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Ein Mann des Volkes - »Der Nervtöter«

Der NervtöterEin Mann des Volkes
»Der Nervtöter«

Günter Pfitzmann (1924-2003) war ein deutscher Schauspieler, der insbesondere im Serienfach große Erfolge feierte. Er spielte bereits in „Am grünen Strand der Spree“ 1960 eine der Hauptrollen, einer Miniserie, die heute als Startschuss für das serielle Erzählen im deutschen Fernsehen gilt. Es folgten weitere Serienrollen, beispielsweise in „Gestatten – Mein Name ist Cox“, „Die Koblanks“ oder im Jahr 1973 in „Der Nervtöter“.

Der NervtöterDie von Dieter Werner („Till, der Junge von nebenan“, „Tommy Tulpe“) geschriebene Serie bestand seinerzeit aus sechs jeweils 25minütigen Episoden. Pidax hat in der Reihe „Serien-Klassiker“ die seit 1973 nicht mehr ausgestrahlte Reihe nun endlich wieder zugänglich gemacht. Auf der DVD befinden sich aber leider nur fünf der sechs Episoden, da die Folge „Hohe Politik“ als verschollen gelten muss. Leider hat man auf dem Cover auch Darsteller genannt, die ausgerechnet in dieser Episode vorkommen und deswegen auf der DVD gar nicht zu sehen sind! Als Regisseur der komödiantischen Miniserie fungierte Thomas Fantl (1928-2001), der insbesondere durch die deutsch-tschechische Koproduktion „Die Magermilchbande“ oder durch den „SOKO 5113“-Ableger „Solo für Sudmann“ mit Heinz Baumann in Erinnerung geblieben ist. In „Der Nervtöter“ hat er mit Günter Pfitzmann einen exzellenten Hauptdarsteller gefunden, der in seiner präzisen Darstellung zwischen Besserwisser und Menschenfreund pendelt, durch seine Penetranz aber die Nerven seiner Mitmenschen bis zum Anschlag belastet.

Der NervtöterDabei will Herr Linderode (Günter Pfitzmann), den seine Freunde „Lindi“ nennen dürfen, da er sich als „ein Mann des Volkes“ versteht, wie er nicht müde wird, zu betonen, stets nur das Beste für all jene, die ihm begegnen. Wie beispielsweise der Altphilologe Egon Malter (Friedrich Georg Beckhaus), der mit seiner Frau (Traute Fölss) auf dem Weg in den Urlaub mit dem Auto liegen bleibt. Der „barmherzige Samariter“ Linderode hält natürlich prompt an und bietet seine Hilfe an. Am Ende des Tages sind nicht nur die Malters mit ihren Nerven am Ende, sondern auch die Betreiber eines Rasthofes mit angeschlossener Werkstatt. Anderen Zufallsbekannten wie dem Geschäftsmann Bender (Til Erwig), dem er im Park begegnet, attestiert Lindi eine äußerst angeschlagene Gesundheit und rät dringend zu einem Kuraufenthalt; oder er bietet einem Versicherungsvertreter (Karl Friedrich Liebau), den er in der noch nicht eingerichteten neuen Privatwohnung aufsucht, die Mithilfe beim Anbringen der Garderobenmöbel an – der Episodentitel „Die Axt im Haus“ legt schon nahe, was sich daraus entwickelt. Auch als Freizeit-Kriminalbeamter darf sich Lindi einmal versuchen, und die Wiederbegegnung mit einem alten Kriegskameraden im Atelier eines aufstrebenden Künstlers (Jörg Pleva) endet im feuchtfröhlichen Chaos.

Der NervtöterEs liegt in der Natur der Sache, dass eine Serie um einen „Nervtöter“ mitunter auch den Zuschauern selbst ein wenig auf die Nerven fällt. Man wünscht sich schon nach kurzer Zeit, einem Menschen wie „Lindi“ Linderode niemals selbst zu begegnen. Dieter Werners Dialoge sind geschliffen und werden von Unterhaltungsprofi Günter Pfitzmann mit Verve dargeboten. In den meisten Nebenrollen tummeln sich eher selten eingesetzte Schauspieler, was den Geschichten zusätzliche Originalität beschert. Mit lediglich 25 Minuten Laufzeit werden die Storys auch nicht überstrapaziert, so dass man auch heute noch ansprechend und kurzweilig unterhalten wird.

Die DVD-Erstveröffentlichung der fünf erhalten gebliebenen Folgen erfolgt auf einer Scheibe (Gesamtlaufzeit ca. 124 Minuten), die ein passables Bild (im Vollbildformat 1,33:1) und einen gut verständlichen Ton (in Dolby Digital 2.0 Stereo), jedoch keinerlei Extras, bietet.

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