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Ein rürkischer Horrorfilm - Büyü

Die Fünfziger - Science Fiction FilmeEin türkischer Horrorfilm
- (BÜYÜ deutsch: "Verflucht / Besessen")


Ein Professor für Archäologie macht mit fünf seiner Studenten (ein Mann, vier Frauen), eine Expedition in eine uralte, seit Jahrhunderten nicht mehr bewohnte Stadt. Was er nicht weiss, ist, dass diese Stadt einst von einer Hexe heimgesucht war, deren Geist wieder erweckt wird. Ein paar seltsame Erscheinungen und Vorkommnisse erschrecken die Menschen zwar, bringen aber wenig Unruhe.


Cover VCD BüyüAls der junge Mann jedoch bestialisch ermordet wird, bricht Panik unter den Mitgliedern der Expedition aus. In der Folge werden zwei von den Frauen getötet. Dann gibt sich eine der Überlebenden als Mörderin zu erkennen. In sie ist der Geist der alten Hexe gefahren. Sie tötet den Professor. Die andere junge Frau kann fliehen, wird jedoch als völlig verwirrt in ein Krankenhaus gebracht. Aber die Hexe folgt ihr…

Als mir dieser Film in die Hände fiel, war mein Erstaunen gross. Ein Horrorfilm aus der Türkei? Ja, warum nicht? Solche Filme werden eben nicht nur in den uns geläufigen Ländern gemacht. BÜYÜ kann man frei übersetzen mit den Begriffen „Verflucht/Besessen“.

Die Story mag sich flach anhören, der Film ist es aber beileibe nicht. Ich habe in der letzten Zeit selten einen Horrorfilm gesehen, der mich so gefesselt hat, zumal es sich hier letztlich nur um eine Art Slasher handelt. Regisseur Aksoy holt verdammt viel aus dieser geisterhaften, verlassenen Stadt heraus. Mehrfach gelingen ihm sehr stimmungsvolle Bilder, manchmal haben sie sogar eine visuelle Kraft, die einen umhaut. In diesen Bildern agieren Schauspieler von exzellenter Qualität. Die Angst, die sich bei einigen Personen bis zum Irrsinn steigert, wird emotional glaubhaft verkörpert. Eine Tatsache, die umso wichtiger wird, wenn man, wie ich, den Film in seiner Originalfassung ohne entsprechende Untertitel sieht. Dennoch wurde ich sehr schnell von ihm mitgerissen. Das zeigt, wie kraftvoll die Bildsprache ist und wie gut die Schauspieler sind.

Der Film war sehr billig in seiner Herstellung. Er beschränkt sich auf eine geringe Anzahl von Darstellern und hat beinahe ausschliesslich diese alte Stadt als Handlungsort. Aber Geld ist nicht immer alles, was dieser Streifen einmal mehr unter Beweis stellt. Wenn die Beteiligten an einem solchen Unternehmen ihr Handwerk verstehen, dann muss aus einem mangelhaften Budget nicht zwangsweise ein mangelhafter Film entstehen.

Kurzum: BÜYÜ ist ein fesselnder, zuweilen richtig spannender Film.

Bemerkenswert ist dabei vielleicht noch, dass er für einen Film, der in der islamischen Welt produziert wurde, erstaunlich freizügig ist. Da wird mit weiblichen Reizen nicht gegeizt und mehr als ein Mal sind sogar unbedeckte Brüste zu sehen. – Und für die Freaks: Es gibt auch ein paar für diese Verhältnisse deftige Splatterszenen.

Leider ist mir das Ding nur als türkische Video-CD bekannt, die, wie gesagt, über keinerlei Untertitel verfügt. Ob es eine DVD gibt, weiss ich nicht. Es wäre eine Freude, wenn sich ein Vertreiber finden würde, der dieser kleinen Perle einen würdigen Rahmen geben könnte.

Büyü
Türkei 2004 – Regie: Faruk Aksoy – mit Ipek Tuzcuoglu, Ece Uslu, Özgü Namal, Dilek Serbest, Nihat Ileri, Okan Yalabik.
Farbe – 95 Minuten.

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