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Ronco. Der Geächtete - Band 3: Der Geierkopf

Ronco. Der Geächtete

Band 3: Der Geierkopf

 

Ronco ist wieder an vielen Orten unterwegs. Zuerst trifft er in einem Weidekrieg auf Ron Devlin. Im Anschluss kehrt er zum Halcon Canyon zurück und durchlebt sein Trauma ein zweites Mal. Er kehrt nach Hankville zurück und legt sich wieder mit den Morganbrüdern an, um zum Abschluss zwei Schurken zu verfolgen, die Eddys Gold geklaut haben. Und das alles in einem Roman.

 

Ronco gerät zwischen die Fronten eines Weidekrieges, als er unter falschem Namen auf der O-Ranch als Cowboy arbeitet. Er gerät in einen Streit mit dem Revolverhelden Denver Ringo der rivalisierenden Hat-Ranch und demütigt ihn vor den Augen Aller im örtlichen Saloon.

Der Streit eskaliert, als die Männer beider Ranches aufeinander treffen und es zu einer Schießerei kommt.

Ron Devlin befindet sich ebenfalls in der Stadt und ist immer noch auf der Jagd nach Ronco, weil er sich die Kopfgeldprämie sichern will, die auf ihn ausgesetzt ist. Devlin greift in die Auseinandersetzung ein und lässt Ronco entkommen, als er ihn vor seiner Waffe hat. Er will ihn in einem ehrlichen Kampf besiegen. Ringo kommt bei der Auseinandersetzung ums Leben und Ronco setzt seine Flucht fort.

Weston Grosmont schreibt auch den dritten Roman um den Geächteten und setzt die Handlung fort. Wiederum trifft er auch Devlin, der ihn entkommen lässt. Die Gründe hierfür sind völlig unglaubwürdig. Er will das Kopfgeld kassieren und hat Ronco nach Monaten endlich gefunden. Nun lässt er ihn laufen, da er sich Ronco von hinten genähert hat und ihn in einem ehrlichen Kampf besiegen will. Banaler geht es nicht.

Der Autor bleibt seinem Stil treu und beendet die Teilstory nach ca. einem Drittel des Romans. Die Story ist zwar routiniert runtergeschrieben, aber trotzdem will keine rechte Spannung auftreten.

Vor einiger Zeit hatte ein Viehzüchter die Pinkerton-Agentur beauftragt, etwas über die Hintergründe des Massakers am Halcon Canyon herauszufinden. Und tatsächlich scheint es mit Ike Watson einen weiteren Überlebenden zu geben, der den Indianern entkommen ist und so begibt sich Ronco auf die Suche nach ihm.

In der zweiten Teilstory begibt sich Ronco auf die Suche nach Ike Watson und findet ihn bei einem Wagentreck in der Nähe von Fort Calhoun, der wiederum durch den Halcon Canyon ziehen will. Ronco schließt sich den Siedlern an und durchlebt sein Trauma erneut. Wieder wird der Treck von Indianern angegriffen, aber dieses Mal sind die Siedler vorbereitet und können den Angriff erfolgreich abwehren. Für Ronco ist das der Beweis, dass er damals hereingelegt worden ist und dass der Indianerangriff hätte abgewehrt werden können.

Ronco kehrt zu den Wurzeln seines Konfliktes zurück und begleitet nochmal einen Treck durch den Halcon Canyon. Die Beseitigung seines persönlichen Traumas wirkt ein wenig an den Haaren herbeigezogen, aber trotzdem kreiert Grosmont Grundzüge einer guten Story. Wieder ist es ein Rätsel, warum er den guten Kern der Geschichte auf gerade einmal 20 Seiten abhandelt. Das wirkt gehetzt und oberflächlich. Als wäre es noch nicht genug, muss sich Ronco auf den ersten Seiten dieses Abschnitts auch noch mit einem Kopfgeldjäger rumschlagen, der nichts zum Fortgang der Geschichte beiträgt. Der Leser bekommt den Eindruck, dass der Autor diese Szene nur eingebaut hat, um irgendwie die Seiten vollzukriegen.

Als Ronco dann endlich Ike Watson findet, erkennt der ihn nicht wieder. Der ehemalige Sergeant ist dem Alkohol verfallen und kann ihm bei der Aufklärung des Massakers am Halcon Canyon nicht weiter behilflich sein.

Die dritte Teilstory ist nochmal in zwei weitere Abschnitte unterteilt, die den sowieso schon zersetzten Roman weiter zerfasern lässt und den Leser animieren könnte, nur noch oberflächlich durch due Seiten zu blättern.

Ronco kehrt nach Hankville zurück und trifft dort wieder auf die Morganbrüder, die sich Eddys Laden unter den Nagel reißen wollen. Es gibt außerdem ein kurzes Wiedersehen mit Tiny Toby, Big Bob und Claudia, in die sich Ronco ein wenig verknallt hat. Das Ganze wird auf gerade einmal 10 Seiten abgehandelt.

Auf den letzten 10 Seiten liefern sich Ronco und Eddy noch eine Verfolgungsjagd mit zwei Halunken, die Eddys verstecktes Gold aus deren Schürferzeit geraubt haben. Die beiden finden das Gold und die Handlung endet in der Wüste.

Zu schnell, zu abgehackt, zu zerfasert. So reiht sich auch dieser dritte Band in die Machart der bisherigen Serie ein. Gute Ideen und Charaktere werden in kurzen Sequenzen eilig und oberflächlich heruntergeschrieben. Es grenzt an ein Wunder, dass Ronco seinerzeit überhaupt als Serie bestehen konnte. Der Leser fragt sich allmählich, ob der Autor überhaupt in der Lage ist, eine Geschichte über eine volle Heftromanlänge zu Konzipieren. So wirkt der Roman wie eine Zusammenstellung von Fingerübungen und Backup-Stories, die zwischen die Umschlagseiten gequetscht worden sind. Da hilft es auch nicht, dass Grosmont wahrscheinlich der Vater von Ronco ist. Wäre die Serienhistorie und einiges von dem, was da noch kommt, nicht klar, wäre jetzt der Zeitpunkt aus der Serie auszusteigen. Aber wir halten durch.

 

 

Ronco. Der Geächtete
Band 3: Der Geierkopf
Erscheinungsdatum: 15.11.2025
Autor: Weston Grosmont
Bastei Verlag

 

11/2025

 

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