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Riskante Befreiungsaktion - »24 Stunden bis zur Hölle«

24 Stunden bis zur HölleRiskante Befreiungsaktion
»24 Stunden bis zur Hölle«

Die meisten dürften John „Bud“ Cardos (1929-2020) als Regisseur des Tierhorrorfilms „Mörderspinnen“ mit William Shatner kennen, der Ende der 1970er Jahre ganz im Trend entsprechender Genreentwicklungen lag. Rund zehn Jahre später arbeitete Cardos an „24 Stunden bis zur Hölle“ zum ersten Mal mit Harry Alan Towers zusammen, der für das Söldner-Film-Rip-Off auch wieder die Idee beigesteuert hatte. Nun ist der Film erstmals auf DVD erschienen.

24 Stunden bis zur HölleHarry Alan Towers (1920-2009) hat sich noch zu Lebzeiten den Ruf eines der umtriebigsten und geschäftstüchtigsten Produzenten der ganzen Filmbranche erarbeitet. Es gab kaum ein Genre, vor dem der gebürtige Londoner nicht zurückgeschreckt wäre, alles, was sich an den Kinokassen als erfolgreich erwiesen hatte, wurde über kurz oder lang auch von Towers verwurstet. Weit über einhundert Filme gehen auf sein Konto, von der überaus erfolgreichen „Dr. Fu Man Chu“-Filmreihe mit Sir Christopher Lee über den Wallace-Film „Das Rätsel des silbernen Dreiecks“, das Starvehikel „Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen“ bis hin zu Action- und Abenteuerfilmen der 1980er Jahre wie „Warrior Queen“, „Gor“ oder „River of Death – Fluss des Grauens“. „24 Stunden bis zur Hölle“ fällt in die letztgenannte Kategorie und entstand in Folge erfolgreicher Söldnerfilme wie „Die Wildgänse kommen“, die altgediente Hollywood-Recken auf Befreiungsmissionen in Entwicklungsländer unter Militärdiktatur schickten.

24 Stunden bis zur HölleMichael Smith (Jonathan Rands) wurde in Angola als CIA-Agent entlarvt und von der Militärregierung unter dem Kommando des sinistren deutschen Majors Schneider (Robert Vaughn) inhaftiert, wo ihm unter Folter weitere Informationen abgenommen werden sollen. Michaels Vater, der ehemalige US-Marine-Colonel William Smith (Ernest Borgnine), hat davon erfahren und möchte seinen Sohn mit einem Söldnertrupp aus seiner Misere befreien. Vom Waffen- und Diamantenhändler Elia (Herbert Lom) erhält er Informationen über den genauen Aufenthaltsort Michaels. Zusammen mit seinem alten Freund Rick Weston (Daniel Greene) stellt er das Team zusammen, u.a. bestehend aus der hübschen Sam (Nancy Mulford), den Kampfexperten Chuck (Leon Isaac Kennedy), Toshiro (Peter Kwong) und Blade (Arnold Vosloo) sowie dem Veteranen Robbins (Larry Taylor). Gemeinsam machen sie sich auf den Weg durch Wüstengebiete und den Dschungel, und bekommen schon rasch Probleme mit Captain David Simpson (Oliver Reed), der dem Geheimdienst in Namibia vorsteht und mit dessen Männern das Team bereits aneinandergeraten war. Als es ihnen dennoch gelingt, sich bis nach Angola durchzuschlagen, treffen sie dort auf den Rebellenführer Sekatsi (Simon Sabela), der mit Major Schneiders Truppen ebenfalls noch ein Hühnchen zu rupfen hat.

24 Stunden bis zur HölleInhaltlich sollte man hier nicht allzu viel erwarten, „24 Stunden bis zur Hölle“ ist ein Schaufilm, der sich größtenteils durch exzessive Ballereien, Explosionen und artistische Stunts auszeichnet. Neben tollen On-Location-Aufnahmen hat er auf der Habenseite darüber hinaus noch die besten Darsteller der B-Liga zu bieten, die diesen C-Film stellenweise über den Genredurchschnitt heben. Aber selbst Filmveteranen wie Ernest Borgnine und Herbert Lom scheinen hier kaum Führung gehabt zu haben und üben sich in wildem Chargieren und unsäglichem Grimassenschneiden. Wenn man weiß, was einen hier erwartet, kann man hingegen nicht wirklich enttäuscht werden. Die DVD-Erstveröffentlichung bietet ein ganz passables, wenngleich auch nicht berauschendes Bild (im Vollbildformat 1,33:1). Der Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0) ist zumindest in der deutschen Synchronfassung (in der immerhin Horst Frank für Ernest Borgnine zu hören ist!) etwas kratzig-dumpf ausgefallen. Als einziges Extra hat man den englischsprachigen Originaltrailer zum Film mit aufgespielt.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2022-10-27 09:45
Zitat:
Inhaltlich sollte man hier nicht allzu viel erwarten, „24 Stunden bis zur Hölle“ ist ein Schaufilm, der sich größtenteils durch exzessive Ballereien, Explosionen und artistische Stunts auszeichnet.
An diese "Söldner/Wildgänse-Nachzieher" bin ich bereits in den seligen 1980ern "grusslos" vorbeigezogen. Im Kino habe ich Ende der 1970er nur das "Star Vehicle" "Die Wildgänse kommen/The Wildgeese,1978" gesehen. Den fand ich damals so schlecht nicht - auch, wenn er mir eher wie ein "überzogenes" Helden-Epos vorkam. Die leicht verspätete Fortsetzung "Wildgänse II,1985" lief hier bei uns gar nicht mehr im Kino- den konnte ich allerdings später auf Video "geniessen". Der war ja ganz anders aufgebaut und gefiel mir wohl gerade deshalb. Allerdings kam mir die Idee, dass ein paar Söldner Rudolf Heß befreien sollten, schon sehr absurd vor.

Mit den deutsch/italienischen Folgefilmen (u.a. "Geheimcode Wildgänse...usw.) der 1980er hatte ich letztendlich "nüscht mehr am Hut".

Wasn nun Filme betrifft, bei denen Regisseure oder Produzenten wie John Bud Cardos und Harry Allan Towers (aka: Peter Wellbeck) die Finger im Spiel haben, sind meine Erwartungen eh ziemlich heruntergeschraubt.

Natürlich kann man von solchen Leuten keinen A-Film erwarten - das dürfte klar sein. Und wer auf solche Dinger steht, der weiss dann eh, was ihn erwartet.

Ich bin Trashmovies bekanntlich auch nicht unbedingt abgeneigt - ansonsten müsste ich von Filmen anderer Genres (z.b. SF oder Horror) konsequenter Weise die Finger lassen.

Ich mag nur dieses Söldner-Gedöns - weder im Kino, noch als Scheiben-Release. Es besteht also kaum die "Gefahr", dass ich mir den hier vorgestellten Streifen in den Player schieben würde. :-)

Natürlich gibt es andere Filmgeeks, denen es vor gar nichts graust... :-*

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