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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 36

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (36. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 63.

Am 25.06.1975 schrieb Ernst Vlcek mal wieder ein DK-Exposé für sein Alter-Ego Paul Wolf. Viel Spaß beim Lesen...


63DIE LINKE HAND DES TEUFELS
WÜRGENDE HÄNDE
Dämonenkiller 63
Schauplatz: Gegenwart - New York; Vergangenheit – Wittenberg
Zeit: Gegenwart - Juni; Vergangenheit - 1539/40
Autor: Vlcek-Wolf

Titelbild: (Dia: PRAT 12)
Grüne linke Hand greift gierig aus dem Boden - Moor?
Im Hintergrund obligater Vollmond, um dem Fledermäuse wie Motten ums Licht schwärmen.

Vorbemerkungen:
In der Vergangenheit ist Georg Rudolf Speyer in Spanien praktisch mittellos an Land gegangen, nachdem er zusammen mit Alraune in einem Rettungsboot treibend von einer spanischen Karavelle aufgefischt wurde. Sagen wir, daß er etwas von seinem Inkagold hatte retten können, das er jetzt in klingende Münze umsetzt. Er hat Alraune aus den Augen verlogen, macht sich auf die Suche nach ihr undkommt so wieder in deutsche Lande.
In der Gegenwart ist es dem DK gelungen, das Geisterschiff zu versenken, ohne im Kampf gegen Hekate/Alraune einen durch­schlagenden Erfolg verbuchen zu können. Aber er bleibt ihr auf den Fersen - fast sieht es so aus, als lege sie eine Spur, der er folgen kann.
Beginnen wir die Handlung mit der

Vergangenheit:
Speyer spürt Alraune in Konstanz auf, wo er vor der Jahrhundert­wende als Baron de Conde für die Inquisition wirkte und als Dank durch sie starb.
Es ist eine seltsame Schicksalsfügung, daß Speyer und Alraune gerade zusammentreffen, als ein Urteil vollstreckt werden soll. Ankläger ist der häßliche, grausame Burgherr Ambrosius M. von  Graucht. Er beschuldigt ein 18jähriges Mädchen des Diebstahls an ihm, begangen mit der linken Hand. Das Mädchen ist ein bedauernswertes Geschöpf, blind (wurde wegen eines anderen Delikts geblendet), hat Beine so dick und unförmig wie ein Elefant und scheint auch dazu noch geistesschwach zu sein. Oder ist sie vor Todesangst von Sinnen?
Ihr wird öffentlich und vor begeisternd johlender Menge die linke Hand abgeschlagen (mit der sie gestohlen hat). Alraune scheint erschüttert und sagt impulsiv, daß sie dem Mädchen ihre Hand schenken würde.
Der Burgherr von Graucht wird auf Speyer und Alraune aufmerksam, als Speyer ihn ob seiner Grausamkeit anpöbelt. Speyer bekommt die Wut des Burgherrn beinahe zu spüren, wäre nicht Alraune ge­wesen, die sich als Begleiterin des Burgherrn anbietet, der ein Auge auf sie geworfen zu haben scheint. Es stellt sich heraus, daß von Graucht auch die Diebin mit sich nimmt (wie er sagt, um Alraunes wegen), um seine Schuld an ihr gutzumachen.
In Wirklichkeit hat er eine Teufelei vor.

Achtung: Alraune soll als physisch vollentwickeltes Menschengeschöpf geschildert werden. Doch psychisch ist sie noch nicht ausgegoren. Sie, das Geschöpf, das aus einer magischen Pflanze entstand, hat ungeahnte Fähigkeiten, die sie selbst noch nicht voll erkannt hat. Der Burgherr von Graucht - ein in die Weltliteratur eingegange­ner Dämon, wie wir bald sehen werden - dagegen schätzt Alraune richtig ein.

Gegenwart:
Dorian wird von Freaks nach New York gerufen. Coco begleitet ihn. Sullivan ist in London. Parker kommt seinen Pflichten als Okkult. Freimaurer nach. Die Freaks von New York haben eine alarmierende Meldung für den DK: Tim Morton (siehe Datenexposé) ist drauf und dran sich zu verlieren.
Gleich in New York beginnen. Ein Freak geleitet Dorian und Coco nach Greenwich Village in einen düsteren Schuppen. Dort finden sie Tim Morton unter eingerauchten Brüdern. Bei ihm ist eine Mexikanerin:
Maria Ramos, kaum 1,55 Meter groß, blind, keine Schönheit, kein großes Geisteslicht. Wie kann sich ein Intellektueller wieMorton in sie verknallen? Es sind ihre Hände, richtiger: ihre Linke.
Im Theriakrausch kann er stundenlang ihrem Spiel zuschauen. Diese Hand ist kräftig und grazil, wie aus Marmor, beweglich wie eine Schlange, schön wie gemalt. Morton kann ohne diese Hand nicht mehr leben. Obwohl die doofe Maria alles tut, was er verlangt, ist doch er ihr Sklave.
Coco registriert an der Mexikanerin eine nicht genau zu definierende Ausstrahlung, die ihr aber doch unheimlich ist. Bald ist auch Dorian von dem Spiel dieser Hände fasziniert, er­kennt aber doch ihre Gefährlichkeit (genauer: die der Linken!)
Coco mixt etwas (Hexentrank), was Tim für eine Weile ernüchtert. Dorian warnt den Freund. Und er erzählt ihm eine Geschichte aus der Vergangenheit, die auch von einer linken Hand handelt.

Vergangenheit:
Speyer reist nach Wittenberg. Aus zweierlei Gründen: Dort wohnt sein Freund Dr. Johannes Faustus (Band 26 - Daten) und dort hat auch der Burgherr von Graucht seinen Sitz. Über letzteren erfährt Speyer einige seltsame Geschichten hinter vorgehaltener Hand, aber auch, daß Alraune bei ihm auf der Burg wohnt.
In Rimlich, nahe Wittenberg, wird eine Art Markt zum Jahres­ausklang abgehalten. Komödianten, Theriakskrämer, Scharlatane und Schausteller vergnügen das Volk. Speyer erliegt den Ver­lockungen eines Ausrufers, der dem interessierten Betrachter einen Blick auf die schönsten Hände der Welt - die der schönen Helena - verspricht.
Speyer begibt sich in den Wagen. Tatsächlich darf er das Spiel von zwei faszinierenden Händen bewundern, die ein eigenartiges Leben entwickeln. Es sind nur die Hände sichtbar, der dazugehörige Körper ist hinter einem schwarzen Tuch verborgen. Speyer erliegt der Versuchung und zieht den Vorhang beiseite. Dahinter sieht er das Koloßmädchen mit den Elefantenbeinen, deren linke Hand man abgeschlagen hat (in Konstanz). Und nun hat sie auf einmal zwei Hände - und solch faszinierende noch dazu!
Speyer wäre von dem erbosten Schausteller beinahe verprügelt worden, weil er das Tabu gebrochen hat. Doch es stellt sich heraus, daß der Schausteller niemand anderer als Dr. Faustus ist. Beiderseitiges Erkennen. Wiedersehensfeier.
Speyer erkennt aber bald, daß mit Faust einiges nicht stimmt. Erstens hält er die Kolossin für eine Schönheit, spricht nur von seiner schönen Helena, zweitens redete er auch sonst wirres Zeug, ist sicher, daß ihm Helena einen Sohn, Justus schenken wird.
In einer vertraulichen Aussprache mit Faust Famulus, Christoph Wagner, erfährt Speyer, was mit Faust los ist: Er wollte dieses Mädchen vor zwei Jahren heiraten. Doch Mephisto, mit dem er einen Pakt hat, verbot ihm den Bund der Ehe, weil sie ein christliches Sakrament ist. Mephisto ist übrigens niemand anderer als der Burgherr von Graucht! Er entführte das schöne, blutjunge Mädchen - und brachte es als blindes Monstrum mit Elefantenbeinen zurück -aber dafür mit diesen faszinierenden Händen. Faustus hat sie ge­heiratet (vor ein paar Tagen) und redet sich ein, daß sie die schöne Helena sei. Christoph Wagner kann seinen Meister nicht von den Wahnvorstellungen abbringen, er hofft, daß Speyer ihn unter­stützen wird. Speyer beschließt, in Wittenberg zu bleiben, zumal Faust in Gesprächen andeutet, daß sein Ende bald gekommen ist, da der Pakt mit Mephisto abläuft.
Die meiste Zeit über zieht sich Faust mit seiner Helena in seine Räume zurück, um seine Angelegenheiten noch vor seiner "Höllen­fahrt" zu regeln - und um Helenas Hände zu betrachten.
Speyer sucht eine Zusammenkunft mit Alraune, die auf der Burg des von Graucht wohnt. Und dann trifft er sie bei einem Spaziergang Grauchts Schergen wollen ihn davonjagen, doch Alraune pfeift sie zurück.
Alraune sagt, daß sie nur mit dem Burgherrn gegangen sei, um ihn für seine Schandtaten zu bestrafen. Und sie deutet auch an, daß sie ihr Versprechen wahrmachte: Die faszinierende linke der schönen Helena ist von ihr. Das habe sie so gemacht: Die abgeschlagene Hand habe sie unter der Wurzel einer Alraune vergraben und sie durch Beschwörung belebt. Mit dieser Hand soll Mephisto getötet werden, wenn er Faust holen kommt.

Gegenwart:
Tim Morton schlägt Dorians Warnung auch in nüchternem Zustand in den Wind. Er sieht die Parallelen zur Vergangenheit noch nicht. Er weiß nur, daß er ohne Maria nicht sein kann. Dorian hat keine andere Wahl, als Maria von den Freaks in eines ihrer Verstecke entführen zu lassen. Als Morton das bemerkt, beginnt er zu toben. Er flüchtet, findet Maria und entführt sie. In dieser Szene seine Abhängigkeit zu ihr schildern, wenn ihre Hände ihn berühren, dann schwebt er im siebten Himmel. Und Maria treibt das Spiel mit ihm an die Spitze. Ihre Linke läßt ihn (symbolisch) nicht mehr los. Und bei der Leserschaft darf geahnt werden, daß die Linke ihn bis zum höchsten Glücksgefühl treiben möchte... um ihm dann den Garaus zu machen.

Vergangenheit:
Speyer sorgt sich um Alraune. Er weiß zwar, daß sie ein überaus gefährliches Wesen ist, die anderen Menschen das Leben aussaugen könnte, nichtsdestotrotz hält er sie aber noch für unverdorben. Wenn sie aber Mephistos Einflüssen ausgesetzt ist, könnte das ihre Persönlichkeit zum Bösen wandeln.
Er sucht den Kontakt zu ihr, so oft es geht. Und deshalb nimmt er auch die Einladung des Burgherrn an, dort eine Zeit zu wohnen. Speyer ist viel mit Alraune zusammen, und sie fühlt sich mit ihm verbunden – was schon im vorangegangenen Band hervorgegangen ist, als sie ihm im Rettungsboot das Leben rettete. Speyer ist sicher, sie für das Gute gewinnen zu können. Doch das Böse ist in Mephisto gegenwärtig.
Eines Nachts wird Speyer Zeuge, wie Mephisto Alraune dazu verführt, einem jungen Burschen das Leben auszusaugen. Alraune bestreitet das später, so daß Speyer gerne glaubt, daß Mephisto ihm nur Trugbilder vorgaukelte.
Speyer kann mit Mephisto sogar über Dr. Faustus sprechen.
Mephisto ist nämlich kein polternder, cholerischer Höllenschwager, sondern auf seine Art kultiviert. Er weiß sehr wohl, daß Faust sich ein Hintertürchen offengehalten hat. Es gibt in dem Pakt die Klausel, wonach Mephisto nicht mit seiner Seele rechnen könne, wenn er einen von Fausts Wünschen nicht erfüllen kann. Aber auch Mephisto ist gewappnet - er genießt dieses "Psycho-Duell".
Zwischendurch kommt Speyer auch mit Faust zusammen. Einmal kommt Christoph Wagner plötzlich zu Speyer und sagt erschüttert, daß sein Meister nun vollends den Verstand verloren hat. Der Grund dafür:
Faust behauptet, daß seine Frau gerade von seinem Sohn Justus ent­bunden wurde. Aber die schöne Helena war weder schwanger, noch könne irgendjemand anderer als Faust das Kind sehen.
Es zeigen sich noch andere Symptome des fortschreitenden Wahn­sinns. Er bestellt alle möglichen Leute gleichzeitig an verschiedene Orte, verspricht eine Transmutation und macht, anstatt Blei in Gold zu verwandeln, irgendwelchen Unsinn.
Speyer aber glaubt weiterhin an ihn, zumal Faust ihm gegenüber versteckte Andeutungen macht, wonach er sich geistesgestört gebe, um alle möglichen Leute zum Narren zu halten - vor allem Mephisto.
Da glaubt Speyer Fausts Plan zu durchschauen. Faust weiß ebenso wie er, daß Dämonen Geistesgestörten nichts anhaben können. Flüchtet sich Faust also (ob gespielt oder nicht) absichtlich in den Wahnsinn, um den Teufel zu überlisten und so den geforderten Preis - seine Seele - nicht zahlen zu müssen.
Das könnte wahrhaftig Fausts Rettung sein. Speyer möchte das aber dennoch nicht zulassen. Er glaubt, daß Faust von Alraune gerettet werden kann, ohne seinen Verstand einbüßen zu müssen.
Nun streben wir dem Höhepunkt zu: Fausts Höllenfahrt.

Es kann zwischendurch in die Gegenwart umgeblendet werden, um Dorians verzweifelte Suche nach Tim Morton zu schildern.
Dorian hat das sichere Gefühl, daß Tims Schicksal Parallelen zu dem von Faust haben soll. Hekate/Alraune hat das so eingefädelt. Und noch etwas befürchtet Dorian. Er will nicht an die Geschehnisse der Vergangenheit denken - aber eine fremde Macht in ihm zwingt ihn dazu. Und so befürchtet er, daß Tim Morton dann durch die "linke Hand des Teufels" sterben wird, wenn er, Dorian, noch einmal Fausts Höllenfahrt mit im Geiste miterlebt. Die fremde Macht zwingt ihn, in seiner Erinnerung fortzufahren:

Speyer trifft sich mit Alraune, beschwört sie, daß sie schnell handeln müsse, bevor Mephisto sich Faust holt. Das kann jeden Augenblick passieren.
Alraune gibt sich unergründlich. Sie wirkt verändert, gereift, als hätte sie nun eine ausgeprägte Persönlichkeit entwickelt.
Sie deutet versteckt an, daß Mephisto ihr viel Weisheit gelehrt habe, mehr als ein anderer Lehrer in einem ganzen Leben gekonnt hätte. Speyer bangt, Alraune versteht es aber geschickt, ihn zu vertrösten. Sie schickt ihn zu Faust, der der Konfrontation mit Mephisto entgegensieht.
Faust hat Bekannte und Freunde in sein Haus geladen und sich mit seinem Weib in seine Studierstube zurückgezogen. Zu Speyer sagt er: Meinen Körper kann Mephisto haben, aber meinen Geist nicht!
Faust wirkt aber nur in diesen Minuten normal, dann tut er wieder so, als sehe er seinen Sohn Justus und als sei seine Frau eine Schönheit.
Die Gäste im Haus können Mitternacht kaum erwarten. Als die zwölfte Stunde da ist, wird das Haus wie von einem Erdbeben erschüttert. Von oben erklingt Fausts Todesschrei. Speyer stürmt hinauf. Und da liegt Faust, keinen Knochen am Leibe mehr heil. Als man ihn fortschafft, ist es denen, die ihn tragen, als hielten sie einen Sack, der voll mit Knochensplittern ist.
Speyer und andere haben nochgesehen, daß seine Frau ihn mit der Linken festhielt. Wahrscheinlich hat sie ihn damit unzählige Male gegen die Wand geschleudert.
Also war Alraune es, die Faust tötete, weil Mephisto an den kranken Geist nicht mehr herankam. Mephisto hat sie für das Böse gewonnen.

Gegenwart:
Endlich spürt Coco Tim Morton in seinem Versteck auf. Der Kreis hat sich geschlossen. Marias linke Hand hat Morton höchstes Glück bereitet - und Dorian hat in seiner Erinnerung Fausts Tod erlebt. Jetzt kann Tim Morton sterben - denn der Dämonenkiller ist als Zuschauer eingetroffen.
Morton ergibt sich willig dem Druck der Hände. Die Linke ist stark genug, um ihm mit einem Druck das Genick zu brechen. Wenn die Hände sich erst einmal um seinen Hals legen, dann ist es zu spät.
Hekate fühlt sich aber zu sicher. Sie hat nicht einkalkuliert, daß Dorian aus der Vergangenheit gelernt hat. Sie rechnet mit seinem Mitleid - nämlich, daß er Maria als unschuldiges Opfer ansieht und sie deshalb nicht zu töten wagt, ja, daß seine übertriebene Humanität sogar soweit geht, daß er ihr nicht einmal die linke Hand des Teufels abschlagen würde.
Und doch, gerade das tut der Dämonenkiller - denn er hat aus der Vergangenheit gelernt.
Er schlägt Maria die Linke ab, gerade, als sie zum Würgegriff ansetzt - und siehe da, die zierliche, blinde Mexikanerin löst sich in Luft auf.
Nur die linke Hand bleibt zurück. Es hat diese Mexikanerin nie gegeben, sie war nur ein Trugbild - deshalb hat Coco diese seltsame Ausstrahlung empfangen. Die Kraft, diese Erscheinung er­stehen zu lassen, kam aus der linken Hand, die aus der Alraune gewachsen ist.
Diese Hand rennt auf Fingerspitzen davon, verschwindet irgendwo durch ein Schlupfloch, noch bevor jemand sie vernichten kann.
Hauptsache, Tim Morton ist gerettet. Aber geheilt ist er noch nicht ganz. Er steht noch immer im Bann der Teufelshand und macht Dorian gehörig Vorwürfe.
Dorian aussagen lassen, oder im Epilog szenarisch schildern, wie er die Lösung des Problems fand:

Nach Fausts Tod sollte seine Frau als seine Mörderin hinge­richtet werden. Man schlug ihr zuvor jedoch die Mörderhand ab - und siehe da, die Kolossin war auf einmal verschwunden. Hatte sich in Luft aufgelöst. Nur noch die Mörderhand war zurückgeblieben.
Die Henkersknechte schwiegen jedoch über diesen Vorfall, gaben zu Protokoll, daß die Verurteilte rechtmäßig hingerichtet und auf ungeweihter Erde bestattet wurde, obwohl nur die linke Hand mit Steinen als Ballast im Sarg lag.
Auch bei Fausts Begräbnis hatte ein Toben der Elemente an­gehoben, so daß man gezwungen war, seine sterblichen Überreste irgendwo zu verscharren.
Speyer hörte von den Gerüchten um Helena, ging bei Vollmond zu ihrer kaum gekennzeichneten Ruhestätte und sah, wie sich die linke Teufelshand aus der lockeren Erde reckte.
Dort begegnete er auch Alraune, die ihn mit tödlicher Leiden­schaft umarmte und ihm den Garaus machte. Das geschah zu Beginn des Jahres 1540 - und Dorian hat das Todeserlebnis des Georg Rudolf Speyer noch in guter Erinnerung...

Schlußbemerkungen:
Die Sage sagt, daß Faust tatsächlich eine Frau und einen Sohn Justus hinterlassen habe, die von seinem Erbe recht gut leben konnten. Nun sagen wir, daß er - Verhältnisse hatte er ja unzählige - irgendwo eine geschwängert hat, die sich dann nach seinem Tode als Frau ausgab.
Dabei kann es sich wirklich um das blutjunge Mädchen handeln, das Mephisto dem Faust nicht zugestand und dessen Existenz an seiner Seite, die Kolossin, Alraune ihm vorgaukelte, an der aber in Wirklichkeit nur die linke Hand Wirklichkeit war.
Also: die Kolossin gab es wirklich, doch Mephisto hat sie aus dem Verkehr gezogen und sie von Alraune durch ein Scheinwesen ersetzen lassen, das Fausts Höllenfahrt realisieren sollte.
Im Roman lassen wir durch den Famulus Christoph Wagner - der Fausts geistiges Vermächtnis und Testament übernahm - aus­sagen, daß Faust in seinem Wahn seinen Sohn Justus zu sich wünschte, so daß er ihn auch tatsächlich zu sehen glaubte.

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