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... Ingo Löchel über »Dead City«, Gutachten und Kaegelmann

Ingo Löchel... Ingo Löchel ...
... über »Dead City«, Gutachten und Kaegelmann

Dieses Interview hat kurzfristig seinen Schwerpunkt verlagert. Nach dem Disput zwischen dem Blitz Verlag in Gestalt des Verlegers und mir (Wenn ein Kleinverleger zuviel Zeit hat … oder eMails von Kaegelmann) haben wir ein paar Fragen geändert.Ingo wird seine Erfahrung mit Verlag und Verleger noch ausführlicher darlegen und damit IMHO der Version von Blitz/Kaegelmann nicht nur widersprechen, sondern auch widerlegen.


Zauberspiegel: Kommen wir noch einmal kurz auf die Serie „Dead City“ zu sprechen. Warum hat die Veröffentlichung Deiner Serie beim Blitz Verlag eigentlich nicht geklappt? Was waren die Gründe dafür?
Ingo Löchel: Mit der Zeit kam es zu Differenzen mit Herrn Kaegelmann, auch weil kein Informationsfluss seitens des Blitz Verlages mehr erfolgte. Den Höhepunkt erreichte das ganze Durcheinander schließlich, als ich nach Einreichung der Endfassung des ersten Romans meiner Serie erst nach Rückfragen eine Antwort von Herrn Kaegelmann erhielt, die besagte, dass er gedacht habe, mir  ein Begutachtungsprotokoll zu meinem Roman zugemailt zu haben, das ich allerdings nicht erhalten hatte.
Danach musste ich nochmals nachfragen, bis bei mir endlich das ominöse  Begutachtungsprotokoll eines gewissen Guido Grandt eintrudelte, dessen Namen ich noch nie zuvor gehört hatte, auch nicht in Bezug auf den Blitz Verlag, aus dem aufgrund der fehlenden Inhaltsangabe zum Roman nicht wirklich ersichtlich war, ob sich Herr Grandt meinen Roman überhaupt komplett durchgelesen hatte.
Zudem war auf dem Begutachtungsprotokoll auch kein Datum ersichtlich, so dass überhaupt nicht erkennbar war, wann es erstellt worden war.
Fazit des Begutachtungsprotokolls von Guido Grandt war u. a., dass der Roman zu brutal und so nicht druckbar sei. Dafür habe das „Skript aber Potential, die Idee sei grandios, ebenfalls die (historischen) Hintergründe“.
Diese ganze Vorgehensweise seitens Herrn Kaegelmann gefiel mir überhaupt nicht, was ich ihm in mehreren Mails auch entsprechend mitgeteilt habe.
Zauberspiegel: Mir ist Guido Grandt seit seligen Zeiten des Feuerriegel-Clubs bekannt, später war er Desmond Black. In jüngster Zeit ist er auch Team der Kelter-Serie »Cassidy« dabei (ich fange gerade an, seinen Roman zu lesen) und werde dann wieder was ›Neues‹ über den ›Neuen im Westen‹ zu berichten haben.

Zauberspiegel: Wie war die Reaktion von Jörg Kaegelmann auf Deine Mails?
Ingo Löchel: Anfangs noch sehr ruhig und zuvorkommend, dass änderte sich aber schlagartig und Herr Kaegelmann wollte dann meine Serie nicht mehr in seinem Verlag veröffentlichen, auch mit dem Hinweis, dass kein anderer Verlag, außer seinem, so eine Horror-Western-Serie wie DEAD CITY veröffentlichen werde. Tja, da hat sich Herr Kaegelmann wohl geirrt!

Zauberspiegel: Wann hast Du Jörg Kaegelmann denn die Endfassung Deines Romans zugemailt?
Ingo Löchel: Das müsste am 11. April 2014 gewesen sein. Den genauen Termin müsste ich aber in den gespeicherten Emails nachschauen. Am 21. Juli 2014 habe ich dann mal kurz nachgefragt, was denn nun mit dem Roman sei. Daraufhin kam die Antwort von Herrn Kaegelmann, dass er gedacht habe, mir ein Begutachtungsprotokoll zugemailt zu haben. Das war am 22. Juli 2014. Am 25. Juli 2014 trudelte dann endlich das Begutachtungsprotokoll, das kein  Datum und keine Inhaltsangabe enthielt, bei  mir ein.
Der ganze Vorgang ist durch Mails belegbar. Es also nicht so, dass hier irgendwelchen Schwachsinn erzähle.

Zauberspiegel: Und, ist dein Roman denn wirklich so brutal?
Ingo Löchel: Quatsch, sonst würde ihn der Elvea Verlag wohl kaum veröffentlichen. Der Roman beinhaltet natürlich Kämpfe, zum Beispiel wenn am Anfang des Romans die Soldaten der Konföderierten Staaten von Amerika auf die Zombies treffen. Zudem enthält DIE TODESSCHWADRON ganz normale Beschreibungen von Kämpfen, Schießereien usw. usf.  Aber keine Art von Splatter etc. Und im Roman werden den Leuten auch keine Gedärme herausgerissen oder deren Organe gegessen oder ähnliches.
Aus diesem Grund finde ich die  Begründung „zu brutal“ und folgenden Satz von Guido Grandt aus dem Begutachtungsprotokoll: "Die brutalen Szenen und Handlungen müssen hinsichtlich des Jugendschutzes unbedingt gestrichen werden!" heute immer noch recht witzig, besonders wenn man sich folgenden Abschnitt aus Stahlwölfe 1 von Gudio Grandt durchliest. Ich zitiere mal:

"Mit jeder seiner Bewegungen platzten die verkrusteten Pusteln wie vollgefressene Maden unter einer Stiefelsohle auf. Sonderten dabei eine rote schleimige Flüssigkeit ab, ein bestialischer Gestank breitete sich aus. Ben!
Aber ihr Bruder hörte ihr stummes Flehen nicht, sondern fraß sich schmatzend weiter durch ihre blutigen Gedärme, zerriss mit seinen scharfen Zähnen die Schleimhäute und Venengeflechte, um gleich darauf den Brei aufzuschlürfen. Dann endlich erlöste der Tod sie von ihren schrecklichen Qualen."

Zauberspiegel: Beim Elvea Verlag gab es in Bezug auf die Begutachtung des Romans und  des Vertrages keine Probleme?
Ingo Löchel: Nein, nach der Zusendung des Romans DIE TODESSCHWADRON kam nach der  Begutachtung meines Romantextes eine Mail vom Verlag, dass sie den Roman gerne veröffentlichen möchten. Nach meiner Zustimmung war nach knapp einer Woche der Vertrag da. Es hat also beim Elvea Verlag alles prima geklappt.
Aber auch beim Beyond Affinity Verlag gab es keine Probleme bezüglich der Verträge. Das ging alles reibungslos und freundlich vonstatten.

Zauberspiegel: Was geschah denn mit den "Dead City"-Texten, die Du Herrn Kaegelmann zugemailt hast?
Ingo Löchel: Gute Frage. Ich hatte Herrn Kaegelmann mehrmals schriftlich (sogar per Einschreiben) gebeten und aufgefordert, mir kurz schriftlich zu bestätigen, dass meine Texte, also das Serien-Expose zu DEAD CITY, die beiden ersten Romanexeposes sowie der Romantext von DIE TODESSCHWADRON, unwiderruflich von ihm gelöscht worden sind, auch mit dem Hinweis, dass keine Ideen von mir, von mir erfunden Figuren, Namen etc. in seinem Verlag Verwendung finden dürfen etc. Also im Grunde ganz selbstverständliche Dinge.  Zumal die Rechte an der Serie und den Texten bei mir, also den Erfinder und Autor der Serie DEAD CITY liegen. Ich wiederhole noch einmal. Es geht hier um meine Serie DEAD CITY (früherer Arbeitstitel: JUDGE). Mit der Serie STAHLWÖLFE habe ich nichts zu tun und nichts am Hut. Aber auf diese schrifliche Bestätigung von Herrn Kaegelmann warte ich bis heute.

Zauberspiegel: Wie? Du hast bis heute keine Bestätigung von Jörg Kaegelmann erhalten, dass Deine Texte von ihm unwiderruflich gelöscht wurden?
Ingo Löchel: Nein, wie gesagt, bis heute (Stand: 15. Juni 2015) warte ich auf diese schriftliche Bestätigung seitens Herrn Kaegelmann vom Blitz Verlag. 

Zauberspiegel: Was hältst Du persönlich von der Serie „Stahlwölfe“ des Blitz Verlages?
Ingo Löchel: Ich bin ja vorbelastet und daher nicht objektiv. Aber ich halte den ersten Roman „Zombie Trail“ von Guido Grandt für sehr überladen.

Zauberspiegel: Was meinst Du mit überladen?
Ingo Löchel: Du willst es jetzt wohl unbedingt genau wissen. Na, also gut.
Überladen heißt, dass der Autor Guido Grandt in seinem  Roman einfach mit zu vielen Themen herumjongliert.
In „Zombie Trail“ haben wir apokalyptische Zustände, eine Zombieseuche mit nachfolgender Zombieinvasion, Zombies mit Kainsmal, eine überspitzte Freimaurer-Verschwörer-Geschichte, eine Anti-Freimaurer-Einheit, Beschreibungen über die Größe diverser militärischer Einheiten, Namen diverser militärischer und nichtmilitärischer Einheiten, ein Flüchtlingsstrom von drei Millionen Menschen sowie Hunderttausende von Soldaten, tausende von Pferden, Panzern, Fahrzeugen etc.
Da muss man sich schon die Frage stellen, wie so ein riesiger Flüchtlingsstrom überhaupt ernährt werden kann.
Zudem spielen in dem Roman auch noch Buffalo Bill, Sitting Bull, Billy the Kid usw. usf. mit, was der Serie vermutlich einen Western-Touch geben soll.
Ich könnte die Liste jetzt beliebig fortsetzen. So etwas nenne ich persönlich überladen.
Hinzu kommt u. a. eine Protagonistin die Kungfu- und Shaolin-Kämpferin und Halbchinesin ist. Was mich wiederum persönlich stark an die TV-Serie KUNG FU erinnert.

Zauberspiegel: Du hast den Roman von Guido Grandt also gelesen?
Ingo Löchel: Ja, den  Roman „Zombie-Trail“, den Herr Grandt unter dem Pseudonym „Cico Cavca“ geschrieben hat, wobei mich der Namen „Cavca“ stark an „Kafka“ erinnert, habe ich mir aus reiner Neugierde gekauft und durchgelesen.

Zauberspiegel: Ingo, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Ingo Löchel: Gern geschehen.

Horst von Allwörden

Die Fragen für den Zauberspiegel stellte Horst von Allwörden

Kommentare  

#1 Des Romero 2015-06-21 09:21
Ingo hat also nichts zu tun mit »Stahlwölfe«?
Das ist verwirrend, zumal Jörg Kaegelmann schrieb:
Zitat:
Im Zuge meiner Planungen zur neuen Serie Stahlwölfe kam ich auch mit Herrn Löchel ins Gespräch. Er bot an, ein Exposé nach meinen Vorgaben bzw. Stichwörtern zu entwerfen. Irgendwann hatte er sogar einen Autor, der die Texte schreiben wollte. Ich war bereit mit alles anzusehen. Am 27.01.13 habe ich die ersten Textseiten gesichtet.
Weiter unten im Text steht dann auch noch:
Zitat:
Meine Serie Stahlwölfe war gestartet. Und nun kamen böse Mails von Herrn Löchel. Er beanspruchte meine Grundidee und die Serienrechte für sich.
Liegt da eine Verwechslung mit »Dead City« vor? Aber selbst, wenn das so ist, wieso redet Jörg Kaegelmann dann von »Serienrechten«, die Ingo für sich beansprucht? Hat der BLITZ-Verlag denn etwas veröffentlicht, das auf Ingos Ideen basiert?
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#2 Harantor 2015-06-21 09:56
Hier empfehle ich Dir Ingos Artikel ab morgen zu verfolgen... Da wird manches klarer und bereits 2011 hatten wir im Zauberspiegel erste Geschichten aus dem Dead City Universum im Zauberspiegel ... Und die stammten nicht vom Verleger oder Guido
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#3 IngoLoechel 2015-06-21 10:09
Ja, und diese Geschichten stammten u. a. aus dem Jahr 2001, wie ich das bereits in dem ersten Teil meines Interviews dargelegt habe.
Ich zitiere mal:
"Die Idee zu DEAD CITY (Arbeitstitel: JUDGE) ist aber schon viel älter. 2001 erschien meine Kurzgeschichte LONE WOLF im zweiten Band der Anthologie TOD EINES SATANISTEN im VirPriv Verlag. Daraus entstand später die Kurzgeschichten-Saga um die Familie McErc und Erzählungen wie DEAD CITY, REBELLEN oder KREATUREN DER NACHT.
So beruht meine Serie DEAD CITY insbesondere auch auf Ideen aus dieser Zeit. "
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#4 Kaffee-Charly 2015-06-21 12:01
Zitat:

Es geht hier um meine Serie DEAD CITY (früherer Arbeitstitel: JUDGE). Mit der Serie STAHLWÖLFE habe ich nichts zu tun und nichts am Hut.
Ich versuche mal zu sortieren:

a] Es gibt die Serie DEAD CITY, welche vom Blitz-Verlag abgelehnt, nun aber vom Elvea Verlag gebracht wird.

b] Es gibt die Serie STAHLWÖLFE (mit der Ingo Löchel nach eigener Aussage nichts zu tun hat), die vom Blitzverlag herausgebracht wird.

Zwei Serien bei zwei verschiedenen Verlagen.
Was zur Hölle ist denn nun das Problem?
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#5 Harantor 2015-06-21 12:25
@Kaffee-Charly. Lies dazu bitte mal den abgelehnten Kommentar. dann wirst Du verstehen. Dieser Kommentar enthält aber einige Widersprüche zu Ereignissen wie sie Ingo morgen und übermorgen dokumentieren wird: www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/druck-und-buch-mainmenu-295/26345-wenn-ein-kleinverleger-zuviel-zeit-hat-oder-emails-von-kaegelmann
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#6 Remis Blanchard 2015-06-22 10:30
Dead City hört sich interessant an. Wann soll die Serie denn erscheinen?
Stahlwölfe gebe ich Ingo recht. Deshalb habe ich den Roman persönlich nicht gut gefunden. Es war einfach zu viel in den ersten Roman gepackt und irgendwie ging dadurch die Spannung verloren.
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#7 IngoLoechel 2015-06-22 10:38
"Die Todesschwadron" soll im August erscheinen. Ich warte derzeit noch darauf, dass mir der Elvea Verlag den genauen Veröffentlichungstermin des Romans mitteilt.
Wenn ich ihn habe, teile ich den Termin über die Zauberspiegel-Nachrichten mit.
Zwei Leseproben zum Roman gibt es übrigens auf meiner Autorenseite www.phantasticworlds.de/
Leseproben zu "Dead City" werden aber auch noch beim Zauberspiegel veröffentlicht. Genauso wie zu "Frederik Darkstone" und "Erben des Blutes".
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#8 Thomas Rippert 2015-06-27 16:23
Sorry, aber DER muss jetzt...

Auf der Blitz-Webseite: "Die Beschreibungen der Flucht, erste verlustreicher Gefechte – Alamo lässt grüssen – und politische Machtspielchen sorgen ebenso für Spannung, wie die Einführung der berüchtigsten Revolverhelden als Bande von Vampiren.
Carsten Kuhr in Phatastik-Couch.de"

Auf Phantastik Couch dann aber: " Die Beschreibungen der Flucht, erste verlustreicher Gefechte – Alamo lässt grüssen – und politische Machtspielchen sorgen ebenso für Spannung, wie die Einführung der berüchtigsten Revolverhelden als Bande von Vampiren.

Allerdings lässt die handwerkliche Umsetzung ein wenig zu wünschen übrig. Die Figuren agieren leblos, die Charaktere bleiben flach so dass Nähe zu diesen nicht wirklich aufkommt. So ist dies ein Auftakt, der durch die zugrunde liegende Idee fasziniert, der dann aber leider über ein Heftroman-Niveau nicht hinauskommt. "

*hehe*... :lol:
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