ist - in aller Kürze - folgendes zu sagen:

Wie der Titel schon aussagt, spielt der Roman nicht nur in Ägypten, sondern ich kann dort auch eine ganze Menge vor Ort gesammelte Eindrücke mit hinein bringen. Auch wenn der ägyptische "Hadschi Halef Omar" auf seinem Schimmel den Rappen seines "Sidhi" am Zügel hielt, während sie die Pyramide des Djoser umrundeten...

Die Thematik mit den Mumien-Machern hatte ich schon einmal in dem Roman zur Serie "Der Magier" mit dem Titel "Die Mumien-Macher von Memphis". Mir fehlte hier bei der Zusammenstellung von Exposes mit und ohne richtigem Spuk noch ein "Geheimnis-Roman" - und so wurde eben noch mal auf das Thema zurück gegriffen - ohne jedoch den Magier-Roman zu kopieren. Denn der Geheimnis-Roman muss ja ohne die echte Welt des Unheimlichen auskommen.

In diesem Roman ging es mir eigentlich vordringlich um eine Frauen-Freundschaft zwischen Gaby und Jennifer- aber auf den notwendigen Mann zu verzichten hätte das Risiko einer Ablehnung bedeutete. Und so hat sich der Björn ganz gut eingefügt - und die Geschichte erzählt einerseits von zwei "starken Frauen" und andererseits verzichtet sie nicht auf die Dinge, die nun mal in einem Roman dieser Kategorie sein müssen, wenn man damit erfolgreich sein will.

Ob es gelungen ist, soll jeder von euch selbst entscheiden ...

Nachts, wenn die Mumie erwacht ...
Gabriela (Gaby) Sanders ist amerikanische Ägyptologin und bei Ausgrabungen im Gebiet von Memphis und der Pyramiden von Sakkara eingesetzt. Dort finden derzeit wirklich Grabungen statt und die Stufenpyramide des Djoser ist tatsächlich nicht zu besichtigen. Die Schauplätze dieses Romans habe ich selbst besucht.

Auftakt des Romans ist eine helle Mondnacht, in der Gaby mit einem Pferd in die Wüste geritten ist, um unter den Sternen zu meditieren. Da sieht sie eine in Bänder gewickelte Menschengestalt aus der Stufenpyramide des Djoser kommen. Eine lebendige Mumie also. Gaby sieht, wie dunkle Gestalten aus der Pyramide hervorbrechen und die Mumie einfangen. Sie wird zurück in die Pyramide getragen.

Als Gaby zu der Stelle kommt, wo die unheimlichen Gestalten verschwunden sind, weht ihr etwas entgegen, das ihr die Besinnung raubt. Es ist gesprühter Äther - aber vorerst sieht es für den Leser aus wie die Kraft aus dem Unsichtbaren. Die unheimlichen Gestalten kommen aus der Pyramide, um Gaby hinein zu tragen. Da durchdringen die Scheinwerfer eines Geländewagens die Dunkelheit und vertreiben die Gestalten.

Es ist Dr. Jennifer (Jenny) Carter und ebenfalls Ägyptologin. Sie hat Gaby im Camp vermisst und mit dem Wagen gesucht. Die dunklen Gestalten hat sie jedoch nicht wahrgenommen und ahnt nicht, aus was für einer tödlichen Gefahr sie ihre Freundin gerettet hat.

Am nächsten Tag untersuchen Gaby und Jennifer mit Sachverstand diesen Teil der Pyramide nach einem verborgenen Eingang - finden aber keinen. Also Geister, Dschinns und der Fluch des Pharao.

Die Lösung des Geheimnisses ist jedoch so einfach wie grauenvoll und wurde tatsächlich von skrupellosen Geschäftemachern durchgeführt. Man fing heimlich Menschen, die niemand vermisste - Einheimische wie Touristen. Sie wurden heimlich getötet und nach den Rezepten der alten Ägypter zu Mumien gemacht.  Durch eine besondere Behandlung scheinen die Mumien auch ein ehrwürdiges Alter aufzuweisen und bei einer nicht ins Detail gehenden Untersuchung kann auch ein Experte annehmen, dass sie Mumie aus den Tagen der Pharaonen stammt..

Diese Mumien wurden für viel Geld an reiche Privatleute verkauft, wo man wusste, dass es sich um die Beute von Grabräubern handelte und keine Fragen stellte. Eine solche Bande von Mumien-Machern treibt in diesem Roman in Kairo und Sakkara ihr Unwesen und bringt Gaby und Jennifer in tödliche Gefahr.

Vorerst aber ist sich die junge Wissenschaftlerin nicht sicher, ob alles nur Einbildung ist oder nicht doch übernatürliche Kräfte ihre Hand im Spiel haben. Grabungs-Arbeiter erzählen Gaby von einem gewissen Achmed ibn Mahmut, der in einem der Mamelucken-Gräber in Kairo wohnt. Er war in den fünfziger Jahren Vorarbeiter bei den Ausgrabungen in Sakkara und kennt die Stufenpyramide des Pharao Djoser ganz genau. Außerdem weiss ibn Mahmut alles über Geistererscheinungen der alten Pharaonen und die Dschinns der Wüste. Was Gaby nicht weiß ist die Tatsache, daß Achmed ibn Mahmut auch der geheime Kopf der Mumienmacher-Bande ist, der seine Geschäfte über einen internationalen Mafia-Ring abwickelt.

Gaby weiß, dass die Mameluckengräber in Kairo eine gefährliche Gegend sind (der Schreiber dieser Zeilen war selbst da und kann es bestätigen). Aber sie wagt es mit Jennifer trotzdem, dem geheimnisvollen ibn Mahmut aufzusuchen. Das Gespräch bringt jedoch kaum Fakten, die Wissenschaftler akzeptieren können. Achmed ibn Mahmud erzählt schauervolle orientalische Geschichten von Ghouls, Grab-Unholden und dem ewig lebenden Imhotep, der in der Pyramide wohnt. Wer ihn unter den Sternen wandeln sieht, der muss sterben. Doch durch das Gespräch erkennt ibn Mahmud, dass die beiden Frauen schon recht viel wissen und seiner Organisation gefährlich werden können.

Auf dem Rückweg werden Gaby und Jennifer von einer Bande angefallen, die sie verschleppen wollen. Sie halten diese Kerle für Diebe, in Wirklichkeit sind es jedoch Männer der Mumienmacher-Bande, die beide Frauen auf Befehl ibn Mahmuts heimlich verschwinden lassen wollen. In Sakkara würde ihr Verschwinden den anderen Archäologen aufgefallen - aber in dieser Gegend von Kairo kann so was schon mal passieren. Nicht einmal die Polizei wagt sich ohne größeres Aufgebot zu den Mamelucken-Gräbern (und mein äyptischer Reiseleiter wurde blass als er hörte, in welcher Gegend Kairos sich Kassels Antwort auf Karl May rum getrieben hat). Glücklicherweise sieht ein abenteuerlich aussehender Mann von einem Straßen-Cafe, wie sich die beiden Frauen gegen ihre Entführer wehren. Er greift ein und es gelingt ihm, Gaby zu befreien und sie in halsbrecherischer Flucht in Sicherheit zu bringen. Jennifer wird jedoch verschleppt. Sofort wird die Polizei verständigt und Inspektor Gamahl Bahari wird seine Leute ausschwärmen lassen und alles Versuchen, die Verschleppte zu finden.

Der fremde Abenteurer, der Gaby gerettet hat, ist Björn Thorbenson, ein sympathischer Däne, der seine Freundin sucht. Sie war ebenfalls Ägyptologin und mit Übersetzungs-Arbeiten von Papyros-Fragmenten im ägyptischen Museum beschäftigt. Dort weiß man nur, dass Kerstin Dagbard seit drei Monaten spurlos verschwunden ist.

Gaby, die ihren Wagen beim ägyptischen Museum abgestellt hat, wird von Professor Frank Kerner, dem gerade in Kairo weilenden Leiter ihres Grabungsteams in Sakkara gebeten, zu einigen sonderbaren Mumien ihr fachmännisches Urteil abzugeben. Sie wurden von der ägyptischen Zollfahndung auf einem Frachter in Alexandria beschlagnahmt.

An der Art, wie die Binden gewickelt sind, erkennt Gaby sofort, dass diese Mumien nicht aus der Zeit der Pharaonen stammen. Die bereits durchgeführte C-14-Analyse gibt ihrem Urteil Recht. Gaby entfernt bei einer Mumie die Binden und Björn Thorbenson, der mitgekommen ist, stößt einen Schrei aus. Die Мumie ist Kerstin Dagbard, seine Freundin.

Normalerweise müsste man jetzt die Polizei einschalten. Doch Professor Kerner rät davon ab. In diesem Geschäft geht es um viel Geld und im Orient ist gelegentlich auch die Polizei bestechlich. Dass Inspektor Bahari ein pflichtgetreuer Beamter ist, ahnen sie nicht. Er ist den Mumien-Machern bereits auf der Spur und lässt Gaby heimlich beschatten, weil er weiß, dass die Bande sie unbedingt in ihre Gewalt bringen und verschwinden lassen muss, um ihre Spuren zu verwischen.

Mit modernsten Geräten kann die Geheimtür in der Djoser-Pyramide nämlich aufgespürt werden. Allerdings funktioniert der Öffnungsmechanismus nur von innen und der eigentliche Zugang ist durch einen Geheimgang in einem jetzt gerade gefundenen Grabtempel ungefähr fünfhundert Meter südlich der Pyramide (für Touristen einzusehen, jedoch nicht zu besichtigen).

Gaby beschließt, das Geheimnis der Pyramide zu lüften und Björn will ihr dabei helfen. So wird die Sache mit den Mumien vorerst von Prof. Kerner vertuscht. Jetzt gilt es erst einmal, Jennifer zu finden. In den Arbeitsunterlagen Dagmars, die sich noch im Museum befinden, entdecken sie Hinweise auf unterirdische Gänge in Sakkara. Denn die Papyros-Fragmente, die sie übersetzte, sind Aufzeichnungen von Imhotep, dem geniale Arzt, Baumeister und obersten Berater Pharao Djosers. Heimlich ließ er durch stumme Sklaven einen unterirdischen Gang ins Innere in der Pyramide anlegen. Denn Imhotep wollte, wenn seine Zeit gekommen war, sich in der Grabkammer Djosers zum Sterben legen, um seinem Herrn auch beim Erwachen zum neuen Leben ein treuer Diener zu sein.

Gaby und Björn wissen, dass sie so schnell wie möglich nach Sakkara müssen, wo das Zentrum der Bande zu vermuten ist. Aber der Wagen ist zu auffällig. Bei den Pyramiden von Gizeh (richtig eigentlich Gisa) mieten sie sich schnelle Kamele und reiten querfeldein nach Sakkara. Dort treffen sie bei Einbruch der Dunkelheit ein. Anhand der von Imhotep eigentlich chiffrierten Unterlagen, die Gaby jedoch entschlüsselt hat, finden sie den Eingang zum Geheimgang. Sie dringen ein, stellen jedoch bald fest, dass es nicht nur ein einzelner Gang, sondern ein echtes Labyrinth ist. Außerdem geraten sie in aufgestellte Fallen für unbefugte Eindringlinge und entgehen nur knapp dem Tode.

Ohne Hilfe kommen Gaby und Björn nicht weiter. Außerdem sind beide ohne Waffen und ihre Gegner sind skrupellos und unberechenbar. Sie gehen zurück zum Eingang und Björn will mit dem Kamel zum weiter entfernten Grabungs-Camp nahe der Teti-Pyramide reiten, um Hilfe zu holen. Doch Achmed ibn Mahmut, der Chef der Bande, hat von den Kamelverleihern in Gizeh einen Tipp bekommen. So hat er dafür gesorgt, dass im abendlichen Teewasser des Teams ein starkes Schlafmittel war.

Von den im Tiefschlaf liegenden Archäologen ist keine Hilfe zu erwarten und die Telefonverbindungen sind zerstört. Björn ahnt, dass alles verraten ist und er sich beeilen muss, um Gaby zu retten. Er weiss jedoch nicht (und die Leserin auch nicht) dass ihm Professor Kerner heimlich einen Mini-Sender in die Tasche geschmuggelt hat. Den der Professor arbeitet heimlich mit Inspektor Bahari bei der Suche nach den Mumien-Machern zusammen. Und die sind nicht mit normaler Polizeiarbeit zu fassen, sondern nur, indem man ihnen Lockvögel in die Hände spielt. So ist die Polizei bereits zum Eingreifen bereit, braucht jedoch Beweise.

Ibn Mahmut hat sich einen schlauen Trick ausgedacht, um Gaby ins Innere der Pyramide zu locken. Würde er sie von seinen Männern überfallen lassen, bestände die Gefahr, dass sie noch schreien und Björn alarmieren kann. Also hypnotisiert er die gefangene Jennifer, die eigentlich bereits für die Mumifizierung vorbereitet werden sollte.

In Hypnose tut Jennifer, als sei sie entkommen. Aber sie will Gaby den Weg in die geheime Kammer zeigen, um die Frauen zu retten, die dort angeblich ebenfalls noch zu Mumien gemacht werden sollen. Obwohl Gaby die tonlose Stimme und die starren Augen der Freundin merkwürdig vorkommen, schöpft sie doch keinen Verdacht und geht mit. Weil es in den Wüstennächten kühl ist, hat Gaby einen Wollpullover angezogen. Ohne dass es Gaby bemerkt, verhakt sich die Wolle an einem Stein im Eingang und der Pullover wird aufgedribbelt. Der so entstandene Ariadnefaden zeigt später nicht nur Björn, sondern auch der Polizei den Weg ins Innere der Pyramide.

In der Grabkammer wird Gaby ergriffen und erkennt nun, dass Achmed ibn Mahmut der Anführer der Mumien-Macher ist. Während die gefesselte Jennifer, aus der Hypnose gerissen, erkennt, dass sie die Freundin unbewusst ins Verderben geführt hat, wird Gaby auf die Mumifizierung vorbereitet und auf den vorbereiteten Steintisch gelegt.

Bevor Mahmut jedoch anfangen kann, dringt Björ in die Kammer ein. Mit seinen Bärenkräften gelingt es ihm, die Männer niederzuschlagen und außer Gefecht zu setzen. Doch als er sich dem mit eisiger Miene dastehenden ibn Mahmut nähert, setzt dieser ihn mit einem Elektroschock außer Gefecht.

Als sich Björn wieder bewegen kann, liegt er neben Gaby auf dem Steintisch. Mahmut höhnt, dass sie in ihrer Liebe ewig zusammen leben sollen. Sie werden als die Mumien des großen Liebespaares der ägyptischen Geschichte, Echnaton und Nofretete, verkauft. Im Angesicht des Todes gestehen sich Gaby und Björn ihre Liebe.

Im letzten Augenblick dringt die von Inspektor Bahari geführte Polizei in die Kammer und nimmt die Verbrecher fest. Ibn Mahmut jedoch öffnet einen weiteren Geheimgang und flieht. Aber dies ist einer der Gänge innerhalb der Pyramide, die Imhotep einst als Falle für Grabräuber anlegen ließ. Der Gang stürzt ein und begräbt den Verbrecher. Vor Björn, der hinterhergelaufen ist, prasseln die Steine nieder. Durch diesen Einsturz ist nach Berechnung von Experten die Stabilität der Pyramide in Frage gestellt und deshalb kann sie derzeit nicht besichtigt werden (auch wenn die Leserin als Touristin vor Ort selbstverständlich etwas Anderes hört).

Bleibt nur noch der Heiratsantrag Björns unter dem ewigen Sternenhimmel Ägyptens ...

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