In brightest day, in blackest night - Teil 144: With this Ring …!
In brightest day, in blackest night
Teil 144: With this Ring …!
John Stewart wird gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Die Richter glauben ihm nicht, dass nicht er seine Lebensgefährtin Katma Tui umgebracht hat, sondern Star Saphire.
Die Beweise zu einer Verurteilung reichen nicht aus, aber trotzdem wird John nicht auf freien Fuß gesetzt. Das afrikanische Land South Nambia hat einen Auslieferungsantrag gestellt, denn kürzlich kam es in dem Land zu einem Zusammenstoß zwischen Green Lantern und Diamantenschiebern. Hinter der Maske steckte zwar Hal Jordan, aber trotzdem sind die Verantwortlichen daran interessiert, den dunkelhäutigen Stewart vor Gericht stellen zu können. In dem Land besteht eine Rassentrennung und man will Stewart vorführen.
Hal übergibt John einen funktionstüchtigen Ring, um aus dem Gefängnis zu entkommen. Der aber fügt sich zunächst in sein Schicksal und will sich dem Prozess stellen. Als er von den weißen Wärtern misshandelt wird, bricht er mit einigen anderen Schwarzen aus dem Gefängnis aus.
Seine Mitgefangenen sind Mitglieder einer Widerstandsgruppe, denen John sich anschließt. Sie begehen Anschläge gegen die weiße Bevölkerung und gehen dabei nicht gerade zimperlich vor. Als die Gruppe einen Terroranschlag auf einer Einweihungsfeier am Hafen begehen will, erkennt John seinen Fehler. Hal mahnt ihn bereits seit einiger Zeit, das Land zu verlassen. Als der Streit der beiden Lanterns eskaliert, detoniert die erste Sprengladung und John wendet sich zusammen mit Hal gegen die Widerstandsgruppe.
James Owsley gestaltet zusammen mit Zeichner Tod Smith diese Ausgabe über 38 Seiten. Seit Green Lantern nunmehr in der Anthologieserie Action Comics Weekly erscheint, ist dies die erste Ausgabe mit einem erweiterten Umfang.
Owsley ist selbst Afroamerikaner und wuchs unter den schwierigen Bedingungen für Schwarze in den USA auf. So schreibt er nicht nur ein Abenteuer mit der schwarzen Green Lantern John Stewart, sondern schickt ihn auch in ein afrikanisches Land, in dem strikte Rassentrennung herrscht.
Im Comic wird John an den fiktiven Staat South Nambia ausgeliefert, in dem ein weißes Apartheid-Regime herrscht und die schwarze Bevölkerung unterdrückt wird. Ohne Zweifel steht dieser Fantasiestaat Pate für Süd-Afrika.
John schließt sich nach seiner Flucht aus dem Gefängnis der Widerstandsgruppe an und ahnt zunächst nicht, dass die Männer zu den gleichen fragwürdigen Methoden greifen, wie deren Peiniger.
Superman sucht Hal Jordan auf und fordert ihn auf, seinen Kameraden zu mäßigen. Als der sich John Stewart gegenübersieht, gehen die beiden aufeinander los. John erkennt seinen Fehler, als die Widerstandsgruppe eine Bombe hochgehen lässt, um führende Vertreter der weißen Führungsschicht zu töten.
Der Leser wird sich zunächst mit John Stewart solidarisieren, ist er doch unschuldig angeklagt. Zudem ist das eigentliche Thema dieser Story Rassismus, in der James Owsley den realen Staat Süd-Afrika vor Augen hat. Im Jahr 1988 herrscht dort noch eine weiße Regierung, die der schwarzen Bevölkerung grundlegende Rechte vorenthält. Während die Weißen in den wohlhabenden Orten leben, vegetieren die Schwarzen in den Slums vor sich hin. Stewart schließt sich der Widerstandsgruppe an und wird die Sympathien des Lesers haben. Als auch diese zu vergleichbaren gewalttätigen Maßnahmen greifen, wird der Charakter der Gruppe greifbar. Die Botschaft der Story ist deutlich: Diskriminierung und Rassismus werden nicht dadurch beseitigt, dass eine Gruppe die andere besiegt. Es muss zu einer Verständigung und Aussöhnung kommen, ansonsten dreht sich die Spirale der Gewalt weiter. Es ist schön anzusehen, dass Owsley das Thema gut für eine Comicgeschichte aufbereiten kann.
Die Zeichnungen von Tod Smith passen hervorragend zum Ton der Geschichte. In klar strukturierter Abfolge reiht sich Panel an Panel, wobei nicht die Kämpfe der Figuren im Mittelpunkt stehen, sondern der kontinuierliche Fortgang der Handlung. Einige Szenen wirken ziemlich roh und unterstützen das harte Thema dieser Ausgabe. Einige Seiten sind keine typische Superheldenkost. Die Folterszenen, in denen John Stewart von den Gefängniswächtern misshandelt wird, hätten ebenso gut aus einem Agentencomic stammen können.
06/2026



