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Der Kommissar und seine Mörder - Folge 78: Schwierigkeiten eines Aussenseiters

Der Kommissar und seine MörderFolge 78
Schwierigkeiten eines Aussenseiters

Der Ladenbesitzer Helmut Domrose wird mitten in der Nacht durch verdächtige Geräusche aus seinem Geschäft geweckt. Da er glaubt, jemand habe eingebrochen, nimmt er seinen Revolver, eilt die Treppe herunter und - wird rücklings erschlagen. Wenig später treffen, alarmiert von Frau Domrose, Kommissar Keller und sein Team am Tatort ein. Schon bald scheint der Fall klar zu sein:


Der Tat dringend verdächtig ist Theo Klinger, ein in der gesamten Nachbarschaft wegen seiner Unhöflichkeit, Brutalität und Arbeitsscheu gefürchteter junger Mann. 

Obwohl augenscheinlich sämtliche Verdachtsmomente dafür sprechen, dass Theo Klinger den Mord begangen hat, hat der Kommissar an dieser glatten Lösung einige Zweifel. (1)

Schönheitsfehler
Spannend geht es wieder zu im Fall vom 30.08.1974. Der Fall hat zwar einige kleine (ich möchte fast sagen typische ›reineckersche‹) Schönheitsfehler, aber er bleibt im großen und ganzen gelungen und spannend. Das es bei dem Einbruch, dem der Ladenbesitzer Domröse zum Opfer fiel, nicht um einen gewöhnlichen Einbruch ging, dass weiß der Kommissar recht bald.

Für den Zuschauer ist schnell alles klar. Spätestens als bekannt wird, dass die Waffe von Domrose gar nicht geladen war, als er dem Täter die Beute verderben wollte, weiß der Krimi-Fan wo der Hase lang läuft. Die gute Frau Domröse hat eine Beziehung zu einem jungen Mann im Haus - und dieser war der Mörder um mit Frau Domröse zusammen sein zu können.

Schweigegeld
Die Nebenhandlung mit dem alten Klinger, dem man die Tat in die Schuhe schieben will hat etwas. Doch sie ist nicht ausgefeilt genug. Wieso hat Klinger z.B. 800 Mark in der Tasche? Schweigegeld? Und wieso fiel nicht auf, dass dieses Geld in der Ladenkasse fehlte? Hätte Frau Domrose die Waffe ihres Mannes, nach deren Ableben wieder beladen, wäre es für den Kommissar auch deutlich schwieriger gewesen den Fall zu lösen. So aber war es mitnichten ein perfekt geplanter Mord, wie Grabert anmerkte.

Kein Rocker
Raimund Harmstorf spielt zum ersten und einzigen Mal im Kommissar mit. Es war nach seinem Seewolf und vor seinem Michael Strogoff.
Harmstorf war damals auf der Höhe seines Schaffens und funktioniert in dieser Rolle sehr gut. Etwas 70er Jahre-Flair zeichnet diese Folge ebenfalls aus. Motorrad im Hof reparieren und so. 

Beim Titel war man offenbar unzufrieden. Ich finde weder den Reinecker-Titel "Der Rocker", noch den schließlich gewählten "Schwierigkeiten eines Aussenseiters" besonders passend.
Die Folge ist die erste Regiearbeit Michael Brauns in der Reihe. Fünf weitere Folgen sollten noch von ihm kommen.

Gedreht 1974, Erstsendung 30.8.1974, wurde als neunundsiebzigste Folge gedreht
Arbeitstitel: Der Rocker

mit Erik Ode, Günter Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Elmar Wepper, Helma Seitz, Raimund Harmstorf, Curd Bois, Elfriede Irrall, Joachim Ansorge, Dirk Dautzenberg, Rosl Mayer u.a.
Stab: Regie: Michael Braun - Buch: Herbert Reinecker - Titelmusik: Herbert Jarczyk - Neue Münchner Fernsehproduktion 1974

(1)= 3sat
Stab- und Sendedaten: Freundeskreis Der Kommissar

Foto: 3sat

© by author

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Kommentare  

#1 blitzmerker 2019-01-28 12:14
Der Punkt mit den 800 DM wird im Film aufgeklärt. Frau Domrose hat dem alten Klinger das Geld quasi als Schweigegeld gegeben, dazu noch eine Flasche Schnaps, damit er alles vergisst. Das war natürlich nicht klug von ihr, denn das Geld gibt der Alte "als Geburtstagsgeschenk" an seinen Sohn weiter.
Die Darstellung des "Rockers" überzeugt mich übrigens nicht, Raimund Harmstorf wirkt hier viel zu gepflegt und macht sich nicht einmal beim Motorradschrauben schmutzig.

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