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Geheimaktion Crossbow - Fliegende Bomben aus Deutschland

Geheimaktion Crossbow

Fliegende Bomben aus Deutschland

 

Die „Geheimaktion Crossbow“ gab es in den Jahren 1943 bis 1945 tatsächlich. Zwanzig Jahre später hat der britische Regisseur Michael Anderson aus den Vorkommnissen einen spannenden, stargespickten Kinofilm gezimmert, der Spionage- und Kriegsfilmelemente effektvoll miteinander vermengt. Nun ist der Film erstmals auf BluRay erschienen, in einem hübschen Mediabook von Plaion Pictures.

Als der Zweite Weltkrieg mit der geplanten Invasion der alliierten Streitkräfte in der Normandie in eine neue Phase einzutreten versprach, ließen Mitteilungen über den Fortschritt der Raketenforschung von Nazideutschland bei den Verbündeten die Alarmglocken schrillen. Was, wenn die groß angelegte Invasion im vom Dritten Reich besetzten Frankreich durch eben diese Raketen blutig niedergeschlagen würde? Mit Feuereifer machte man sich daran, Luftaufnahmen auszuwerten und nach Test- und Produktionsanlagen der deutschen Raketenproduktion zu suchen. Und wurde dabei tatsächlich fündig. In Peenemünde auf der Insel Usedom entdeckten die Briten die sogenannte Heeresversuchsanstalt, in der die Nazis an den V-Waffen (V stand dabei für Vergeltung oder Vengeance) forschten, mit denen sie zunächst London, später dann sogar New York in Schutt und Asche schießen wollten. Die Operation Crossbow diente den Alliierten nun dazu, sowohl die Heeresversuchsanstalt Peenemünde als auch die diversen Abschussrampen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden gezielt unter Beschuss zu nehmen, um die Pläne Hitlers und seiner Forscher im Keim zu ersticken. Die Drehbuchautoren rund um Emeric Pressburger („Die roten Schuhe“), der hier unter dem Pseudonym Richard Imrie mitgeschrieben hat, würzten die Geschichte noch mit der Infiltration der Nazi-Produktionsstätten durch britische Geheimagenten, die noch dazu Wissenschaftler waren und fließend Deutsch sprachen.

Winston Churchill (Patrick Wymark) beauftragt seinen Rüstungsminister Duncan Sandys (Richard Johnson), die Theorien prüfen zu lassen, ob die Nationalsozialisten tatsächlich in der Lage sind, Langstreckenraketen auf die alliierten Streitkräfte abzufeuern. Wissenschaftler Prof. Lindemann (Trevor Howard) hält das für unmöglich, aber die Agenten von General Boyd (Sir John Mills) liefern Beweise, dass an den Gerüchten etwas dran ist. Kurzerhand lässt Boyd nun nach Männern suchen, die einen wissenschaftlichen Hintergrund haben und gut genug Deutsch oder Niederländisch sprechen, um sich den Nazis überzeugend als willige Ingenieure für den Endsieg anzudienen. Lieutenant John Curtis (George Peppard), Captain Phil Bradley (Jeremy Kemp) und Robert Henshaw (Sir Tom Courtenay) erfüllen die Voraussetzungen und durchlaufen ein Schnell-Training, um kurz darauf per Fallschirm über Holland abgesetzt zu werden. Nun sollen sie sich eigentlich als Freiwillige dem Raketenforschungsprogramm des Dritten Reiches anschließen, aber Henshaws holländischer Deckname wird wegen Mordes von der Polizei gesucht. Und bei Curtis steht plötzlich Nora van Ostangen (Sophia Loren) im Hotelzimmer, die auf der Suche nach ihrem geschiedenen Mann ist, dessen Identität Curtis angenommen hat.

„Geheimaktion Crossbow“ ist ein Actionfilm nach tatsächlichen Begebenheiten des Zweiten Weltkriegs und teilweise in der aufwändigen Schau-Manier eines James-Bond-Films inszeniert. Der mitunter sehr spannende Streifen vermeidet größtenteils Klischeekonstellationen und muss ohne das hollywoodtypische Happy Ending auskommen. Nicht gerade ein Klassiker, aber ein gelungenes Genrebeispiel mit attraktiver Besetzung. Michael Anderson hat auch diese Großproduktion überzeugend und nach wie vor kurzweilig in Szene gesetzt. Die digitale deutsche Erstveröffentlichung bei Plaion Pictures erfolgt im Mediabook, das eine DVD und eine BluRay des Films enthält. Das Bild (im Widescreen-Format 2,35:1) ist gestochen scharf und von hoher Detailgenauigkeit. Der Ton liegt in der englischen Originalfassung im DTS HD Master Audio 5.1 vor, die zeitgenössische deutsche Synchronfassung leider nur im DTS HD Master Audio 2.0 Mono. Optional sind deutsche und englische Untertitel verfügbar. Die Extras umfassen ein 24seitiges Booklet mit einem Text des Filmpublizisten Stefan Jung, ein zeitgenössisches PR-Featurette über die historischen Hintergründe („Ein Blick zurück auf Crossbow“, 10 Minuten, deutsch untertitelt), den deutschen Vor- und Abspann (3 Minuten), den englischen Kinotrailer und eine sehr umfangreiche animierte Bildergalerie (mit über 100 internationalen Werbemotiven zum Film).

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