Colony
Colony
Vor einem Jahr haben fremdartige Invasoren die Welt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kolonie Los Angeles ist in von Mauern getrennte „Blocs“ unterteilt und wird von bewaffneten Spezialeinheiten und Drohnen kontrolliert. Der ehemalige Special Forces-Soldat Will Bowman (Josh Holloway, LOST) wird von den Machthabern beauftragt, den Widerstand zu zerschlagen. Doch seine Frau Katie (Sarah Wayne Callies, THE WALKING DEAD) ist insgeheim Teil einer Widerstandszelle und sieht nun eine Chance, die verhassten Besatzer zu infiltrieren. Die Familie steht vor existenziellen Fragen: Kollaborieren, Widerstand leisten, oder den Fluchtversuch wagen?
Die Stimmung der Serie ist durchweg bedrückend. Kleine Inseln des scheinbaren Friedens werden durch die harte Realität im Bloc Los Angeles durchbrochen. Das Ganze erinnert stark an ein Ghetto. Der Eindruck verschärft sich zunehmend wenn klar wird, dass hier ein nicht nur fremdes, sondern zudem noch unterdrückendes Regime durch die Hände von Kollaborateuren regiert. Dass die Symbolik dem Nationalsozialismus derart plakativ folgt wäre gar nicht nötig gewesen und nimmt dem Ganzen ein wenig von der Ernsthaftigkeit. Warum Außerirdische nun ausgerechnet rote Flaggen mit einem weißen Kreis und einem schwarzen Symbol darin nutzen sollten? So weiß aber wenigstens jeder, dass die Außerirdischen nichts Gutes im Sinn haben. Das wird aber mit der Zeit auch ohne solche Symbolik schnell klar.
Dass Außerirdische die Erde besuchen und nichts Gutes im Schilde führen, ist prinzipiell nichts Neues. Besonders populär war das Thema in der 1980er Serie „V – die außerirdischen Besucher kommen“, dessen Neuauflage leider zu früh abgesetzt wurde. Was „V“ zeigte, waren die Außerirdischen. Bei „Colony“ warten wir sehr lange darauf, mehr als nur Drohnen zu sehen. Doch „Colony“ zeigt, wie es den Menschen ergeht, die in einem solchen, rigide kontrollierten Gebiet leben müssen. Innerhalb der 3 Staffeln verfolgen wir den Weg der Familie Bowman und anderer Charaktere in ihrem täglichen Kampf ums Weiterleben. Gegen das System, mit dem System und auch irgendwie dazwischen durchgemogelt.
Leider gibt es keine weitere Staffel. Das ist nicht zwingend nötig, denn obwohl das Ende der Serie ein paar Cliffhanger bietet, kann man dieses Ende auch akzeptieren. Eine vierte Staffel hätte allerdings noch ein bisschen mehr von dem zeigen können, was man bei einer solchen Serie erwartet … nämlich die Außerirdischen. Aber „Colony“ spielt sehr bewusst mit dieser Erwartung und verwehrt uns lange den Blick auf die Unterdrücker aus dem Weltraum. Die Serie beschäftigt sich vielmehr mit dem Überlebenskampf der ganz normalen Menschen, die schlicht keine Gelegenheit haben, die fremden Besucher zu Gesicht zu bekommen.
Insgesamt ist „Colony“ sehr gelungen und erzählt eine spannende Geschichte über Unterdrückung, Kollaboration, Widerstand und Überlebenskampf.
Spielzeit: 1512 Minuten




Was „V“ nicht zeigt … und umgekehrt
Kommentare
Ich fand das gut erzählt, aber es gab aucb Logiklöcher. Ich habe mich immer gefragt, warum die Außerirdischen sich sogar mit irdischen Namen ansprachen (zb. Diana ) und in ihren menschlichen Masken herumliefen, wenn sie weit weg von den Menschen waren, z.b. auf ihrem Raumschiff, wo sie garantiert unter sich waren.
Mal sehen, ob ich mir Colony noch ansehen werde..