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Große Antworten und Fragen?

SternengeflüsterGroße Antworten und Fragen?

Es ist mittlerweile klar, dass der Titel des aktuellen „Sternenfaust“-Zyklus erst am Ende Sinn machen wird. Das letzte Heft trägt den Titel „Die große Leere“ und daher wird wohl auch erst dann deutlich werden, was damit gemeint ist. Bis dahin könnte man höchstens spekulieren, was mit der großen Leere einhergehen wird. Bisher hat sich der Zyklus allerdings eher als Zyklus der großen Antworten präsentiert. Und mittlerweile gibt es auch tatsächlich eine wichtige Erkenntnis, wenn sie angekündigt wird.

Das war mal anders und ist vor allem in vielen Serien anders, wie der derzeitige Leitartikel des Zauberspiegels zeigt. „Sternenfaust“ hat es aber im Gegensatz zu solchen Serien nicht mehr nötig falsche Hoffnungen zu wecken, man kann sich wirkliche Hoffnungen auf große Ereignisse machen.

In diesem Zyklus wurden nicht nur bisher unbekannte Entwicklungen erklärt, sondern auch Hoffnungen gestreut, das früher versäumtes nun geklärt wird.

Der Zyklus begann mit dem Kracher, dass man mal eben auf die toten Götter traf. Die merkwürdigen Entitäten aus vorherigen Romanen entpuppten sich nun als eine Fraktion der Toten Götter. Sie verhalfen Dana zur Unsterblichkeit, warnten vor der großen Leere und seitdem hat man von ihnen nichts mehr gehört. Seitdem ist aber klar, die Toten Götter sind nicht tot.

Kurz danach wurde die Genetiker-Krankheit geheilt. Das war zwar kein großes Phänomen der Serie, aber noch ein offener Handlungsstrang aus dem vorherigen Zyklus. Mit diesen Romanen begann auch die Angewohnheit, dass immer mal wieder Hinweise auf die „verlorenen Jahre“ gelegt wurden.

Anschlag auf den KonsensdomEs scheint eine schwierige Entwicklung zwischen den Menschen und den Starr gegeben zu haben. Das überraschte ein wenig, denn kurz nach dem Zeitsprung wanderte die Handlung für einen kurzen Moment zu den STARR und da wurde davon noch nichts erwähnt. Diese Entwicklung und die merkwürdigen Angreifer auf den Konsensdom sind aber noch immer ungeklärt. Da es aber nicht nötig war, auf besagte Entwicklung einzugehen, kann man bei der derzeitigen Konzeption der Serie wohl davon ausgehen, dass da noch etwas kommt. Dieser Handlungsstrang könnte sogar die Möglichkeit bieten, nach diesem Zyklus mal wieder zu bodenständigeren Themen zurückzukehren und das Verhältnis der Menschheit zu ihren Nachbarn auszuleuchten. Und vielleicht entpuppen sich die Angreifer auf den Konsensdom ja nicht als Teil der alten Wesen, sondern als ein ganz schnöder innen- oder außenpolitischer Gegner des Starr-Reichs.

Ähnlich verhält es sich mit den Gemini-Kriegen. Vorher nie gehört, scheinen sie wohl in den „verlorenen Jahren“ passiert zu sein. Was es hiermit auf sich hat, ist noch unklar. Auf jeden Fall wurde in den letzten Heften immer mal besagter Krieg erwähnt, von dem man eigentlich keine Ahnung vom wer, wann, wo, was hat. Es dürfte interessant sein, was hieraus folgt. Das Thema würde sich super für eine neue Auflage der Zaubermond-Romane eignen. Ähnlich der „LOST ERA“-Reihe aus dem „Star Trek“-Universum könnte man so die verlorenen Jahre der Serie unter anderem mit dem Gemini-Krieg erkunden. Aber vielleicht treten die Akteure aus dem Krieg ja noch einmal in der Serie auf und der Krieg wird durch Rückblenden erklärt. Auch für dieses Thema gilt jedoch, dass man derzeit durchaus davon ausgehen kann, dass die Erwähnungen auch einen Sinn haben.

Außerdem ist die Handlung um die Geheimorganisation Grafschaft noch ungeklärt. In einem der vorherigen Romane wurde diese Handlung in Verbindung mit dem ehemaligen Ratspräsidenten Rudenko gebracht. Die Organisation erinnert aber an eine Art „Sektion 31“ im „Sternenfaust“-Universum. Man weiß nur noch nicht, ob sie ähnlich skruppellos ist und welche Ziele sie verfolgt.  Es könnte also sein, dass auf den Leser demnächst noch eine Reihe weitere Enthüllungen zukommen. Enthüllungen, die dann auch nichts mehr mit übermächtigen Völkern, sondern mit den korrupten Wirtschafts- und Militärstrukturen der Solaren Welten zu tun haben.

Hakaamya upoIn dem letzten Zweiteiler wagte die Serie dann einen Rundumschlag. Die Bedeutung der Basiru-Aluun und der Dronte wurde enthüllt. Außerdem wurde deutlich, dass die Menschheit bei ihren bisherigen, in der Serie dargestellten Konflikten fast immer von den Kad'Chie beeinflusst wurde. Für die Leser der Serie waren das echte Neuigkeiten. Außerdem wurde durch diese Hefte erst wieder in Erinnerung, dass ja auch die Dronte entfernt etwas mit den Toten Göttern zu tun hatten. Allerdings könnte sich der Zweiteiler noch als Spannungskiller erweisen. Denn während der Leser alles weiß, weiß die Menschheit gar nichts. Nur die Basiru-Aluun wissen nun die Wahrheit, der einzige Alendei, der ebenfalls etwas wusste, ist tot. Der Leser weiß auch, was die Kad'Chie planen und ahnt, dass die Menschheit nicht nur von den Bewohnern von Sol X, sondern auch durch die Kad'Chie bedroht ist.

Nun muss die Menschheit es aber auch irgendwie herausfinden. Hier können die Autoren entweder eine Meisterleistung erbringen oder den Leser langweilen. Denn wenn es jetzt gelingt, die Entdeckung dieser Erkenntnisse durch die Menschheit (und am Besten die Crew der Sternenfaust) spannend zu schildern, dann wäre das wirklich beeindruckend. Denn eigentlich ist es sehr schwierig, Charaktere spannend etwas herausfinden zu lassen, was der Leser längst weiß. Wenn man die Menschheit aber einfach schnell und schmerzlos die Erkenntnisse mitteilt, verschenkt man viel Potential. Es kann aber auch schnell passieren, dass man den Leser langweilt. Denn wenn die Menschheit zum Beispiel jetzt über mehrere Hefte rätselt, was die Kad'Chie vorhaben, wer sie sind und warum sie so viele Sphären schicken, dürfte das langweilig sein.

Interessant wird aber sein, wie die Wanagi auf die Ankunft der Kad'Chie reagieren. Sie sind ebenfalls eine Bedrohung für die Menschheit, schließlich haben sie mittlerweile nicht nur einen Planeten im Sonnensystem, sondern auch eine große Kolonie auf der Erde. Aber auch sie wollen die Galaxis beherrschen. Das dürfte sich mit den Interessen der Kad'Chie beißen und ein Konflikt ist vorprogrammiert. Mit etwas Glück entledigt sich die Menschheit so zweier fieser Gegner, mit etwas Pech wird sie zwischen den Fronten verrieben.

Das gute Konzept, mal wieder einen Zyklus etwas mehr auf Einzelromanen basieren zu lassen, hat also offensichtlich nicht dazu geführt, dass die Haupthandlungen aus dem Blickfeld geraten sind. Während der Zyklus bisher mehr Antworten zur Serienmythologie als jeder andere gegeben hat, wirft er auch eine Reihe weiterer, interessanter Fragen auf, die sowohl auf ein spannendes Ende dieses Zyklus als auch auf interessante, mal wieder etwas bodenständigere Handlungen hindeuten.

Dieser Zyklus ist aber vor allem deswegen gut, weil man mittlerweile wieder darauf vertrauen kann, dass die Macher der Serie ein Gesamtkonzept haben. Dies fehlte vor dem Exposé-Autorenwechsel. Damals bedeuteten Einzelromane in der Regel einfach, dass man eine schwache Handlung strecken wollte. In diesem Zyklus zeigt sich, dass Einzelromane für die Charaktere durchaus wichtig sein können – man merkt schon wieder, wie sie angesichts der größeren Entwicklungen in den letzten Romanen wieder in den Hintergrund rücken – und auch ein Mosaikstück für die Haupthandlung darstellen. Mit dem Grundvertrauen, dass alles irgendwann auch Sinn machen wird, lässt sich die Serie auch genießen.

Kommentare  

#1 Jonas Hoffmann 2011-08-07 19:45
hmm,

Zitat:

Allerdings könnte sich der Zweiteiler noch als Spannungskiller erweisen. Denn während der Leser alles weiß, weiß die Menschheit gar nichts.
verstehe ich nicht.

Ist es nicht ein Stilmittel in Horrorfilmen (Horror ist hier ja die Aussicht auf das Ende ;) ) den nichtsahnenden Protagonisten von vorne zu zeigen und im Hintergrund erscheint das Monster, das der Protagonist aber nicht bemerkt. Das ist doch der typische Gänsehauteffekt, wenn man vor dem Fernseher sitzt und dem Protagonisten verzweifelt eine Warnung zurufen möchte...
#2 Thomas 2011-08-07 20:00
Stimmt - Horrorfilme, die aus der Sicht des "Monsters" erzählt werden, sind ziemlich selten. Eine Ausnahme stellt wohl der berühmt-berüchtigte "Maniac" (1980) von William Lustig dar, aber auch in diesem Streifen wechselt hin und weder die Perspektive, bei denen der Zuschauer den einen oder anderen Schockmoment dann aus der Sicht der Opfer wahrnimmt...
#3 Remis Blanchard 2011-08-07 20:46
Einen Hinweis auf die grosse Leere gibt es in Band 160: Die Space-Oma geschrieben von Thomas Höhl. Auch hier werden die Erwartungen hoch geschraubt und ich kann nur hoffen, dass das Zyklusende ein Knüller wird und nicht so ein Flop wie bei Maddrax.
#4 mDiS 2011-08-07 21:09
Also den Vergleich zum Horrorfilm teile ich nicht ganz. Denn da ist es durchaus im Bereich des möglichen, dass eine Hauptperson das Zeitliche segnet, außer natürlich die Szene spielt sich in Minute 15 ab und es gibt nur eine Hauptperson. Aber wenn ein Volk plant, unsere gesamte Galaxis mit mehr verrückt machenden Sphären als Sternen zu fluten, dann weiß ich, dass das nicht kommen wird. Außer Sternenfaust wird mit einem Knall eingestellt oder begibt sich auf Rhodans-Pfade und wechselt in einer andere Galaxis. Beides halte ich nicht für wahrscheinlich.

Dementsprechend geht es ab dem Moment der Enthüllung nur noch darum, wie die Menschheit dieses Problem jetzt löst. In diesem Fall muss sie das Problem aber erst einmal feststellen und das kann (muss aber nicht) zum Spannungskiller werden.

Aber vielleicht liegt diese Sicht auch daran, dass ich Horrorfilmen noch nie wirklich etwas abgewinnen konnte...
#5 Thomas höhl 2011-08-09 12:46
Hitchcock hatte ja die "Bombentheorie" entwickelt. Es ist besonders, wenn der Zuschauer weiß, dass unter dem Tisch eine Bombe tickt, die Figuren aber nichts davon ahnen. Beim Horrorfilm ist das üblich. Der Zuschauer sieht, dass ein Killer im Raum ist, die Figuren sind oft ahnungslos.

Ansonsten: Das "Sternenfaust"-Finale wird die Meinung der Fans spalten, es wird das Universum auf den Kopf stellen und unendlich spannend sein! Top, die Wette gilt! ;-) ;-) ;-)

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