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Die Geburt der Ewigen Stadt - »Romulus und Remus«

Romulus und RemusDie Geburt der Ewigen Stadt
»Romulus und Remus«

Drei Jahre vor „Romulus und Remus“ war der Bodybuilder Steve Reeves (1926-2000) durch den Muskel- und Sandalenfilm „Die unglaublichen Abenteuer des Herkules“ weltberühmt geworden. Ein gutes Dutzend weiterer italienischer Serienfilme sollten bis 1964 folgen, in denen Reeves in der Hauptrolle seine wohlgeformte Brust ins rechte Licht rücken durfte. Nicht zuletzt durch seinen Co-Star Gordon Scott ist „Romulus und Remus“ einer der besten aus der Serie.

Romulus und RemusAuch Gordon Scott (1926-2007) war ein leidenschaftlicher Bodybuilder, dessen imposante Statur ihm 1955 die ikonografische Rolle des Tarzan  einbrachte, entdeckt von Produzent Sol Lesser und aufgebaut als ultimativer Nachfolger seiner beiden Leinwandvorgänger Johnny Weissmuller  und Lex Barker. Und so warben die Verleiher anno 1961 bei „Romulus und Remus“ auch mit Schlagzeilen wie „Herkules trifft auf Tarzan“! Reeves und Scott, die hier Zwillingsbrüder spielen und tatsächlich beide 1926 auf die Welt kamen, waren auch privat gut befreundet. Es war sogar Reeves‘ Idee, als zweite Besetzung für die Verfilmung der Entstehungsgeschichte Roms als seinen Zwillingsbruder seinen Kumpel Gordon Scott vorzuschlagen. Dass der von Sergio Corbucci („Django“, „Leichen pflastern seinen Weg“) inszenierte Film zu den besseren des inflationären Genres gehört, liegt sicherlich auch an der Tatsache, dass am Drehbuch Profis wie Ennio de Concini („Scheidung auf Italienisch“, „Allein gegen die Mafia“) und Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod“, „Es war einmal in Amerika“) beteiligt waren. Und die exzellente Kameraarbeit ist ein Verdienst Enzo Barbonis, die später unter dem Pseudonym E.B. Clucher Kassenhits wie „Zwei bärenstarke Typen“ und „Vier Fäuste gegen Rio“ mit Bud Spencer und Terence Hill inszenierte.

Romulus und RemusAls Säuglinge werden Romulus und Remus von ihrer Mutter Rea Silvia (Laura Solari) ausgesetzt, weil diese die Rache des Tyrannen Amulius (Franco Volpi) fürchtet. Die Babys werden von einer Wölfin gestillt und später von einem einfachen Schäfer (Andrea Bosic) großgezogen. Als junge Männer sind Romulus (Steve Reeves) und Remus (Gordon Scott) auf Gaunereien angewiesen, weil sich Amulius mittlerweile zum König gekrönt und das Land unterjocht hat. Die Brüder wollen die Gerechtigkeit zurück in ihr Land bringen. Bei einem Besuch von Festspielen verliebt sich Romulus in Julia (Virna Lisi), die Tochter des Sabiner-Königs Tazius (Massimo Girotti). Als die Brüder dann auch noch von ihrer königlich-göttlichen Abstammung erfahren, setzen sie alles daran, Amulius vom Thron zu verjagen und eine neue Stadt zu gründen, die eine ewige Stadt werden soll – Rom.

Romulus und RemusEin opulentes Breitwandepos mit sich bekämpfenden Statistenheeren, das es locker mit vergleichbaren Hollywoodproduktionen aufnehmen kann. Einen derart großen Aufwand hat man in einem Film dieses Genres bislang selten gesehen. Interessant wird der Film darüber hinaus durch die Zusammenarbeit der beiden Muskelprotze Steve Reeves und Gordon Scott, was die Fans begeistern dürfte. Von kleineren Längen abgesehen, ist dies sicherlich einer der überzeugendsten Beiträge aus dem italienischen Antikkino. Die BluRay-Erstveröffentlichung bietet ein exzellentes Bild von hervorragender Schärfe (im Widescreen-Format 2,35:1). Der Ton (Deutsch, Italienisch und Englisch im DTS HD Master Audio 2.0, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist klar und ebenfalls nicht zu beanstanden. Das Bonusmaterial umfasst die deutsche Kinoversion (mit 101 Minuten acht Minuten kürzer als die Originalfassung, bei der die rekonstruierten Szenen im italienischen Original mit deutschen Untertiteln eingesetzt wurden), den US-Trailer, eine größere animierte Bildergalerie sowie das Special „Stunt-Ikone Giovanni Cianfriglia“ (7 Minuten), in dem das langjährige Double von Steve Reeves zu Wort kommt.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2021-05-01 00:12
Habe ich in den 1970ern bei uns abends im Kino gesehen. Gordon Scott kannte ich ja noch aus seinen Tarzan-Filmen, aber Steve Reeves war für mich damals noch recht unbekannt. Aus heutiger Sicht gesehen, war "Romulus und Remos" schon sehr unterhaltsam, aber mehr eben auch nicht.

Die Tatsache, dass man Gordon Scott nach seinen Tarzan-Filmen eigentlich nur noch in italienischen B-Movies sah, lässt natürlich auch tief blicken.
Offensichtlich wollten die amerikanischen Studios Scott nichts anderes als Tarzan zutrauen. Was bleibt dann noch übrig, wenn man in dem Metier nicht arbeitslos werden will.

Ein ähnliches, schauspielerisches Schicksal hatte ja auch sein Vorgänger Lex Barker. Allerdings konnte der sich wenigenstens nach seinen "Tarzan-Auftritten" noch eine Weile in amerikanischen Produktionen halten.

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