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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 15

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (15. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Wer der Dämon hinter Dr. Goddard (siehe Exposé 36) war, schildete Ernst Vlcek in seinem DK-Exposé Nr. 37. Achja, das Titelbild von DK Nr. 37 stammte übrigens von Ernst Vlcek. Weil das Exposé, die Trennung von Coco und Dorian beinhaltet, bringen wir es komplett.


32DIE MACHT DES BÖSEN
TRIUMPH DES BÖSEN
Der Dämonen-Killer 37
Schauplatz: Bahamas
Zeit: Ende März
Autor:

Titelbild: Da der Hermaphrodit in diesem Band eine große Rolle spielt, wäre es schön, ihn auf dem Titelbild zu haben. Phillip ist groß und schlank, sein Gesicht ist albinoid und schmal und engelhaft, kein Barockengel, bitte! Weißes Gesicht, mit schmalen, nur angedeuteten Lippen, roten Augen. Trägt ein langes, weißes Gewand, wie ein Nachthemd ohne Kragen. Die  Hände, die er wie ein Nachtwandler ausbreitet, sind grazil, er wandelt durch einen exotischen Garten - oder der Hintergrund ist unifarben - und wird von verrunzelten, mumienhaften Greisen umlauert. Die Greise kann man sich aber auch schenken, wenn der Hermaphrodit entsprechend gut ausgearbeitet. wird.
2. Vorschlag: Es kann auch eine Gruppe der mumienhaften Greise gezeichnet werden, die gierig auf den Betrachter starren, sie sind böse, verschlagen, abstoßend - einfach schaurig anzusehen.

Vorbemerkungen:
Das Problem der alten Reichen, die bereit sind, alles für ihre Unsterblichkeit zu geben, wurde im vorangegangenen Band nicht be­friedigend behandelt. Deshalb kommen wir noch einmal darauf zurück.
Außerdem gilt es noch, den für die Vorkommnisse auf den Orkneyinseln verantwortlichen Dämon zu killen. Das wäre kein Muß, aber wir wollen die sich bietende Gelegenheit beim Schopf packen.
Möchte aber doch feststellen, daß dies alles andere als ein Aufguß des Themas von Band 36 ist.

Situation:
Die "Inquisitions-Abteilung" hat zu existieren aufgehört. Der ehe­malige O.I. Trevor Sullivan bezieht eine Pension vom Secret Service und hat sich in der Jugendstilvilla einquartiert. Seine Metamorphose und Genesung zum früheren Aussehen hat nicht ganz geklappt. Er hat einen Makel behalten. Und zwar ist dieser weniger physischer und psychischer Natur, sondern metaphysischer und -psychischer. Wie bei Leuten mit Gicht oder Ischias oder was weiß ich behaupten, kommende Wetterveränderungen in den Gliedern zu verspüren, so hat Sullivan einen "Hexenschuß" besonderer Art, wenn sich magische Ereignisse ankündigen, etwas Dämonisches in der Luft hängt. Dann bekommt er Lähmerscheinungen, Gliederzucken und sonst alles Mögliche. Wir wollen diese Symptome aber nicht zu ähnlich denen Phillips, des Herm­aphroditen, schildern. Apropos Phillip - er sollte wieder mehr in den Vordergrund gestellt werden, ebenso wie die anderen Hauptpersonen.
Dieses Exposé gibt Gelegenheit dazu - auch um Donald Chapman wieder agieren zu lassen.
Earl Warren -  nicht der kalifornische Richter und Taufpate des "Warren-Reports", sondern unser Teamgefährte - hat in Band 24 das Daemonicon erwähnt; ein geheimnisvolles Geheimbuch mit 37 Kapiteln, dessen 13. das schrecklichste ist und das als das Haupt­werk über Schwarze Magie und Dämonenbeschwörung gelten kann. Diese Idee wollen wir aufgreifen.
Über Trevor Sullivans Aussehen gibt es nicht viel zu sagen. Er wurde bisher als klein und Durchschnittserscheinung beschrieben. Fügen wir dem noch hinzu, daß er ein Geiergesicht hat und -obwohl er längst nicht mehr der Boß ist - ziemlich rechthaberisch und herrschsüchtig ist. Da kommt er bei Martha Pickford an die Richtige!  Seine rechte Gesichtshälfte ist heller als die linke, so hätte er dort eine plastochirurgische Operation erfahren. Diese blasse Gesichtshälfte glüht aber wie im Fieber, wenn er seinen "Hexenschuß" hat. Er ist nun auch verbittert, weil ihn der Secret Service, als er nach den Geschehnissen auf den Orkneyinseln für Dorian eintrat, einfach fallen ließ. Also ein verbitterter, herrschsüchtiger Besser­wisser, der aber das Herz am rechten Fleck hat.
Bitte auch folgende Aussage in die Anfangshandlung einfließen lassen: Dorian hat routinemäßig versucht, mit Jeff Parker in Kontakt zu treten, erfuhr jedoch, daß er irgendwo im Amazonasgebiet an einer Expedition teilnimmt und unauffindbar ist.

Wichtig! Bitte daran denken, daß Coco ein Teil ihrer Fähigkeiten zurückgewonnen hat und Dorian glaubt, dies sei deshalb geschehen, weil ihre Liebe zu ihm auch nicht mehr ist, was sie einmal war.
Dieser Wust von menschlichen Problemchen unserer Hauptpersonen braucht nicht in allen Fällen groß herausgestellt zu werden - das Horrormoment ist unser Anliegen! - aber es kann zwischen den Zeilen, in den Dialogen und den allgemeinen Situationsschilderung deutlich werden. Was sage ich, das muß es sogar!

Anfangsepisode:
Vier der reichsten Leute der Welt sitzen irgendwo zusammen und beraten miteinander.
Lewis D. Griffith, 98, Milliardär, Flugzeugwerke und Waffenproduktion, hat am Vietnamkrieg ebenso verdient wie am Nahost-Konflikt, seine Produkte haben andererseits großen Anteil am Erfolg der amerikanischen Weltraumprojekte. Hat sein ganzes Leben nichts anderes getan als Geld gescheffelt und Konkurrenten ins Grab gebracht.
Lydia  Goldstein, 76, Tochter und Erbin von Samuel Goldstein, dem Besitzer der größten Filmstudios Hollywoods. Man nennt sie "Menschen­fresserin" nicht nur weil sie geschäftlich über Leichen gehen zu pflegt, sondern weil sie einen Flugzeugabsturz mit ihrer Privat­maschine nur überlebte, weil sie sich vom Fleisch ihres Verlobten ernährte. Sie hat vor drei Monaten einen 25jährigen Mexikaner in sechster Ehe geheiratet. Silvio Pereira, 83, brasilianischer Plantagenbesitzer, die Sterbequote auf seiner Plantage ist höher als im tiefsten Brasilianischen Dschungel, Menschenschinder, wie alle anderen glaubt auch er, mit Geld alles kaufen zu können. Und mit gutem Grund, denn sie waren Patienten von Dr. Goddard und konnten sich von ihm Unsterblichkeit kaufen.
Die vierte Person am Konferenztisch frei erfinden, sie beißt am Ende der Anfangsepisode ins Gras.

Vor drei Monaten hatten die drei noch ein jugendfrisches Aussehen, jetzt, da sie nicht mehr an Goddards Jungbrunnen Lebenskraft tanken können, sehen sie aus wie lebende Leichname. Ja, sie verfallen von Minute zu Minute und sie sehen älter aus als je zuvor. Solange sie Goddard hatten, durften sie auf ewige Jugend hoffen, jetzt versagt die Kunst der Ärzte an ihnen.
Lewis Griffith, der einflußreichste unter ihnen, sagt auch, wem sie das zu verdanken haben. Dem Dämonen-Killer Dorian Hunter. Er muß zur Verantwortung gezogen werden. Lydia, berechnender und weniger von Rachegelüsten als die anderen getrieben, meint, daß ihnen das die verlorene Unsterblichkeit nicht zurückbringen könne. Die vierte Person am Tisch macht den letzten Schnaufer, stirbt, verwelkt wie eine Pflanze, verwest, vermodert so schnell, daß man den Vorgang beobachten kann. Lydia zittert, weil ihr bewußt wird, daß es ihr in den nächsten Stunden schon ebenso ergehen kann und ihr junger Mann sich dann mit ihren Millionen vergnügt - sie hat es schon seit Tagen nicht mehr gewagt, ihm unter die Augen zu treten.
Aber Griffith gibt ihr Hoffnung. Dorian Hunter, sagt er, sei nicht nur der Nagel zu ihrem Sarg, sondern auch der Fachmann für Schwarze Magie. Wenn einer ihnen zu ewiger Jugend verhelfen könne - mit welchen Methoden auch immer - dann er.
Pereira und Lydia stimmen zu, sich der Unterstützung dieses Mannes um jeden Preis zu versichern. Die Zeit drängt, sie dürfen nicht wählerisch sein. Sie wollen die Jugend, die sie für einige köstliche Monate oder Jahre auskosten durften, zurückhaben - egal welche Opfer andere dafür bringen müssen.
Griffith übernimmt es, die Vorbereitungen für eine Zusammen­arbeit mit dem Dämonenkiller zu treffen.

Handlung:
Geselliges Beisammensein in der Jugendstilvilla. Man sitzt bei Tisch. Plötzlich eine drohende Stimme im Hintergrund: "Pfoten hoch! Oder es knallt!" Cohen zieht seine Waffe. Aufruhr. Dorian wirbelt herum - und sieht Phillip, der diese Drohung ausgesprochen hat. Befreites Aufatmen bei den einen, Verärgerung bei den anderen, je nach Temperament. Warum ist der Hermaphrodit auf einmal so kindisch-verspielt? Ist doch gar nicht seine Art. Die Wahrheit erkennt keiner, nämlich daß Phillip sie auf die kommenden Ereignisse vorbereiten wollte. Man fühlt sich sicher, weil Dämonen in die Jugendstilvilla nicht eindringen können.
Wenige Augenblicke später ist die Hölle los. Eine Explosion an der Tür. Fenster klirren, Gasgranaten explodieren. Durch die Tür stürmen Gangster in Gasmasken und mit Maschinenpistolen. Marvin Cohen, der drauflos ballert, wird von einer Salve niedergestreckt. Dorian, vom Gas benommen, brutal zusammengeschlagen, ebenso Miß Pickford, die sich schützend vor Phillip stellt. Coco wurde als erste vom Gas betäubt. Sullivan bekommt mit dem Kolben eins über den Schädel.
Die Gangster wissen über die Gegebenheiten bestens Bescheid. Das zeigt sich, als sie den bewußtlosen Puppenmann Chapman hinter einem Sofa hervorholen, wohin er sich mit letzter Kraft geschleppt hat. Nur Phillip leistet keinen Widerstand, wird aber auch ziemlich rauh behandelt. Man verschnürt ihn wie ein Paket - und ab geht die Post.

Umblenden:
Dorian kommt zu sich. Ein dunkler, enger Raum, schwankender Boden unter den Füßen. Er hört das Stöhnen des lebensgefährlich verwundeten Marvin Cohen, Miß Pickford und Trevor Sullivan sind auch hier. Keiner weiß etwas über das Schicksal von Coco, dem Herm­aphroditen und den Puppenmann Don Chapman.
Die Zeit reicht nur für ein kurzes Gespräch, alles weist da­rauf hin, daß man sich auf einem Boot befindet. Da kommen zwei Gangster rein, Kreolen, ganz üble Burschen, die Dorian brutal mit sich zerren. Sie bringen ihn in eine Kabine.
Dort hockt Lewis D. Griffith im Bett. Dorian kennt ihn aus den Gesellschaftsnachrichten der Zeitungen. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Über ihm hängt ein Bild, das ihn um sicherlich fünfzig Jahre jünger zeigt. Griffith aber sagt, das Bild wurde erst vor 14 Tagen gemalt. Da ahnt Dorian, was gespielt wird. Und Griffith läßt ihn auch nicht lange darüber im Unklaren.
Er sagt, er wisse, daß der Dämonenkiller Dr. Goddard auf dem Gewissen habe und von ihm, Griffith, nun dafür zur Rechenschaft gezogen würde, daß er ihn der Möglichkeit ewige Jugend zu erlangen beraubte. Griffith wußte auch, daß Dorian aus seiner Festung nur durch Gewalt herauszuholen sei. Dafür habe er die Gangster engagiert. Und Griffith will diesen Kurs beibehalten, wenn Dorian ihm nicht hilft. Dorian kenne sich in Schwarzer Magie aus, er muß einen Weg finden, Griffith und seinen Freunden die Unsterblichkeit zurückzu­geben.
Dorian sagt, daß er das nicht könne. Griffith glaubt das nicht. Dorian habe freie Wahl in der Art der Mittel, er könne die schlimmsten Dämonen heraufbeschwören, diesbezügliche Skrupel kennen Griffith und seine Freunde nicht, denn sie, die spüren, wie der Tod nach ihnen greift, wollen um jeden Preis leben. Der Milliardär holt einige uralte Pergamente hervor und übergibt sie Dorian. Der DK wird blaß, als er an den uralten Schriftzeichen erkennt, daß es sich um einige Seiten aus dem Daemonicon  handelt - Fragmente aus dem sechsten und siebten Kapitel. Damit, meint Griffith, müsse Dorian einen Dämon beschwören können, der ihm die Macht zur Unsterblichkeit gibt. Aber gerade das - sich in die Abhängigkeit eines Dämons zu begeben, will Dorian nicht. Er hat es nach zu gut in Erinnerung, was er als Baron den Conde (Band 10) anrichtete.
Griffith ist unbeeindruckt. Er sagt, daß er den DK schon weich machen werde. Er kenne die richtigen Mittel und werde sie auch an­wenden. Zuerst werde man sich Dorian vornehmen. Bringt das nicht den gewünschten Erfolg, werde man weitersehen. Dorian wird hinunter­gebracht und gefoltert. Dorian erträgt die Qualen tapfer und bleibt standhaft.

Umblenden zu Coco. Griffith scheint auch über ihre Hexenfähig­keiten Bescheid zu wissen, denn er hat sie mit irgendwelchen Drogen vollgestopft, so daß sie irgendwelche Halluzinationen hat. Gerade war einer der Gangster bei ihr, der ihr eine Spritze verpaßte.
Mitten in ihren Alpträumen erscheint ihr Olivaro. Sie bittet ihn als alten "Freund" um Hilfe. Er bietet ihr an, sie sofort in Sicherheit zu bringen. Doch sie will auch das Leben ihrer Freunde und vor allem Dorians retten. Davon will Olivaro nichts wissen. Dorian könne sich sehr gut helfen, indem er Griffiths Angebot annimmt und sich der Schwarzen Magie verschreibt. Coco sagt, das werde Dorian nie tun. Dann könne ihm auch Olivaro nicht helfen, denn es ist ja auch sein Bestreben, daß der Dämonenkiller die Schwarze Familie nicht mehr bekämpft. Olivaro appelliert wieder an Cocos Abstammung, sie sei immer noch eine Hexe, das könne sie durch das Zusammenleben mit Dorian nicht verleugnen, er, Olivaro und sie, sind von der gleichen Art. Und Coco erkundigt sich, ob Olivaro nicht doch helfen wolle, nur ihretwegen. Da wird der Fürst der Finsternis von eigenen Gnaden, Magus VII. wankelmütig. Damit soll angedeutet werden, daß er sie begehrt, wie ein Dämon ein Weib nur begehren kann. Das wurde auch schon in anderen Bänden angedeutet (Band 34). Aber nicht von Liebe sprechen. Dämonen können nicht lieben. Es ist reine Begierde.

Wieder umblenden zu Dorian. Er ist ziemlich übel zugerichtet, wird Griffith vorgeführt. Der sagt, er habe es eilig. Der Tod warte nicht mehr lange. Um Dorian weich zu machen, sollen nun nacheinander alle seine Gefährten dran glauben. Und Dorian muß zusehen. Griffith sagt, auf Miß Pickford warte ein stämmiger Neger, der sie sich nach allen Regeln der Kunst vornehmen würde. Cohen könnte als Haifisch­futter dienen und der Wichtel Chapman als Köder. Griffith aber habe Wichtigeres zu tun und bedaure, daß er bei diesem Schauspiel nicht anwesend sein könne. Griffith verschwindet von der Szene.
Seine Drohung soll wahrgemacht werden, Dorian soll zusehen, wie sich ein hünenhafter Neger Miß Pickfords annimmt. Doch in diesem kritischen Augenblick taucht Coco auf. Sie hypnotisiert die Gangster und flüchtet mit ihren Kameraden in einem Rettungsboot von der Jacht. Der Hermaphrodit Phillip ist aber nicht dabei. Sie durchsuchen die Jacht, können Phillip aber nirgends finden. Dorian nimmt an, daß der Hermaphrodit, weder Mensch noch Dämon, durch seine besonderen Fähigkeiten von Griffith nicht gefangen gehalten werden konnte.
Rund um sie ist Nebel, sie haben keine Ahnung, wo sie sind und wohin sie mit dem Boot fahren. Da stellt sich plötzlich heraus, daß Phillip mit ihnen im Boot ist. Sie können nicht von ihm herausbekommen, wo er die ganze Zeit über war und wie er aufs Boot kam. Er redet nur konfuses orakelhaftes Zeug.
Da sieht man Land. Der Nebel lichtet sich. Das Boot legt an einem Steg an. Man sieht tropische Vegetation - und ein prunkvolles Phantasieschloß. Kaum sind unsere Freunde an Land, da tauchen Lydia Goldstein, Silvio Pereira mit einem Dutzend weiterer Greise auf, die alle bei Dr. Goddard in Behandlung waren. Man ist hier auf den Bahamas. Dorian und seine Freunde erfahren, daß sie hierhergeflogen wurden.
Lydia sagt spöttisch, daß man ihr Kommen erwartete. Griffith habe ihnen die Möglichkeit zur Flucht gegeben, nur um sie wieder einzufangen und ihnen aufzuzeigen, daß es kein Entkommen gäbe.
In eigener Regie die einzelnen Typen der verschworenen Gemeinschaft von reichen Greisen schildern, die alle die ewige Jugend um jeden Preis haben wollen. Lydia ist die schlimmste von allen. Sie verlangt, daß Dorian sofort mit den Dämonenbeschwörung beginne. Dorian weigert sich. Lydia sagt, dann werde zuerst einmal Cohen dran glauben müssen.
Sie werden alle zu einem Bassin geführt, in dem es von Piranhas nur so wimmelt. Cohen, schon mehr tot als lebend, wird von Gangstern gepackt und hineingestoßen, bevor es jemand verhindern kann. Ob es sich Dorian nun anders überlegt habe? Wenn nicht, käme als nächste Miß Pickford dran, der Neger sei bereit für sein Vergnügen. Dorians Freunde sagen, er soll hart bleiben. Auch Coco beschwört ihn, sich nicht erpressen zu lassen.

Achtung: Phillip ist sofort spurlos verschwunden, kaum daß man an Land kam. Niemand scheint sein Verschwinden bemerkt zu haben. Dorian fällt es erst jetzt auf. Und noch etwas ist Dorian aufgefallen.

Es war nicht zu sehen, ob Cohen von den Piranhas zerrissen wurde, obwohl es nach menschlichem Ermessen keine andere Möglichkeit geben könne. Doch Dorian hofft auf Phillip. Insgeheim hofft er, daß der Hermaphrodit eine Möglichkeit gefunden hat, Cohen vor dem Tod zu retten. Warum sonst sollte er verschwunden sein?
Die Freunde werden getrennt.

Zu den Alten umblenden, die immer ungeduldiger werden. Sie machen Griffith Vorwürfe. Besonders Lydia geht aus sich heraus. Doch Griffith ist die Ruhe selbst. Er ist sicher, Dorian bald soweit zu haben, daß er alles tut, was er von ihm verlangt. Griffith ist sicher, daß der Dämonenkiller nicht zulassen wird, daß seiner Freundin Coco etwas passiert. In einer Szene schildern, wie Lydia von ihrem um 50 Jahren jüngeren Mann Zärtlichkeit will, doch den ekelt vor der runzeligen Greisin, er hat nur Verachtung für sie übrig, ihren vergeblichen Mordversuch quittiert er nur mit höhnischem Gelächter. Ruhig auch einen der Greise sterben lassen, das zeigt den anderen, welches Schicksal ihnen allen blüht, wenn nicht bald etwas geschieht.
In weiteren Szenen aufzeigen, wie einer von Dorians Freunden nach dem anderen von den lebenshungrigen Greisen hingerichtet wird. Dorian wäre schon längst weich geworden, doch Coco versichert ihm, daß alles nur halb so schlimm ist. Der Leser soll mit Dorian vermuten, daß Phillip alle vor dem Tod rettet - der Hermaphrodit ist nach wie vor in Freiheit und unauffindbar.
Coco aber teilt nicht Dorians Vermutung, doch soll das dem Leser nicht erklärt werden. Sie ist überzeugt, daß Olivaro sie nicht im Stich läßt. Schließlich hat sie ihm angedeutet, seine Gefährtin werden zu wollen, wenn er Dorian hilft.
Dorian wird Zeuge, wie man Don Chapman mit Stecknadeln aufspießt, wie Martha Pickford unter den Händen des brutalen Negers stirbt und auch Trevor Sullivan hingerichtet wird. Das alles aber bitte nicht in Details schildern, sondern in einer unwirklich scheinenden Traumszene. Lewis Griffith ist bei keiner der Exekutionen dabei. Dorian wird zum Zuschauen gezwungen. Jeder seiner Freunde beschwört ihn aber vor dem Opfergang, nicht auf ihn Rücksicht zu nehmen. Dorian glaubt ja immer noch, daß Phillip der unsichtbare Retter ist - wenn er auch keine Ahnung hat, wie er es anstellen könnte, die Gefährten zu retten.
Dorian ist wieder in seinem Verlies, nur Coco 'lebt' noch. Da sieht er durch sein Zellenfenster plötzlich Phillip im Park.
Der Hermaphrodit ist geisterhaft schön wie nie zuvor, strahlt eine Aura wie ein Engel aus. Dorian kann ihn zu sich rufen, fragt ihn, ob er gekommen sei, um ihn und Coco zu retten und wo er die anderen versteckt habe. Phillip geheimnisvoll wie immer schildern. Er spricht fasziniert von den unzähligen schönen Blumen, die es hier gebe.
Es scheint nichts anderes für ihn zu existieren. Langsam bekommt Dorian von Phillip heraus, daß der Hermaphrodit nichts über das Schicksal der anderen weiß. Er begreift gar nicht die Gefahr, in der sie schweben - zumindest hat es den Anschein. Jedenfalls ist Dorian sicher, daß Phillip die Gefährten nicht gerettet hat. Der DK ist erschüttert.
Und in diesem Augenblick kommt Lydia und erklärt ihm, daß nun Coco an der Reihe sei, wenn Dorian nicht doch noch zur Besinnung komme. Dorian ist verzweifelt. Bisher hat er ja geglaubt, daß die Gefährten in Sicherheit sind. Doch da Phillip sie nicht gerettet hat, muß er annehmen, sie seien tot.
Dorian werden die Vorbereitung vorgeführt, die man getroffen hat, um Coco den Garaus zu machen. Alle Greise haben sich versam­melt und Lydia sagt, daß man vielleicht die ewige Jugend bekomme, wenn man das Fleisch einer Hexe verspeist. Dorian ist sicher – und er sieht es in den Augen der Greise - daß sie nicht vor Kannibalismus zurückschrecken würden.
Und da bringt man auch schon Coco. Dorian hält den Anblick der voranschreitenden Vorbereitungen für das schaurige Schmaus nicht länger aus - und gibt nach.
Er beginnt mit dem Studium des Daemonicon und spürt schon während der Lektüre dieses Schwarzbuches, wie er sich immer mehr selbst verliert. Aber lieber opfert er sich selbst den Dämonen, als Coco zu verlieren. Er überlegt dabei nicht, daß er mit seiner Selbst­aufgabe auch Cocos Leben zerstören würde. Er will, daß sie lebt und frei ist - und hat er in letzter Zeit nicht Anzeichen dafür gemerkt, daß sie ihn nicht mehr wie früher liebt? Er dagegen liebt sie so, daß er alles für sie tun würde. Und deshalb liefert er sich auch durch das Studium des Daemonicons den Dämonen aus.

Umblenden zu Coco. Olivaro erscheint ihr. Er verlangt von ihr, daß sie mit ihm komme. Das ist der Preis dafür, daß er ihre Freunde vor dem Tod rettete. Sie sind alle in Sicherheit, er will sie zu ihnen führen. Coco will wissen, ob er auch Dorian rette. Denn dies sei die Hauptbedingung dafür, daß sie sich ihm ausliefere. Olivaro sagt zweideutig, daß Dorian am Leben bleiben werde. Es komme alles ins rechte Lot. Coco folgt Olivaro.

Umblenden zu Miß Pickford, Sullivan, Chapman und Cohen. Sie sind in einem feudalen Haus untergebracht. Keiner von ihnen weiß, wie sie hierhergekommen sind. Sie wissen nur, daß sie im letzten Augenblick vor dem Tod gerettet wurden. Wer das veranlaßte, das wissen sie nicht.
Und nun erscheint Coco. Sie sagt, Olivaro habe ihnen das Leben gerettet. Was, ausgerechnet der Fürst der Finsternis soll Mitleid mit ihnen gehabt haben? Coco meint, er habe es nicht umsonst getan, sondern einen hohen Preis verlangt. Sie sagt aber nicht, was der Preis gewesen sei.

Umblenden zu Dorian, der im Kreise der Greise eine Dämonenbeschwörung mit allem Drum und Dran veranstaltet. Dorian spürt dabei, wie ihn die Mächte des Bösen durchdringen. Und dann erscheint der Dämon, den er angerufen hat. Es ist kein anderer als Lewis D. Griffith.
Er ist jener Dämon, der schon Dr. Goddard die Macht zur Unsterb­lichkeit gegeben hat. Als Dorian Dr. Goddard zur Strecke brachte, schwor Griffith (dem der Autor auch einen Dämonennamen geben kann), den Tod seines fleißigen Dieners, der viele der reichsten Leute dieser Welt in seine Abhängigkeit brachte, zu rächen. Und er tat es auf besonders teuflische Art und Weise, indem er Dorian, den gefürchteten Dämonenkiller, dazu trieb, sein Diener zu werden. Jetzt hat er Dorian in seiner Hand, sagt Griffith.
Doch dem ist in Wirklichkeit gar nicht so. Griffith hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, sprich: Phillip, der Hermaphrodit. Wir haben in früheren Bänden schon ausgesagt, daß die Dämonen den Hermaphrodit fürchten, weil in ihm Kräfte schlummern, für das die Dämonen kein Gegenmittel haben. Und als dieses übernatürliche Zwitterwesen nun auftaucht, überkommt auch den Dämon Griffith das Grausen. Er muß Dorian aus seinem Bann entlassen - und Dorian ist sofort ganz Dämonenkiller und tötet den Dämon, der bei Phillips Anblick, oder Berührung, ganz apathisch geworden ist: Phillip will dem Dämon eigentlich nichts Böses, aber er wird von ihm magisch angezogen - wie etwa von einer exotischen Blume - muß ihn fasziniert berühren - und lähmt ihn so. Dorian hat keine Mühe, das Urteil zu vollstrecken.
Nun sind die Greise verloren. Es gibt keinen Dämon mehr, der ihnen die ewige Jugend bringen könnte. Phillip bringt Dorian fort, entzieht ihn der Wut der rasenden Greise, die nun einer nach dem anderen sterben.
Phillip führt Dorian zu dem Haus, wo die Gefährten sind. Diese erzählen Dorian, daß Olivaro sie auf Cocos Fürbitte hinauf gerettet habe. Und Coco lasse ihm ausrichten, er solle es als letzte Liebesgabe betrachten, daß sie ihm das Leben schenkte. Sie würden sich nie wiedersehen, sie habe sich entschlossen, einen anderen Weg zu gehen.

Kurz umblenden zu Coco. Sie erkennt, daß Olivaro sie überlistet hat. Er versprach ihr, Dorians Leben zu verschonen, nicht aber, ihn auch dem Einfluß der Schwarzen Magie zu entziehen. Und Coco erkennt, daß ihr Opfer fast umsonst war. Dorian hat mit Phillips Hilfe doch noch über die Mächte des Bösen gesiegt. Wozu hat sie sich dann Olivaro verpflichtet? Nun, ganz umsonst war ihr Opfer nicht - sie hat immerhin das Leben der Freunde gerettet.
Coco geht mit Olivaro.
Dorian bleibt in Ungewißheit zurück. Ist Cocos Handlungsweise darauf zurückzuführen, daß sie mit ihm nicht mehr glücklich war und deshalb zur Schwarzen Familie zurückkehrte? Oder hat sie sich geopfert, um ihm zu helfen?
Was immer auch wahr sein mag - Dorian wertet das alles als einen Sieg der Mächte des Bösen - und als seine größte Niederlage.

Achtung:
In Band 30 wurde ausgesagt, daß Dorians Gesichtstätowierung verschwand, daß dies aber nicht für immer sein soll. Es wurde angedeutet, daß diese Gesichtstätowierung in "Streßsituationen" als leuchtendes Stigma erscheint. Nun eine solche Streßsituation war zweifellos vorhanden, als Dorian seine Dämonenbeschwörung ver­anstaltete, in die dann Phillip platzte. Also kann der Autor Dorians Stigma aufleuchten lassen, wenn er den Dämon Griffith ausschaltet. Nachdem dies geschehen ist und die Situation gemeistert, verschwindet das leuchtende Mal in seinem Gesicht wieder. Wenn sich der Autor dieses Gags bedienen will - und ich rate dazu - dann soll er einen kurzen Hinweis auf die Manichäer und das Abenteuer in Band 30 nicht vergessen!

Das wär's. Ich verspreche, mich darum zu bemühen, die nächsten Exposés wieder kürzer zu halten und einen weniger komplizierten Stoff zu wählen. Aber ich glaube, es war wieder einmal nötig, alle unsere Hauptpersonen agieren zu lassen.
Keine weiteren Aussagen mehr machen.

© by Ernst Vlcek 2.1.75 

 

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