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Der Leak des Polemix oder Gallien im römischen Webzeitalter Das neue Asterixheft »Der Papyrus des Cäsar«

Asterix 36 - Der Papyrus des CäsarDer Leak des Polemix
oder Gallien im römischen Webzeitalter
Das neue Asterixheft »Der Papyrus des Cäsar«

Der neue Asterix ist da. Und gleich zeigt sich, dass ein Leck aufgetreten ist, ein Kapitel von Cäsars Memoiren, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, ist entwendet worden von einem Lohnschreiberling mit dem ominösen Namen Bigdatah. Natürlich ist der Dieb Idealist; er will die Unterdrückung wichtiger historischer Infos verhindern.


Asterix 36 - Der Papyrus des CäsarSo gelangt „Polemix“, der Rom-Korrespondent der „Gallischen Revue“ an die Unterlagen. In diesen ist, von Cäsar selbst bestätigt, eindeutig nachgewiesen, dass die Römer nicht ganz Gallien besetzt halten. Ein kleines Dorf in...man kennt das ja, aber jetzt ist es höchstöffentlich aus Rom bestätigt!

Der Kampf um diesen „Papyrus des Cäsar“ steht ganz im Zentrum des 36. Asterix-Heftes.
Die heute (Do, den 22.10.2015) erscheinende Startauflage beträgt vier Millionen Exemplare. Das Werk ist ein wenig durch das echte „De Bello Gallico“ inspiriert. Weil das Werk den klassischen bekannten Wikileak behandelt, musste es wohl auch selbst einen haben: in einer Münchener Buchhandlung gab es das streng geheimgehaltene Heft schon vor zwei Tagen zu kaufen...eine kleine Panne, die ironisch wirkt.

Der Pop-Kulturklassiker der Comichefte,hat immer noch seine treue Fangemeinde, führt er allein durch die Vorbestellungen doch schon die Amazon-Verkaufscharts an.

Jean-Yve Ferri, der Texter und Didier Conrad, der Zeichner wirken Beide hier zum zweiten mal zusammen, sind Beide übrigens im Erscheinungsjahr des ersten Asterixbandes geboren: 1959. Offenbar ist das ein gutes Zeichen, denn die Beiden haben das Heft aus einer Krise geführt, in die es schon vor einer Weile hineingeraten war, denn damals, nach dem Tode von Rene Goscinny, hatte Uderzo das Heft allein weitergeführt...und es verlor doch etwas an Humoir und Niveau. Obwohl Didier in Kalifornien wohnt, und Beide vor allem per Internet zusammenarbeiten, hat das neue Team hier einen guten Band abgeliefert. Wieder einmal hat ein Asterixheft einen hohen Gegenwartsbezug, ist aber gleichzeitig altbekannt im gallisch-römischen Werteraum verankert und der Wiedererkennungseffekt ist natürlich groß. Schon die erste „Dorf-Szene“ ist sehr gelungen: Der Postbote Rohrpostix liefert die „Gallische Revue“ aus und der Abonnent Sputnix liest das Wichtigste gleich vor. So erreicht auch die Kunde von Cäsars gerade erschienenem Bestsellerbuch „Der gallische Krieg“ die Gegend um Aremorica. Das Horoskop des Druiden Apollosix wirkt für die Gallier aber interessanter als diese Nachricht

Asterix und Obelix sind beide im Zeichen der Eberesche geboren: Hier heißt ihr Horoskop: „Meiden Sie Konflikte, mehr Selbstkritik, weniger Wildschwein!“ Diese Aufgabe wird im laufenden Heft sehr schwer zu erfüllen sein für den blaubehosten Mann, der für sein Gewicht zu klein ist...

Obwohl die Gallier nicht so an Geschriebenes glauben, erkennen sie, dass so eine wichtige Schrift nicht verloren gehen darf.

Miraculix schlägt also vor, den geheimen Papyrus zu Archaeopterix zu bringen,dem geheimen Hüter des gallischen Wissens.(OT:Das ist die bekannte Mund-zu Ohr Kommmunikationstechnik, die z.B. von den „Büchern“ aus Bradburys Fahrenheit 451 bekannt ist). Die Römer hingegen kommunizieren nicht nur über Bücher, Zeitungen und Post, sondern auch über Brieftauben, sozusagen das Internet der Antike, das aber auch seine Macken hat, etwa, wenn eine Taube ohne Nachricht entfleucht (Anhang leer...)

Fazit: Ferry und Conrad bringen mit dem neuen Heft wieder etwas Esprit in die Serie. Der Schwung ist auf jeden Fall da, die Späße sind nicht ganz so altbacken oder voller Klischees wie noch in den letzten Heften.

Viel Wortwitz verdankt das Heft auch der Übersetzung von Klaus Jökens, und so scheint das Heft, auch, wenn es immer im Jahr 50.B.C. spielt, doch endlich in diesem 21.Jahrhundert angekommen zu sein.

Römerkloppe muss natürlich ebenso enthalten sein wie der Verzehr des allseits beliebten „Singularis Porcus“, des gebratenen Wilschweins. Ein Spaß für alle Fans und Leser.

  • Egmont Ehapa Verlag, 48 Seiten, 12 €uronen (Hardcover), aus dem Französischen von Klaus Jöken.

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