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# 83: Hexen Hermanns Horror Hühner

As Time Goes By# 83: Hexen Hermanns Horror Hühner

W. K. Giesa war also wach. Seine Flüche und kurze Zeit er selbst folgten uns treppab.

Man erinnere sich. Rolf Michael und W. K. Giesa übernachteten am Vorabend des 82er Marlos Cons in Drochtersen unter dem Zinkdach der von Allwördens.

Den schlaftrunkenen W. K. weckte man mittels Richard Wagner unter einer voll aufgerissenen Stereoanlage. Nachdem sein Zorn verraucht und sich Lippstadts Schönster gewaschen und mittels Cowboyklamotten präsentabel gemacht hatte, konnte man nun frühstücken.


Meine Mutter wirbelte in der Küche und bereitete das Einkochen von Marmeladen vor (ich denke es war Johannis- und Erdbeer (lecker), sowie Kirsche. Daher meinte sie, wir sollten draußen frühstücken. Und das am besten hinter dem Haus. Da schiene die Sonne so schön, der Straßenverkehr der L111 nerve nicht und es wäre noch nicht zu heiß...

Also: Während W.K. etwas im Auto suchte und Rolf sich wusch, deckte ich draußen den Tisch.

Bis dann der W.K. vom Auto zurück und Rolf aus dem Bad war, schmolz die Butter im hellen Schein der Sonne sachte dahin und bildete eine Pfütze.

Meine Mutter meinte es gut und machte noch eine Portion Hamburger Aalsuppe warm (zur Erklärung: Der Name der Suppe meint nicht notwendigerweise, dass auch der Fisch enthalten ist (obwohl er es war), das ist vielmehr Plattdeutsch und bezeichnet „Alles“). Die Schwierigkeit bei der Suppe ist allerdings das Eigelb reingerührt wird und das manchmal stockt und die Suppe so an Ansehnlichkeit verliert. Die sieht dann eher aus wie schon mal gegessen (was aber dem Geschmack keinen Abbruch tut).

W.K. erschien, sah in den Topf und schmierte sich mit den paar noch festen Bestandteilen der Butter ein Brötchen. Rolf füllte sich tapfer eine Portion auf und aß mit Todesverachtung.

Der Vormittag ist nun die Zeit, da die Hühner ihre Eier legen und nach vollbrachter Tat dies auch laut zu kund und zu wissen geben. Der hintere Teil unseres Grundstücks war nun zweigeteilt. Der rechte Teil war Gemüsegarten, davor abgetrennt durch eine Bromheerhecke einige Johannis- und Stachelbeeren und die gepflasterte Veranda auf der wir frühstückten.

Die Geräusche der Hühner drangen ungefiltert und in voller Lautstärke zu uns. Aber nicht nur die. Unser Hahn fühlte sich bemüßigt auch noch zu antworten. Die Lautstärke war enorm. – Das Gegacker und Gekrähe groß ...

W. K. verbrachte einige Minuten damit, sich Wagner in voller Lautstärke zurückzuwünschen. Rolf hingegen genoss lächelnd das Konzert der Vögel, wohingegen ich (der das ganze gewohnt war) völlig unbelastet vor mich hin plauderte.

Nach einer Weile kündigte dann W.K. Giesa dann mit Leidensmiene an, er werde für den Zauberspiegel die Geschichte „Hexen Hermanns Horror Hühner“ verfassen.

Dies geschah dann auch. Und das war einer der Folgen dieses warmen Juli-Vormittags.

Aber es ging noch weiter ... Wir mussten ja noch nach Harburg und ich wählte nicht die Route über die B73 ... Werner wünschte sich später, ich hätte ihn auf einer der unfallträchtigsten und gefährlichsten Bundesstraßen geführt.

Aber dazu nächste Woche mehr ...

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