Pictopia - Beuys - Lenz Mosbacher
In dieser Aussage steckt ein gerütteltes Maß an Hoffnung: Dass wir eben nicht ausgelieferte Konsument:innen des Weltgeschehens sind sondern im Gegenteil stets den Zustand eines EMPOWERED ACTORS anstreben sollten. Heady stuff…
Lenz hat neben seiner inhaltlich zwischen Hommage und Hinterfragung oszillierenden Auseinandersetzung mit den Beuysschen Konzepten und Ideen auch jede Menge ästhetischen Zündstoff in die Umsetzung dieser vielschichtigen Graphic Novel eingebaut: expressiv und doch fließend, kratzig und doch atmosphärisch und zu jeder Zeit in total command seiner Bildsprache eine großartig lesbare und perfekt komponierte Reise durch die Sphären von Kunst, Philosophie und Historie für uns geschaffen.
Mosbachers Methode ist dabei die fiktive Exploration: der Beuys-Experte fiktionalisiert den wahnwitzigen Künstler und lässt ihn auf Zeitgenossinnen treffen, die dieser im "wahren" Leben so nicht getroffen hatte. In diesen erfundenen Begegnungen erzählt Mosbacher, was Joseph Beuys seinen Gesprächspartnerinnen wohl erzählt hätte. Vom Koyotenweibchen in der New Yorker Kunstaktion im Käfig über Susan Sontag und Ulrike Meinhof bis zu dem, was die nachhallende Wirkung seiner Konzepte und Ideen einer Ökoterroristin im 21. Jahrhundert sagen könnte.
IT DON´T GET ANY MORE POSTMODERN THAN THAT - in contemporary comix at least!




