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Wallace bei Holysoft: Edgar Wallace Legends (7) - Engel des Schreckens

Wallace bei Holysoft: Edgar Wallace Legends (7) Engel des Schreckens

 

Wieder legt Holysoft eine werkgetreue Hörspielumsetzung von Edgar Wallace vor, die ebenso wie "Die Bande des Schreckens" (Folge 4) bereits einen Vorgänger hat, sich aber in einer anderen Art davon abhebt.

 

Verlagstext:

Die schöne, bezaubernde Jean Briggerland: Hat sie tatsächlich vor Gericht eine Falschaussage gemacht, die ihren Verlobten James Meredith an den Galgen bringen könnte, um selbst an sein Erbe zu gelangen? Zumindest ist Rechtsanwalt Jack Glover davon überzeugt. Allerdings steht er mit seiner Meinung weitgehend allein da, denn für die meisten Menschen ist Jean die Verkörperung von Anmut und Unschuld. Um Merediths Vermögen vor ihrem Zugriff zu schützen, entwickelt Glover einen waghalsigen Plan. Doch dadurch gerät die junge Lydia Beale ins Visier tödlicher Anschläge. (1)

 

Handlung
Hat James Meredith wirklich den jungen Mr. Bulford ermordet? Das Motiv soll Eifersucht gewesen sein. Die bezaubernde Jean Briggerland soll eine Affäre mit Bulford gehabt haben, obwohl sie mit Meredith verlobt war. Ihre belastende Aussage bringt Meredith in große Schwierigkeiten. Er wird verurteilt.
Rechtsanwalt Jack Glover ist fest entschlossen, Jean daran zu hindern, weiteres Unheil anzurichten. Deshalb engagiert er Lydia Beale, die Meredith im Gefängnis heiraten soll. Auf diese Weise würde im Todesfall sein Vermögen an Lydia fallen und nicht an Jean. Der Plan gelingt. Doch damit beginnt für Lydia erst die eigentliche Gefahr: Sie wird Ziel mehrerer Mordanschläge. Nun muss Jack Glover erneut handeln und einen weiteren Plan schmieden.


Gedanken
Es ist wieder einmal Wallace-Zeit im Hörspielbereich. Vor einigen Jahren nahm ich mir bereits den sogenannten „Adaptionen des Respekts“ an. Gemeint waren die zwölf Edgar-Wallace-Hörspiele von EUROPA, die Hans-G. Franciskowsky bearbeitete und die anschließend auf Magnetband verewigt wurden. Diese charmanten und zeitlosen Produktionen besitzen bis heute einen hohen Unterhaltungs- und Nostalgiewert.
Nicht minder beliebt sind die zwölf Maritim-Adaptionen, die Hans-Joachim Herwald konzipierte und produzierte. Auch dieser Reihe widmete ich im Zauberspiegel bereits eine umfangreiche Artikelserie. Beide Reihen sind dort weiterhin zu finden.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder neue Versuche, Edgar Wallace als Hörspiel neu zu interpretieren. Dazu zählen unter anderem die Produktionen von Sven Schreivogel für Saphir Tonart, von denen acht Folgen erschienen sind. Eher im Hintergrund entwickelte sich parallel eine reine Download-Reihe aus dem Hause Holysoft. Mittlerweile umfasst sie sieben Folgen. Mit der siebten Produktion beschäftige ich mich in dieser Rezension.


Meinung
Der Engel des Schreckens wurde bereits 1983 von EUROPA als Hörspiel umgesetzt. Der heute eher selten beachtete Roman besitzt einige Qualitäten, die einen guten Krimi auszeichnen. Die Geschichte ist interessant konstruiert, und die wechselnden Schauplätze sorgen für eine angenehme Abwechslung. Die Handlung führt den Hörer nach England, Südfrankreich und Marokko, was für einen Wallace-Stoff durchaus ungewöhnlich ist.
Allerdings weist die Geschichte auch einige erzählerische Sprünge auf. Diese waren bereits in der rund 40 Minuten langen EUROPA-Fassung vorhanden und konnten auch in dieser mehr als doppelt so langen Adaption nicht vollständig ausgeglichen werden. Mit einer Laufzeit von etwa 86 Minuten wirkt das Hörspiel zudem nicht immer kompakt. Stattdessen entsteht stellenweise der Eindruck, dass einzelne Passagen unnötig gestreckt wurden.
Auf der anderen Seite profitieren einige Handlungselemente von der erweiterten Laufzeit. So wird etwa der Überfall auf Lydia durch den geistesgestörten Arzt nachvollziehbarer in die Handlung eingebunden und wirkt weniger konstruiert als in der alten EUROPA-Version. Auch Jeans Flucht endet diesmal nicht abrupt in Marokko. Ihre weiteren Aktivitäten dort werden zumindest kurz beleuchtet, auch wenn dieser Handlungsstrang letztlich ohne größere Bedeutung für die eigentliche Geschichte bleibt.
Positiv fällt außerdem auf, dass Marcus Stepney deutlich mehr Raum erhält. Neben Jack Glover, Lydia und Jean gehört er hier eindeutig zu den zentralen Figuren der Handlung.
Die Sprecher
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Besetzung und die schauspielerischen Leistungen. Viele Sprecherinnen und Sprecher wirken überzeichnet und stellenweise künstlich. Besonders die weiblichen Rollen klingen oft wenig natürlich. Dadurch verlieren zahlreiche Szenen an Authentizität.
Auch die musikalische Untermalung überzeugt nur bedingt. Der Sound erinnert häufig an Kriminalfilme der 1950er-Jahre und wirkt im Kontext dieser Produktion eher altbacken als atmosphärisch. Weder Spannung noch Stimmung profitieren davon spürbar. Das typische Wallace-Gefühl, das viele Fans mit den klassischen Hörspielen verbinden, will sich daher nur selten einstellen.

Cover
Das Cover dieser Folge ist hingegen ausgesprochen gelungen. Dies gilt im Übrigen auch für die übrigen Veröffentlichungen der Reihe. Das Motiv ist ein echter Blickfang und könnte für manchen Interessenten durchaus ein Kaufargument darstellen. Es zeigt beispielhaft, wie sich die wesentlichen Elemente einer Geschichte auf einem Cover vereinen lassen, ohne dieses zu überladen wirken zu lassen.
Dieses Hörspiel ist ausschließlich als Download über Holysoft beziehungsweise die Holysoft-App erhältlich.

Sprecher
Jean Briggerland – Gabrielle Pietermann
Lydia Beale / Meredith – Uta Dänekamp
Jack Glover – Alex Friedland
Mr. Briggerland – Michael Bideller
Erzählerin – Gisa Bergmann
Marcus Stepney – Marcel Collé
Francois Mordon – Marc Schülert
Mrs. Cole-Mortimer – Sabine Arnhold
Charles Rennett – André Beyer
Muley Hafiz – Stefan Senf
James Meredith – Timmo Niesner
Zofe der Villa – Sara Wegner
Inspektor – Martin Sabel
Zofe Mary – Vanessa Diana Wirth
Soldat – Konrad Bösherz
Irrer – Marco Rheindorf
Richter – Werner Wilkening

Produktion: David Holy
Skript: Markus Duschek
Regie: Dirk Jürgensen
Sounddesign: Manuel Georg Strasser
Dialogschnitt: Manuel Georg Strasser
Spielzeit: ca. 86 Minuten
Label: Holysoft
Genre: Krimi, Literatur, Thriller
Im Holyshop erhältlich ab: 06.09.2025
Im Streaming-Abo enthalten ab: 06.09.2025
Format: Download
Quelle Sprecher, Cast und Cover: Holysoft Shop

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(1)= Verlagstext

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