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Der Ruf der Freiheit - »Ballon«

BallonDer Ruf der Freiheit
»Ballon«

Die zugrundeliegende Geschichte von Michael Bully Herbigs („Bullyparade – Der Film“) neuestem Regiestreich „Ballon“ basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die bereits zuvor verfilmt worden ist. Es waren sogar die Disney-Studios, die sich schon 1981 dieser spannenden Fluchtgeschichte annahmen und unter dem Titel „Mit dem Wind nach Westen“ mit Beau Bridges und John Hurt stargespickt auf die Leinwand brachten.

BallonAlso noch zu einer Zeit, als die DDR und deren Schreckensregime noch in voller Blüte standen. Nun liegt die deutsch-deutsche Wiedervereinigung bereits knapp dreißig Jahre zurück. Viele dürften gar nichts mehr von den spektakulären Fluchtversuchen zweier befreundeter Familien in der DDR wissen, die aus eigenem Antrieb und mit enormem technischem und handwerklichem Geschick einen Heißluftballon bauten und damit in den Westen zu gelangen versuchten. Und selbst wenn man weiß, wie die Geschichte damals ausgegangen ist, packt einen Michael Bully Herbigs schnörkellose Inszenierung dermaßen, dass man spätestens in der letzten halben Stunde geradezu in den Kinosessel genagelt ist. Jahrelange Planung war dem großen Tag vorausgegangen, an dem Peter Strelzyk (Friedrich Mücke) und Günter Wetzel (David Kross) mit ihren Ehefrauen und den jeweils zwei Kindern im selbstgebauten Heißluftballon aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland fliehen wollten. Im letzten Moment kommen Günter allerdings Zweifel, ob die Eigenkonstruktion tatsächlich acht Menschen sicher befördern kann. Um den seltenen Nordwind nicht zu verpassen, wagt Peter mit seiner Familie allein den Flug, stürzt aber wenige Meter vor der Grenze frühzeitig ab. Die Strelzyks können sich gerade noch rechtzeitig wieder nach Hause begeben und am nächsten Tag routiniert wieder in ihren üblichen Alltag eintauchen. Die Stasi unter Leitung von Oberstleutnant Seidel (Thomas Kretschmann) ist nun aber alarmiert und verfolgt die heiße Spur. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Möchtegern-Flüchtlinge identifiziert sind. Die Strelzyks müssen einen zweiten Versuch wagen, um nicht in die Fänge des DDR-Regimes zu geraten.

BallonMichael Bully Herbig weiß ganz genau, wie man einen publikumswirksamen Film auf bestmögliche Weise inszeniert. Hier stimmen einfach sämtliche Details, keine Szene ist zu lange geraten, nichts ist unnötig oder zu ausladend erzählt. Im Laufe der Handlung steigt die Spannung kontinuierlich an und schafft es, die Zuschauer immer mehr in den Bann der Ereignisse zu ziehen. Auch hinsichtlich der Darstellerwahl hat Herbig ein sicheres Händchen bewiesen und die Rollen mit den Top-Stars ihrer Generation besetzt. Parallelen zu aktuellen Flüchtlingsgeschichten verleihen diesen wahren Begebenheiten auch wieder einen höchst zeitgemäßen Bezug. Dass es am Ende auch noch etwas emotionaler wird, ist durchaus gerechtfertigt, zumal Herbigs Inszenierung dabei ebenfalls wahrhaftig bleibt und nicht in den Kitsch abdriftet. Die BluRay-Erstveröffentlichung von „Ballon“ wartet mit einem grandiosen Bild (im Widescreen-Format 2,40:1) auf. Den Ton präsentiert die Scheibe wahlweise in Dolby Atmos, im DTS HD Stereo oder als Audiodeskriptionsfassung in DTS HD (optional gibt es auch deutsche Untertitel für Hörgeschädigte). Dieser bleibt zwar recht zurückhaltend und wenig spektakulär, was allerdings an der Dramaturgie des Films selbst liegt. Das Bonusmaterial umfasst die Featurettes „Was für ein Aufwand: Ein Hintergrundbericht von den Dreharbeiten und den Zeitzeugen“ (19 Minuten), „Die Requisiten“ (2 Minuten), „Die Nachbildung des Ballons“ (2 Minuten), „Über die Geschichte“ (2 Minuten) und „Über die Einbindung der Zeitzeugen“ (2 Minuten), ein Making Of (5 Minuten), ein B-Roll (8 Minuten) sowie den Kinotrailer zum Film.

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