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Verlegen in Zeiten der Möglichkeiten - Keine einfachen Antworten im digitalen Zeitalter

Zauberwort - Der Leit(d)artikelVerlegen in Zeiten der Möglichkeiten
Keine einfachen Antworten im digitalen Zeitalter

Das Interview mit Steffen Meier (über den »dpr«, das (digitale) Verlegen und Selbst-Verlegen) zeigte deutlich, dass simple Wahrheiten, Patentrezepte und Pauschalen in diesen Zeiten (wie überall und wahrscheinlich auch schon früher) nicht [mehr] ziehen. Verleger (aller Couleur) müssen heutzutage darauf bauen, dass sie sich auf nichts mehr verlassen können und dürfen, sondern andere, neue Wege finden müssen, sich zurecht zu finden.

Der März ist fast vorbei und die Leipziger Messe liegt hinter uns. Verlage, große wie kleine, haben ihre Werke präsentiert. Der mediale Aufwand in Presse, Funk und Fernsehen war wieder einmal gewaltig und die Branche hat sich präsentiert.

Doch es ist schon längst nicht mehr die ganze Branche, die sich im Frühjahr in Leipzig und im Herbst in Frankfurt am Main zeigt und sich im besten Licht präsentiert. Die Branche ist kein Monolith aus den gesammelten Verlagen mehr. Die Technik Bücher (im Print und Digital) zu verlegen hat sich weiter entwickelt und ist für Jeden zu handhaben, der einen PC zu Hause hat. Digitaldruck macht es möglich auch mit Auflagen zu kalkulieren, die vor dreißig Jahren für einen akzeptablen Preis nicht mal am Fotokopierer zu realisieren waren. Hundert und weniger Exemplare sind als Auflage möglich und berechenbar. Das eBook kann man ins Netz stellen und braucht nicht einmal (physische) Lagerfläche dafür.

Goldene Zeiten! Sie brechen an. Jeder kann ein Verleger sein ... Der Buchmarkt ist vielfältiger denn je. Publizieren ist ein Volkssport geworden. Zahlreiche kleine Verlage und sich selbst verlegende Autoren haben die Branche noch bunter, aber auch noch unübersichtlicher gemacht. Es ist wichtiger denn je auf sich und sein Buch aufmerksam zu machen. Gelingt das nicht, kann das Werk noch so gut sein. Es geht unter. Ende Gelände.

Vor fünfzig Jahren noch undenkbar. Da war die Buchherstellung eine Wissenschaft und da wurden noch mit Bleilettern gesetzt und das war ein vergleichsweise teurer Spaß. Aber dann kam nach und nach die elektronische Revolution und mit ihr das Internet.

So und jetzt gibt es beinah zahllose Selbstverleger, viele Kleinverlage mit unterschiedlichen Konzepten und die großen Verlage, die sich immer mehr konzentrieren und zu großen Verlagseinheiten werden. Man sehe sich Bertelsmann an. Wahrlich, ein ›Random House‹ ist unter dem Dach des Bertelsmann-Konzern entstanden, sogar international ist es geworden. Einzelne Verlage dieser und anderer Verlagsgruppen haben ihr klassisches Profil eingebüßt, sie sind austauschbar geworden. Bestes Beispiel dafür ist die SF von Heyne. Diese Reihe, die einst unverwechselbar gibt es so nicht mehr. Man ist eben Teil eines Größeren geworden. 

Da liegt IMHO eine Chance für die Kleinen Verlage. Scharfes Profil, gut umrissen in einem Erscheinungsbild, das dieses Profil spiegelt. Leider werden die kleinen Verlage, selbst wenn sie sich über den Großhandel listen lasten vom Buchhandel ignoriert. Das ist bedauerlich, aber der Handel macht den Großteil seiner Umsätze (und letztlich auch seine Erträge) mit nur wenigen Titeln aus dem 100.000 und mehr verlegtzen Titeln pro Jahr. Was ein Follett, ein King oder ein Brown bringt, lässt den Buchhandel grinsen. Aber ein Titel von Emmerich, Arunya und so ist kein großer Bringer, selbst wenn sich diese Titel genauso bestellen lässt wie die Bestseller des Jahres.

Selfpublisher sind dann ja die Paria des Buchhandels. Aber hier muss man sehen, dass das Bestellen eines solchen Titels nicht einfach. Über den Großhandel kennt der handel seine Spannen und braucht nicht nachdenken. Aber wie soll das bei einem Selfpublisher funktionieren. Um da überhaupt eine Chance zu bekommen, muss man einen Weg finden, dem Buchhandel, diese Titel zugänglich zu machen.

Es ist wohl etwas mehr als zehn Jahre her, als ich dachte, in den Buchhandlungen würde es eBooktankstellen geben, in denen der Buchkäufer seine Bücher herunterladen kann. Doch der Buchhandel hat sich dieses Geschäfts nicht einmal versucht anzunehmen oder es zu befördern. Manchmal scheint es mir, man ist den Sechzigern oder Siebzigern geblieben, nur dass man nun nicht mehr übers Fernsehen schimpft (wie vorher übers Kino, Radio), sondern über das Internet.

Zum Glück für keine Verlage und Selfpublisher gibt es Amazon. Das Pardies. Mal schauen wie lange es dauert, bis jemand in einen Apfel beißt und die Vertreibung aus dem Paradies beginnt. Zudem wird das Angebot immer vielfältiger: Man kann eBooks leihen oder zum Teil einer Flatrate machen (was aber den Verleger und den Autor kaum sättigt). Nun hat die Schriftstellerei noch nie viele Menschen genährt, aber über Flatrates werdens nicht mehr. Die Musiker und ihre Einkünfte bei Spotify mögen da eine Mahnung sein.

Für Leseproben und Werkstattberichte stellt auch das Randgruppenmagazin Zauberspiegel zur Verfügung. Wir können einen in kleinen Rahmen nützlicher Marktplatz sein auf dem man sich und sein Werk präsentieren kann.

Aber auch wenn da der Online-Riese ist. Das Werk nur da reinzustellen, reicht nicht. Man muss was für die Aufmerksamkeit des Buches tun. Das muss man nicht nur vom Zeitaufwand kalkulieren, sondern auch kaufmännisch (es sei denn, man hat einmal was zum Geburtstag des Ehemannes geschrieben und will das Ding nur mal auf einem Buchcover sehen. Aber ansonsten gilt es das Ganze auch korrekt zu kalkulieren. 300 Seiten allein zu schreiben, zu lektorieren und dann für 2,99 € online stellen, da stimmt die Kalkulation dahinter nicht. Da könnte es eben hilfreich sein, mal Kontakt zu suchen und sich über das Thema Kalkulation zu informieren.

Und jeder, der sich nun hinstellt und die eine und reine Wahrheit zu kennen, dem sollte man nicht trauen. Es gilt für jeden Verleger und Autor sich zu vernetzen und nach Antworten zu suchen, denn das Patenrezept, einen Bestseller zu kreieren gibt es so nicht. Der Weg ist steinig und im Austausch mit anderen besser zu gehen.

Oder fällt hier wem was anderes ein ...?

Kommentare  

#1 Guido Latz 2018-03-26 08:15
"Das muss man nicht nur vom Zeitaufwand kalkulieren, sondern auch kaufmännisch (es sei denn, man hat einmal was zum Geburtstag des Ehemannes geschrieben und will das Ding nur mal auf einem Buchcover sehen,"

Da gibt es auch Verlage, die Titel ankündigen und dann auch vielleicht in einer Mini-Mini-Auflage vielleicht mal drucken.

Wieviele Kleinverlage kennst Du denn, die auf über einen längeren Zeitraum Bücher am Markt haben? Da ist doch unterm Strich ein a) Kommen und Gehen und b) fast überall mehr Schein als Sein. Da handelt es sich oft nicht um Verleger, sondern um Vollpfosten die nur so tun als wenn sie Bücher rausbringen - wenn die dann mal eine Handvoll drucken lassen von einem ihrer seltenen Titel, sind die glücklich, preisen sie ihr Tun. Mit ernsthaft Verlegen um möglichst viele Bücher zu verkaufen, hat das aber nicht selten rein gar nichts zu tun.
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#2 Kaffee-Charly 2018-03-26 20:03
Zitat: "Aber ansonsten gilt es das Ganze auch korrekt zu kalkulieren."

Das ist beim Selfpublishing leider vergebliche Liebesmüh'.
Ich bin nicht nur Wirtschaftsinformatiker und Softwareentwickler, sondern zudem auch Betriebswirt. Somit verstehe ich auch 'was von Kalkulation und Kostenrechnung.

Das nutzt mir als Selfpublisher aber gar nichts, denn Fakt ist:
Es gibt nur sehr, sehr wenige Leser, die bereit sind, mehr als 4,99 € für ein Selfpublisher-Werk zu zahlen. (Das ist meist die oberste Schmerzgrenze.) Vielen sind sogar 2,99 € schon zu teuer.

Preise, die von der Kalkulation her angemessen wären, werden einem Selfpublisher nicht gezahlt.
Damit muss man sich als SP abfinden, denn die meisten Käufer denken sich: "Ein SP ist ja kein Verlag. Ein SP macht das ja nur als Hobby. Ein SP hat ja eigentlich keine richtigen Kosten, also darf ein SP auch nicht mehr verlangen."
Verlage können mehr verlangen - und bekommen es meist auch.
Selfpublisher dagegen müssen sich mit weniger zufrieden geben, sonst bekommen sie gar nichts.
Das ist leider die traurige Wahrheit, mit der man als Selfpublisher leben muss.
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#3 Advok 2018-03-26 20:20
Kaffee-Charly:
Du hast sicher recht, was die Selfpublisher betrifft - und hier muss ich mir auch an die eigene Nase greifen.
Aber: Es liegt auch ein gewisses Risiko darin, Selfpublisher-Werke zu kaufen. Viele von ihnen sind bessere Fanzines, viele qualitativ aber weit darunter; nur wenige haben eine Qualität, die mit guten Verlagen mithalten kann.

Andererseits ist es auch erschreckend, wie viele gedruckte Bücher mittlerweile gleichfalls schlechte Qualität bieten. Wie konnte Brandhorst zum Beispiel bei Piper landen? Habe zwei Piper-Werken (nicht Brandhorst) eine Chance gegeben - war erschreckend ... Und das strahlt aus. Nie wieder Piper. Naja. vielleicht außer Brandhorst ...
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#4 Kaffee-Charly 2018-03-26 20:40
zitiere Advok:
Kaffee-Charly:
(...)
Aber: Es liegt auch ein gewisses Risiko darin, Selfpublisher-Werke zu kaufen. Viele von ihnen sind bessere Fanzines, viele qualitativ aber weit darunter; nur wenige haben eine Qualität, die mit guten Verlagen mithalten kann.
(...)

Richtig!
Das kommt noch erschwerend hinzu.
Man kann sich als SP noch so viel Mühe geben - trotzdem wird man immer wieder mit denen in einen Topf geworfen, die das Schreiben besser lassen sollten, weil sie nicht einmal in der Lage sind, einen fehlerfreien Satz auf die Reihe zu kriegen.
Dazu kommt, dass auch gute Selfpublisher keine Profis sind und keinen so ausgefeilten Stil wie diese drauf haben.
Deshalb ist es bei SP-Werken auch sehr empfehlenswert (auch bei meinen "Machwerken" 8) ), vor dem möglichen Kauf einen aufmerksamen Blick in die Leseprobe zu werfen. (Hat mich schon manches Mal vor einem Fehlkauf bewahrt.)
Aber wie du schon bemerkt hast:
Zusätzlich zu den von mir genannten Gründen stellt der Kauf eines SP-Werkes immer ein gewisses Risiko dar. Da will der potenzielle Käufer natürlich nicht zuviel Geld ausgeben -- was ich aber auch verstehen kann.
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#5 Laurin 2018-03-26 22:29
Also es gibt durchaus auch Selfpublisher, die vom Stil und ihrer Art zu schreiben so manchem das Wasser abgraben können, auch wenn diese einen Anschluss an einen Verlag gefunden und sich Autor schimpfen dürfen.
Richtig ist aber auch, dass sich diese Perlen in einer Unmenge von schreibendem Schrott bewegen und zudem noch alles selbst an der Backe haben, was ihnen ein Verlag eventuell abnehmen würde.
Dann kommt noch dazu, dass man so lange nicht wirklich ernst genommen wird, solange man nur im Bereich eBook herum dümpelt. Bevor du nicht die eine oder andere Printausgabe auf dem Verkaufsmarkt platzieren kannst, wirst du als Autor doch nicht wirklich ernst genommen. Das merkt man schon daran, dass viele bereit sind 15 Euro und mehr für eine Printausgabe auszugeben, aber die Schmerzgrenze bei einem eBook bereits zwischen zwei bis vier Euro mehr als erreicht ist. Ein eBook kann man zwar wie ein Buch auch lesen, aber es wird für den wirklichen Buchfreund und Sammler nie ein echtes Buch ersetzen können. Wirklich interessant wird doch ein eBook erst dann, wenn ich es z.B. bei Amazon aus Werbezwecken kostenlos abgreifen kann. Da kenne ich z.B. genug Leute, die, wenn sie mal auf ein sehr gutes eBook gestoßen sind, dieses natürlich auch als Printversion in ihre Sammlung einverleiben wollen (auch wenn dieses dann mehr kostet), weil es erst dann wirklich für sie ein Buch ist, welches sich lohnt zu kaufen und zu sammeln. Das geht dann nach dem Prinzip: Die guten ins Töpfchen, sprich als Printversion noch ins Bücheregal und den Rest möglichst ohne Verluste wieder in den Orkus, also löschen um Speicherplatz für die nächsten Schnäppchen bis kostenlose Angebote auf dem jeweiligen Lesegerät frei zu machen.
Aber wie gesagt würde ich mit dem Wort "Profi" vorsichtig sein, denn in den Verlagen tummelt sich auch so mancher schriftstellerische Schrott herum, der sich dieses Etikett nur zu gerne, aber unberechtigt an die Jacke heftet.
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#6 Kaffee-Charly 2018-03-26 23:22
zitiere Laurin:
Also es gibt durchaus auch Selfpublisher, die vom Stil und ihrer Art zu schreiben so manchem das Wasser abgraben können, auch wenn diese einen Anschluss an einen Verlag gefunden und sich Autor schimpfen dürfen.
(...)

Da hast du recht. Ich hab' schon ein paar Schätze gefunden, die mir sehr gut gefallen haben.

zitiere Laurin:

(...)
Dann kommt noch dazu, dass man so lange nicht wirklich ernst genommen wird, solange man nur im Bereich eBook herum dümpelt. Bevor du nicht die eine oder andere Printausgabe auf dem Verkaufsmarkt platzieren kannst, wirst du als Autor doch nicht wirklich ernst genommen.
(...)

Ich weiß nicht, wie es bei anderen Selfpublishern ist, aber bei Verkaufszahlen, die mir jeden Monat durchschnittlich 500,-€ als hübschen Nebenverdienst einbringen, würde ich das nicht als "Dümpeln" bezeichnen.
Und solange es Leser gibt, die mir für meine Hobby-Machwerke Geld zahlen, fühle ich mich mehr als genug ernst genommen.
Du vergisst übrigens, welche Zielgruppe anvisiert wird, wenn man ausschließlich E-Books publiziert.
Die Printbuch-Leser werden dabei überhaupt nicht als potenzielle Kunden berücksichtigt.
(Einer der Gründe, warum ich hauptsächlich in E-Book-Reader-Foren Werbung mache, denn da finde ich die meisten meiner Leser.)


Außerdem gibt es bei Amazon schon lange die Möglichkeit, die eigenen E-Books (dank KDP-Print) auch in gedruckter Form anzubieten - wenn man auch die Printbuch-Leser erreichen möchte.
(Seit einigen Wochen habe ich einige meiner E-Books auch als Printausgaben im Angebot. Hatte vorher weder Zeit noch Lust, dafür passende Druckvorlagen zu erstellen. Das muss man nämlich alles selbst machen und wenn man dabei Mist baut, wird auch Mist gedruckt.)
Wenn man also (deiner Aussage nach) als Autor nur mit Printausgaben am Markt ernst genommen wird, dann ist das für Selfpublisher (zumindest bei Amazon) mittlerweile auch kein Problem mehr.
(Allerdings kann man die Printausgaben nicht mehr wie E-Books zu Dumpingpreisen anbieten - die Druckkosten und der Amazon-Anteil bilden da eine Untergrenze.)
Es gibt zwar immer noch einige qualitative Schwächen bei KDP-Print-Büchern, aber daraus könnte sich vielleicht sogar eine zusätzliche Konkurrenz für die Verlage entwickeln.
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#7 Laurin 2018-03-27 00:06
@ Kaffee-Charly:
Klar, wenn ich nur eBook machen will, dann werde ich Printleser natürlich nicht anvisieren. Das muss ja auch jeder für sich selber entscheiden, ob er sich die Arbeit mit den Printausgaben machen will oder nicht.

Aber ich habe hier mittlerweile schon so einige Selfpublisher vorgestellt (bzw. ihre Romane/Kurzgeschichtenbände), weil sie für mich erstens überraschend gut geschrieben haben und mit manchen frischen Ideen aufwarten konnten und (ganz wichtig), weil sie auch den Weg zur Printausgabe beschritten haben.

Über Facebook bekam ich dann mal eine Zeit lang jede Menge Angebote von Selfpublishern, die mir ihr neustes eBook (oder auch als PDF-Version) zuschicken wollten, damit ich davon hier eine Rezi verfasse. Ich habe dann mal leise nach einer Printversion gefragt die ich eventuell sogar nach der Sichtung einer Leseprobe auch selber kaufen würde, bekam aber dann gesagt, dass das eBook schließlich das Buch der Zukunft wäre. Als ich ihnen dann sagen musste, dass ich keine Rezis von etwas verfasse, was mir nicht als Printausgabe vorliegt, brachen für die erst einmal Welten zusammen. Aber ich bin da ehrlich, für mich ist ein eBook erst einmal eine billige Daten-Massenproduktion die für mich mit drei Euro schon sehr gut bezahlt wäre und für eine Rezi sollte schon eine Printausgabe verfügbar sein, die sich mit Recht als Buch für die breite Leserschaft (einschließlich der Sammler bestimmter Genre) bezeichnen darf. Wer da nur für die Reader-Leser schreibt, der mag da einen Rezensenten auch für die entsprechende Nische suchen.
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#8 Kaffee-Charly 2018-03-27 00:20
Hmmm... irgendwie ist das schon seltsam.
Ich habe nie jemanden um eine Rezension gebeten und kein Rezensent hat sich je für mein Geschreibsel interessiert (die Amazon-Kommentare zählen für mich nicht als Rezis).
Trotzdem hatte ich mehr Erfolg als erwartet.
Entweder bin ich die absolute Ausnahme oder irgendetwas mache ich falsch. :P
Es könnte aber auch sein, dass Rezensionen einfach überbewertet werden und gar nicht so viel zum Erfolg beitragen wie man glaubt.

PS:
Bei meinen Print-Ausgaben sind die Verkaufszahlen bislang allerdings eher mickerig, was vielleicht daran liegt, dass ich sie zu deutlich höheren Preisen anbieten muss. (Da gibt es nun mal 'ne Preis-Untergrenze.)
Aber da ich bei KDP-Print nicht in Vorleistung gehen muss (genau wie bei den E-Books), macht mir das nicht viel aus.
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#9 Laurin 2018-03-27 12:37
@ Kaffee-Charly:
Ich glaube mal, wenn es so gut klappt bei dir mit den eBooks, dann machst du nichts falsch.
Eine Portion Glück, Können, etwas Mundpropaganda unter den Fans und noch einige kleine weitere Feinheiten sind ja auch immer im Spiel. ;-)
Da würde ich mir also keine Sorgen machen.
Aber ja, die Leute gibt es auch, die einem ihr Werk anbieten wie sauer Brot. Es ist wahrlich nicht die Masse, aber es gibt sie.

Und ob die meisten Leser überhaupt sich die Mühe machen, Rezensionen zu lesen, steht auch auf einem anderen Blatt. Da wird mehr der Fan und eh schon über den Roman hinweg Interessierte genauer hinsehen. Nicht wenige wollen aber einfach auch nur eine gute Geschichte lesen, Spaß dabei haben und kümmern sich ansonsten recht wenig um Rezensionen. Ich erinnere mich da an meine Jugend mit den Romanheftchen, da gab es auch die, die interessiert die Leserseite mit verschlungen haben und selbst eventuell einen Leserbrief schrieben, und solche, die einfach nur weiter geblättert hatten, weil sie nur die Geschichte selbst interessierte. In dem Punkt mag es neue mediale Möglichkeiten geben, aber an der Handhabung durch den Leser mag sich vielleicht nicht viel geändert haben.
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#10 Kaffee-Charly 2018-03-27 21:16
zitiere Laurin:
@ Kaffee-Charly:
Ich glaube mal, wenn es so gut klappt bei dir mit den eBooks, dann machst du nichts falsch.
(...)

Vielleicht mache ich nichts falsch, aber das, was ich schreibe, ist bestenfalls Mittelmaß. Und beim Ausarbeiten von Charakteren bin ich leider noch ziemlich besch..... Da ist noch viel Platz nach oben.

Aber zurück zu E-Books:
Was ich als riesengroßes Manko bei E-Books empfinde, ist der Umstand, dass die Titelbilder in der Schwarz-Weiß-Darstellung von E-Readern mit eInk-Display keine so schöne Wirkung entfalten können wie auf dem Cover eines gedruckten Buches.
Man kann aber trotzdem nicht auf ein Cover verzichten, weil sich das sich nachteilig auf die Verkäufe auswirken würde, denn ein Buch ohne Titelbild (egal ob elektronisch oder gedruckt) wird von den meisten Kunden einfach links liegen gelassen.

Schöne Innenillustrationen gibt es leider auch so gut wie gar nicht, was ziemlich schade ist.
Ich hab' mal versucht, Innen-Illus in eines meiner E-Books einzubauen, musste aber leider feststellen, dass die Bilder auf verschiedenen Readern (ich habe drei Geräte zum Testen) nicht gleich gut dargestellt werden und auch nicht so gut wirken, wie ich es mir gewünscht hätte.
Deshalb hoffe ich sehr auf eine neue Generation von E-Readern mit eInk-Technik, die auch Farbdarstellung beherrschen.
Die Geräte, die es schon gibt, sind aber noch viel zu teuer.
Es gibt zwar auch E-Reader mit LCD-Farbdisplay, aber die kann man nur zum Lesen in Innenräumen verwenden.
Draußen bei Sonnenlicht sind die nicht zu gebrauchen. Da ist sogar ein Smartphone augenschonender.

Und auf jeden Fall wünschenswert wären E-Reader, die nicht nur auf ein Format (Epub oder Kindle-Formate) beschränkt sind, damit man gekaufte E-Books nicht erst konvertieren muss, um sie auf dem Reader seiner Wahl lesen zu können.
Aber das wird wohl nur ein Wunschtraum bleiben.

Trotz dieser Nachteile lese ich aber inzwischen viel mehr Elektronisches als Gedrucktes.
Es ist sogar so, dass ich durch E-Books wieder mehr lese als in den Jahren davor - weil es eben so schön bequem und (durch die verstellbare Schriftgröße) auch noch schonender für die Augen ist.

Natürlich hat ein schönes gedrucktes Buch immer noch seinen Reiz für mich, aber leider habe ich dafür kaum noch Platz.
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#11 Laurin 2018-03-28 11:36
Nun ja, da ich kein Lesegerät bzw. E-Reader besitze, kann ich da in Sachen Technik (eBook konvertieren und Co.) bzw. Cover und Innenillustrationen nicht wirklich mitreden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, wie man so einen Roman nun auf ein entsprechendes Lesegerät bekommt. Aber ich bin wohl auch nicht der Technik-Freak, der so etwas aus dem Ärmel schüttelt, sondern eher der Typ, der mit der Pistole vor seinem PC sitzt und ihn mit Drohungen dazu nötigt, gefälligst das zu machen, was ich von ihm will. :lol:
Aber was den Platzmangel angeht, da gebe ich dir recht. Ich müsste auch langsam eine größere Wohnung beziehen. Der gewonnene Platz, weil ich damals meine Ex-Frau rausgesetzt hatte, füllt sich auch schon ersichtlich. :-*
Und was das schreiben an sich angeht, da glaube ich, ist immer Platz nach oben. Wer sich da selbst als Perfekt bezeichnet, der dürfte in meinen Augen den Anschluss an die Realität verloren haben. Von daher mein Tipp, immer fleißig dran feilen und arbeiten, dann klappt es auch bald besser mit dem ausarbeiten der verschiedenen Charaktere und dergleichen. ;-)
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