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Der Kommissar und seine Mörder - Folge 21: ...wie die Wölfe

1Folge 21:
...wie die Wölfe

Frau Kluge, eine allein lebende alte Frau, gewinnt im Lotto unverhofft 3.000 Mark. Einen Tag später wird sie in ihrem armseligen Altbauzimmer ermordet aufgefunden.

Ihre Augen scheinen noch immer jenen Besucher anzustarren, der der Täter war. Wahrscheinlich war es eine Person aus der Nachbarschaft, der Frau Kluge vertrauensselig die Tür geöffnet hatte
.


Kommissar Keller kommt in diesem Fall nicht weiter. Alle Nachbarn haben ein Motiv, denn Geld - wie alle schließlich kleinlaut zugeben - wollte jeder von ihr. (1)

Eigene Welt
Zum zweiten Mal, und das gleich hintereinander, saß Wolfgang Staudte (Der Seewolf) im Regiestuhl. Diesmal hat Reinecker die Geschichte in ein heruntergekommenes Mietshaus gelegt. Auch hier gilt die Regel einer eigenen, kleinen Welt. Einer Welt, die nicht so einfach zu durchdringen ist und in der Schicksale nebeneinander her existieren Und diese kleine Welt wird durch einen Mord gestört. Ein Mord, der sozusagen eine Implosion in der Welt darstellt, in der sich die Tragödien von verschiedenen Menschen geradezu aneinander reiben. Jetzt dringt der Kommissar mit seinem Team in diese Welt ein. Und die Bewohner dieser Welt geraten durcheinander. Da ist ein versoffener Mann, eine allzu neugierige Nachbarin, ein Altwarenhändler, der davon träumt etwas anderes zu machen und nicht zuletzt ein alter Uhrenmacher , der aufgrund einer Krankheit auf den Scherben seines Daseins steht. Und jeder benötigt Geld. Frau Kluge, die tote alte Frau, hatte dieses Geld. Ganz plötzlich. Durch einen Lottogewinn. Jeder kann also der Mörder sein. Und so beginnt für Keller eine harte Arbeit und für den Zuschauer eine Raterei.  


Alkoholiker
Horst Tappert spielt lange vor seinem ersten Derrick-Einsatz einen Alkoholiker, der in Mordverdacht gerät. Der Rest des Gastensembles ist eher unspektakulär. Heinz Meier spielt den Altwarenhändler, Volkert Kraeft einen weiteren Bewohner. Erstmals genannt in einem Ringelmann-Krimi wird Pierre Frankh, auch wenn er schon in Auf dem Stundenplan: Mord ungenannt in einer Minirolle dabei war. Doch diese Folge war der eigentliche Startschuss für den Heilbronner Darsteller, der heute als Buchautor arbeitet. Insgesamt war er fünfmal in Der Kommissar vertreten, 10 Mal im Tatort, ganze 14 Mal in Derrick, 7 Mal in Der Alte und 1 Mal bei Soko 5113. Dazu kommen viele Rollen in bekannten Fernsehserien wie Unser Walter, Merlin u.a.

Die Musik von Peter Thomas fand zum Teil bereits in der Folge Der Papierblumenmörder Verwendung (2).

Gedreht 1970, Erstsendung 15.5.1970
Arbeitstitel: Tote Augen (3).

mit Erik Ode, Reinhard Glemnitz, Günther Schramm, Fritz Wepper, Helma Seitz, Emely Reuer, Grete Mosheim, Horst Tappert, Volkert Kraeft, Pierre Frankh, Heinz Meier u.a.
Stab: Regie: Wolfgang Staudte - Buch: Herbert Reinecker - Titelmusik: Herbert Jarczyk, Musik: Peter Thomas, Neue Münchner Fernsehproduktion 1970 im Auftrag des ZDF.

(1)= 3sat
(2,3) Freundeskreis der Kommissar

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Kommentare  

#1 joe p. 2014-08-02 12:33
Denke ich an "Wie die Wölfe", kommt mir sofort das Bild Horst Tapperts in seiner Rolle in dieser Episode in den Sinn. Ein verwahrloster Mann, desillusioniert, meist unter Alkoholeinfluss. Dennoch mit noch immer so viel Gewissen ausgestattet, dass er sich angesichts des 500 Mark Scheins in seiner Tasche fragen muss: War ich's?
Die berühmten 3000 Mark. Wie viel ist das heute? 3000 Euro? 6000 Euro? Oder gar 10.000 Euro? Das spielt keine Rolle. Die 3000 Mark sind im wahrsten Sinne des Wortes eine Chiffre. Es ist genug, um die Probleme des einzelnen Hausbewohners einigermaßen nachhaltig zu lösen, aufgeteilt vermag es allen wenigstens Linderung zu bringen. Und gewonnen hat es die alte Frau, die ja doch nichts damit anzufangen weiß, wie jeder denkt. Aber das Geld liegt ja in bar vor (was heute völlig abwegig wäre), was bedeutet: Wer es hat, hat es.
Homo homini lupus, sagt Hobbes. Wie zutreffend das sein kann, drückt schon der Titel dieser Folge aus. Mörder sind die Protagonisten gewiss nicht alle, Diebe aber schon.
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#2 Andreas Decker 2014-08-02 18:16
zitiere joe p.:

Die berühmten 3000 Mark. Wie viel ist das heute? 3000 Euro? 6000 Euro? Oder gar 10.000 Euro?


Gute Frage :D Perry Rhodan kostete 1970 1 DM. Jetzt sind es 1,95 Euro. Ein VW Käfer kostete wohl 7000 Mark. Und der Strompreis betrug 14 Pfennig/kw. So gesehen waren 3000 Mark nicht zu verachten.

zitiere joe p.:
Aber das Geld liegt ja in bar vor (was heute völlig abwegig wäre)


Finde ich nicht. Auch heute bewahren zu viele ältere Leute zu viel Bargeld zu Hause auf. Und nicht nur die.

Wie viele Mietshausgeschichten gibt es eigentlich in der Serie? Gefühlt sind es bestimmt ein Dutzend, aber vermutlich doch eher weniger.
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