Der irische Freiheitskampf - Revolution während des Krieges
Der irische Freiheitskampf
Revolution während des Krieges
Das 20. Jahrhundert hat nicht nur zwei verheerende Weltkriege hervorgebracht, sondern auch etliche Revolutionen und Freiheitskämpfe, in denen sich die Menschen der unterschiedlichsten Länder von oft jahrhundertelangen Unterdrückungen befreiten und ihren Traum nach Selbstbestimmung mittels Waffengewalt herbeiführten. Viele dieser Kämpfe markieren wichtige Zäsuren in der Geschichte der entsprechenden Nationen. Die im deutschen Fernsehen insbesondere in den 1960er Jahren beliebten Dokumentarspiele haben sich diesen Umwälzungen immer wieder gerne angenommen und den Zuschauern damit zumeist akkurate und oftmals auch sehr unterhaltsame Geschichtsstunden präsentiert. Im Laufe der letzten Jahre hat das Label Pidax einige dieser Sternstunden des Bildungsfernsehens wieder aus den Archiven geholt und auf DVD veröffentlicht, darunter den opulenten Fünfteiler „Bürgerkrieg in Russland“, Jürgen Goslars Zweiteiler „Die mexikanische Revolution“ oder die ebenfalls in zwei Teilen ausgestrahlte Miniserie „Der spanische Bürgerkrieg“. Ungefähr zur gleichen Zeit realisierte Wolfgang Schleif („Die Brücke von Remagen“) seine Aufarbeitung der irischen Revolution, ebenfalls als Zweiteiler für das ZDF. Mit prominenter Besetzung wurde das rund dreistündige Dokumentarspiel seinerzeit im Hauptabendprogramm ausgestrahlt und erhielt gute Kritiken, u.a. in der Fernsehzeitschrift Gong, die „Der irische Freiheitskampf“ als „spannendes Spektakel“ bezeichnete, „gedreht mit dem Riecher für vordergründige Effekte.“
An Ostern im Jahr 1916 planen irische Freiheitskämpfer, wichtige Schlüsselorte in Dublin zu erobern und damit das ganze Volk dazu anzuspornen, sich von der Unterdrückung durch das britische Empire zu befreien. Zur gleichen Zeit tobt der Erste Weltkrieg auf dem europäischen Kontinent, auch britische und irische Soldaten sind darin verwickelt und stehen ihren französischen Verbündeten gemeinsam gegen die deutschen Aggressoren bei. Auch dieser Umstand animiert Freiheitskämpfer wie James Conolly (Hans Schellbach) und Patrick Pearse (Paul Neuhaus) zur Besetzung des Hauptpostamtes und weiterer strategisch wichtiger Punkte in Dublin. Prof. MacNeill (Günther Jerschke) und Arthur Griffith (Friedrich Schütter) gehören zwar ebenfalls zu den Befürwortern einer irischen Republik, halten den Zeitpunkt für den Aufstand aber für verfrüht und unpassend. Lord-Leutnant Wimborne (Fritz Haneke) vertritt das Vereinte Königreich in Dublin und erhält schließlich durch General Maxwell (Otto Stern) und sein Regiment tatkräftige Unterstützung aus London, um den Oster-Aufstand blutig niederzuschlagen. Einzig Eamon de Valera (Karl Michael Vogler) hält eisern seine Stellung, selbst dann noch, als Conolly und Pearse bereits die Kapitulation unterschrieben haben. Auf Anraten Maxwells werden etliche der Rädelsführer hingerichtet, was allerdings den gegenteiligen Effekt auslöst, da das irische Volk in ihnen nun Märtyrer sieht und umso verbitterter nach Unabhängigkeit strebt.
Auch hier haben die deutschen Filmschaffenden mal wieder ein Kapitel aus den politischen Kämpfen des 20. Jahrhunderts nachvollziehbar und kurzweilig für das Fernsehpublikum aufbereitet. Neben den üblichen Dialogschlachten, die zwischen den unterschiedlichen irischen Fraktionen und zwischen den beiden verfeindeten Nationen geführt werden, kann dieser Zweiteiler auch aufwändig nachgestellte Kampfszenen bieten, die immer wieder auch durch historische Originalaufnahmen ergänzt werden. Ein exzellentes Darstellerensemble (in dem nur die Österreicherin Lotte Ledl als irische Gräfin etwas deplatziert wirkt) und eine punktgenaue Inszenierung lassen die Zuschauer rund drei Stunden an den komplexen Entwicklungen dranbleiben. Für Historienfans eine weitere spannende Ausgrabung, die einmal mehr die Präzision und Professionalität damaliger Fernsehunterhaltung bestätigt. Die DVD-Erstveröffentlichung des Zweiteilers erfolgt bei Pidax auf einer Scheibe, die „Der irische Freiheitskampf“ mit einem guten Schwarz-Weiß-Bild (im Vollbildformat 1,33:1) und einem durchweg gut verständlichen deutschen Originalton (in Dolby Digital 2.0) präsentiert. Auf die Beigabe von Bonusmaterial hat man verzichtet.



