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Brauchts das? - For Your Consideration

Brauchts das?For Your Consideration

Diese Artikelreihe steht unter dem selbst auferlegten Motto vom ‘Kino und dem wahren Leben’, und das lässt mitunter durchaus stilvolle Blümchen aufblühen. So war eine Überlegung, wie wohl der Nährboden bei Trailern und Werbung für die digitalen 3-D-Verfahren gedüngt sein müsste. Aber für so etwas habe ich keine Zeit. Das wäre ein zu reichhaltiges Beet, als dass ich mich da durchjäten müsste. Ich gucke weder Werbung in 3-D noch halte ich bei 3-D-Trailern die Augen offen. Ein 3-D-Film wird mit 96 Bildern die Sekunde vorgeführt, immer abwechselnd 3 Bilder für das jeweilige Auge.

Filmtrailer und Werbung werden sicher bald in derselben Qualität zu sehen sein, aber jetzt noch nicht. Also mache ich die Augen zu und ignoriere das. Wenn mich das kaum interessiert, warum sollte ich dann anfangen, mich mit der Materie zu beschäftigen? Für so etwas habe ich gar keine Zeit, nicht an diesem Punkt der augenblicklichen Jahreszeit.

Dann hat mich die nächste Nachricht überrascht, und die gerade, als ich mir kurz vorher den Karton mit Weihnachtsbeleuchtung vom Dachboden geholt hatte. Die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences (AMPAS) hat ihre ersten Screener an ihre Mitglieder versendet. Der geneigte Leser erinnert sich, dass die AMPAS der Verein ist, der den Goldjungen Oscar verleiht. Und Screener sind diese lästigen DVDs, die von der Academy an alle über 6.000 Mitglieder verschickt werden, damit sie sich die Filme nochmals oder zum ersten Mal ansehen können, die sich Hoffnungen einräumen, für Preise nominiert zu werden.

Lästig sind die DVDs deswegen, weil es sich um erstklassige digitale Abzüge handelt, die dann wie von Geisterhand plötzlich illegal durch private Tauschbörsen huschen. Für Filme, die im Ausland noch nicht angelaufen sind, oder die auch noch nicht auf käuflich erwerblichen DVDs erschienen sind, ist das natürlich fatal. Aus diesem Grund hat man die Screener auch schon mal ausgesetzt. Das hat die Piraterie allerdings nur wenig, nein, eigentlich überhaupt nicht interessiert. Dann wurden eben schlecht von der Leinwand abgefilmte Dateien getauscht.

Das hat die Produktionsfirmen davon überzeugt, dass die Screener das Leben eigentlich auch nicht schwerer machen, aber dass ein Preis die Geldbeutel durchaus in Bewegung bringen kann. Und Oscars gibt’s nur, wenn genügend Mitglieder den Film gesehen haben und dann aber auch für denjenigen stimmen. Die Liste der bislang verschickten Screener ist sehr interessant:
  1. 9
  2. (500) DAYS OF SUMMER
  3. ANVIL
  4. AN EDUCATION
  5. A SERIOUS MAN
  6. AWAY WE GO
  7. BRIGHT STAR
  8. CAPITALISM: A Love Story
  9. COCO BEFORE CHANEL
  10. CORALINE
  11. DISTRICT 9
  12. JULIE & JULIA
  13. PIRATE RADIO
  14. TAKING WOODSTOCK
  15. THE BLIND SIDE
  16. THE DAMNED UNITED
  17. THE INFORMANT
  18. THE MESSENGER
  19. THE PRIVATE LIVES OF PIPPA LEE
  20. THE PROPOSAL
  21. THE STONING OF SORAYA M
  22. THE YOUNG VICTORIA
  23. TRUCKER
  24. WHATEVER WORKS
  25. WHERE THE WILD THINGS ARE
Na ja, aber so ein richtiges Thema ist das dann auch nicht. Screener hin oder her. Getauscht wird trotzdem alles, was nicht schön ist, aber wenigstens niemals den Schaden anrichtet, den oberste Etagen immer vorrechnen möchten. Obwohl, da fallen mir schon zwei Filme auf, die wir zum Beispiel erst nach den Oscars bei uns im Kino sehen werden. Tja, blöd, bei dieser wichtigsten aller Preisverleihung die Daumen zu drücken für ein Werk, das man noch gar nicht kennt.

Ach, ein leidiges Thema. Für das mir auch die Zeit fehlt, weil der erste Advent schon da und noch keine einzige Lichterkette angebracht ist. Ich werde das Schreiben ausfallen lassen müssen, denn wichtiger als die selbstauferlegte Artikelserie ist der selbstauferlegte Lichter-Wahnsinn. Ich rate also, lieber einen Film anzuschauen  statt zu lesen: CHRISTMAS VACATION – SCHÖNE BESCHERUNG. Man könnte diesen dritten Teil der Griswold-Familien-Saga als albernen Klamauk bezeichnen. Übertrieben und laut. Mag sein, dass das von manchen so gesehen wird.

Aber wir sprachen von Lichterketten-Wahnsinn. Und wer sich nicht vorstellen kann, dass man zwischendrin mal ein paar vernünftige Zeilen schreiben kann, der sollte sich den Film noch mal ansehen. Selbst auferlegt heißt es ja ‚Kino und das wahre Leben‘. So, und ich muss jetzt weitermachen.
 


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