Subway - Unter den Straßen von Paris
Subway
Unter den Straßen von Paris
Für sagenhafte dreizehn Césars (das französische Pendant zum Oscar) war „Subway“ seinerzeit nominiert, immerhin drei der wichtigen Filmpreise konnte er schließlich auch abräumen – für die grandiosen Bauten von Production-Design-Legende Alexandre Trauner („Rififi“, „Zeugin der Anklage“), für Christophe Lambert als bestem Schauspieler und für den besten Ton. Nominiert war „Subway“ darüber hinaus u.a. als bester Film, für die beste Regie, die beste Musik (von Éric Serra) und für die beste Kameraführung (von Carlo Varini). Dem Regisseur Luc Besson (geboren 1959 in Paris) ebnete der Film den Weg zu einer Weltkarriere. 40 Jahre später zählt er noch immer zu den wichtigsten und produktivsten Filmschaffenden seines Landes. In seinem Œuvre finden sich etliche weitere Klassiker, von „Im Rausch der Tiefe“, „Leon – Der Profi“ und „Das fünfte Element“ bis hin zu „Arthur und die Minimoys“ oder „DogMan“. Neben seinen Regiearbeiten hat Besson auch etliche Drehbücher für andere Regisseure geschrieben und Filme produziert, darunter die überaus erfolgreiche „Taken“-Reihe mit Liam Neeson (auf Deutsch „96 Hours“), die „Transporter“-Reihe mit Jason Statham oder die bislang fünf „Taxi“-Filme. Die meisten dieser Arbeiten haben einen hohen Actionanteil, der auch in „Subway“ schon angedeutet ist und sich beispielsweise bei der furiosen Eröffnungssequenz Bahn bricht, in der Christophe Lambert alias Fred von einem Mercedes verfolgt wird und schließlich mit seinem gestohlenen Kleinwagen in eine Pariser Metrostation kracht, wo sich danach der Großteil der Handlung abspielen wird.
Fred (Christophe Lambert) hat die hübsche, aber unglücklich verheiratete Hélèna (Isabelle Adjani) becirct, die ihn daraufhin zum Empfang anlässlich ihres Geburtstags eingeladen hat. Der Tunichtgut mit der wasserstoffblonden Punkmähne nutzt die Situation schamlos aus und sprengt den Safe im Hause Hélènas auf. Er mopst daraus einige überaus wichtige Unterlagen, mit denen er die Eigentümerin nun um eine stattliche Summe zu erpressen versucht. Aber auch Hélèna ist mit allen Wassern gewaschen und gibt dem charmanten Gangster gehörig Kontra. Der verschanzt sich daraufhin in den unterirdischen Gängen des Pariser U-Bahn-Systems, wo er schnell mit dem Dieb Jean-Louis (Jean-Hugues Anglade) Freundschaft schließt, der auf Rollschuhen durch die Metro flitzt. Auch der muskelbepackte Big Bill (Christian Gomba) und der zwielichtige Florist (Richard Bohringer) gehören zu den bizarren unterirdischen Bewohnern von Paris. Kommissar Roland Gesberg (Michel Galabru) leitet die Polizeidienststelle vor Ort, die sich immer wieder mit Raubdelikten auseinandersetzen muss. Batman (Jean-Pierre Bacri) und Robin (Jean-Claude Lecas) sind Gesbergs Männer fürs Grobe, die sich in den verwinkelten Gängen der Metro mit den Gangstern Verfolgungsjagden liefern. Aber auch Hélènas Schlägertrupp ist hinter Fred her, da es für ihren Mann Raymond (Alexandrov Konstantin) überaus wichtig ist, die gestohlenen Unterlagen zurückzuerhalten. Dafür ist dem finanzstarken Unternehmer jedes Mittel recht…
„Subway“ ist ein schön fotografiertes Popmärchen, das mal eine ganz andere Geschichte fernab der Konventionen erzählt... oder eine herkömmliche Story mit viel Pep und Elan interessant macht. Was der Film ist oder um was es geht, wird nie ganz klar, was aber auch den ganz besonderen Reiz ausmacht. Ein Kunstmärchen mit grellen, ästhetisch reizvollen Bildern und voller skurriler Typen, die faszinieren und das Geschehen spannend machen. Außerdem mit vielen ironischen Brechungen und einer mitunter schlichtweg grandiosen Kameraführung. Die 4KUHD-Erstveröffentlichung bietet ein gutes Bild (im Widescreen-Format 2,35:1), dessen 4K-Auflösung allerdings kaum Mehrwert bringt, zumal die Ecken durchweg unscharf ausfallen. Auch der Ton (Deutsch und Französisch im DTS HD Master Audio 2.0 Stereo, Französisch auch im DTS HD Master Audio 5.0, Deutsch auch im DTS HD Master Audio 5.1, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist eher bescheiden, denn zumindest der deutsche Upmix ist sehr bescheiden ausgefallen, der der französischen Originalversion klingt da deutlich besser.
Zum ersten Mal ist der Film nun auch mit Bonusmaterial fürs Heimkino erschienen. Das Steelbook enthält neben der 4KUHD noch zwei weitere BluRays, eine davon besteht ausschließlich aus Extras. Diese umfassen das spielfilmlange zeitgenössische „Making of Subway“ (80 Minuten) sowie aktuelle Interviews (2025) mit einer Gesamtlaufzeit von rund zwei Stunden, mit dem Darsteller Jean-Hugues Anglade (18 Minuten), der Editorin und Co-Autorin Sophie Schmit (31 Minuten), dem Regieassistenten Didier Grousset (20 Minuten) dem Ausstattungs-Assistenten Didier Naert (29 Minuten) und dem Singer-Songwriter Michel Jonasz (17 Minuten), der über seine Kooperationen mit dem „Subway“-Sänger Arthur Simms (1953-1987) berichtet.