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Charmanter Plauderer - »Ein Abend mit Peter Ustinov«

Ein Abend mit Peter UstinovCharmanter Plauderer
»Ein Abend mit Peter Ustinov«

Der zweifache Oscar-Preisträger Sir Peter Ustinov (1921-2004) wurde in London in eine Künstlerfamilie geboren, die bald darauf wieder nach St. Petersburg umzog. Kein Wunder, dass aus dem Schauspieler, Autor, Regisseur und Sänger ein polyglotter Mensch wurde, der mit seinen zahlreichen Sprachkenntnissen in aller Welt Fans und Bewunderer hatte. 1996 lud er zu einer One-Man-Show ins Berliner Konzerthaus, die von SAT1 aufgezeichnet wurde und nun auf DVD erschienen ist.

Ein Abend mit Peter UstinovIn Großbritannien hatte zu diesem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren das Format „An Audience with…“ Tradition, in dem sich ein populärer Künstler vor ein Publikum voller prominenter Zuhörer und Zuschauer stellte und gewitzt aus seinem Leben plauderte. Mel Brooks, Dudley Moore, Dame Edna Everage oder Kenneth Williams zählen zu den bekanntesten Entertainern, denen man eine solche Sendung widmete. „Ein Abend mit Peter Ustinov“ ist sozusagen die deutsche Variante dieses Formats, die allerdings nicht in einem Fernsehstudio, sondern im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt aufgezeichnet wurde. Trotzdem tummeln sich auch hier etliche Prominente im Zuschauerraum, die man zuvor auch schon am Veranstaltungsort ankommen sieht. Politiker wie Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt und Roman Herzog sind dabei, Schauspieler wie Inge Meysel, Armin Mueller-Stahl, Ursela Monn oder Otto Sander, aber auch internationale Prominenz wie Mel Brooks, Vanessa Redgrave und Roger Moore.

Ein Abend mit Peter UstinovAuf der Bühne selbst sieht man niemand anderen als Sir Peter Ustinov, der auch keine große Dekoration oder Utensilien benötigt, lediglich einen Hocker, auf den sich der zu diesem Zeitpunkt 75jährige Künstler hin und wieder mal setzt. Die meiste Zeit indes unterhält er sein Publikum stehend, mit ausladenden Gesten und gewitzten Parodien, die sich nicht nur auf das detailreiche Nachahmen von Stimmen beschränken, sondern sich auch in Mimik und Gestik der Porträtierten wiederspiegeln. Charles Laughton und Ronald Reagan zieht Ustinov dabei sehr treffend durch den Kakao, aber auch Damen wie Lady Margaret Thatcher oder die Großmutter von Queen Elizabeth II. Ustinov erweist sich dabei nicht nur als exzellenter Stimmimitator, sondern auch als genauer Beobachter von Eigenarten und Manierismen, die er zum Gefallen seines Publikums unverhohlen persifliert. Selbst Geräusche kommen dem Allroundtalent dabei spielerisch über die Lippen, hier kann er selbst dem gefeierten Soundkünstler Michael Winslow locker das Wasser reichen. Anderthalb Stunden steht Sir Peter Ustinov dabei seinen Mann, plaudert aus seinem Leben und unterhält mit Anekdoten und Geschichten, dass es eine wahre Freude ist.

Ein Abend mit Peter UstinovMan erkennt schon anhand der anwesenden Starprominenz im Publikum, dass „Ein Abend mit Peter Ustinov“ anno 1996 mehr war, als ein amüsanter Theaterabend – es war ein gesellschaftliches Ereignis! Der Künstler stand auf dem Höhepunkt seines Entertainer-Daseins, konnte auf einen reichhaltigen Fundus aus Geschichten und Begegnungen zurückgreifen und war – trotz seiner Leibesfülle – noch agil und beweglich genug, um diese mit der nötigen körperlichen Präsenz umzusetzen. Künstler wie Peter Ustinov kann man in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts lange suchen, weswegen es umso erquickender ist, dass man diese Show nun dank der Erstveröffentlichung auf DVD noch einmal Revue passieren lassen kann. Das Bild (im Vollbildformat 1,33:1) ist makellos und weist keine Alterungserscheinungen auf, auch der Ton (Ustinov spricht zumeist Deutsch, gelegentlich Englisch und in kurzen Passagen auch mal Italienisch) im Format Dolby Digital 2.0 ist stets gut zu verstehen, Bonusmaterial ist keines vorhanden.

Kommentare  

#1 matthias 2020-02-16 11:22
Ustinov war ein noch ein echter Mime. Wenn ich da nur an seine Rolle als NERO denke.
Heute gibt es das kaum noch.
Negativbeispiel: Till Schweiger
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#2 Mainstream 2020-02-16 22:29
-
Wieso schon wieder Til Schweiger?
Warum nicht Theo James oder Kit Harington.
Die sind wenigstens auch Briten.

Leider kann ich mich nur noch schwach an
'Ein Abend mit Pter Ustinov' erinnern.
Ich habe aber noch im Gedächtnis, viel gelacht zu haben.
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#3 matthias 2020-02-17 13:51
zitiere Mainstream:
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Wieso schon wieder Til Schweiger?

Der fiel mir beim Schreiben einfach ein. Der Nuschler ist mir so unsympathisch und kann einfach nicht schauspielern. Die Filme von/mit ihm ignoriere ich.
Aber ja, ich hätte auch Stallone oder Schwarzenegger erwähnen können, aber Mimik hin oder her, die Filme mit den beiden sind gut.
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